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Mit 39 das erste Mal arbeitslos - war es das? Fühle mich vor den Trümmern meines Lebens

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tonytomate

Aktives Mitglied
Man braucht keine Diagnose. Der TE muß das Gefühl haben, gebraucht zu werden. Ohne Job gehört man nicht mehr zur Gesellschaft dazu. War auch mal 2 Jahre daheim. Dann kommen dumme Sprüche, so von wegen, der hat keinen Bock, ah, der Arbeitslose usw. Das macht einem zu schaffen. Gut, er ist wahrscheinlich noch im ALG 1 Bezug. 1 Jahr Ponyhof. Aber jetzt muß er wirklich Gas geben und sich auf jede freie Stelle bewerben, was der Markt hergibt. Wie ich bereits schrieb, das Jahr ist schnell rum. Durch das Corona Gedöns baut jeder 6.te Betrieb Stellen hab. Da bieten sich Helferjobs am besten an, um kurzfristig durchzustarten. Wenn es Großbetriebe sind, kann man auch als Kaufmann, Betriebswirt evtl. Karriere machen, z.B. als Schichtplaner. Solche Jobs werden sehr gut bezahlt, sofern es ein renomiertes Unternehmen ist. Kaufleute sind überdurchschnittlich lange arbeitslos, es sei denn, man ist Buchhaltungsprofi und hat ausschließlich in der Buchhaltung gearbeitet. Steuerkanzleien suchen immer, die sind völlig überlastet. Wenn er fit in Buchhaltung ist, könnte er die gelben Seiten zur Hand nehmen und nachfragen. Ich persönlich habe einen Buchhalterschein, aber nie in der BH gearbeitet, folglich würde man mich niemals dafür nehmen. Weiterbildungen ohne Berufserfahrung kann man hier komplett knicken.
 

Adreju

Mitglied
Hallo, es ist momentan einfach so, dass ich so gut wie jedem aus dem Weg gehe.
Was ich ganz versuche zu vermeiden ist, dass mich ein Nachbar zwischen den Kernarbeitszeiten irgendwie zuhause sieht. Mit Freunden und Bekannten geht überhaupt nichts mehr, jeder Satz über den Job würde bei mir Schweißausbrüche auslösen.

Dann die ungeheure Angst was jetzt kommt: singemäß vom kaufmännischen Angestellten zum Kartoffelschäler? Dann weiß ich ja auch wie es auf dem Arbeitsmarkt heute abläuft. Auch habe ich Angst dass mir ein anderer Job keinen Spaß macht, man ewig befristet wird, vielleicht noch ein mieses Betriebsklima vorherrscht oder man für wenig Geld nur ausgenutzt wird.

Das lähmt einen natürlich und mein Selbstbewusstsein ist komplett weg.
 

tonytomate

Aktives Mitglied
Die Fabrikjobs sind sehr gut durchorganisiert und teilweise abwechslungsreich. Im Lebensmittelbereich wird man meist alle 2 Stunden abgelöst und alle Tage an eine andere Station gestellt, sodaß keine Monotonie aufkommt. Davor brauchst Du keine Angst zu haben. Erstmal Bewerbungen abschicken und abwarten, was sich ergibt. Du machst Dir über ungelegte Eier Gedanken und was die Nachbarn denken, wäre mir in Coronazeiten Scheissegal. Bleib daheim und mach Dir einen schönen Tag. Guck jeden Tag die Stellenbörsen durch, Mappen raussenden und danach ist Holiday. Fahr 20km mit dem Fahrrad, gönn Dir unterwegs nen Snack. Nicht bekloppt machen. Bei uns in der Nachbarschaft stehen die Parkplätze morgens zu 2/3 voll. Vor Corona waren alle leer. Folglich sind wohl die meisten in Kurzarbeit, Zwangsurlaub oder gefeuert worden. Meine Frau und ich machen nur noch Teilzeit, weil die Firmen 0 Arbeit haben. Im Büro sitze ich den ganzen Tag, kein Schwein ruft an, kein Witz. Das Konsumverhalten ist um 90% zurückgegangen. Und wenn Du einen Job bekommst, der keinen Spaß macht, dann kommt der nächste Job. Scheiss drauf, das war Bud Spencers Lebensmotto.
 

Adreju

Mitglied
Danke mir war es auch wichtig Meinungen zu hören wie andere meine Ausgangslage beurteilen würden, ob es wirklich so schwarz aussieht bzw. fast unmöglich ist wieder was zu finden.

Ehrlich gesagt hätte ich mir bis jetzt nie vorstellen können am Band bzw. in einer Fabrik zu arbeiten. Eigentlich wäre ein Büro-/Sachbearbeiterjob das Richtige.

Aber ehrlich gesagt nehmen mir die Stellenbeschreibungen schon den Mut.
Dann weiß ich auch nicht wie das wird, wenn man 15 Jahre lang seine tägliche Routine gefahren ist. man fühlt sich tatsächlich ein bisschen wie würde man von 0 anfangen müssen.
 

Weltkind

Aktives Mitglied
Nur, weil man psychische Probleme hat, ist man nicht zwingend krank.
"Psych. Probleme", "psych. Störung", beides ist eine Umschreibung von psych. erkrankt.
Lt. TE liegen eine Angststörung und eine Sozialphobie vor (ich nehme an, das steht als zumindest Verdachts-Diagnose eines Arztes im Raum)

ZITAT
"Gesundheit ist ein „Zustand vollständigen physischen, geistigen und sozialen Wohlbefindens“, definiert die Weltgesundheitsorganisation (WHO). Körperliche Gesundheit und psychisches Wohlbefinden gehören also zusammen: Wer sich psychisch nicht wohlfühlt, ist weder richtig gesund noch leistungsfähig."


ZITAT
Typische Eigenschaften von psychischen Störungen sind, das

  • sie sehr eingeschränkt willentlich zu steuern sind,
  • sie länger dauern,
  • sie Leiden verursachen,
  • sie das Leben beeinträchtigen (Beruf, Partnerschaft, Familie),
  • sie nicht selten lebensgefährlich sind (Magersucht, Selbstmordgefahr).


Mindestens 3 Punkte treffen hier zu:
willentl. Steuerung eingeschränkt, Leiden verursachend, Leben beeinträchtigend.

Die Akzeptanz psych. Erjrankungen in unserer Gesellschaft ist noch immer ein verbesserungswürdiges Thema.
 

Weltkind

Aktives Mitglied
Hallo, es ist momentan einfach so, dass ich so gut wie jedem aus dem Weg gehe.
Was ich ganz versuche zu vermeiden ist, dass mich ein Nachbar zwischen den Kernarbeitszeiten irgendwie zuhause sieht. Mit Freunden und Bekannten geht überhaupt nichts mehr, jeder Satz über den Job würde bei mir Schweißausbrüche auslösen.

Dann die ungeheure Angst was jetzt kommt: singemäß vom kaufmännischen Angestellten zum Kartoffelschäler? Dann weiß ich ja auch wie es auf dem Arbeitsmarkt heute abläuft. Auch habe ich Angst dass mir ein anderer Job keinen Spaß macht, man ewig befristet wird, vielleicht noch ein mieses Betriebsklima vorherrscht oder man für wenig Geld nur ausgenutzt wird.

Das lähmt einen natürlich und mein Selbstbewusstsein ist komplett weg.
Was wirst Du dagegen tun?

Warst Du schon beim Arzt?

Ist Deine Frau informiert?
 

Adreju

Mitglied
Hallo Weltkind, meine Frau weiß Bescheid. Beim Arzt war ich schon wegen irgendwas zur Beruhigung.
Angststörung und Soziale Phobie steht tatsächlich im Raum, aber es ist ja bekannt wie schnell man einen Therapeuten findet.

Momentan fühlt es sich (wohl übersteigert) so an, als ginge es ums nackte Überleben, gepaart mit Versagensgefühlen und einem Gefühl der Sinnlosigkeit :(

Wahrscheinlich würde sich das alles ganz schnell auflösen wenn ich in einem anderen Job wäre und feststelle, dass es ok ist. Aber derzeit getraue ich mich ehrlich gesagt nichtmal eine Bewerbung abzusenden, da zittern mir schon die Hände. Und irgendwo hinzukommen wo eventuell noch Mobbing herrscht wäre für mich der Supergau. Da habe ich im Bekanntenkreis leider auch schon Horrorstories gehört, und meiner erste Berufserfahrung damals (Ausbildung) war auch katastrophal.

Ich sehe die heutige Berufswelt wie einen Raubtierkäfig, in den ich mich begeben muss, und in dem ich von vorneweg nicht überleben kann.

Und wenn ich dann ganz ehrlich bin, habe ich furchtbare Angst davor nur noch irgendwelche Handlangerjobs zu bekommen, die schlecht bezahlt sind. Wenn ich dann viel weniger verdiene, wirkt sich das natürlich auf das Selbstbewusstsein auch nicht förderlich aus.

Ich weiß auch, dass es heutzutage jeden unvorbereitet treffen kann, auch jemanden in guter Position.
Dennoch war es mir ein Bedürfnis meine Sorgen niederzuschreiben, weil es wenigstens etwas hilft.
 

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