• Liebe Forenteilnehmer,

    Im Sinne einer respektvollen Forenkultur, werden die Moderatoren künftig noch stärker darauf achten, dass ein freundlicher Umgangston untereinander eingehalten wird. Unpassende Off-Topic Beiträge, Verunglimpfungen oder subtile bzw. direkte Provokationen und Unterstellungen oder abwertende Aussagen gegenüber Nutzern haben hier keinen Platz und werden nicht toleriert.

MAMA ist tot

Hallo Tati25,

schau mal hier: MAMA ist tot. Hier findest du vielleicht was du suchst.

Heute geht es mir wirklich schlecht.
So kenne ich mich überhaupt nicht und mama bestimmt auch nicht. Ich war immer so ein fröhlicher Mensch. Und jetzt? Alles weg! Jeden Tag fällt mir das Aufstehen schwerer und schwerer. Jetzt gerade könnte ich einfach anfangen zu weinen weil es mir so weh tut im Herzen. Ich bin auf der Arbeit und nur das hält mich gerade davon ab nicht völlig in Tränen auszubrechen. Dieser unglaublich brutale Schmerz, er tut so weh. Ich vermisse meine Mama einfach so unglaublich doll wie sich keiner vorstellen kann. Ich will einfach das Sie wieder zurückkommt. Ich kann und will das nicht mehr.
Mama ich vermisse dich so komm doch bitte wieder zurück. Bittttte!!!!!!!!!!!!!!!!!
 
Hallo Racine,

das hört sich überhaupt nicht blöd an genauso fühle ich mich auch. Ich finde es auch zum kotzen wenn man noch erklären muss warum man truarig ist oder gerade nicht so gut drauf ist.
Ich finde es eigendlich selbstverständlich das die Leute und auch Freunde wissen was dann ist.
Aber leider ist das nicht der Fall. Auch bei meinem Freund, er fragt dann auch was ich habe. Da könnte ich explodieren weil ich dann denke, das genau er das ja wohl am Besten wissen müsse. Aber für die Leute scheinen 2 1/2 Monate eine lange Zeit zu sein in der man vergessen kann. Ich finde es jeden Tag auf´s neue schrecklich, dass alles seinen gewohnten Gang geht nur ich anscheinend auf der Stelle bleibe. Genau wie du gesagt hast, man fühlt sich als wenn man ein Zuschauer seines Lebens wäre.
 
Liebe Tati,
meine Mama ist vor 2 1/2 Jahren unverschuldet bei einem Verkehrsunfall ums Leben kommen, und ich kann mich noch sehr gut an den Schock und die folgende unwirkliche Blase/Zeit erinnern, in der man danach lebt. Die Frage nach dem warum, hat sich mir nicht so sehr gestellt, da ich an eine Art Schicksal glaube, d.h., dass mit jedem neuen Leben irgendwo eine neue Kerze angezündet und in einen Raum mit unendlich vielen anderen Kerzen gestellt wird, bis diese eines vorbestimmten Tages erlöschen. Was mir unheimlich in meiner Trauer geholfen hat, war die Stärke der Liebe zwischen meiner Mutter und mir. Ihr selbstgewählter Spruch im Testament lautete: "Ich will dem Tod keine Gedanken einräumen, die Liebe ist stärker als er." Und ich habe immer diese Liebe und meine Mama in mir gespürt, so dass ich für mich angefangen habe ein "neues" Leben mit ihr zu leben. Ich hasse diesen Traueransatz von wegen Abschied nehmen, etc.. Ich erzähle oft in meinen Gedanken mit meiner Mama, frage sie um Rat, feier ihren Geburtstag oder gedenke ihrer. Ich habe sie von Anfang an bewusst in meinem weitergehenden Leben gelassen, sie bewusst in meine Gedanken eingebunden, habe mir immer wieder die schönsten Momente mit ihr bewusst gemacht und wie stolz und glücklich ich sein kann, diese mit ihr erlebt zu haben. Und auch wenn sie jetzt nicht mehr direkt bei mir ist, weiß ich, dass sie da ist und dass wir uns immer lieben werden und dieses Wissen um unsere Liebe und das bewusste Leben dieser Liebe hat mir sehr über den anfangs unüberwindlichen Schmerz geholfen. Die Momente, in denen es im Herzen schmerzt, in denen uns eine Träne über die Wange läuft, die wird es ein Leben lang geben, nur dauert es immer kürzer und schmerzt immer weniger, bis unser Herz wieder mit der warmen Liebe zu und von unserer Mama erfüllt ist.
Was mir ausser dieser bewussten inneren Trauerarbeit auch sehr geholfen hat, war es, ein Fotoalbum mit den schönsten Bildern unserer Zeit und der Tage danach sowie ein schönes Gedenkvideo ihr zu Ehren zu gestalten.
Lass Dich in Deiner Trauer nicht hetzen, auch wenn für Aussenstehende schon sooo viele Wochen, Monate vergangen sind. Alles hat seine Zeit!!! Es gibt die Zeit zu trauern, die Zeit zu verzweifeln, die Zeit zu weinen, aber es gibt auch die Zeit, an die schönen Momente mit ihr zu denken, die Zeit mit ihr zu lachen, die Zeit, sie für das, was sie war, zu feiern. Alles hat seine Zeit!
Ich wünsche mir sehr, dass Du für Dich einen neuen Weg findest mit ohne Deiner Mama zu leben und dass Dir meine Gedanken etwas helfen konnten.
Es wurde vorher schon erwähnt, und ich kann es nur bestätigen, dass das Buch "Meine Trauer wird Dich finden" ein guter Begleiter in dieser Zeit sein kann, verfolgt es auch den Ansatz des neuen Lebens mit dem Verstorbenen.
Dir alles Liebe,
Thorsten
 
hallo, tati25!!
es tut mir sehr leid... meine mama ist zwar schon vor längerer zeit verstorben, sie war schwerkrank, und es war für sei eine erleichterung, dass sie endlich loslassen durfte!trotz allem waren wir wie paralysiert! ich hab in einem raum bilder von ihr und eine kerze aufgestellt, sie bernnt oft. außerdem hab ich nachgedacht, und mir situationen ins gedächtnis gerufen, an welchen wir besonders glücklich waren, zusammen gelacht haben, eine einheit waren.
meine mutter lag gerne wie ein kätzchen zusammengerollt auf der ofenbank und machte ein nickerchen, während ich (für sie) klavier spielte. oder aber, wenn wir zusammen ein spiel spielten, z.b. halma, an langen winterabenden, oder zusammen kochten.
wenn ich diese sachen mache, ist sie ganz nah, ich rede mit ihr sehr oft und frage sie nach ihrer meinung, wie sie bei bestimmten dingen reagieren würde.

deine mama ist nicht fort, sie ist vorausgegangen... aber sie dreht sich immer wieder nach dir um, sie wartet auf dich, wenn sich ihre schritte verlangsamen, und sie nach dir sieht... ich wünsch dir kraft!! von ganzem herzen!!!! deine frara
 
Zuletzt bearbeitet:
muss mich hier mal einreihen. meine mutter ist vor 7 jahren gestorben, und ich war am sterbebett beim letzten atemzug. war schon echt heftig, aber ich kann nur sagen die zeit heilt alle wunden. meine mutter wurde auch 57 aber es war abzusehen dass sie stirbt (krebs). naja that's life.🙁
 
Hallo Robby,

bei mir war es leider nicht abzusehen und auch keine Erlösung für meine Mum. Und ich konnte mich nicht verabschieden oder bei Ihr sein.Sondern Sie wurde einfach so von jetzt auf gleich aus dem Leben gerissen. Und das ist das schwierige daran.
 
Hallo Claris.
Du hast recht ich glaube auch daran das mum jetzt irgendwo da oben ist und auf mich herunter schaut. Ich verstehe auch wie du das meinst, aber leider schenk einem diese Gewissheit zur Zeit keinen Trost, weil man den Menschen einfach bei sich haben möchte. Und zwar im Hier und Jetzt auf Erden. Ich möchte einfach das es einen dicken fetten Knall gibt und alles wieder so ist wie es einmal war. Natürlich weiß ich, dass das nicht geht. Aber ich wünsche es mir trotzdem.

Lg Tati

Den Trost kann Dir, so schmerzhaft es auch für Dich und Aussenstehende ist, glaube niemand schenken, weil man in dieser Situation innerlich furchtbar alleine ist. Es ist ein stiller, fast erdrückender Raum den man in seiner Trauer in sich selbst betritt, da finden nur die wenigesten wirklich hin und die Tür zu diesen Raum ist bei jedem anders. Ich fühle mit Dir und weiß wie sehr man in dieser Zeit nach Trost ringt. Das was einem den Trost schenken könnte, hat man ja unwiderruflich gehen lassen müssen.
Ich habe mir damals, bei einem sehr schweren Verlust für mich, in meinem Zimmer eine Erinnerungsecke gebaut und alles was ich an Fotos und Erinnerungstücke an diesen geliebten Menschen fand dort hingestellt und frische Blumen und eine Kerze. Mit persönlich halft Musik sehr, denn irgendwie ist Musik zeit- und gegenstandslos und vermag doch unsere Seele zu berühren ... so wie die Situation selbst. Sie schenkte mir den Trost, den mir niemand geben konnte. Aber wie ich anfangs schon schrieb, jeder muss da seinen ganz persönlichen Weg finden.
Diese Möglichkeit Dich hier auszutauschen ist wirklich gut und wichtig! Ich hätte mir damals gewünscht, dass ich so eine Möglichkeit auch gehabt hätte, doch da gab es das Internet noch nicht. Auch wenn die Worte von uns den Platz nicht ausfüllen können, so können sie Dich dennoch in dieser schweren Zeit begleiten.

@Thorsten: Deine Zeilen haben mich sehr berührt! Ich spüre für mich, dass das auch für mich ein gangbarer Weg wäre.

liebe Grüße
Claris
 
Hallo Claris, Hallo Winnie,

ja Ihr habt Recht. Ich bin auch wirklich froh das es das Internet gibt und wir uns "autauschen" können. Es tut mir gut einfach mal anonym meinen Schmerz rauszuschreiben. Und schön ist es zu merken, dass es hier Menschen gibt, die wissen wie man sich fühlt.
Denn im Alltag ist es einfach so (zumindestens bei mir), dass keiner meiner Freunde ein Elternteil bisher verloren hat. Und somit auch nicht nachfühlen kann, wie es mir geht. Es ist einfach gaaaaaaaaanz was anderes ob ich meine Großeltern verliere oder einen Elternteil von mir. Mama und Papa sind das Wichtigste was ein Mensch hat auf der Welt. Und gerade weil ich noch so jung bin tut es mir so weh. Natürlich tut es immer weh, dass will ich gar nicht abstreiten. Aber es ist schon was anderes ob ich meine Mutter 55 Jahre haben konnte oder nur 25 Jahre. Und natürlich soll ich über die Zeit die wir zusammen haben durften glücklich sein, dass bin ich auch. Aber verdammt nochmal andere haben Ihr Leben lang Ihre Eltern und ich hätte so gerne noch so viel Zeit mit Ihr verbracht. Und ich kann und werde glaube ich nie verstehen, warum uns das nicht gegönnt war. Das gerade Mama, die immer tapfer, stark und für allen und jeden alles gemacht hat, warum der Mensch es nicht verdient hatte weiter zu leben.
Ich weiß ich werde darauf nie eine Antwort bekommen, aber das sind nun mal meine Gedanken die mir durch den Kopf gehen.
Und wie schon gesagt, jeder fühlt anders.

Aber ich bin froh das ich hier mit euch schreiben kann.
Danke.
 
Hach Tati,
eigentlich hast Du es ja schon selbst geschrieben.......Du wirst nie eine Antwort finden auf das Warum. Leider ist es uns nicht gegönnt, mit guten Taten ein längeres Leben zu erhalten. Leider werden viele gute Menschen viel zu früh heimgerufen.
Ich habe Deine Gedanken auch sehr oft gedacht, als meine Mama, nur ein Jahr älter als Deine, von einem Fahranfänger regelrecht abgeschossen wurde. Sie war gesund, aktiv, voll im Leben und nach jahrelanger, schwerer Arbeit endlich am Ziel ihrer Träume angelangt. 4 Monate durfte sie ihren Traum noch leben....
Warum nur 4 Monate? Warum nur 58? Diese quälenden Fragen, auf die es keine Antwort gibt, machen einen kaputt, und ich habe versucht andere Sichtweisen zuzulassen. Versucht, allem auch etwas positives abzugewinnen...jede Medaille hat zwei Seiten, das Glas ist halb voll, das Glas ist halb leer. Kennt jeder und doch steckt soviel Weisheit drin.
Ich stelle mir die Frage nach dem warum nicht mehr, dafür bin ich glücklich, dass sie 4 Monate ihren Lebenstraum leben konnte, dass sie glücklich war, als es für sie vorbei war.
Letztes Jahr ist meine Tante endlich am Krebs gestorben. Endlich, weil sie einer dieser Menschen war, die nicht sterben können. Das letzte 3/4 Jahr war grausam, wünsche ich niemanden. Und obwohl meine Tante 14 Jahre länger leben durfte als meine Mama würde ich nicht tauschen wollen. Da habe ich gemerkt, dass ich sehr dankbar bin, dass ich meine Mama nie als alte, leidende, schwerkranke Frau in Erinnerung haben werde, dass ihr früher Tod mit 58 "okay" für mich ist.
Lass Deine Mama in Dir und durch Dich weiterleben. Ich merke immer wieder, dass ich ihre Worte benutze, dass ich mich verhalte, wie sie mich erzogen hat, etc und es ist ein sehr schönes Gefühl, wie sie durch mich wirkt, weil sie ein Teil von mir ist.
Meine Mama hatte ein paar Traditionen (z. B. Weihnachten), die ich in ihrem Sinne weiterführe....es ist jedes Mal sehr emotional, auch traurig, aber auch leicht, weil ich sie sehr liebe und sie dann besonders nah ist.
Oder wenn ich an ihren Heißhunger und ihren Lieblingsort denke......jedesmal, wenn ich dort bin, gibt es erstmal eine "Mama-Gedenk-Currywurst" 😀.
Was ich Dir sagen will.....es gibt unendlich viele Wege weiterhin mit dem geliebten Menschen zu leben, viele Sichtweisen, denen man etwas Positives abgewinnen kann. Sicherlich nicht von heut auf morgen, manches kommt erst mit der Zeit, aber es ist schön zu wissen und zu spüren, dass der andere nicht einfach für immer weg ist. Es wird den Verlust nie völlig ersetzen können, aber es wird Dir mit der Zeit mehr Wärme schenken als Kraft kosten.
Stell Dir vor, Du wärst Deine Mutter und versuche so zu leben, wie sie es sich wünschen würde, wie sie es glücklich machen würde...nicht nur im Alltag, sondern ganz bewusst in Eurer Beziehung zueinander.
Dir viel Kraft
Thorschti
 

Anzeige (6)

Ähnliche Themen

Anzeige (6)

Anzeige(8)

Regeln Hilfe Benutzer

Du bist keinem Raum beigetreten.

      Du bist keinem Raum beigetreten.
      Oben