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Mein Freund ist gestorben

Hallo. ihr Lieben.

Lieber Sigi,
die letzten Wochen habe ich mich mit deiner Frage beschäftigt, was mich dazu bewegen kann, mit dem Trinken aufzuhören.

Ich versuche es dauernd, meinen Kindern zuliebe, aber sobald ich allein bin, wird der Schmerz wieder so groß, daß der Sch.. Alk leichtes Spiel mit mir hat.

Selbsthilfegruppen kenne ich genug, aber da will ich auch nicht hin, weil mein Problem darin besteht, daß mein Verlustgefühl nicht weniger wird.

Am 22.03. waren es 6 Monate, seit mein Freund weg ist.

Ich habe tagelang Bilanz gezogen, und war sehr verzweifelt, weil meine Trauer nicht weniger wird.
Ich denke Tag und Nacht an meinen Freund,
und hoffe eigentlich dauernd auf ein Zeichen von ihm.

Mein Sohn, der noch bei mir lebt, muß beruflich am Montag für 1 Monat nach Frankfurt,
d.h., es gibt niemanden in dieser Zeit, der mitkriegt, was ich mache.
Diese 4 Wochen, wenn ich sie falsch anfange, würden reichen, um mich ganz kaputt zu machen.
Diese Angst ist da, sehr groß sogar.

Aber wie schon mal gesagt,
ich gebe nicht auf.

Es gibt immer wieder Momente von Zuversicht, und ich bete, daß es immer mehr werden,
den Tag halte ich aus (fast) ohne Alkohol, ich war heute beim Friseur und habe vor, mir schnellstmöglich einen festen Job zu besorgen, um hier nicht wochenlang allein einzugehen.
Freiwillig unter Menschen geht auch noch nicht.

So, danke fürs Zuhören,
euch allen viel Kraft und Zuversicht,
Claudia
 
Mein Sohn, der noch bei mir lebt, muß beruflich am Montag für 1 Monat nach Frankfurt,
d.h., es gibt niemanden in dieser Zeit, der mitkriegt, was ich mache.
Diese 4 Wochen, wenn ich sie falsch anfange, würden reichen, um mich ganz kaputt zu machen.
Diese Angst ist da, sehr groß sogar.

Aber wie schon mal gesagt,
ich gebe nicht auf.

Hallo Claudia,

von AUSSEN wird keine Rettung kommen. Vielleicht wird das langweilig, wenn ich das öfter mal wiederhole, aber es ist einfach wichtig, sich dessen bewusst zu werden. Egal ob du alleine bist oder Menschen um dich rum hast - Was du tust, tust du für dich - für niemand anderen sonst. Natürlich hat dein Verhalten Auswirkungen auf die Menschen, die mit dir leben - aber dennoch, was du tust, tust du AUSSCHLIESSLICH für DICH - für niemand anderen! Deshalb kannst auch nur du allein dich retten!

Vielleicht hilft es dir ja, wenn du bewusst deinen Schmerz relativierst! Wir können unseren Schmerz unermässlich groß machen - aber wir können den gleichen Schmerz auch relativieren! Mach ihn klein und überwindbar - nicht groß und unüberwindbar!

Lieben Gruß
Truth
 
Selbsthilfegruppen kenne ich genug, aber da will ich auch nicht hin, weil mein Problem darin besteht, daß mein Verlustgefühl nicht weniger wird.

Am 22.03. waren es 6 Monate, seit mein Freund weg ist.

Ich habe tagelang Bilanz gezogen, und war sehr verzweifelt, weil meine Trauer nicht weniger wird.
Ich denke Tag und Nacht an meinen Freund,
und hoffe eigentlich dauernd auf ein Zeichen von ihm.

Liebe Claudia,
ein halbes Jahr ist keine lange Zeit, wenn man so einen schweren Verlust erleiden muss. Nimm für Dich soviel Zeit, wie Du brauchst, um zu trauern, aber vergiss bitte nicht: Du bist nicht gestorben.

Ich weiß jetzt nicht, ob ich Dir das schon einmal schrieb:

Es sind die Lebenden,
die den Toten die Augen schließen.

Es sind die Toten,
die den Lebenden die Augen öffnen.

Warum willst Du jetzt Dein eigenes Leben zugrunde richten? Hätte Dein Freund das gewollt? Dass Du mit ihm stirbst?
Wobei soll der Alkohol Dir helfen? Sorgen vertrinkt man damit nicht, die schwimmen immer weiter obenauf.

Aber so wie ich es herauslese, kannst Du den eigenen Kreis um Dich nicht durchbrechen. Wie oft warst Du bei Selbsthilfegruppen, dass Du weißt, dass sie Dir nicht helfen??? Warum gibst Du so schnell auf? Alles braucht seine Zeit, es heißt nicht umsonst: Trauer-ARBEIT ... Es kann sein, dass Dein Verlustgefühl überhaupt nicht kleiner wird ... Aber Dein Leben geht doch weiter ... Wenn Du so weiter machst, dann zerstörst Du Dein Leben und auch das Deiner Kinder.
Du wartest darauf, dass es bei Dir Klick macht, hast Du geschrieben, darauf brauchst Du nicht warten, Du musst es klicken lassen.
Ich wünsche Dir die Kraft, Deinen Weg zu gehen ...
lg Eisherz
 
Hallo, ihr Lieben.

Danke für eure guten Zusprüche!!

Möchte mal was Positives von mir erzählen.
Habe morgen früh ein erstes Vorstellungsgespräch, bei der Telekom.
Weiß zwar nicht, was es da für mich zu tun gibt..🙂,
ich bin Empfangsamgestellte, aber ist gleich bei mir in der Nähe.

Aber allein, daß ich es geschafft habe, endlich mal wieder wo anzurufen und einen Termin zu machen,
ist für mich ein großer Schritt nach vorn.

Ich danke euch allen, daß ich hier soviel loswerden durfte,
und wünsche euch allen alles Liebe und viel Kraft
Claudia
 
... herzlichen Glückwunsch ... das ist super Claudia ... Das freut mich sehr, das von Dir zu hören ... Ich drücke Dir ganz doll die Daumen ... und hoffe, es klappt ... Das wird schon werden, und wenn nicht dieses Mal, dann das nächste Mal ... Aber der erste Schritt ist getan, ich freu mich mit Dir.

Ganz liebe Grüße von
Eisherz
 
Hallo, ihr Lieben.

Der Job war nix, aber egal.

Das war ein Anfang, um aus meinem tiefen Trauerloch rauszukrabbeln.

Langsam fange ich an, mir vorzustellen, daß das Leben doch noch weitergeht,
ich versuche auch jeden Tag aufs neue, nichts mehr zu trinken,
klappt noch nicht so ganz,

aber ich bin fest entschlossen,
an meinem Leben weiter zu arbeiten.

Die Hoffnung, so empfinde ich das, erwacht wieder.

Danke euch allen!!!
und euch alles Liebe und viel Kraft und Zuversicht!!

Claudia
 
Und wieder mal habe ich mich zu weit aus dem Fenster gelehnt.

Ich bin innerhalb von Stunden wieder so zurückgefallen, weine nur noch vor mich hin, verzweifelt, trinke,
und bin Meilensteine weg von einer Zukunft für mich.

Ich kann die Menschen nicht ertragen, mein Freund fehlt mir, ein Freund fehlt mir.

Ich kapiers nicht, wie kann man die Hoffnung so schnell wieder verlieren??!

Ich hatte die Hoffnung so in meiner Hand, daß das Leben weitergeht, ich war so optimistisch,
und alles ist wieder weg. Einfach so.
Und die Trauer ist wieder voll da.

Wie kann das sein?

Danke fürs Zuhören
Claudia
 
Du hast ernste psychische Probleme, Claudia, sehr ernste und hast als Helfer nur den Alkohol. Das ist sehr traurig, ich trauere mit dir.

Sigi
 
Danke, Sigi,
das ist sehr nett von dir,
aber keiner soll mittrauern.

Ich hoffe vielmehr auf irgendwas, das mich aus diesem Loch, in dieses ich so unerwartet wieder gefallen bin,
wieder rausholt.

Neuer Tag, neue Zuversicht.
Vielleicht kommt sie morgen ja wieder..

Ich habe sie gefühlt, kurz,
und gebe die Hoffnung nicht so schnell auf.

Liebe Grüße
Claudia
 
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