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Öffnungszeiten: abends und am Wochenende?

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Ich mag den lebendigen Charakter asiatischer Städte auch gern. Sicher ist es typabhängig, aber ich finde die Lebendigkeit nicht stressig sondern eher anregend. Wobei ich natürlich auch eventuelle Schattenseiten sehe, denn viele Leute haben dort Arbeitszeiten, die weit länger sind als bei uns üblich.

Ich würde auch gar nicht erwarten, dass die Menschen bei uns plötzlich 50 oder 60 Stunden pro Woche arbeiten sollen (will ich ja selbst auch nicht), aber durch geschickte Schicht-Einteilung könnte man sicher auch längere Öffnungszeiten hinbekommen, ohne die Menschen zu etwas zu zwingen, was sie nicht wollen.
 
Aus Sicht von Verkäufern stelle ich mir das eher angenehm vor, wenn man am Samstag Abend noch abgelöst wird, anstatt dass man bis 21 Uhr noch dasitzt und Kasse zählt oder so.


Kein Verkäufer muss deshalb doch länger arbeiten.

Ich sehe da eine Schaffung von Arbeitsplätzen, zu Zeiten, die manchem gewiss angenehm sind, da die Kinder im Bett sind.

Ich komme selber aus einem Job, wo 7 Tage und rund um die Uhr gearbeitet wird, aber ich finde es schon irgendwo noch angenehm, dass am Sonntag die Geschäfte zu sind.
Ich bin so jemand, der alles auf den letzten Drücker macht, und würde alles auf den Sonntag schieben, was ich jetzt am Samstag erledigen muss und wo ich am Sonntag froh bin, nichts tun zu müssen/können, was mit einkaufen zu tun hat.
 
Ich habe grundsätzlich kein Problem damit, wenn Geschäfte 24 Stunden öffnen wollen. Ich sage aber auch ganz ehrlich: Ich bevorzuge feste Arbeitszeiten am Tag und möchte keine Spätschichten, bei denen ich nach Mitternacht zuhause bin. Dementsprechend tun mir die Verkäufer, die Nachtschichten machen eher leid.

Das Problem an langen und flexiblem Öffnungszeiten ist das gleiche wie beim Heimarbeit. Es wird als familienförderliche, tolle, Flexibilität verkauft, aber am Ende MUSS eben doch jemand die Arbeit machen, im Zweifel 24 Stunden am Tag. Hast du Leute, die sich einig sind und manche lieber Nachts arbeiten, prima! Wenn nicht....

Ich bezweifle den Mehrgewinn wenn Geschäfte so lange aufhaben. Die Stoßzeiten sind Vormittags (Hausfrauen), Mittags (Arbeitspausen) und am Nachmittag (Einkäufe nach der Arbeit), i.d.R. ist von 10 bis 19 Uhr was los, außerhalb dieser Zeiten wenig. Selbst McDonalds hat bei uns nicht mehr wie früher 24 Stunden auf, weil außer drei angetrunkener Partygäste um 2 Uhr nachts, war nicht viel los.

Im Ballungsraum aller Tokio und vielleicht auch Berlin mag das anders sein. Es ist Zeitgeist, dass Pausen und Ruhetage als schädlich angesehen werden, so wird dann auch Sonntag zu Verkaufstag. Wobei ich das weniger kritisch sehe. Muss ich Sonntags arbeiten und hab dafür einen Wochentag frei, kann das mir ja helfen, weil ich an einem Wochentag was erledigen kann (zb Behördengänge aber auch normale Einkäufe).

Die Frage ist, wie fair Arbeitgeber das regeln. Wenn man 24/7 arbeiten DARF, dann heißt das auch, dass Arbeitgeber mir 24/7 Arbeitszeiten vorschreiben können. Ich erfahre dann im Extremfall erst Stunden vorher ob der nächste tag frei ist. Und selbst auf den Sonntag kann ich mich nicht mehr verlassen.

Bei Ärzten, Polizei und co ist 24/7 unvermeidlich. Teilweise bekommen diese Menschen dann aber auch gute Zuschläge oder werden sehr fair bezahlt. Sag aber mal jemandem, der Mindestlohn bekommt, dass er dem Arbeitgeber allzeit bereit zu stehen hat, obwohl sein Job im vergleich zu Polizei und co keine dringende Notwendigkeit hat immer präsent zu sein.
 
Im Ballungsraum aller Tokio und vielleicht auch Berlin mag das anders sein. Es ist Zeitgeist, dass Pausen und Ruhetage als schädlich angesehen werden, so wird dann auch Sonntag zu Verkaufstag. Wobei ich das weniger kritisch sehe. Muss ich Sonntags arbeiten und hab dafür einen Wochentag frei, kann das mir ja helfen, weil ich an einem Wochentag was erledigen kann (zb Behördengänge aber auch normale Einkäufe).

Sehe ich jetzt nicht als Zeitgeist. Der Trend geht doch eher in Richtung weniger arbeiten und mehr Erholungsphasen, zumindest ist das mein Eindruck.

Im übrigen scheint mir in dem Thread eine Tendenz zur Polarisierung zu bestehen. Auf der einen Seite die Verfechter der 24/7-Öffnungszeiten, und auf der anderen Seite diejenigen, die am liebsten Öffnungszeiten wie auf der Insel Tristan da Cunha hätten (dreimal pro Woche bis 15 Uhr), überspitzt gesagt.

Wie gesagt, ich finde die Regelungen wie hier in Bayern gar nicht schlecht. Gäbe es noch zusätzlich die Option von Spätis in größeren Städten, dann wäre ich zufrieden. Rund-um-die-Uhr-Öffnungszeiten auch an Heiligabend und Neujahr brauche ich auch nicht. aber Öffnungszeiten bis 20 oder 21 Uhr finde ich schon angemessen.
 
Abends gegen 8 und 9 Uhr wird eh nichts mehr gescheides gekauft.

So ist das.

In den USA finden die Leute es richtig dass die Geschäft rund um die Uhr offen haben, das hat sich da eben so eingebürgert.
Besser gesagt: Die Unternehmensleitung sieht dass man noch mehr Geld abgreifen könnte wenn man rund um die Uhr offen hat, irgend einer kommt bestimmt immer in den Laden.

Die Anzahl der Angestellten ist um 2 Uhr frühs natürlich viel geringer als gegen 12 Uhr oder zwischen 16 und 18 Uhr.

Es ist meiner Ansicht nach nicht sozial Menschen in der Nacht arbeiten zu lassen wenn es nicht ganz wichtig ist.
Es geht hier ja wirklich nur um Konsum und Profitgier.

Selbst wenn die Läden nur zwei mal in der Woche offen hätten (Mittwoch und am Sonnabend), dann würden sich die Leute darauf einstellen und es würde funktionieren.

Viele Dinge kauft man heutzutage ja auch online und auch Lebensmittel könnten eigentlich durch Drohnen geliefert werden, dann fallen die Öffnungszeiten ganz weg, weil es dann nur noch Lager sind. (dann bräuchte jedes Haus/Wohnung aber einen kleinen Drohnen-Landeplatz wo die Fracht abgelegt werden kann.)
 
Selbst wenn die Läden nur zwei mal in der Woche offen hätten (Mittwoch und am Sonnabend), dann würden sich die Leute darauf einstellen und es würde funktionieren.
Bis auf den Umstand, dass die meisten Läden dann wohl Kapazitätsprobleme bekommen würden, denn wenn alle Menschen nur noch an zwei Tagen an wenigen Stunden einkaufen könnten, dann würden die Läden wohl aus allen Nähten platzen.

Oder die Leute weichen dann sehr stark auf den Online-Handel aus. Wird ja von vielen begrüßt - ich selbst kaufe lieber in echten Geschäften ein.
 
Ich bin der Meinung, daß die Ladenöffnungszeiten den jeweiligen Betreibern überlassen sein sollten.
Denn die kriegen selber über die Kunden zu spüren, wann der Andrang sprich die Nachfrage besonders groß ist.
Und zumindest größere Läden haben meist auch genug Verkäufer eingestellt, die sich in Schichten den ganzen Tag lang abwechseln, so daß keiner über Gebühr dableiben muß, wenn von 6 - 22 Uhr oder länger geöffnet ist.

Vor Exzessen für die Arbeitnehmer/Verkäufer schützt das Arbeitsrecht und die jeweiligen tariflichen Vereinbarungen, insbesondere in Form von Extrazahlungen für Arbeit nachts und an Sonn- und Feiertagen, wie es im Supermarkt im Hauptbahnhof Nürnberg lief, der vor Eröffnung hart umstritten war
(vor allem seitens der Kirchen, die mit normalem Verkauf auch an den Sonntagen überhaupt nicht klarkamen und ihre nicht mehr vorhandene Autorität "zugunsten der Arbeitnehmer" meinten ausspielen zu müssen, reine Wichtigtuerei von ihrer Seite),
aber seit Eröffnung läuft es problemlos und die Abend- und Sonntagsschichten sind wegen der dafür bezahlten Boni auch bei den Verkäufern recht begehrt obwohl stressig, wer mal Sonntags drin war weiß, wie sehr der Laden gerade an diesem Tag brummt, da steht regelmäßig halb Nürnberg vor dem Eingang, oft so viele Leute, daß die Sicherheitsmannschaft (leider nötig, weil sehr viel geklaut wird) für einige Zeit den Eintritt untersagt, bis wieder Luft im Laden ist.

Kleinere Läden im Ausland, Asien, USA und anderswo, die rund um die Uhr offen sind wie bereits beschrieben, sind häufig im Familienbesitz, wo der Eigentümer, Frau und Nachwuchs selber in Schichten an der Kasse sitzen, und zusätzlich ein paar angeheuerte Verkäufer aushelfen wenn nötig. Und privaten Eigentümern kann man nicht vorschreiben, wie lange sie jeden Tag in ihrem eigenen Laden sitzen wollen oder dürfen. Dafür können sie aber auch mal spontan das "Geschlossen"-Schild an die Tür hängen, wenn irgendwas wichtiger ist als das Geschäft und für ein paar Stunden alles abwesend ist.
Ist nicht so, als ob jeder Laden automatisch irgendeiner Groß-Konzernkette gehört, wo jeder Verkäufer automatisch ein Angestellter ist.
 
Oder die Leute weichen dann sehr stark auf den Online-Handel aus. Wird ja von vielen begrüßt -

Genau das ist das Risiko, das der Einzelhandel befürchtet, daß mehr und mehr Menschen, die zu normalen Zeiten nicht einkaufen können, weil selber täglich von 7-18 Uhr berufstätig (+ Zeit die man bräuchte, um bis zum nächsten Laden zu laufen oder fahren... manche Leute haben einfach nicht die Läden in unmittelbarer Nähe ihres Arbeitsplatzes!) zum Online-Handel übergehen und damit als Direktkunden wegfallen.
 
Genau das ist das Risiko, das der Einzelhandel befürchtet, daß mehr und mehr Menschen, die zu normalen Zeiten nicht einkaufen können, weil selber täglich von 7-18 Uhr berufstätig (+ Zeit die man bräuchte, um bis zum nächsten Laden zu laufen oder fahren... manche Leute haben einfach nicht die Läden in unmittelbarer Nähe ihres Arbeitsplatzes!) zum Online-Handel übergehen und damit als Direktkunden wegfallen.

Das ist ja auch nicht so ungerechtfertigt.
Es wird im Bereich Spielzeug und Texitilien schon massiv online geshoppt eben weil man sich nicht an Zeiten halten muss, keine lästige Parkplatz suche oder volle Kassen. Die Läden in den Städten, und mit ihnen die AN, leiden dann daran.

Noch sind supermärkte da etwas außen vor aber auch das ändert sich. Rewe und co liefern nach Hause. Genau so frisch als ob man selbst da eingekauft hätte und ohne das Risiko von Online dienstleistern das die Post (oder sonst wer) den frischen Fisch für ne Woche irgend wo stehen lässt. Hello Fresh und co liefern "Kochbaukästen" so das man sich nicht mehr überlegen muss was man will.

Würden die öffnungszeiten so zurück gefahren das einkaufen im Supermarkt kompliziert wird würde ich zumindest Wasser oder andere haltbare dinge online bestellen.

Ne Tafel Schoki, ne Gurke und Aufschnitt kann ich schnell besorgen. Den Wocheneinkauf kann und will ich aber nicht in 15 Minuten quetschen.
 
(+ Zeit die man bräuchte, um bis zum nächsten Laden zu laufen oder fahren... manche Leute haben einfach nicht die Läden in unmittelbarer Nähe ihres Arbeitsplatzes!)

Zum einen liegt mein Arbeitsplatz am Stadtrand, wo es kaum Geschäfte gibt (die Mittagspause fällt somit zum Einkaufen weg). Zum anderen gibt es ja auch Lebensmittel, die gekühlt werden müssen.

Dazu kommt, dass es ja auch noch andere Dinge gibt, die man gelegentlich kaufen muss: Kleidung, Haushaltsgegenstände, Handwerksartikel, etc. Und da braucht man eventuell ein bisschen mehr Zeit, um sich die Angebote anzuschauen und auszuwählen. Gegebenenfalls muss man sogar noch in ein weiteres Geschäft gehen, weil das Angebot nicht passt.

Ich weiß, dass viele Menschen das meiste davon inzwischen online einkaufen, aber eigentlich bin ich nicht der Typ dafür, und ich gehe lieber in echte Geschäfte. Bei sehr eingeschränkten Öffnungszeiten, die sich nicht gut mit einer Vollzeitarbeit in Einklang bringen lassen, ist der Online-Einkauf aber dann doch eine überlegenswerte Alternative.
 
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