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Lohnt es sich dem "Erfolg" ein Leben lang hinterherzujagen? Berufswelt macht krank

AW: Lohnt es sich dem "Erfolg" ein Leben lang hinterherzujagen? Berufswelt macht kran

Hi Andreas,

genau so ist es. Irgendwie ungerecht.

Ich bezweifle allerdings dass sehr viele mit 50 sagen könnten ok eigentlich muss ich nicht mehr arbeiten. Eher das Gegenteil wird vermehrt der Fall sein, erlebe ich teilweise im Umfeld auch, dass ältere Herrschaften mit der Rente ihren Lebensstandard schon runterschrauben mussten. Neulich habe ich gelesen dass nahezu schon für jeden dritten spontane und ungeplante Kosten um die 1000 EUR problematisch wären.

Und was heißt jetzt für dich die ersten 10-20 nichts "vernünftiges" gemacht?
Ich würde sagen dass ich schon ein paar Dinge probiert habe, und jetzt auch nicht die schlechteste Qualifikation habe, auch wenn ich kein Master of the Universe bin. Abgesehen davon glaube ich nicht, dass alleine Akademiker zu sein ein Garant für viel Geld und Status ist. Sieht man wenn bei uns Verzweiflungsbewerbungen eingehen, die nichtmal ansatzweise was mit unserer Branche zu tun haben.
Dann wäre ja jeder der vielleicht auch unverschuldet etwas anderes machen muss sein lebenlang zum Toilettenputzen verurteilt?

Im letzten Abschnitt gebe ich dir allerdings recht: ich für meinen Teil habe schon investiert, in Weiterbildung, in Versuche... hat nicht zum Erfolg geführt. Dementsprechend denkt man natürlich auch öfter daran, ob und in was man nochmals viel Zeit und Muße investieren soll, das wiederum dennoch keine Garantie gibt.

Mein Vater kommt immer wieder mit seiner Geschichte, dass er damals von seinem Vorgesetzten immer so drangsaliert wurde, dass er so lange gesucht hat, bis er andersweitig zum Erfolg kam. Das hätte aber auch nie klappen können. In sofern redet es sich aus seiner Position heraus immer leicht.

Dann gibt es in der heutigen Arbeitswelt keine ewige Sicherheit mehr. Ich höre oft von Dauerbefristungen, schlechter Bezahlung, teilweise Mobbing. Die wirklichen Profiteure befinden sich doch nur noch bei den oberen 10% der Bevölkerung.

Damit beantworte ich auch die Frage von kasiopaja: weil ich keine Ahnung habe WO ich mich bewerben könnte, bzw. wie mein Marktwert überhaupt aussieht. Im jetzigen Betrieb bin ich quasi Mädchen für alles. Auch weil ich davor Angst habe, dass es sich hinterher wieder als falsch herausstellt oder erneut in die Hose geht, und ich - wie Andreas erwähnte - nicht nochmals Zeit fruchtlos verschwenden möchte.

Im Grunde ist natürlich das Ausharren genau so wenig produktiv. Manchmal geht mir durch den Kopf: hätte ich doch meine Ausbildung einfach nur bei Daimler, Porsche, Bosch oder bei der Stadt gemacht.
Manchmal sage ich mir dann auch wieder man weiß nie wie lange man gesund bleibt, deshalb auch "Leben" nicht vergessen anstatt der Arbeit so großen Raum zu geben.

Ein Bekannter ist Verkaufsleiter für ganz Deutschland. Wenn man sich mit ihm trifft, klingelt alle 5 min das Telefon. Selbst Sonntags kommt es vor, dass sein Essen auf dem Tisch kalt wird, weil es wieder irgendwas zu klären gibt - finde ich schlimm und wollte ich nicht. Er gibt es selbst nicht zu, aber seine Frau lies durchblicken dass er gesundheitlich angeschlagen ist. Was bringt ihm dann die Kohle wenn er mit 50 den ersten Herzinfarkt hat?

Aber es ist immer ein ewiges Hin- und Her, um am Ende ist man dann doch unzufrieden.
 

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