Bitte erklärt mir die radikale Akzeptanz. Wie soll das gehen, was ist der Weg dorthin? Ich schaffe das einfach nicht. Ich schaffe es nicht zu akzeptieren und anzunehmen, dass die Dinge, mein Leben nun so ist, wie es ist - und dass ich es hätte besser machen können. Ja, sogar besser machen müssen. Die Uhr nicht zurück drehen zu können. Ich kann so nicht leben, ich möchte so nicht leben. Ich sehe kein Licht am Ende des Tunnels. 🙁
Wie das mit der radikalen Akzeptanz geht, weiß ich nicht.
Ich kenne auch niemanden, der das beherrscht, glaube ich.
Zum ersten Mal ist mir der Gedanke der radikalen Akzeptanz so begegnet:
"Das Vergangne am Menschen zu erlösen und alles „Es war“ umzuschaffen, bis der Wille spricht:
„Aber so wollte ich es! So werde ich's wollen —“
— Dies hiess ich ihnen Erlösung, Dies allein lehrte ich sie Erlösung heissen. —"
Das ist ein Zitat aus Nietzsches 'Also sprach Zarathustra'.
Aber auch für Nietzsche selbst war das ein Wunschbild, nicht Wirklichkeit.
Seine Idee war, die Gegenwart so schön, so strahlend zu machen, sich so an der Gegenwart zu freuen, dass man um ihretwegen die Vergangenheit mit all ihren Fehlern heilig spricht, weil sie zu dieser Gegenwart führen konnte (zumindest habe ich ihn so verstanden : bei Dichtern und Philosophen gibt es immer mehr als eine Interpretationsmöglichkeit).
Das ist im Moment nicht wirklich hilfreich für dich, fürchte ich.
Was ich dir anbieten kann, ist, dass ich versuche einen Weg mit dir zu teilen, der bei mir zu mehr Akzeptanz geführt hat (wenn auch nicht zu radikaler Akzeptanz) :
Vor langer Zeit schrieb ein Therapeut etwas für mich auf einen Post it Zettel und meinte, dass ich mir den Zettel an den Badezimmerspiegel kleben solle.
Jeden Morgen sollte ich in den Spiegel schauen und laut lesen, was auf dem Zettel stand.
Dort stand: ich liebe und akzeptiere mich, genau so, wie ich bin.
Das hat geholfen, zumindest ein wenig.
Falls jemand einen Weg zu mehr Akzeptanz oder sogar radikaler Akzeptanz gefunden hat, dann würde mich das auch interessieren.