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Mein Freund ist gestorben

Ich kann euren Schmerz sehr gut nachempfinden. Es ist ein tiefer Schmerz, der einem das Gefühl geben kann, von innen aufgefressen zu werden. Erinnerungen an diesen geliebten Menschen können schön sein, aber manchmal schnüren sie einem auch im Innern alles zusammen und man hat das Gefühl, nichts könnte diesen Schmerz leichter machen. Es gibt einen Gedanken, der mir persönlich hilft. Ich stell mir die Menschen vor, die ich liebe. Dann frag ich mich, was würde ich wollen, wenn sie meinen Verlust erleiden müssten? Ich wäre traurig, wenn es niemanden gäbe, der um mich weint. Ganz bestimmt. Aber noch trauriger wäre ich, wenn sie nicht auffhören würden, um mich zu weinen. Noch trauriger wäre ich, wenn sie mich nicht gehen ließen, um ihr Leben zu leben. Es wäre ein schönes Gefühl zu wissen, dass ich in ihren Herzen bin, dass sie mich bei sich tragen, sich an mich erinnern - aber irgendwann mal ohne Schmerz - nur in Liebe getragen.

Das würde ich mir wünschen!

Liebe Grüße
Truth
 
Das ist ein schöner Gedanke Truth, ich wünschte, er hilft Claudia und würde mich freuen, von ihr zu hören, wie sie mit dem Gedanken klar kommt.

Viele liebe Grüße an dich

und auch an Claudia

Sigi
 
Hallo, ihr Lieben alle.
Jetzt sind es gleich 5 Monate wo mein Freund weg ist.
Was hat sich geändert?
Schon einiges.
Die erste Zeit kam ich mir vor als wäre ich mitgestorben. Diese verhärmte Frau, die da aufsteht, sich irgendwas anzieht, und gerade das allernötigste noch nicht mal schafft, war eine Fremde, die in meiner Hülle vor sich hin vegetiert.

Ich bin noch weit entfernt davon wieder Freude am Leben zu haben, aber es gibt Momente der Zuversicht, wie gesagt, Momente, in denen ICH wieder da bin.
Und wo es Hoffnung gibt, daß ich dieses Leben ertragen kann.
Die Verzweiflung und Traurigkeit kommen aber immer wieder und schaufeln mich zu in dem Loch, in dem ich mich befinde.

Ja, wie würde ich einen neuen Thread nennen?
Weiß nicht recht, aber ich denke darüber nach.
Ich muß gleich zum Gericht, einen Offembarungseid ablegen, das kann mich auch nicht mehr schocken, liegt mir aber schon im Magen.
Ich stehe noch immer recht hilflos in diesem neuen Leben, und hoffe einfach weiter, daß es irgendwann mal wieder besser wird.

Danke, daß es euch hier gibt.
Liebe Grüße
Claudia
 
auch mein herzliches beileid von mir....

ich habe das gleiche hinter mir ,mein partner ist am 30.08.08 gestorben,steht ,falls du neugierig bist, auch in den forum unter :mein partner ist gestorben:
seit das neue jahr begonnen hat,geht es jetzt bergauf ,und ich bin froh darum,denn ich habe auch nie denken können ,dass der schmerz irgendwann mal nachlässt.
ich habe noch nie groß gelesen in mein leben,aber ich empfehle dir das buch :,, Einen geliebten Menschen verlieren ,, von Doris Wolf ,also das buch hat mir sowas von geholfen,mit meiner trauer umzugehen und auch sie zu verarbeiten .also das buch begleitet dich von ganz unten bis auf den berggipfel ,da wo es dir dann besser geht. also ich lese heute noch,bin so an den letzten seiten,denn den gipfel habe ich noch nicht ganz erreicht,aber mir geht es schon viel viel besser.


ganz liebe grüße Elke
 
Hallo, Ihr Lieben,
ich melde mich auch mal wieder.
Liebe Elke, vielen Dank für den Hinweis mit dem Buch, das werde ich mir auch kaufen, vielleicht hilft es mir auch.
Mein Mann ist genau heute vor 2 Monaten gestorben und ich vermisse ihn so. Jedesmal wenn ich an ihn denke, fange ich an zu weinen, sogar beim Autofahren. Aber, wenn meine Kinder nach Hause kommen, reisse ich mich schon zusammen, doch ich denke,sie sehen es mir an und außerdem kennen sie mich auch lange genug.
Hab auch schon überlegt mir psycholigische Hilfe zu holen, da mein Problem mit dem Alkohol ja auch wieder begonnen hat, seit dem 18.12.08.
Eigentlich staune ich selbst, wie ich alles so ohne meinen Mann jetzt hinkriege, doch meine älteste Schwester ( 16 Jahre älter) meint immer, reiss dich gefälligst zusammen, du hast noch die Kinder, na gut ich reiss mich zusammen, sie hat recht.
Ich wünsche allen betroffenen viel Kraft und verliert nicht den Mut, wir wollen den verlorenen Menschen auch in guter Erinnerung behalten.
Liebe Grüße
von Gudrun
 
Mal so nebenbei an die lieben traurigen Leute in dem Thread.

Ohne euren Verlust schmälern zu wollen, unter dem ihr leidet.

Aber alle neuen Situationen bieten auch neue Perspektiven. Ihr seid nur nicht in der Lage, diese zu sehen. Stellt euch einmal für ein paar Minuten ein Paar vor, das sich zusammen quält, dass gern auseinander wäre, aber durch gesellschaftliche oder andere Zwänge gehalten wird. Ihr werdet sagen, na ja, das trifft ja nicht auf mich zu. Klar. Aber stellt es euch mal total lange vor, versucht, die Wünsche der beiden Gefangenen zu erspähen, zu erfühlen und vielleicht wird euch klar, dass ihr viele dieser Wünsche vielleicht auch irgenwo habt, nur nicht gebraucht habt, weil ja alles gut war. Macht sie euch bewusst, ihr könnt sie jetzt haben, ohne schlechtes Gewissen, ihr könnt all das leben, an dem obiges gedachtes Paar leidet. Es geht nur darum, dass diese Wünsche in euch geweckt werden , freigelegt werden und solange gedacht werden, bis sie befruchtet werden. Das ist ein Vorgang, der findet statt. Wenn ich stundenlang eine sexy Frau ansehe, wird der Wunsch auch so groß, dass ich ihn erfüllen möchte. Und so könnt ihr euch die Wünsche der Gebundenen ansehen, die sie haben, wenn sie frei wären und noch viel mehr, stundenlang betrachten, darüber nachdenken, bis ihr merkt, hey, das sind auch meine Wünsche, bis ihr nicht anders könnt, als sie euch zu erfüllen und schon, habt ihr ganz neue Perspektiven.

Und wenn ich mit meinen Gedanken nicht helfen konnte, dann erklärt mir warum, dann lerne ich auch was dazu. Aber ich finde, statt nur das Gewesene zu sehen, es ständig neu untergehen zu sehen und dabei zur Flasche zu greifen, wäre obiges doch ein bunter neue Vorschlag.

Hm???
Ich wünsch euch was, Claudia, Gudi usw.

Sigi
 
Hallo, ihr Lieben alle.
Lieber Sigi, danke für deine Ideen.
Nur, das geht alles nicht so schnell.
Aber ich registriere das alles und nehme es auch auf.
Es ist ja im Alltag zumindest bei mir, wie bei euch meisten Trauernden wohl auch so, daß die Umwelt meint, das Leben muß doch nach ein paar Monaten wieder endlich weitergehen, und nur unter "Gleichgesinnten" wie hier ist es möglich, diese ganze Verzweiflung loszuwerden, was mir zumindest hilft.
Wenn ich unter Menschen bin, gebe ich mich auch "normal",
und ich bete, daß das Leben wieder besser wird.
Aber noch tut es gut, hier die Trauer immer mal wieder loszuwerden, und auch von euch anderen zu lesen, daß es euch auch so geht.
Ich wünsche jedem einzelnen von euch, daß es wieder bergauf geht.
Ganz liebe Grüße und danke
Claudia
 
Liebe Claudia, es ist auch vollkommen in Ordnung, über deine Trauer zu sprechen. Dazu sind Menschen da, um sich da zu helfen.

Und es ist genau der Sinn von solchen Kommentaren wie von mir, dass man sie aufnehmen kann und zur gegebenen Zeit mit verarbeiten kann, hilfreich. Sie sind kein Tadel und sie sollen dich auch nicht als Jammerer bloßstellen oder so. Aber du hast das von allein richtig erkannt. Danke.

Und danke für deine guten Wünsche.

Sigi
 
Hallo, Ihr Lieben
Hallo, Claudia, und Sigi,
Ich habe Deinen Beitrag mehrmals durchgelesen, Sigi, weil ich erst dacht, ich bin zu blod, dass zu verstehen. Aber ich weiß, was Du damit sagen wolltest.
Aber, wie auch Claudia schon sagt, es geht alles nicht so schnell. Natürlich ist es nicht so, dass ich den ganzen Tag nur weine, das war die ersten vier Tage vielleicht, aber nein, ich lache auch schon wieder, warum auch nicht. Obwohl ich letztens meinen Sohn gefragt habe, ob er das makaber findet, als ich über einen lustigen Witz im Fernsehen lachen musste, aber er meinte, nein, wieso denn, du hast doch immer so gern gelacht. Und ich weiß dass auch mein Mann das sagen würde, denn der hat es gar nich gern gesehen, wenn ich weinen mußte, da war er immer irgendwie ratlos.
Es ist auch so, wie bei Claudia, wenn ich aus dem Haus gehe, irgendwohin zum Einkaufen, zu Behörden usw., bin ich auch wie früher, freundlich, höflich, lächelnd, eben normal.
Zunächst hatte ich den Gedanken, Sigi, wenn ich in so einer Lage, wie Dein Paar als Beispiel, wäre, würde ich bestimmt einen Ausweg finden. Hab mich auch von meinem ersten Mann scheiden lassen, weil ich ihn nicht mehr ertragen konnte. Aber Du hast recht, das können nicht alle Menschen so einfach, auch wenn sie es wollten. Und da verstehe ich, was Du meinst, nicht immer nur an Gestern denken, sondern nach vorn schauen, das stimmt.
Aber wie gesagt, es geht nicht so schnell.
Danke Euch allen, dass ich das schreiben durfte und wünsche allen noch einen schönen Tag.
Gudrun
 
Hallo,

da bin auch ich mal wieder, mache eine Pause in meinem Kampf gegen die Wirtschaftskrise, Umzug, Kindern, Streit mit einem Mitarbeiter und zwischenzeitlich großen Zweifeln, ob ich das Richtige mache oder die Firma nicht einfach hinschmeißen sollte, denn sie zehrt an meinen Kräften, zum ersten Mal in meinem Leben habe ich das Gefühl, dass ich an meine Grenzen stoße - aber dann ständen vier Menschen auf der Straße und mein Verantwortungsgefühl ist zu groß. Also suche ich weiter nach neuen Möglichkeiten und werde das Pferd schon schaukeln, irgendwie...

Aber das ist ja hier nicht Thema, auch wenn das alles mit Papa zutun hat und ich mich oft frage, ob ihm bewusst war, was er mir da hinterlässt...

Eigentlich aber möchte ich etwas zum Thema Zeit sagen. Heute habe ich angefangen, um Papa zu trauern. Nach genau acht Monaten. Bis heute war ich unter Schock, und habe nur meinen kranken und schwachen Vater vor meinem inneren Auge gesehen...

Aber eben musste ich endlich wieder an meinen gesunden Papa denken, der mit fröhlicher Stimme und voller Tatendrang ans Telefon geht, wenn ich anrufe, "na, mein Schnutzelchen" sagt und ansonsten nicht viel, weil der das nicht braucht, weil eh klar ist, dass er mich liebt. Der mich sein lässt, wie ich bin, mich nicht kommentiert, und gleichzeitig da ist und einspringt, wenn er meint, jetzt geht es doch in die falsche Richtung. Der die schönen Dinge des Lebens genießt, ein gutes Essen, einen guten Rotwein, einen schönen Blick über die Landschaft, Spaziergänge - Momente einfach. Und der dann zu meiner Mutter sagt (selbst, als er schon krank ist): "Ach, geht es uns nicht gut?"

Ich vermisse seinen verschmitzten Blick und seine Brummelstimme, sein nicht viel sagen und doch so präsent sein, seine Nähe und Distanz, sein Lächeln und seine Augen, die so hellblau leuchten, wenn er einen hellblauen Pulli an hat.

Und das alles beginnt nun, nach acht Monaten. Die Bilder meines kranken Papas ohne Haare mit traurigem Blick rücken etwas zurück (obwohl ich sie noch lange voll Entsetzen in mir tragen werde), und die Bilder meines gesunden Papas kommen hervor, und mit ihnen meine Trauer, mein Vermissen, endlich. Ich bin traurig und gleichzeitig habe ich das Gefühl, dass er mir jetzt ganz nah ist. Er lebt in mir weiter, so wie er war, als er gesund war.

Es tut gut, Euch zu schreiben, denn das sind die Momente, in denen ich weinen kann.

Nehmt Euch Zeit um zu trauern, und verliert gleichzeitig nicht den Horizont aus den Augen, zu dem Ihr Euch hinbewegt, um wieder stabilere und durch das Geschehene gereifte Persönlichkeiten zu werden.

Alles Liebe,
Natascha
 

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