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Ich suche irgendwie mich selbst.
Weil ich mir jeden Tag Vorwürfe mache. Ich hatte nie den "Traumberuf" schlechthin, bei mir lief auch in der Schulzeit nicht alles nach "Plan". Falsche Arbeitgeber, keine Perspektive, kein Vorankommen, auch Selbständigkeit hatte ich versucht, leider aufgrund des Preiskampfes ebenfalls ohne Erfolg. Kommt man dann noch mit Leuten zusammen bei denen scheinbar alles wie am Schnürchen läuft, kann man wirklich verzweifeln.
Vor allem aber ist es die ungewisse Zukunft, ich habe die Mitte 30 überschritten und manchmal das Gefühl ich stehe wieder völlig am Anfang. Ein plagendes Gefühl, als sei der Zug einfach abgefahren.
Man findet sich nicht selbst, indem man anderen nacheifert und deren Ansprüche zu erfüllen versucht. Viel eher denke ich, dass das unglücklich macht.Ich suche irgendwie mich selbst. (...)
Mein Anliegen war einfach ein paar Ratschläge zu finden ob und wie man (auch ohne den "Erfolg") zu einem zufriedeneren Leben finden kann. Ich weiß dass es mein Vater gerne gesehen hätte wenn ich auch Karriere gemacht hätte, auf der andern Seite eiferte ich immer den Erfolgsmenschen in der Familie nach, ohne zu hinterfragen was für mich eigentlich machbar oder das Richtige ist. Dann war ich immer sehr anfällig bei den "Machern", speziell diejenigen sehr Extrovertierten, die scheinbar jeden Tag das Rad neu erfinden. Das fiel mir insbesondere bei gesellschaftlichen Anlässen sehr schwer und ich hätte oftmals in mich zusammensinken können.
Ja. 😉Ich muss wohl davon wegkommen dass der einzig erstrebenswerte Weg im Leben Karriere und daraus erschaffener Materialismus sind?
Manchmal könnte ich diese Leistungsgesellschaft verfluchen, dieses permamente Höher, schneller, weiter. Ich vermisse oft die einfachen und schönen Dinge, wofür manche offenbar überhaupt keinen Kopf mehr haben, Hauptsache nach Feierabend weiter erreichbar sein und jeden Monat noch mehr leisten.
Ich habe mich sogar schonmal gefragt ob ich in diese Gesellschaft richtig hineinpasse. Wahrscheinlich bin ich auch charakterlich einfach nicht der Typ für irgendwelche höheren Positionen. Da ich aber zeitlebens um mich herum immer damit konfrontiert wurde, hat sich im Kopf manifestiert: "du bist nicht genug, es wird höchste Zeit dass..., der Erfolg muss her, sonst wirst du nicht glücklich....
Ein aktuelles Beispiel: ich schäme mich auf ein bevorstehendes Treffen mit alten Schulkameraden zu gehen weil ich Angst habe, dass ich als einziger mit einem älteren Kleinwagen daherkomme und sehe schon die ganzen Daimler der anderen. Was könnten die dann von mir denken? Traurig aber wahr, ich fühle mich damit selbst absolut nicht wohl. Vor dem was dann im Verlauf des Abends gesprochen wird graust es mir auch schon. Wahrscheinlich wehen mir dann wieder diverse Abschlüsse um die Ohren, bis die Frage kommt "und was machst du so?". Ach, nur ein bisschen Bürokram...
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