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Gast
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Hallo zusammen,
als ich die eure Erfahrungsberichte gelesen habe, konnte ich es kaum fassen, wie diese zu meiner Situation passen. Sie haben mich wirklich tief berührt, ich bin sehr traurig geworden. Die Suche nach dem zugehörigen Begriff ist endlich vorbei! Denn ich bin so ein Typ, den ihr beschreibt, mit einer Paranoiden Persönlichkeitsstörung! Ich habe schon ganz vielen Menschen weh getan; viele Frauen haben durch mich gelitten. Das tut mir sehr leid! Ich habe mich komplett abgeschottet; bin mit 35 Jahren seit 2 Jahren Single, um anderen Menschen nicht mehr weg zu tun; mein verantwortungsvoller Job läuft gerade eher schlecht als recht. Ich möchte was ändern! Termine bei Psychologin und Psychiater habe ich vereinbart.
Könnt ihr mir als Betroffenen irgendwelche Tipps aus eurer Geschichte geben, die für mich hilfreich wären?
Schöne Grüße an euch und alles Gute!
Ich habe eine paranoide PS und ganz ehrlich, sie belastet mich mehr als zb. die ebefalls diagnostizierte Dissoziative Identitätsstörung, die ja auch nicht ohne ist.
zwischenmenschliche beziehungen werden dermaßen anstrengend, sie sind eigentlich nur noch ein kampf. ich habe eine menge diagnosen, viele sind verteilt, wegen der DIS. unteranderem auch eine angst- und panikstörung, komplexe PTBS, narzistische PS, gar Soziopathie, aber die paranoide schränkt am meisten ein, da der Host, also ich, unter dieser Krankheit zu leiden hat.
ich habe seit 2 jahren einen partner, der langsam auch am ende mit den nerven ist.
nicht wegen der DIS über die er sich sehr informiert hat und mich unterstützen will, sondern wegen der Paranoiden PS. ständig bekommt er sachen zu hören wie "du verbündest dich doch mit .. , das macht ihr ständig, ihr steht nicht zu mir, ihr seid nicht loyal und ihr wollt mich gar nicht", erst heute war wieder so ein gespräch.
ich habe eigentlich nur 2 wirklich nahestehenden personen von denen ich ALLES verlange damit ich ihnen etwas vertrauen entgegenbringe. wenn dies einmal nicht passiert, gibt es direkt riesenstreit und ich will mich sofort von ihnen abschotten.
meinen besten freund habe ich damit schon zur völligen selbstaufgabe getrieben, er darf keine freundinnen haben, nicht weggehen ohne mir zu sagen wohin, wie lange, warum, mit wem, muss mir immer bescheid sagen usw. ich will eigentlich nicht mal dass er in die schule geht. er muss mir jedes mädchen mit dem er kontakt hat genau vorstellen und versichern, dass sie schlechter ist als ich.
(diese sätze "du/sie bist/ist besser/schlechter" sind EXTREM wichtig für mich, ich sehe sie auch ständig in verstecken botschaften, zb. wenn er zu lange mit einem mädchen kontakt hat, mag er mich nicht mehr/weniger als sie)
dann hatte er jetzt eine freundin und wollte es mir nicht sagen, da ich ihn IMMER verdächtige soetwas zu tun und dann sich aus dem staub zu machen. jedenfalls hat er gestern mit ihr schluss gemacht, weil ich vor ihm durchgedreht bin.
eigentlich ist das sehr schön, auf der "kranken seite". aber ich und die anderen vernünftigen anteile versuchen so dermaßen gegen die krankheit anzukämpfen, dass es sogar fast möglich war ihm eine freundin zu erlauben, aber nur an bestimmten tagen und zeiten. und ich muss über ihr stehn, ich muss seine absolute nummer eins sein. wenn das nicht gewährleistet ist, besteht kein vertrauen und ich will ihn nicht.
bei meinem freund war es am anfang auch so extrem, ich wollte auch nicht dass er zur arbeit geht wegen der arbeitskolleginnen. jedem mädchen mit dem er kontakt haben will muss ich zeigen dass ich besser bin als sie, dass sie nicht über mir sein wird. ich muss sie untersuchen und wenn ich will dass sie weg ist, muss sie weg sein. mittlerweile habe ich vertrauen gefasst, dass aber oft schwankend ist.
ich brauch das gefühl von totaler kontrolle. vielleicht, weil ich so gut wie nie kontrolle über mein eigenes leben hatte. klingt jedenfalls logisch.
und wenn diese kontrolle einmal weg ist, selbst wenn es nur ein tag oder eine sache ist, dann ist das vertrauen für mindestens 3 monaten weg, wenn nicht noch länger. kommt auf die schwere des "vergehens" an.
bei anderen personen bin ich extrem misstrauisch, ich habe keine gefühle für sie und baue keine feste beziehung auf, somit habe ich auch kein wirkliches soziales umfeld. allgemein mag ich keine menschen.
ich will gegen diese krankheit mehr kämpfen als gegen die anderen, ich will den wenigen nahestehenden personen die ich noch habe (oder haben kann) nicht mehr soetwas antun. ja, sie haben mich gar als hitler 2 bezeichnet, was auch nicht ganz verkehrt ist, ich kann es nachvollziehen, aber ES GEHT NICHT ANDERS. ich MUSS so sein, ich kann diese gedanken von lug und betrug einfach nicht abstellen, sie kontrollieren einfach alles in mir. sie sagen mir "du bist mir wichtig" und in meinem kopf kommt "haha, ich verarsche dich nur, morgen bin ich weg und du bist wieder ganz alleine, du bist mir doch scheißegal" an.
ein kleiner ausschnitt meiner sozialen kontakte.
wer will mein freund sein?
ps; ja, ich mag solche witze 🙂 ;D