@Truth, ich bin genau deiner Meinung und mich interessiert auch insbesondere war häufiger Pornokonsum mit dem Menschen selbst macht und die Auswirkungen auf die Sexualkultur.
Meiner Meinung nach vermännlicht die Sexualkultur durch Pornografie zu sehr.
Derzeit zeichnet sich zwar in der Pornoindustrie die (gewinnorientierte) Tendenz aus auch mehr Frauenpornos herzustellen um also auch mehr Frauen als User zu gewinnen, ich frage mich allerdings dabei was dann mit der menschlichen Grundfähigkeit zur eigenständigen Fantasie wird...Ich mag es an sich weniger wenn mir insbesondere in Bezug auf sexuelle Dinge zu viele Bilder vorgesetzt werden...mein Kopfkino funktioniert an sich so gut genug und ich muss nicht noch mehr Bilder reinstopfen. Vielleicht bin ich dem Punkt halt ein Snob..?
@john sullivan: das Phasenmodell finde ich auch nicht so besonders...ich denke das fällt bei jedem Menschen unterschiedlich aus. Das Modell zeigt an sich lediglich nur ganz grobe Grundtendenzen.
Rein biologisch gesehen ist es jedoch bei Männern erwiesen dass einmal die Erektionsstärke zurück geht (bzw. Nudel steht weniger senkrecht und nähert sich wie die ältere Frauenbrüste eher dem Boden...verdammte Schwerkraft!) ..wie bei uns Frauen an den Schenkeln,Schamlippen, Brüsten oder sonstigem Gewebe erschlafft bei den Jungs halt auch das Gewebe im und am Penis und es werden seitens der Männer mit zunehmendem Alter längere Ruhepausen benötigt nach einem Orgasmus oder einer Ejakulation (beides muss nicht immer zusammenfallen). Ausnahmen mögen hier die Regel bestätigen und Viagra sei dank kann mann dabei natürlich ein wenig mogeln....Diese Infos habe ich aus einem Sexualratgeber und das wurde auch in dem Spiegel Exklusiv Sexualität erwähnt....und die Erfahrung bestätigt das halt.
Betr Sexpraktiken in Pornos bin ich skeptisch....interessant dass du es offenbar sehr wichtig findest eine Partnerin zu haben die Pornosexpraktiken akzeptiert.
Mich interessieren hier die Zusammenhänge und Wechselwirkung zwischen Wunsch und Wirklichkeit...und ob Pornografie nicht manchmal eher frauenfeindliche Sexwünsche kreiiert?
Zu dem Thema Pornografie oder hier speziell Internetsex habe ich im Ökotest Kompakt Sexualität folgendes auf Seite 61, Interview mit Professor Martin Dannecker, Sexualwissenschaftler gefunden:
Ökotest: Verändert der Sex in der virtuellen Welt den realen Sex?
Dannecker: Ich bin noch immer hin und hergeworfen. Ich glaube dass das Internet sexuelle Wünsche generiert. Ich unterscheide zwischen sexuellen Fantasien und sexuellen Wünschen. Fantasien sind noch nicht handlungsnah. Der sexuelle Wunsch dagegen will in die Realität umgesetzt werden. Es gibt natürlich eine Brücke zwischen Fantasie und dem Wunsch. Und da glaube ich, dass das Netz durch die Wiederholung die Fantasien in Wünsche transformiert. Und das kann theoretisch gesagt, nicht ohne Einfluss auf die Sexualität bleiben.
Übertrage ich das auch den Pornografiebereich und nehme biologische Daten dazu so komme ich zu diesem Ergebnis: Junge Männer sind von Natur sexuell sehr aktiv, leicht empfänglich für sexuelle Reize...konsumieren sie viel Pornografie werden ihre sexuellen Wünsche durch Pornografie geprägt und es drängt sie diese Wünsche auch real aus zu leben. Da Pornosex jedoch oft eher frauenverachtend und frauendiskriminierend ist sehe ich da teilweise schwarz für die Frauen und eine gleichberechtigte Sexkultur.
Da die Pornokultur vorwiegend männlich geprägt und auf Männerwünsche konzipiert ist sehe ich die Gefahr der Einseitigkeit und zu großer Dominanz der männlichen Sexualität in der Gesamtkultur der Sexualität.
Im weiteren wird oft zurecht auf die Suchtgefahr hingewiesen...ich sehe eine Suchtgefahr oder zumindest zu starke Abhängigkeit gegeben wenn Mann nicht mehr ohne (Pornos) kann (vgl. Peterles: wie Druck ohne Pornos abbauen..wenn man schon gar nicht mehr ohne Druck abbauen kann) Und wenn er auch nicht anders als in Pornos vorgemacht kann oder will....
😉
Nichts gegen einige Sexpraktiken..aber z.B finde ich die in Pornos dargestellten Blowjobs recht unerotisch...eher frauenerotisch (für Männer wahrscheinlich eher langweilig) dargestellt z.B. in dem Film: In the cut.
Männerpornos sind oft ein Tanz ums EGO der unteren Etage...Männer feiern sich in Pornos in einer schier unkaputtbaren Potenz und stilisieren sich zu wahren Göttern hoch...was mich da sehr stört ist dieser sehr starke Narzissmus und auch Unrealismus. Naja grundsätzlich zeigt sich hier ja an sich ein Naturtrieb der auf die Spitze getrieben wird...da es in der Wirklichkeit nicht funktioniert eine Frau nach der anderen zu begatten..das gesundheitlich zu gefährlich ist, wegen möglicher Alimente zu teuer ist, und rein physisch oft nicht funktioniert wird dieser Drang/Wunsch mit Pornos ausgelebt....Aber leider gibt es ja den Effekt dass aus einem hier genährten und gepushten Wunsch der Drang entsteht den wirklich werden zu lassen...daher bin ich weiterhin skeptisch ob es vorteilhaft ist unrealistische und unrealisierbare Wünsche ständig und ständig zu nähren...das erschafft im Endeffekt mehr Frust als Lust und dann kommt die Sucht...denn der nun auftretende Frust wird versucht durch erneute und verstärkten Pornosex-Konsum zu beseitigen...kurzfristige Befriedigung..aber nicht so richtig..also wieder und wieder...tja und dann hängt mann fest. Nur die Pornoindustrie freut sich und streicht Milliardengewinne ein.
@Peterle:
natürlich bieten Pornos Reize...zusätzlich zu der bereits in der Umwelt befindlichen Sexualreize serviert Pornografie eine wahres Reiztablett, visuelle Reize die Männer erregen...Schlüsselreize wie gespreizte nackte Frauenschenkel, pralle Brüste, pralle Gesäße und ne feucht glänzende Spalte...es handelt sich bei Pornos um reine und sehr stark fokussierte Reizüberflutung...Ein Sexualforscher meinte dazu:
Vor allem am Anfang wenn die Leute es noch nicht gewöhnt sind treibt es eine unglaubliche Sexualisierung heraus
Danach stumpft man aufgrund gewohnter Reize dann natürlich ein wenig ab und braucht zum Kick immer was Neues dazu...bzw immer mehr und das führt bei vielen in die Sucht. Derzeit verzeichnen Sexualtherapeuten einen ziemlichen Ansturm an Jungmännern die pornosüchtig und cybersexsüchtig sind...
Gefangen in den Reizen. Mit was ich meinen Kopf füttere, mit dem beschäftigt er sich. Übermäßiger Konsum - in welchem Bereich auch immer - ist nie gut!
so sehe ich es auch...wichtig ist den Kopf nicht mit zu viel Schund zu füttern..
Lt. Pornoindustrie wünschen Männer zum Erregungsanreiz immer neue Frauen in diversen Szenen..ein guter (Nachweis: hohe User= Gewinnquote) Männerporno zeichnet sich durch möglichst viele verschiedene Frauen aus, die der sich mit dem männlichen Pornodarsteller identifizierende User in diversen Stellungen durchvögeln kann oder die ihm auf andere Weise sexuell bedienen....
Tja also in Pornos wird der Wunsch bedient und auch gleichzeitig lt. Prof. Dannecker der männliche Wunsch es real werden zu lassen erweckt viele Frauen zu haben. Der Wunsch ist biologisch gesehen bei Männern ohnehin da und ich denke eher dass zu häufiger Pornokonsum das noch mehr anstachelt.
Daher ist es natürlich (für Jugendliche) schädlich ständig diesen Schund zu sehen,
Hier wird Pornografie als Schund bezeichnet und ist Schund gut für Druckabbau oder eher nicht eher teilweise Aufbau einer Schundsexualität?
Abreagieren? Nunja kurzfristig ggf aber es ist gleichzeitig auch immer wieder ein pushen der Sexualität...und du hast es ja selbst an sich auch erkannt...an sich löst sich der Frust nicht wenn man lediglich seinen Trieb auslebt und fickt...sich zu lieben ist ne andere Sache...Kalt finde ich an Pornos auch immer diesen Perfektionismus..realer Sex ist viel mehr mit Pleiten Pannen besetzt und genau das macht Nähe aus und das ganze charmanter.
Das Problem ist nur dass junge Menschen ein schiefes Bild vom Sex durch Pornos kriegen ...es kommt da insbesondere für Männer ein ungeheurer Leistungsdruck auf....genau das treibt viele dazu sich nicht zu trauen eine reale Beziehung ein zu gehen weil sie denken den pornoliken Standards nicht entsprechen zu können..was ohnehin keiner kann...
Pornos von oben her, also staatlich/gesetzlich verbieten? Geht nicht da steckt zu viel Geld dahinter und das gäbe deshalb Mord und Totschlag...Aber sich selbst Pornos verbieten oder zumindest drauf zu achten den Konsum in sehr engen Grenzen zu halten geht.
Wenn man aber Pornos verbietet stellt sich die beklemmende Frage, wie und wo dann die "Überreizten" ihr Druckventil suchen. 😎
Ich finde es eher beklemmend davon aus zu gehen, dass es nicht mehr ohne Pornos geht inneren sexuellen Druck aus zu gleichen oder ab zu lassen..das sind dann bereits sehr nach Prägung/Sucht und Abhängigkeit aus. Druck jeder Art auch sexuellen Druck kann man durchaus auch ohne Pornos ausgleichen und man sollte das auch nicht verlernen finde ich.
Tyra