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Offfener Brief an Herrn Christian Klar

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Hallo Tuesday,

ich finde eigentlich die Diskussion zwischen Sori und Polux interessanter für den Thread - darum nur kurz eine Begründung meiner Sicht der Dinge.
Zuerst einmal muss die Beweispflichit von Seiten der Opfer auf die der Täter verlegt werden.
Das halte ich für problematisch. Gegenwärtig ist es doch so, dass im Verlauf einer Gerichtsverhandlung entschieden werden soll, wer Opfer und wer Täter ist. Dabei werden beide Seiten gehört.
Es ist richtig, dass dabei die Schuld eines Angeklagten bewiesen werden sollte, bevor ein Gericht entscheidet. Es wäre nicht gut, wenn jeder Angeklagte verurteilt würde, nur weil er seine Unschuld nicht beweisen kann.

Dass Täter oft nicht gerecht bestraft werden, liegt darum eher an den Umständen von Gewaltverbrechen und weniger an den bestehenden Gesetzen - leider. Die Gesetze sind nicht perfekt, aber dein Vorschlag würde sie nicht besser machen.



Therapien für Täter sind gut und notwendig. Aber genauso wichtig wäre es, dass die Opfer Therapie bekommen könnten. Das ist in Deutschland aber nicht so. Es gibt nur ganz wenige Traumatherapeuten in Deutschland und die Krankenkasse zahlt keine ausreichende Therapie. Die derzeit zur Verfügung stehenden Stunden sind viel zu wenig.
Da hast du meine volle Zustimmung. Man könnte auch noch weiter gehen und überlegen, ob man Täter für die Folgen ihrer Taten voll verantwortlich machen sollte. Wenn ein Opfer für Jahrzehnte an den Folgen einer Tat leidet, dann könnte man überlegen, ob der Täter für die Folgekosten aufkommen sollte - also für das Opfer Therapien, Verdiensausfall, Schmerzensgeld, etc. zahlen müsste.
Ich weiss allerdings nicht, ob man so etwas sinnvoll umsetzen kann.



Und dass sich hier jemand, der in die politische Situation der damaligen Zeit aktiv involviert war, Luft macht und seinen Anmut verkündigt, finde ich absolut legitim.
Legitim ist ein strapazierter Begriff in diesem Thread. Der TE hielt es damals auch für legitim Steine zu werfen. Auf die Frage wohin er Steine geworfen hat, hat er noch nicht geantwortet. In Richtung des Bauzauns oder in Richtung der Polizisten?

Aber unabhängig vom TE: Ob man Menschen mit Steinen oder mit Schusswaffen angreift ist aus meiner Sicht nur ein gradueller Unterschied. Wer das eine als legitimen Widerstand bezeichnet und das andere als Terrorismus verurteilt, begibt sich auf sehr dünnes Eis.
 
Normalerweise muß man ja nicht auf Unfug antworten. Aber ich habe mir vorgestellt, wie das wäre, wenn die Polizei an meiner Tür klingeln würde und mich fragt, ob ich beweisen könne, das ich zu einer Geschwindigkeitsüberschreitung nicht fähig wäre......

Wer solche Dinge schreibt oder gar befürwortet, der sollte sich mit der Errungenschaft des "Rechtsstaates" mal ganz intensiv beschäftigen.
 
<ring-ring> "Ja?!" -"Guten Tag, Kriminalpolizei, dürften wir Ihnen kurz ein paar Fragen stellen? Im Keller Ihres Mietshaus wurde eine Leiche und ihre DNA gefunden, haben sie gestern für die Zeit zwischen 23:00 und heute 1:00 ein Alibi?" - "Da hab ich geschlafen! Aber es war ja keiner da." - "Chef, wir haben den Täter!!!".

😀
 
Normalerweise muß man ja nicht auf Unfug antworten.

Haben wir in diesem Forum jetzt den Respekt vor den Erfahrungen anderer Menschen an der Pforte abgegeben? Wo sind denn die Haken? Dann hänge ich meinen dazu...



Mir geht es um Gewaltverbrechen wie Vergewaltigung und Missbrauch.

Dabei geht es nicht darum, dass die Polizei Beweise sammelt und ihrer Arbeit nachgeht. Es gibt ja wohl auch eine Zeit, wenn die Arbeit getan ist.

Mir geht es darum, dass Menschen, die einem Trauma ausgesetzt sind, die in Therapie sind, die psychisch krank sind, zum Gutachter müssen und dort menschenunwürdige Fragen über sich ergehen lassen müssen, um nachzuweisen, ob sie überhaupt glaubwürdig sind.

Da fragen dann Gutachter eindringlich nach dem genauen Tathergang. "Dann erzählen sie mal, wie der Schwanz in sie eingedrungen ist. Und was haben sie dabei gefühlt? Ach, sie haben nicht Halt gerufen, nicht nein gesagt, soso. Na geben sie es doch zu, sie wollten es doch so."

Das ist nicht nur demütigend, das ist eine Fortsetzung der Vergewaltigung.

Ich kenne Leute, die sind nach solchen Gutachterterminen vors Auto gelaufen.

Und der Täter?

Nichts.

Muss irgendeiner von denen zum Gutachter?

Nein. Wir müssen unsere Täter ja schützen. Bevor wir einem der armen Täter Unrecht tun ... Gott bewahre.

Aber den Opfern können wir Unrecht antun. Da regt sich keiner auf.

Ich habe nicht gesagt, dass man die Täter aburteilen soll und ihnen alle Rechte absprechen soll. Aber man darf die Täter nicht auf Kosten der Opfer schützen.

Natürlich gibt es die falschen Anschuldigungen. Aber deswegen kann ich nicht 100 Prozent der Opfer als potentielle Lügner behandeln und genau das passiert immer noch im Justizsystem. Und Männer, die zu Unrecht beschuldigt werden, sind übrigens keine Täter, das sind Opfer.

Ich kenn das System von der Seite der Opfer und ich habe erfahren, dass in unserem Staat Täter allen Schutz bekommen, jede Hilfe, jeden Vertrauensvorschuss. Kämpfen müssen immer nur die Opfer.

Wenn Christian Klar frei kommt, bekommt er als erstes einen Sozialarbeiter, der ihm regelmäßig den A**** abwischt und für seine Wiedereingliederung in der Gesellschaft zuständig ist. Hat jemand schon mal gehört, dass einem Opfer bei der Wiedereingliederung in die Gesellschaft geholfen wird? Die bekommen nicht mal Therapie.

Okay, vielleicht ist der Vorschlag, die Täter endlich in die Verantwortung zu nehmen, nicht der Beste. Aber wirklich fair kann das System nicht sein und wenn ich mich schon entscheiden muss, stell ich mich auf die Seite der Opfer und nicht der Täter.



Tuesday
 
Ich glaube, das Du einfach was verwechselst. Hier, in diesem Thread, geht es um den Verbrecher Christian Klar - und nicht um Opfer sexuellen Mißbrauchs.
Täter sind immer interessanter wie Opfer, das ist ganz klar. Wenn es Dir um Opfer geht, dann eröffne doch einen Thread. Ich würde auch dort meine Meinung sagen.

Und ich bleibe natürlich bei meiner Bezeichnung "Unfug" für bestimmte Straftaten sozusagen den Rechtsstaat abschaffen zu wollen. Das haben die Deutschen schon mal gemacht - mit den bekannten Folgen. Danke - nie wieder.
 
Ist mir schon klar dass es für die Opfer am belastendsten ist, deswegen kann man noch lange nicht sagen, dass man rechtsstaatliche Prinzipien ausser Kraft setzt.
Wenn man Anschuldigungen nicht mehr beweisen muss, oder wenn man das nicht kann, noch nichtmal die Glaubwürdigkeit geprüft wird, dann ist dem Unrecht Tür und Tor geöffnet. Sobald du dich von ner Frau trennst und die was gegen dich hat, landeste dann im Knast. Oder denkst du du kannst *beweisen* dass du nicht zu einer Vergewaltigung fähig wärst? Wie willst du das beweisen? Das wäre dann natürlich klar ein gerechteres System... .
 
tuesday hat ja nicht den abbau rechtsstaatlicher prinzipien gefordert.
sondern lediglich darauf hingewiesen, dass opfer in vielen fällen nicht die nötige betreuung erhalten - im gegensatz zum täter. und das hat er angeprangert.
mehr betreuung für die opfer muss ja nun längst keine aushebelung rechtsstaatlicher prinzipien bedeuten.
 
AW: Offener Brief an Herrn Christian Klar

wenn ich mich schon entscheiden muss, stell ich mich auf die Seite der Opfer und nicht der Täter.

Hallo Tuesday,
wenn du dich ein bisschen tiefer mit den Motiven von Tätern - gerade im Hinblick auf die RAF - beschäftigst, kannst du durchaus auch Hinweise darauf finden, dass die "Täter" selbst Opfer gewesen sind, bevor sie zu Tätern wurden: Opfer ihrer Einschätzung der Lage z.B., Opfer derer, die ihnen sagten: Kämpfe gegen dieses System, Opfer ihrer eigenen Hilf- und Machtlosigkeit beim Anblick eines Systems, das massenweise Opfer hervorbrachte und noch hervorbringt usw.
Einen Menschen auf seine Taten zu einem bestimmten Zeitpunkt zu reduzieren und ihn danach zu be- oder gar verurteilen ist nicht fair, zumal wenn es dem Opfer außer vielleicht Genugtuung nicht weiterhilft. Verzeihen bedeutet darüberhinaus nicht, dass ich die Taten nicht mehr ernst nehme oder gar verurteile (die Taten, nicht die Menschen!) oder dass ich die Leiden der Opfer nicht mehr sehe. Verzeihen bedeutet, es TROTZDEM als vergangen, vorbei, abgeschlossen anzusehen und dem Menschen, der einen Fehler gemacht hat, eine Chance auf ein neues Leben anzubieten, zumindest, wenn er keine höhere Wahrscheinlichkeit auf erneute Straftaten erahnen lässt als jeder andere von uns. Mir scheint, wer das Böse immer zuerst auf der Seite der Täter sucht, hat keinen guten Spiegel zu Hause 😉
Gruß, Werner
 
tuesday hat ja nicht den abbau rechtsstaatlicher prinzipien gefordert.
Zuerst einmal muss die Beweispflichit von Seiten der Opfer auf die der Täter verlegt werden. Nicht Opfer müssen menschenunwürdige Gutachten über sich ergehen lassen, sondern Täter müssen nachweisen, dass sie zu solchen Taten nicht fähig sind.
Laut ihm sollte jeder Beschuldigte erstmal nachweisen, dass er nicht zu einer Vergewaltigung fähig wäre, bevor überhaupt Beweise gebracht wurden oder die Glaubwürdigkeit der Anschuldigung geprüft ist. (wäre ja mal gespannt wie das Tuesday finden würde, selbst zu unrecht beschuldigt zu werden, und wie er das nachweisen will.)

Das heisst, ich bezichtige demnächst meine Exfreundin mich vergewaltigt zu haben (bei nem Fesselspiel, wo ich dann nicht mehr wollte) und sie muss dann erstmal nachweisen, dass sie nicht dazu in der Lage wäre. :lol:
 
Laut ihm sollte jeder Beschuldigte erstmal nachweisen, dass er nicht zu einer Vergewaltigung fähig wäre, bevor überhaupt Beweise gebracht wurden oder die Glaubwürdigkeit der Anschuldigung geprüft ist. (wäre ja mal gespannt wie das Tuesday finden würde, selbst zu unrecht beschuldigt zu werden, und wie er das nachweisen will.)

damit ist noch lange nicht gesagt, dass der angeklagte für schuldig befunden wird, wenn er (meist erwartungsgemäß) nicht nachweisen konnte, unfähig zur vergewaltigung zu sein.

es stellt sich die frage, wie 'rechtsstaatlich' der starke fokus auf der täterseite überhaupt ist (ein wort, dass eh jeder anders interpretiert, so dass es zur phrase verkommt)....
 
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