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Noch Hoffnung?

Hallo liebe Eine,

ich weiß nicht, ob du gerne liest.
Mir hat ein Buch ganz viel aufgezeigt.


Vielleicht kannst du auch etwas für dich finden.

EMDR ist nicht immer das beste Mittel. Ich kann verstehen, wenn du dir damit unsicher bist.
Ich glaube ich bin eine. Aber da ist der mann in meinem kopf. Und ein anderer. Ich kann das nicht gut erklären.
 
Ich glaube ich bin eine. Aber da ist der mann in meinem kopf. Und ein anderer. Ich kann das nicht gut erklären.

Was auch immer die Wünsche einer Agnostikerin wert sind:

Ich wünsche dir weiterhin alles Gute und hoffe, dass du einen Weg durch deine Schwierigkeiten hindurch findest.

Obwohl ich Agnostikerin bin, war ich einmal in Taize und mochte die Kerzen und die Musik:

 
Bitte erklärt mir die radikale Akzeptanz. Wie soll das gehen, was ist der Weg dorthin? Ich schaffe das einfach nicht. Ich schaffe es nicht zu akzeptieren und anzunehmen, dass die Dinge, mein Leben nun so ist, wie es ist - und dass ich es hätte besser machen können. Ja, sogar besser machen müssen. Die Uhr nicht zurück drehen zu können. Ich kann so nicht leben, ich möchte so nicht leben. Ich sehe kein Licht am Ende des Tunnels. 🙁
 
Bitte erklärt mir die radikale Akzeptanz. Wie soll das gehen, was ist der Weg dorthin? Ich schaffe das einfach nicht. Ich schaffe es nicht zu akzeptieren und anzunehmen, dass die Dinge, mein Leben nun so ist, wie es ist - und dass ich es hätte besser machen können. Ja, sogar besser machen müssen. Die Uhr nicht zurück drehen zu können. Ich kann so nicht leben, ich möchte so nicht leben. Ich sehe kein Licht am Ende des Tunnels. 🙁

Wie das mit der radikalen Akzeptanz geht, weiß ich nicht.

Ich kenne auch niemanden, der das beherrscht, glaube ich.

Zum ersten Mal ist mir der Gedanke der radikalen Akzeptanz so begegnet:

"Das Vergangne am Menschen zu erlösen und alles „Es war“ umzuschaffen, bis der Wille spricht:
„Aber so wollte ich es! So werde ich's wollen —“

— Dies hiess ich ihnen Erlösung, Dies allein lehrte ich sie Erlösung heissen. —"

Das ist ein Zitat aus Nietzsches 'Also sprach Zarathustra'.

Aber auch für Nietzsche selbst war das ein Wunschbild, nicht Wirklichkeit.

Seine Idee war, die Gegenwart so schön, so strahlend zu machen, sich so an der Gegenwart zu freuen, dass man um ihretwegen die Vergangenheit mit all ihren Fehlern heilig spricht, weil sie zu dieser Gegenwart führen konnte (zumindest habe ich ihn so verstanden : bei Dichtern und Philosophen gibt es immer mehr als eine Interpretationsmöglichkeit).

Das ist im Moment nicht wirklich hilfreich für dich, fürchte ich.

Was ich dir anbieten kann, ist, dass ich versuche einen Weg mit dir zu teilen, der bei mir zu mehr Akzeptanz geführt hat (wenn auch nicht zu radikaler Akzeptanz) :

Vor langer Zeit schrieb ein Therapeut etwas für mich auf einen Post it Zettel und meinte, dass ich mir den Zettel an den Badezimmerspiegel kleben solle.

Jeden Morgen sollte ich in den Spiegel schauen und laut lesen, was auf dem Zettel stand.

Dort stand: ich liebe und akzeptiere mich, genau so, wie ich bin.

Das hat geholfen, zumindest ein wenig.

Falls jemand einen Weg zu mehr Akzeptanz oder sogar radikaler Akzeptanz gefunden hat, dann würde mich das auch interessieren.
 
Danke. Ich mag das Buch, das Zitat ist mir bekannt. 🙂

Ich denke, ich kann das akzeptieren, was ich selbst getan habe, denn es war zu jener Zeit das richtige, der mirscheinbar einzige Weg. Ich tue mir aber sehr damit zu akzeptieren, was mir widerfahren ist und suche dort immer wieder nach meiner Schuld - oder nach dem, was ich selbst hätte besser machen können. Ich kann nicht akzeptieren, dass meine Entscheidungungen mir die einzig möglichen gewrsen sein sollen - obwohl es zu jener Zeit doch genau so war. Und ich kann noch schwerer akzeptieren, was die Konsequenzen meines Handeln waren. Ich drehe mich da im Kreis und komme aus der Trauer um alles, was ich verloren habe nicht raus. Trauer ist so schlimm, so langwierig und überschattet alles. Ich habe völlig den Glauben an eine positive Zukunft verloren...
Und dennoch, ich schaffe es einfach nicht den letzten Schritt zu gehen... 🙁
Was fehlt mir nur dafür?
 
Gibt es hier denn jemanden, der diesen letzten Schritt gegangen, die letzte dem Leben zugewandte Stimme ignorieren konnte, der überlebt hat? Was fehlt mir, warum kann ich sie nicht überwinden, wo ich es mir doch so sehr wünsche? Ich möchte diesen Krieg nicht mehr in meinem Kopf. 🙁
 
Danke. Ich mag das Buch, das Zitat ist mir bekannt. 🙂

Ich denke, ich kann das akzeptieren, was ich selbst getan habe, denn es war zu jener Zeit das richtige, der mirscheinbar einzige Weg. Ich tue mir aber sehr damit zu akzeptieren, was mir widerfahren ist und suche dort immer wieder nach meiner Schuld - oder nach dem, was ich selbst hätte besser machen können. Ich kann nicht akzeptieren, dass meine Entscheidungungen mir die einzig möglichen gewrsen sein sollen - obwohl es zu jener Zeit doch genau so war. Und ich kann noch schwerer akzeptieren, was die Konsequenzen meines Handeln waren. Ich drehe mich da im Kreis und komme aus der Trauer um alles, was ich verloren habe nicht raus. Trauer ist so schlimm, so langwierig und überschattet alles. Ich habe völlig den Glauben an eine positive Zukunft verloren...
Und dennoch, ich schaffe es einfach nicht den letzten Schritt zu gehen... 🙁
Was fehlt mir nur dafür?

Es ist vielleicht eine dumme Frage von mir:

Warum solltest du nicht trauern dürfen?

So, wie du schreibst, hast du viel verloren.

Trauer ist kein schönes, kein angenehmes Gefühl. Wer will schon Schmerz?

Trauern heißt aber auch Abschied nehmen.

Habe noch etwas im Internet recherchiert und eine andere - mir neue - Definition für radikale Akzeptanz gefunden.

Dort wird sie definiert als Akzeptanz von Gefühlen, z. B. hier:


Glaube aber, dass dir das im Moment auch noch nicht weiterhilft. Wenn ich das richtig verstanden habe, ist das Problem im Moment ja, dass diese Gefühle zu überwältigend sind.

Es ist ein merkwürdiger Einfall, den ich da gerade habe, aber kennst du die Edda?

Da gibt es eine Szene, in der Gudrun um Sigurds Tod trauert. Aber sie kann nicht weinen. Den Frauen um sie herum ist es klar, dass es wichtig ist, dass sie weinen kann - also versuchen sie zu trösten...

Einer gelingt es...

"Einst ergings, daß Gudrun zu sterben begehrte,
Da sie sorgend saß über Sigurden.
Nicht schluchzte sie, noch schlug sie die Hände,
Brach nicht in Klagen aus wie Brauch ist der Frauen.


2
Ihr nahten Helden, höfische Männer,
Das lastende Leid ihr zu lindern bedacht.
Doch Gudrun konnte vor Gram nicht weinen,
Schier zersprungen wäre sie vor Schmerz. (...) "

Hier geht es weiter:
 
Gibt es hier denn jemanden, der diesen letzten Schritt gegangen, die letzte dem Leben zugewandte Stimme ignorieren konnte, der überlebt hat? Was fehlt mir, warum kann ich sie nicht überwinden, wo ich es mir doch so sehr wünsche? Ich möchte diesen Krieg nicht mehr in meinem Kopf. 🙁

Dass du müde bist, verstehe ich doch.

Ruh' dich etwas aus, wenn du kannst. Dein Wille ist so stark.

Es ist fast Mitternacht:

"Oh Mensch! Gieb Acht!
Was spricht die tiefe Mitternacht?
„Ich schlief, ich schlief —,
„Aus tiefem Traum bin ich erwacht: —
„Die Welt ist tief,
„Und tiefer als der Tag gedacht.
„Tief ist ihr Weh —,
„Lust — tiefer noch als Herzeleid:
„Weh spricht: Vergeh!
„Doch alle Lust will Ewigkeit —,
„— will tiefe, tiefe Ewigkeit!“

Wenn du Nietzsche kennst, dann wirst du auch diese Stellen kennen.

So, wie du schreibst, nehme ich an, dass du im Moment von Freude so weit entfernt bist, wie die Nacht vom Tag.

Aber dennoch:

"Aber bei meiner Liebe und Hoffnung beschwörei ch dich: wirf den Helden in deiner Seele nicht weg!
Halte heilig deine höchste Hoffnung! —"

So, wie du schreibst, nehme ich an, dass du im Moment von Freude so weit entfernt bist, wie die Nacht vom Tag.

Aber dennoch: wie sich die Nacht zum Tag wandelt, wird sich das ändern, glaube ich.

Nicht ein für alle mal, aber Stück für Stück...
 

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