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Liebe, Sexualität, Pornografie, Sexualerziehung & Co

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Nein, nein, das war jetzt ein Missverständnis, Tyra! Ich habe sicher mit dem Gebrauch des Wortes "grundsätzlich" was falsches rübertransportiert. Ich meinte dass ich mich schon häufiger mal auf den Partner eingelassen habe auch WENN ich nicht unbedingt so eine grosse Lust habe-- nartürlich nicht GRUNDSÄTZLICH! DAS z.B ist ewas was ich auch gerne mache, und wenn man es, wie meine Therapeutin schon in die Rubrik "Sozialdienst" einordnen kann, so stehe ich voll dahinter. Anders herum habe ich das aber auch gerade in meiner aktuellen Bez.genauso vom Partner erlebt -- geben und nehmen.

Aber ich frage mich wo fängt der sexuelle "Sozialdienst" am Partner AN? Da habe ich gerade nicht die rechte Orientierung und es hätte mich interessiert wie und was andere hierzu denken oder wie sie es leben. Aber z.zt ist hier ja leider im Thread eher tote Hose...😀.....


Grüsse
Nachtblume
 
was sagt denn deine Therapeutin zu der Frage wo dieser Sozialdienst anfängt?
Irgendwie komme ich noch nicht so ganz mit dem Begriff zurecht, zumal ich Liebe in einem von vielen Aspekten auch als gegenseitigen Sozialdienst (im Sinne von: ich gebe was und kriege auch was zurück dafür..ich gebe Liebe und kriege Liebe, ich gebe Sex und kriege dafür Bindung zurück etc.) betrachte.
Ich kriege diese Trennung nicht so hin...also Sozialdienst am Mann sehe ich als sone Art Altruismus an, also dass man auch sich selbst einen Sozialdienst damit leistet im Grunde. Kommt aber darauf an wie weit man dabei geht und auf welche Dinge man sich dabei einläßt.
Gute Frage wo es da anfängt und aufhört...ich denke die Spannbreite ist weit und jeder muss für sich selbst beobachten und entscheiden was geht und was nicht...wo man anfängt sich auf zu opfern oder an dem Dienst am anderen zu leiden etc.
Die Ursachen für den sozialen Drang vieler Frauen würde mich interessieren...klar hat dieses Verhalten biologischen Nutzen...hält den Partner etc...ist Naturdrang, der kultürlich durch Erziehung etc. fortgesetzt wird. Frauen werden ja traditionsgemäß in sehr vielen Kulturen und auch unserer Kultur zu Geduld, Duldsamkeit und Servilität, Folgsamkeit erzogen sodaß sehr viele das als Normalität ansehen, also auch den sexuellen Sozialdienst als normal ansehen...
Ich für meine Person habe mich dazu (um-)erzogen darauf zu achten dass ich tit for tat ähnliche Dienste auch von meinem Partner erhalte. Ist aber ehrlich gesagt gar nicht so leicht einen Mann zu finden der das o.k. findet. GGf habe ich da bisher immer Glück gehabt? Keine Ahnung.

Deine Beobachtung, dass unser derzeitiges normales Sex-"Kleinkram"-Geplauder hier im thread nicht so recht zieht scheint zutreffend zu sein...finde ich jedoch egal, weil mir gefällts! 😉 ...interessant ist was einen interessiert und die Interessen sind halt verschiedenartig.

Tyra
 
Zuletzt bearbeitet:
ich will hier auch noch parallel ein paar Denkanregungen anderer Posts aufnehmen und weiter führen:

@john sullivan #170: stimmt du hast Recht damit dass die zunehmende Sexualisierung der Umwelt ein Problem ist...aber ich denke Verteufelung oder Intoleranz bringt wenig. Blicken wir mal auf die Hintergründe: eine treibende oder auch bedienende Kraft dürfte an sich unter anderem die sehr mächtige Wirtschaft sein. Sex sells heißt es ja und wenn wir in einer Welt mit all dem Komfort den wir derzeit genießen leben wollen ist das ggf der Preis den wir dafür zahlen müssen?
Stimmt es beginnt noch viel weiter vorne...aber weiter vorne als du ggf denkst? Mit deinen Strings und Bikinis kratzt du glaube ich nur an der Oberfläche eines hochkomplexen Themas.

Wichtig fände ich hier die Verkopplung eines ethischen Wertesystems mit der Wirtschaft z.B...aber ich denke das wäre ggf so wie wenn man einen gefräßigen und maßlos gewordenen Drachen versuchen würde mit einem zarten Bindfaden zu halten....so in der Relation etwa...aber ggf an der richtigen Stelle angesetzt (z.B Schwanz des Drachen...also nicht der hintere sondern der unten drunter = Penis) könnte ggf auch ein Bindfaden zumindest ansatzweise Wirkung zeigen. 😉
Grundursache dürfte die menschliche Gier (nach Unterhaltung, Befriedigung, Glück etc.) sein und zwar die jedes einzelnen die an den Nippeln eines maßlos gewordenen liberalen Wirtschaftssystems festgesaugt hängt...Revolution wäre wenn alle Menschen gleichzeitig auf unnötigen Luxuskram verzichten, PC und TV wegwerfen würden und dafür neue Grundwerte LEBEN würden, z.B Gemeinschaft in der Familie, Nachbarschaft und Welt. Die Frage ist nur ob man davon was beim derzeitigen geistigen Entwicklungsstand der meisten Menschen was davon hätte? 😀 Und ob es dabei nicht eher Mord und Totschlag gäbe?
Bei den Bonobos wird Sex als soziales Mittel zum Frieden schaffen und Erhalt einer sozialen Struktur verwendet...bei den Menschen funktioniert es ähnlich....insofern hat man hier auch ein wenig positiven Nutzen..denn Menschen sind nicht nur hochsexualisiert sondern auch recht aggressive Raubtiere...oft bei Sexfrust noch aggressiver als sonst...auch ein Punkt der mit zu bedenken ist.

Die Tolleranz für bestimmte Tatsachen MUSS ein Ende haben!

für welche Tatsachen genau?

Und wo wurden Pornos in der Öffentlichkeit gedreht? An sich sind die Sets immer recht abgeschirmt.
Und von sexsüchtiger Gesellschaft würde ich nicht reden...ggf von sexpushender Wirtschaft und zu passiver Konsumenten, die ohne gr0ß darüber nach zu denken was sie tun und wie sie es tun vollkommen unreflektiert alles fressen und konsumieren was man ihnen vorsetzt. Z.B regelmäßig am Medientrog Pornos konsumieren...und dann drüber meckern dass sie aufgegeilt rumlaufen und bei jedem Bikini oder anderweitigen Schlüsselreiz gleich wieder anfangen zu sabbern?

Angebot und Nachfrage...ohne Nachfrage kein Angebot aber die Nachfrage bestimmt halt auch das Angebot....und die Nachfrage der männlichen Userschicht für Pornos scheint ja immens zu sein.

Bedarf ist also da, Sexualtrieb vorhanden..und an sich stellt sich die Frage wie man bzw. jeder Einzelne verantwortungsbewusster damit umgeht...jeder einzelne selbst sollte sich diese Frage stellen. Man kann nicht erwarten dass ein Oberkoordinator oder die Politik diese Fragen für einen lösen können oder einen vor grundsätzlichen Entscheidungen erlösen können. Ich appelliere daher eher an die Vernunft jedes Einzelnen mit viel mehr Bedachtsamkeit darauf zu achten was man tut und wie man es tut. Ein wenig mehr Achtsamkeit, Stolz in der Haltung und anarchistische Ablehnung vieles medialen Saufrasses (vieler Pornos) täte dieser Gesellschaft gut genauso wie eine weniger wirtschaftsdevote Politik, eine Politik mit starken Politikern die sich dem gefräßigen Drachen wirtschaftlicher Gier stellen auch auf die Gefahr hin sich dabei den Hintern zu verbrennen.

@Zappzarapp zu # 171: nein Journalisten etc sind nicht alleine Schuld...die bringen nur was nachgefragt ist....Das Menschen hochsexualisiert sind ist wertfrei zu betrachten, man sollte nicht sagen dass es schlecht ist oder primitiv (die Klausel alles Körperliche sei primitiv und abwertend zu betrachten ist christliche Abwertungsethik)..es ist einfach so wie es ist und Sexualität ist halt grundlegend und Lebensgrundlage, Grundlage für den Fortbestand unserer Spezies...wir sind nunmal so und wir haben uns ein Gesellschaftssystem erschaffen dass unseren Urtrieb bedient, ...das nennt sich Evolution...auf biologischer Ebene...die Evolution auf geistiger Ebene hinkt hinterher..nicht zuletzt deshalb weil sehr viele Menschen sich sehr leicht dazu überreden lassen sich dicht und vollkommen unreflektiert bei den medialen Futtertrögen auf zu halten....ohne je einen Schritt zurück zu treten und sich dabei kritisch selbst zu beobachten... Alles schön bequem arrangiert...es ist einfacher pornostimuliert zu wixen anstatt Beziehungen zu führen...darin liegt eine sehr große Versuchung und Verführungskraft der sich viele nicht entziehen können vermute ich.
NIchts gegen gelegentliche Bequemlichkeiten aber als vorwiegende und prägende Lebenseinstellung finde ich das nicht so gut.

Wie sieht es mit dir und deiner Selbstkontrolle aus?
Medialer Futtertrog oder auch freier, selbstbestimmter, kreativer Umgang mit deiner Sexualität?

Tyra
 
Zuletzt bearbeitet:
nicht zuletzt deshalb weil sehr viele Menschen sich sehr leicht dazu überreden lassen sich dicht und vollkommen unreflektiert bei den medialen Futtertrögen auf zu halten....ohne je einen Schritt zurück zu treten und sich dabei kritisch selbst zu beobachten... Alles schön bequem arrangiert...es ist einfacher pornostimuliert zu wixen anstatt Beziehungen zu führen...
äh?
Ich bemängle nur, dass mir das auf dem TV alles zu freizügig wird. In jeder Vorabendreportage sind nackige Frauen (alá Softporno) normal geworden. Und das die kleinen Kiddies (wie z.B. gestern in "Deutschland sucht das Supertalent" o.ä.) in Miniröckchen rumflitzen und auf der anderen Seite aber über die Zunahme der Pädophilen geflennt wird.

Aber das alles hat doch nichts damit zu tun, dass ich keine Beziehung führen kann/darf..?
 
dann guck doch einfach kein TV und nutze deine Zeit sinnvoller...geh einfach mal stattdessen durch Wald und Wiesen..jetzt in der Herbstzeit vögeln die Vögel draußen auch weniger als sonst, die Mädels in den Parks neigen weniger zu Miniröckchen und man kann dort unstimuliert zur Ruhe kommen...kriegt auch sowas wie ne Ahnung davon dass Menschen nicht nur sexualisierte Tiere sind sondern da durchaus auch mehr sein kann..wenn man sich die Chance dazu gibt und ab und an aus dem Stimulationskarussell aussteigt.

Und statt TV am Abend mal mit Freunden oder Bekannten ausgehen...Gemeinschaft pflegen.
Oder lesen...etc. Es gibt ja an sich viele Alternativen...

Also ganz bewusst den TV-Konsum auf Niedrigmaß reduzieren..damit erreicht man schon einiges.
Ganz gezielt mal einmal die Woche oder alle paar Wochen einen schönen Film gucken...häufiger kommen gute Filme ja eh nicht...
Und bei Werbung wegschalten....oder kennst du nur die Antaste und läßt dann alles immer auf dich einprasseln und zwar bis jemand anderes (mama oder Papa) den Stecker ziehen? Keine Selbstkontrolle?

Oder wie ich z.B eher nur DVDs gucken...da fällt die Werbung direkt weg..ich gucke wenn dann eher zusammen mit Freunden oder Partner...das macht mehr Laune.

Was hindert dich daran der medialen Überstimulation zu entsagen? TV-Sucht?

Tyra
 
Zuletzt bearbeitet:
Was hindert dich daran der medialen Überstimulation zu entsagen?

Gute Frage!

Wenn wir davon ausgehen könnnen, dass alles (oder auf jeden Fall fast alles) seinen Gegenpol hat, würde ich diese Frage mit der Tatsache der "Unterstimulation" in einem anderen Bereich beantworten. Vor allem im Bereich der ureigenen "geistigen Tätigkeit". Wenn etwas eingeschlafen ist, muss was anderes her, um diesen Platz zu füllen. Eine Art Flucht? Oder Blindheit für sich selbst?
 
stimmt Truth...scheint oft ne Flucht vor sich selbst zu sein....aber auch ein stückweit das Gegenteil...man sucht in den Medien sich selbst und nach Erklärungen dafür wer man ist, wie Menschen sind. Aber die Frage ist: wie realistisch ist das Bild vom Menschen dass einem die Medien servieren und stimmt es mit dem überein was wir im Alltag mit uns selbst und unseren Mitmenschen erleben?

In Sachen Pornofilmen hatte ich ja bereits dargelegt dass hier das Menschenbild, Bild von Mann und Frau sehr stark in Richtung männlicher Idealvorstellungen verzerrt wird und auch mit der Rolle der Frau nicht unbedingt respektvoll umgegangen wird, frauenverachtende Haltungen (überstarke Verobjektivierung und Einengung) weiterhin gezeigt, praktiziert und ausgeprägt werden. Worin ich schon eine gewisse Gefahr dafür sehe dass unsere Sexkultur und auch allgemein das Bild der Frau ebenfalls verzerrt wird. Es gibt eine Wechselwirkung zwischen medialer Wirklichkeit und Alltagswirklichkeit...alles ist miteinander verbunden und wirkt aufeinander ein.

Also ist Medienkonsum einerseits ggf die Flucht vor der Alltagswirklichkeit in Richtung Medienwirklichkeit, die schöner, runder, harmonischer, prächtiger, tröstender (oder in Sachen Pornografie: geiler und stimulierender) erscheint? Eine Flucht vor der Alltagsrealität in eine Traumrealität....

Der Macht der Bilder und den Sog, den sie oft erzeugen können einige Menschen ggf nicht so leicht wiederstehn.
 
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