Hallo
Ich habe gestern den Thread hier gefunden, und war richtig erschrocken. Mein erster Gedanke war, das es Leute gibt, die einen Teil meines Lebens niedergeschrieben haben.
Ich bin seit 22 Jahren mit meinem Mann verheiratet und wir haben 2 fast erwachsene Kinder.
Seit ca. 5 ½ Jahren ist bei uns keine Kommunikation mehr möglich, es sei denn, es sind oberflächliche belanglose Gespräche. Manchmal gibt es kurze Phasen, in denen wir Gespräche führen können. Diese sind jedoch äußerst selten. Gespräche enden überwiegend im Streit. Er fühlt sich ständig angegriffen und kritisiert. Fragen von mir werden oftmals als Unterstellungen gewertet. Ganz harmlose und lapidare Äusserungen von mir werden so hingestellt, als wenn ich ihm etwas böses möchte. Leider ist es ihm nicht möglich ruhig zu bleiben, er schreit sehr viel, und fängt sehr schnell an, mich verbal zu beleidigen und schmeisst Gegenstände kaputt. Er wirft mir ständig meine Gespächsführung vor. Ich weiss auch gar nicht mehr, wie oft er schon unsere Ehe beendet hat. Er läuft in den Gesprächen immer weg, es ist kein aneinanderhängendes Gespräch möglich. Er projiziert seine Gedankengänge in mich hinein, z. B. sagt er immer, dass ich ja eh kein Bock mehr auf ihn habe. Dabei ist er derjenige, der mir ständig sagt, dass er kein Bock mehr auf mich hat, und mich zum k****n findet. Entschuldigungen seinerseits gibt es nicht. Es sei denn, ich weise ihn darauf hin und fordere ihn auf, sich doch mal zu entschuldigen. Dann sagt er schon mal vereinzelnd Entschuldigung. Ich muss vor Gesprächen auch genau definieren was ich möchte, ob ich was sagen möchte (dann muss er ja nur zuhören), oder ob ich mit ihm reden möchte (dann möchte ich ja von ihm, das er auch was sagt). Wenn ich zu ihm sage, dass ich zwei Fragen habe, und es sind dann doch drei Fragen, möchte er die dritte Frage nicht beantworten, da ich nur zwei Fragen angekündigt habe. Regeln und Abmachung die wir gemeinsam treffen, werden nicht eingehalten. Uns hat eine Freundin die letzten 3 Monate in unseren Gesprächen und Streitigkeiten per Telefon begleitet. Wir haben das Telefon auf Lautsprecher gestellt, und so versucht, zu dritt Lösungen zu finden. Wir haben Kommunikationsregeln aufgestellt, die er gemeinsam mit ausgearbeitet hat, und er meinte, dahinter stehen zu können und das er die Regeln in Ordnung findet. Ein paar Tage später fand er die Regeln großer Mist und meinte, die wären ja nur zu meinen Gunsten. Ihm ist es irgendwie unmöglich, Sichtweisen zu ändern. Wenn wir unsere Dreierschaltung haben, und ihm erklären, wie etwas von mir gemeint war, und das es nicht böse war, scheint er im ersten Moment zu verstehen, doch eine Stunde später behauptet er wieder das gleiche, und wir sind wieder bei Punkt Null angelangt.
Ach, ich könnte noch soviel schreiben. Mittlerweile bin ich nur noch zermürbt und ohnmächtig. Natürlich habe ich auch lange Zeit überlegt, was ich falsch gemacht habe, und ich habe auch Fehler gemacht. Einiges habe ich eher schlecht wie recht gemacht. Ich habe mir auch lange Zeit fast jeden Schuh angezogen. Habe mich oft entschuldigt, was jedoch nicht gehört wurde. Dann habe ich irgendwann mal versucht ihm den Spiegel vorzuhalten, auch das hat nichts genutzt. Mit der Zeit bin ich angefangen mir nicht mehr alles gefallen zu lassen, und habe mich dazu hinreißen lassen, ihn genauso zu verletzen oder ihn auch zu beleidigen. Ich habe immer gedacht, er muss es doch mal merken, aber leider ist das nicht passiert.
Er hat sich nun darauf eingelassen, einen Termin bei einer Paartherapie zu machen (der Termin ist morgen). Ich gehe dort aber nicht mit einer Hoffnung hin.
Wünsche allen aus diesem Thread ganz viel Kraft und alles Gute
Aponi