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Paranoide Persönlichkeitsstörung

Hallo Gast,
wenn jemand so sprunghaft ist, sich selbst nicht reflektiert, bist du dir dann sicher, dass er einen anderen Menschen lieben kann?
Wenn ein Psychologe dir diese " Diagnose " gegeben hat, dann kann er doch vielleicht auch mit dir mal darüber reden, was da auf dich zukommen könnte. Nehmen wir an, dass er wirklich eine psychische Erkrankung hat, dann kannst ja immer noch entscheiden ob du das durchstehen kannst und willst.
Sollte er einfach nur sehr viel unreifer sein als du, solltest du auch darüber nachdenken, ob ein reiferer Partner nicht mehr Sinn machen würde und dich damit auseinander setzen, dass du etwas anderes suchst.
 
@Pia

Das scheint ja ein spannendes Buch gewesen zu sein, das du gelesen hast, achso ja, ist es das mit der hier geposteten Leseprobe?

Ich kann das bestätigen, dass es diese Phasen gab, in der der Misstrauens-Mechanismus ausgeschaltet war und mein Ex sehr fürsorglich und lieb war. Aber auch dieses 'mich beschützen wollen', dieses überfürsorgliche kenne ich und es irritierte mich teilweise. Andererseits passte es ganz gut dazu, dass ich damals Probleme mit Depressionen hatte und oft krank/bedürftig war. Aber jetzt fällt mir auch ein Beispiel ein, wo ich das echt übertrieben fand: als er mir einreden wollte, mein früherer Mitbewohner einer WG, aus der ich gerade gezogen war (und mit dem ich noch Gelddinge etc. zu regeln hatte), wolle mich abziehen. Und ich fand das überzogen, er wollte vielleicht bißchen tricksen, aber mich nicht übel reinlegen.

Aber wieso ist ein Beziehungspartner laut dem Autor der 'Feind' des Menschen mit PPS?

Hm ja was nun mich in meiner Persönlichkeitsstruktur bewogen hat, mich darauf einzulassen....ich weiß auch nicht. Ich meine, ich habe auch paranoide Züge, somit: gleich und gleich gesellt sich? Also nur mit dem Unterschied, dass ich erleichtert bin, wenn man mir sagt, dass meine Befürchtungen unsinnig waren und ich nicht darauf beharre, dass wahr ist,was ich fühle.
 
@Elisa
ja es ist das Buch aus der Leseprobe, der Autor selbst ist Therapeut und beschreibt mit gutem Humor Fallbeispiele aus seiner Praxis.

Meinen Freund hatte ich auch sehr fürsorglich und lieb kennen gelernt, aber er hatte immer jemanden im "Visier". Da ich anfangs die Hintergründe nicht kannte, er es sehr glaubhaft rüberbrachte, ich selbst auch eher misstrauisch bin, bestärkte ich seine Ansicht noch.
Erst später kam mir alles immer mehr suspekt vor, die Verdächtigungen wurden immer absurder. Mit welcher Akribie er auf alles achtete und mit welcher Aufmerksamkeit er seine Umgebung wahrnahm, fand ich höchst erstaunlich, so etwas hatte ich bis dahin noch nicht gesehen. Ihm entging nichts, wirklich gar nichts. Dieser Mechanismus war nie ausgeschaltet, deswegen schrieb ich, das mich die Behauptung des Autors wundert, die Mechanismen des Misstrauens wären durchaus auch mal ausgeschaltet.

Der Autor schreibt, dass die Grundannahme eines an PPS Leidenden ist, alle Menschen seien von Grund auf schlecht. Vor allem aber stehen Menschen, die sich in ihr Territorium vorwagen, unter Generalverdacht. Darum bist du von Anfang an sein Feind.

Ich kann dir sagen was bei mir diese Wechselwirkung war. Erst einmal bin ich auch eher misstrauisch und somit bestärke ich ihn zunächst in seinen Annahmen. Dann habe ich eine in seinen Augen kindliche Art, soll nicht heißen, dass ich infantile Verhaltensweisen habe, aber so sagte er es mir, habe ich eine autenthische Art an mir, wie sie kleine Kinder haben, und kleine Kinder hätten ja noch nichts verwerfliches an sich. Da meine Tochter selbst autistisch ist und es wohl auch diese Wesenszüge in unserer Familie gibt, strahlen wir wohl alle eher diese aufrichtige intelligente Naivität aus. Dann ahtte ich eine anstengende Zeit hinter mir und habe es mir absolut gefallen lassen, so(fast übertrieben)umsorgt zu werden.


@meine Meinung
ich weiß von meinem EX-Freund, dasss er einige Therapien hinter sich hat. Das er dort gelernt hat, wie man in fremder Umgebung herausfinden kann, ob jemand einem wohlgesinnt ist, oder nicht.

Insgesammt ist es bei allen Persönlichkeitsstörungen schwierig zu therapieren, weil eigentlich nur das Umfeld, also die Interaktionspartner merken, dass etwas nicht stimmt, die Betroffenen merken das in der Regel so nicht, sie nehmen nur wahr, dass sich die Menschen abwenden, oder unfreundlich reagieren. Also es fehlt meistens schon mal die Grundvoraussetzung einer Therapie, nämlich die Einsicht.

Da Persönlichkeitsstörungen Verhaltensmuster sind, die in der Kindheit erlernt wurden, um in einem exentiell bedrohlichen Umfeld überlebene zu können, haben sie sich manifestiert. Das heisst, sie sind so starr, dass kaum abweichende Verhaltensweisen mehr möglich sind. Eben eine bestimmte Charaktereigenschaft, nur viel potenzierter. Darum gelten sie auch als nicht heilbar, weil man eben Überlebenswerkzeuge nicht mehr abtrainieren kann. Es können nur zusätzlich weitere Strategien erlernt werden, die zu den "eingebrannten Verhaltensweisen" angewendet werden können.

Der Autor des Buches, das ich gelesen habe, schreibt, dass man sich überfordert, wenn man Beziehungen führen will mit Partnern die an Persönlichkeitsstörungen leiden. Oft waren es ja auch die Partner, die in seine Praxis kamen, wiel sie erste Anzeichen einer Depression oder Phobien zeigten. Auf Dauer kann man so eine Beziehung nicht unbeschadet überstehen.

Viele Grüße Pia
 
@Pia

Das ist ja lustig, als du schriebst, wie aufmerksam PPS-Leute ihr Umfeld studieren..dachte ich zuerst daran und dann schreibst du weiter unten selbst von autistischen Zügen. Ich habe nämlich die Diagnose Asperger Syndrom! Und ich war oft beeindruckt, was mein Ex alles in anderen liest, ich dachte, es wird schon stimmen, da ich ja Probleme habe, nonverbale Signale zu erkennen. Ich habe mir von ihm oft etwas 'die Welt erklären lassen'. Ich bin oft unsicher in sozialen Zusammenhängen (ob ich alles richtig gedeutet habe, ob ich verstanden wurde, ob ich alles mitbekommen habe) und er schien sich so unglaublich sicher. Das gab mir eine gewisse Geborgenheit, so einen Erklärbär neben mir zu haben. Dass seine Sichtweise negativ war, störte mich erst auch nicht, da ich nicht unbedingt eine positive Einstellung den Menschen (den "NTs"=Neurotypischen) gegenüber habe, sondern auch aufgrund schlechter Erfahrungen oft misstrauisch bin.

Erst mit der Zeit ging mir auf, dass vieles sehr überzogen ist...z.B. meinte er, sein Mitbewohner würde absichtlich nach dem Socken waschen die Waschmaschine auf hoher Stufe lassen, damit meinem Ex die Sachen eingehen (falls er es übersieht).

Tja und als du schriebst kindlich/authentische Art dachte ich auch gleich an Autismus, das hatte sich dann ja weiter unten bestätigt - ich denke das war es bei mir auch, was so ein paar Alarmglocken, die bei anderen vielleicht sofort läuten würde, ausschaltete oder zumindest verzögert läuten ließ.

Mal OT: Interessierst du dich für das Thema Autismus? Also vermutlich, wenn deine Tocher diagnostiziert ist, aber ich meine, vermutest du es auch bei dir selbst? Man kann ja sehr unauffällig durchs Leben gehen, besonders als Frau und nach außenhin Normalität vorspielen. Also ich beschäftige mich damit seit 2006 - wenn du magst kann ich dir paar Bücher empfehlen. Ich bin auch bei Aspies e.V. im Verein und Forum angemeldet.
 
@Elisa
meine Tochter hat eine Diagnose vom ATZ, in den letzten Jahren habe ich mich so oft mit Pädagogen und anderen Betreuern über die Frage, wie sich nun Autismus zeigt, rumschlagen müssen. Mittlerweile bin ich dessen müde geworden, zeitweise gab es nichts anderes in meinem Leben.
Der Psychologe meiner Tochter sagte einmal, dass immer eine Generation übersprungen wird. Die nächsten Angehörigen aber diese Züge hätten.

Mein EX mit paranoiden Zügen sagte mir als wir uns kennen lernten, ich hätte diese kindlichen Züge und das fände er gut. Vermutlich haben Menschen mit PPS ein feines Gespür für andere. Trotz dass er alles in den falschen Hals bekam, konnte er Charaktereigenschaften an anderen sehr gut analysieren. Nur dass er in den Handlungen immer irgendwelche bösen Absichten sah.
Menschen tun sehr oft Dinge, wo sie sich gar nichts bei denken. Für einen Paranoiden nicht vorstellbar.

Als ich zu einem vereinbarten Treffpunkt mal kurz woanders hingegangen und nicht ganz pünktlich zurück gekommen war, wurde mir gleich vorgeworfen, dass ich ihm nicht genügend Wertschätzung entgegen bringen würde, weil ich eben nicht pünktlich zurück war.

Viele Grüße Pia
 
@Pia

Habs irgendwie ewig nich geschafft mal zu antworten. Nu fix. =)

Also hm kann ich verstehen, wenn dir das Thema in dieser Lage über ist. Vorallem weil die ganzen sogenannten selbsternannten Experten oft überhaupt keine Ahnung haben und sogar noch Dinge verschlimmern, statt zu helfen.

Das mit dem Generation überspringen halte ich für Humbug, das kann sicher vorkommen- aber in meinem Fall ist es z.B. nicht wahr und ich kenne viele andere...

Zu meinem Ex-Freund. Ich sehe ihn nun wieder, da das Semester begonnen hat. Letztens habe ich ihn sogar mal angesprochen, da ich nich wusste, wo der Raum ist, in dem wir Unterricht hatten. Da starrte er mich mit total angsterfüllten Augen an, als ich auf ihn zu kam.

Ich träume manchmal noch von ihm oder meine ihn irgendwo zu sehen...so ganz überwunden habe ich es nicht, weswegen ich wohl auch noch ab und zu in dieses Forum komme.

Du hast Recht, mein Ex konnte auch Leute gut analysieren, teilweise war das sicher nicht wahnhaft geprägt, sondern er hatte Recht, auch mit negativen Annahmen. Und das faszinierte mich so, dass er Zusammenhänge erkannte, wo ich nur viele Fragezeichen sah.

Aber weißt, wie er mich auch mal richtig gruselte? Er wollte mir einreden, dass ich meine Diagnose lieber niemand sagen sollte, vorallem keiner offiziellen Stelle. Da er glaubte, Autisten könnten mal so verfolgt werden wie früher Juden. Da es den Machthabenden nicht recht sei, dass es da Menschen gibt, die man nicht so leicht beeinflußen und belügen kann, da sie nicht so empfänglich für Sozialisation sind.
 
@Elisa
Auch ich bin nicht regelmäßig hier, zur Zeit bin ich viel unterwegs.

Die Äußerungen von deinem EX grenzen ja schon an einen echten Wahn. Du hättest ihm ja sagen können, dass es damals einen netten Kinderpsychiater namens Hans Asperger gab, der seine autistischen Patienten vor dem KZ bewahren konnte und dass es heute auch genügend Verbände gibt, die sich für Autisten einsetzen. Aber bei meinem EX gab es manchmal auch Situationen, wo ich dachte, er driftet nun ganz ab. Einmal redete er mit mir als sei ich seine Leibwächterin, die eigens für ihn abgestellt worden war.
Mein EX beobachtete seine Arbeitskollegen mit Argusaugen. Er erzählte mir immer, wie seine Kollegen ihre Position ausnutzen würden, um sich persönlich zu bereichern. Anfangs pflegte ich seine Krankheit regelrecht, weil es nichts ungewöhnliches ist, dass in unserer Leistungsgesellschaft hohes Konkurrenzdenken herrscht und sich jeder selbst am nächsten ist. Nur er hat einzelne Kollegen ja regelrecht drangsaliert und angeschwärzt. Er selbst wäre ein guter verdeckter Ermittler.

Mein EX glaubte immer zu hören, was seine Nachbarn sich in ihren Wohnungen erzählten, oder was sie gerade machten, weil die Wände so hellhörig wären. Er unterstellte mal seiner Nachbarin, Reparaturen am Haus bestellt zu haben, die für ihn zu einem ungünstigen Zeitpunkt stattfanden, nur um ihn zu ärgern. Es nützte auch nichts, ihm zu sagen, dass der Hausverwalter den Zeitpunkt der Reparaturen bestimmt, da nur er den Auftrag an die Handwerker vergibt. Ich könnte hier noch unzählige weitere Beispiele aufschreiben.

Die Beobachtungsgabe scheint ja wirklich exzellent zu sein, aber wie die einzelnen aufgenommenen Bilder interpretiert werden ist skurril. Eben auch eine andere Wahrnehmung. Eine Wahrnehmung die im alltäglichen Leben sehr behindernd ist und alle Nahestehenden mit ins Leid zieht.

Es ist schon interessant zu lesen, dass dein EX angsterfüllte Augen hatte, als er dich sah. Dabei scheint es genau andersherum zu sein. Du träumst immer noch von ihm. Er hat dir mehr Angst eingejagt als du ihm. So ein abstruses Verhlaten bei einem Menschen zu beobachten macht einem selbst ja auch Angst, und wenn mein EX wütend war, konnte er verbal so beleidigend sein, da kam so eine Agressivität rüber, dass es einem vorkam, wie eine Vollstreckung einer Strafe.

Der Psychologe, der mir damals sagte, Autismus übersprünge eine Generation, war allerdings sehr erfahren. Er hatte einige Jahre in Skandinavien gearbeitet und hat mir als einziger mal eine Anleitung für den Umgang gegeben.(Also wie ich mich in bestimmten Situationen verhalten muss.) Ist es bei den Leuten die du kennst, bei allen gleich stark ausgeprägt? Weil autistische Verhaltensweisen sind bei nahen Verwandten schon auch vorhanden, aber nicht in der Ausprägung, dass es für eine Diagnose reicht. Selbst mein EX hatte autistische Züge, aber er würde mit Sicherheit keine Diagnose bekommen. Er hatte diese fotographische Gedächtnis und er hat sich an Regeln, die in schriftlichen Verträgen festgehalten worden waren 100% gehalten, ganz genau wie meine Tochter. Allerdings verstand er Ironie, er wäre sogar ein guter kabarettist gewesen und er konnte sich mit seinem fotographischen Gedächtnis Gesichter merken. Meine Tochter versteht Witze oder Ironie nicht, Redewendungen muss ich ihr übersetzen. Sie befindet sich zur Zeit in einer therapeutischen Wohngruppe, wo sie die Einzige ist, die pünktlich auf die Minute zu den Essenszeiten am Tisch sitzt, punktgenau morgens in der Schule ist und egal was kommt, pünktlich abends auf ihrem Zimmer ist. Es gibt keine Ausnahmen, die Regeln werden ganz genau eingehalten. Dort erkennen sie wenigsten die autistischen Verhaltensweisen an. Vorher ging sie auf verschiedene Internate, da war alles nur ein einziger Kampf. Seit der Grundschulzeit wurde sie entweder von Mitschülern oder sogar Lehrern gemobbt. Mitschülerinnen, die sie aus Neid angriffen. Weil meine Tochter ausgesprochen hübsch und sehr intelligent ist, und den schulischen Stoff spielend lernt. Sie selbst konnte sich aber nie adäquat wehren und bekam irgendwann Depressionen, weswegen sie dann irgendwann nicht mehr auf eine staatliche Schule gehen konnte.

Wie du schreibst, gibt es viel zu viele selbsternannte Experten, die keine Ahnung haben und alles nur noch schlimmer machen und wertvolle Zeit der fehlenden Unterstüzung verstreichen lassen.
 
Hallo Indryia,

ich habe an anderer Stelle etwas über Paranoide gelesen diese Woche. Und zwar in dem Buch von Simon Baron-Cohen zur Male-Brain-These über Autismus. Da schrieb er darüber, was denn dann eigentlich das Gegenstück, ein extrem weibliches Gehirn sei. Er meinte, dass es da ja welche gibt, die sehr gut beobachten können, aber dann eben unangemessen reagieren - Paranoide. Allerdings sagte er, das bedeutet nicht extreme Empathie - denn Empathie ist Emotionen anderer erkennen UND entsprechend zu reagieren (auf eine Art, die das Gegenüber als angenehm auffasst).

Das Heftige an dieser Lektüre war, das an gleicher Stelle auch mein jetztiger Freund (oder nun Ex-Freund, seit Mittwoch machte er Schluss) beschrieben stand: Menschen, die extrem mitfühlen, die dann geradezu gefangen sind von diesen Gefühlen. Was aber auch nicht empathisch ist, da sie ja nicht gut reagieren, sondern meist so mit sich selbst beschäftigt sind, dass sie gar nicht reagieren können, wegrennen oder Ausraster bekommen. Der Autor nannte diese Menschen hysterisch. Und als ich das nachlas: die sogenannte Histrionische Persönlichkeitsstörung, war ich geschockt -das ist 1🤐 mein Ex-Typ.

Das kann doch nicht sein! Schon wieder einer mit Persönlichkeitsstörung! Oder zumindest mit starken Anteilen davon. Dass da kein Fluch oder Magie hinter steckt ist mir klar - meine Mum hat eine Borderline-Störung, ich bin teuflisch perfekt auf solche Menschen geprägt. Das bemerken die auch unterbewusst und fühlen sich von mir angezogen. Und leider habe ich es auch ewig nicht gemerkt, da er gut Rollen einnehmen konnte und mich manipulieren.

Aber nochmal zu dem anderen Ex mit PPS: ich denke nicht unbedingt, dass er so gut über mich weg kam. Er verwehrte mir zwar rigoros den Kontakt nach der Trennung, aber wohl auch deswegen, da er es so verdrängen konnte. Als wir wieder Kontakt hatten unterstellte er mir monatelang immer wieder, ich sei noch verliebt in ihn. Ich denke, das war eher sein eigenes Gefühl, das er auf mich projezierte.

Zu Autismus: hm, wenn ich überlege, kann es gut sein, dass eine Generation immer nur autistische Züge hat. Doch es könnte auch sein, dass man mit fortgeschrittenem Alter lernt, den Autismus besser zu überspielen oder besser damit umzugehen. Daher erfüllt man dann oberflächlich die Diagnose nicht mehr. Dein Psychologe mag das vielleicht in seiner Praxis beobachtet haben, doch so weit ich weiß, gibt es für diese These keine wissenschaftliche Basis. Es mag vorkommen, doch ich bezweifle, dass es immer so ist.

Das was du von deiner Tochter erzählst, erinnert mich sehr an mich. Ich wurde auch gemobbt in der Schule, wohl hauptsächlich da ich 'komisch', unangepasst und eigen war- doch Neid kann auch eine Rolle gespielt haben. Ich sehe ganz gut aus und war gut in der Schule. Ich wurde Streberin und Schleimerin (weil ich mich freundlich mit Lehrern unterhielt) genannt. In der 8. Klasse bemühte ich mich, absichtlich schlechter zu sein, als ich war. Mein Notenschnitt sank von 1,6 auf 2,6.

Ich habe es aber irgendwie bis zum Abitur durchgehalten, einmal wurde das Mobbing in der 8. Klasse besser - nur ein bißchen äußerliche Anpassung und sie ließen mich in Ruhe. Dann hatte ich auch einen älteren Freund seit dem 16. Lebensjahr der mich sehr gut unterstützte. Ich hatte bevor ich ihn kennenlernte auch etwas, das wohl wie Depressionen war - ich war sehr traurig und einsam und ritzte mich in die Oberarme, wenn der Druck in der Schule zu groß wurde. Aber seit ich ihn kannte, ging es mir dann besser.
 
@Elisa
Ach Herr jeh! Ich glaube, ich hatte irgendwo mal gelesen, dass es seit längerem wieder eine ernstere Beziehung sei. Schon wieder so ein extremer Typ, wo andere wahrscheinlich von vornherein reißaus genommen hätten. Aber es liegt wirklich daran, dass wir uns das suchen was wir kennen. Ich selbst hatte auch schon immer nur "komische" Typen. Bei mir war es immer so, dass ich nur Typen interessant fand, die anders waren, als die meisten. Irgendeine besondere Eigenart hatten, also Freaks. Menschen mit Persönlichkeitsstörungen sind ja auch irgendwie freaky. Bei dir liegt es mit Sicherheit an dem Verhalten deiner Mutter, Borderliner können ja auch gut schauspielern und benötigen alle Aufmerksamkeit. Ob dein EX nun persönlichkeitsgestört war oder nicht, er hatte diese hysterischen, theatralischen Charakterzüge.

Das bemerken die auch unterbewusst und fühlen sich von mir angezogen. Und leider habe ich es auch ewig nicht gemerkt, da er gut Rollen einnehmen konnte und mich manipulieren.
Da ja solche Typen alle Aufmerksamkeit für sich benötigen, hat er sich nur scheinbar für deine Probleme interessiert. Ist mir bei meinem EX aber auch aufgefallen, er besaß nicht die nötige Empathie, um sich in mich hineinversetzten zu können. Das haben beide gemeinsam.

Bei dir könnte ich mir vorstellen, dass du dich sehr intensiv mit allem auseinandersetzt, mit allen Problemchen, die deine Partner so haben, und so fühlen sich alle von dir wichtig genommen.

Er meinte, dass es da ja welche gibt, die sehr gut beobachten können, aber dann eben unangemessen reagieren - Paranoide. Allerdings sagte er, das bedeutet nicht extreme Empathie - denn Empathie ist Emotionen anderer erkennen UND entsprechend zu reagieren
Ist ja interessant, denn es gab mal einen Bericht über Schizophrenie und das Problem hierbei soll die fehlende "Theorie of Mind" sein. Deswegen könnten sie nicht abschätzen, ob andere Menschen ihnen gut oder böse gesinnt wären. Womöglich trifft dasselbe auch auf Menschen mit PPS zu.

Ja das mit dem Projizieren ist auch so eine abenteuerliche Sache, habe ich auch öfter erlebt.
Aber wenn er dir unterstellt hat, du seist noch in ihn verliebt, kannst du davon ausgehen, dass es sein eigenes Gefühl war.


Zum Autismus:
Vielleicht kommt es daher, dass sich bei Frauen Autismus oft nicht so in der Ausprägung zeigt, wie bei Jungen. Und ich weiß nicht mehr wo, aber irgendwo stand, dass die Mütter, die autistische Kinder haben, schon Väter mit solchen Verhaltensweisen hatten. Es daher vielleicht so aussieht, dass eine Generation übersprungen wird. Ich habe den Psychologen auch nicht gefragt wo er das her hatte. Bei ihm kam ich eh kaum zu Wort (Vielleicht eine PS?)😉. Seltsam kam mir damals vor, dass ich hinterher über den Psychologen fast mehr wusste, als er über meine Tochter. Er hat mir beinahe mehr aus seinem Leben erzählt, als ich aus unserem.


Finde ich ja interessant, dass es für dich damals ausgereicht hat, einen Freund zu haben, um mit dem ritzen aufzuhören. Als meine Tochter 12 war, bekam sie Depressionen, sie war damals agressiv und autoagressiv, und hörte auf zu essen. Als sie mal sehr unter Druck stand, rieb sie ihre Unterarme gegeneinander, bis die Haut komplett abgescheuert war. Sie hat es nicht durchgehalten. Sie konnte sich noch nie anpassen. Sie zieht ihr Ding durch, komme was wolle. Sie kann Konsequenzen nicht auf sich zu kommen sehen. Auch Ankündigen nützt da nichts. Sie kann sich nichts vorstellen, was sie nicht gerade auch erlebt.
 
@Indryia

Ja, andere hätten wohl schneller Ausreiß genommen - andererseits hatte er schon ne 6-Jährige Beziehung?

Meine Aspie-Freundin meinte, ihr passiere so was auch ständig, es liege vielleicht nicht an meiner Prägung durch meine Mutter, sondern dass wir einfach toleranter und naiver sind als andere und wegen einzelnen Verhaltensweisen nicht gleich einen ganzen Menschen verurteilen. Das mag in manchen Situationen positiv sein, aber einem fehlt auch ein Schutzmechanismus dadurch.

Weiterhin hatte sie auch eine meiner ähnelnde Beziehung erst kürzlich und wir stellten fest, dass wir beide sehr viel bei uns die Schuld suchten. Dass wir glaubten, dass autistische Eigenheiten den anderen verwirren oder verletzen. Statt dass wir mal merkten, dass die völlig überzogen und ohne Verständnis reagieren. Mein Ex beschäftigte sich z.B. nur oberflächlich mit Autismus, teilweise wollte er das Thema lieber verdrängen und am liebsten nichts mehr davon hören, obwohl ich gerade akute Probleme deswegen hatte. Meine Freundin meint, dass er vielleicht auch ne Freundin zum Angeben suchte (was gut sein kann, da ihm seine Außenwirkung ja so wichtig ist) und dazu passt nicht, dass ich 'behindert' bin.

Definitiv hat er viel geschauspielert, aber ich habe das für bare Münze genommen und bin darauf hereingefallen. Erst mit der Zeit ist mir die Inkonsistenz seiner Worte und seines Verhaltens aufgefallen.

Ich denke auch, dass ihm gefiel, dass ich so aufmerksam war und intensiv bei der Sache, wenn er ein Problem hatte. Doch das ist bei Autisten ja besonders krass: entweder volle Zuwendung oder volle Abwesenheit und wenn eben zweiteres der Fall war, machte er mir häufig ne Szene. Dummerweise sind das dann gerade die Momente, wo ich mich AUF MICH konzentriere, mich mit einem Problem von mir außeinandersetze oder mich gerade innerlich erhole. Da war besonders unangenehm gerade dann 'den Marsch geblasen zu bekommen'.

Zu Autismus:

es stimmt, dass es bei Frauen weniger ausgeprägt ist, oder ich würde eher sagen: weniger auffält. Die Gründe wurden ja auch schon diskutiert, dass Mädchen eher beigebracht wird, sich sozial anzupassen, dass sie gut schauspielern und Rollen einnehmen können und generell eher still sind und Dinge mit sich ausmachen, statt z.B. sich schreiend auf den Boden zu werfen, was dann logischerweise sehr auffallen würde. Ich denke aber, dass das Thema autistische Frauen noch viel zu wenig beachtet wird. Ich bin froh, dass es Temple Grandin gibt, als bekannte und erfolgreiche Vertreterin von uns. Kennst du den Film über sie?

Das ist heftig, was deine Tochter durchgemacht hat - bei mir ging es mit 12 noch, das Mobbing ging los, als ich 13 war. Und ja, das hat mir geholfen mit meinem ersten Freund, da er mich sehr wertschätzte und meine Fähigkeiten sah. Er war auch sehr beliebt und ich war plötzlich nicht mehr einsam, sondern wurde in einen Freundeskreis integriert. Damit hatte ich eine Parallelwelt, die es mich in der verhassten Schule aushalten ließ.

Sie kann sich nichts vorstellen, was sie nicht gerade auch erlebt.

Das kenne ich, vielleicht nicht ganz so stark ausgeprägt, aber es ist sicher ein Grund, warum ich meinem Ex so oft verzieh - wenn er da stand, sich entschuldigte und weinte, war ich emotional ganz erfüllt von diesem derzeitigen Verhalten und vergas fast alles, was vorher war. Das ist ziemlich übel und macht einen zu einem einfachen Missbrauchsopfer. Ich denke, das könnte wirklich vielen autistischen Frauen passieren und ist etwas was in Büchern oder Wissenschaft thematisiert werden sollte, vorallem in Hinblick darauf, so etwas zu verhindern.
 

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