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Liebe, Sexualität, Pornografie, Sexualerziehung & Co

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Tyra

Sehr aktives Mitglied
Hallo,

hiermit möchte ich eine Diskussion über das Thema Sexualität des Mannes, Sexualität der Frau, kindliche Sexualität, verantwortungsbewusster Umgang mit Sex, Sexualerziehung, Pornografie, Machtverhältnisse in Partnerschaften, Liebe-Sex-Verbindung (und z.B das Klischee das Frauen nur wenn sie lieben Sex haben können etc.) etc. eröffnen.
Ich werde dazu (soweit meine Zeit es mir erlaubt) einiges Infomaterial einbringen aus Wissenschaft und Forschung und eigenen Erfahrungen aus Arbeit und Privatleben.

In einigen anderen threads zeichnete sich ab, dass sich nach wie vor viele Klischees über das Bild des Mannes oder der Frau hartnäckig in den Köpfen halten und das es häufiger Streitpunkt in Partnerschaften ist wessen Sexualität Vorrgang in einer Beziehung hat. Was ist wenn er mal nicht will, sie aber? Was wenn er will, sie aber nicht? Was mir hier im Forum auffiel war das einige Männer aber auch Frauen die Meinung vertreten: Frau, stell dich nicht so an..wenn er/mann nicht will oder lieber anstatt mit seiner Partnerin zu schlafen wi*** will ist das normal und in Ordnung. Was wenn umgekehrt?...sie sagt: nö du, lass ihn mal stecken, ich gucke mir lieber heute einen Frauenporno an und hole mir dabei einen runter. Die Reaktionen fallen da glaube ich oftmals unterschiedlich aus...😉
Stichwort Gefallenssex (= zwar nicht wollen aber es trotzdem tun um den Partner zu halten, dem Partner zuliebe od.ä.)..tun eher Frauen es oder auch Männer? Warum ist das so?
Das hat zum Teil bestimmt biologische Gründe, zum Teil aber auch soziokulturelle Hintergründe.

Das Thema Phasen der sexuellen Aktivitätsniveaus bei Mann und Frau ist interessant.
Sexuelle Phasen: Sex mit 20, 30 und 40 Jahren - B.Z. - Berlins größte Zeitung
zutreffend? Was sagt ihr dazu?

Immer häufiger tritt auch Pornografie auf und zwar im Kontext als (häufig einzigstes bzw vorwiegendes) "Lehrmittel" für Heranwachsende in Sachen Sexualität was ich kritisch (aber wertfrei) beleuchten und mit anderweitigen Wissensquellen über Sexualität erweitern möchte.

Ein Punkt der mir am Herzen liegt ist Aufklärung von Kindern. Wie geht man mit kindlicher Sexualität um, wie spricht man mit Kindern darüber, ab wann und wie klärt man sie auf? Aus meiner Sicht stellt die frühzeitige altersgerechte Aufklärung und bewusste Erziehung zu einer autonomen Selbstbestimmung was den eigenen Körper und Sexualität angeht einen wichtigen Schutz gegen Missbrauch dar.

Wissen/Aufklärung ist Schutz, Unwissen (mangelnde Aufklärung) gefährdet das ist eine der Hauptthesen die ich vertrete.
Es heißt zurecht: Wissen ist Macht, unwissende Kinder und auch unwissende Erwachsen sind also teilweise ohn-mächtig = ohne ausreichende Macht und ohne ausreichenden Schutz.

Immer noch wird in den Elternhäusern und auch Schulen gegenüber Kindern und Jugendlichen das Thema Sexualität und verantwortungsvoller Umgang mit der eigenen Sexualität vernachlässigt und oft auch tabuisiert. Also woher das notwendige Wissen nehmen? Lt. aktueller Studien kam zutage dass die meisten vorwiegend männlichen Jugendlichen ihre Kenntnisse über männliche und weibliche Sexualität und Sexualpraktiken vorwiegend und regelmäßig über Pornografie beziehen. Mädchen passen sich in der Regel eher ihrem männlichen Partner an was unter der Grundvoraussetzung dass von den Jungs oft eher frauenfeindliche pornografische "Lehrmaterialien" also rein auf die männliche Sexualität gemünzte Sexpraktiken zu dem Problem einer Benachteiligung der weiblichen Sexualität führt..bestenfalls....
Schlimmstenfalls: an der Schule eines Bekannten (= Lehrer) von mir wurde ein Mädchen sexuell missbraucht/vergewaltigt...die jugendlichen Täter waren sich keiner Schuld bewusst da sie nur neugierig gewesen seien wie sie sagten und nur das taten was Erwachsene ihrer Meinung nach unter Sex machen verstehen ...woher sie das wüssten wurden sie gefragt: na durch Pornos gucken lautete die Antwort.

Das ist natürlich ein Einzelfall, aber lt. Kripo steigt in der letzten Zeit die Rate der durch männliche Jugendliche und junge Männer Sexualdelikte weiter an.
Für mich ein weiterer Anlass diesen thread zu den oben genannten Themen zu öffnen.

Weitere Ideen, Erfahrungsberichte, Meinungen sind willkommen.

Tyra
 
@Tyra
Habe nur den Anfang gelesen, weil sobald ich das Wort "Studien" lese.. Ist empty mit lesen..Sorry.

Nehme es mir nicht übel.. Ich höre von Unileuten immer nur folgendes Wort "Studien" oder "Statistiken"
Meine Exfreundin der Bengel, sind Jugendämter sowohl Pädagogen gescheitert.. Man hatte ihn mit Medis zugedröhnt wo ich gesagt habe -die setzen wir langsam ab, dann machen wir es anders-
Ich habe mich zwei Jahre um ihn gekümmert, und heute ist er ein feiner Bengel! Ich hatte Erfolg!
Woran liegt es?
Sich nur auf Uni, Statistiken,Studien darauf zu bauen, davon halte ich recht wenig! (gleich nichts)



Ich finde es gut, was du veröffentlichst.. aber wollte eben meine Erfahrung preisgeben..

Wir können gerne über PM schreiben, würde mich freuen!

Daher, es war nicht böse gegen dich gemeint..
😉
 
Zuletzt bearbeitet:
hier geht es nicht um Statistiken sondern um Empirie..sprich eigenen Erfahrungen und auch wissenschaftliche Untersuchungen.
Ich finde eine Einstellung dass man alle Unileute oder Pädagogen oder insgesamt irgendwelche Berufsstände oder sowas in einen Topf wirft nicht so gut...nennt sich Vorurteil und an sich haut man sich damit manchmal Türen zu hinter denen sich in erster Linie ganz normale Menschen verbergen...
Kann sein dass du schlechte Erfahrungen gemacht hast...aber du solltest vermeiden dich deshalb ab zu isolieren...
Fakt bleibt: Wissen ist Macht das muss ja nicht nur Uniwissen oder Fachwissen sein...es gibt zig Arten des Wissens, z.B Erfahrungswissen.

Der Fall mit diesem Jungen...was genau war da (hat es was mit dem Thema hier zu tun?) und wie bist du damit umgegangen? Wie alt war er, welche Problematik und was genau hast du anders gemacht?
 
Zuletzt bearbeitet:
Nun, ich finde es ok auch z.B. mal mit dem Partner Sex zu haben, WENN man selber nicht so haben muss.... Natürlich nicht wenn man nun so überhaupt nicht will, sondern wenn man eher keine Meinung dazu hat.
Was ich mich allerdings frage, inwieweit muss man eine Basis finden was die sexuellen Wünsche des Partner´s betreffen?? Muss und sollte es da einfach nur übereinstimmendes Interesse geben, die gemeinsam ausgelebt werden ---
,inwieweit ist es da ok wenn man was für den Partner "tut"........ Habe gerade kein Gefühl für die "richtige Mitte".....

Nachtblume
 
Hallo Nachtblume,

tja die richtige Mitte finden ist ja oft nicht so leicht.
Es kommt glaube ich auf die Art der sexuellen Wünsche des Partners an..sagen wir er steht auf Fesselspiele, dich ängstigt das aber...da kann man dann ruhig nein sagen.
Oder Demütigungsszenarien...S-M...wenn dann nur professionell...also nicht hausgemachte Sadistennummer bei der BDSM falsch ausgelegt wird und nur dann wenn du auch mit dem Rollenspiel gut klar kommst und auch dir das Lust bereitet.

Das nur mal so als Beispiel..ich weiss ja nicht worum es bei dir genau ging.

Wenn man etwas für den Partner tut sollte man sich an sich wohl dabei fühlen...ich würde nie was tun wobei ich mich unwohl fühlen würde...

Ich denke das Ganze ist auch ne Sache des Vertrauens zum Partner...wie lange man ihn kennt etc.
 
Hier gibt es zig wenn nicht hunderte Threads, die sich mit dem Thema Sexualität auseinandersetzen, weil gerade diese oftmals zum Streitpunkt in einer Beziehung wird.

Insofern finde ich Tyras Idee, dazu mal einen quasi "übergeordneten Sammelthread" zu erstellen, eigentlich gut.

Da viele mit diesen Themen Probleme haben und Hilfe brauchen, ist das eine gute Idee.

Das Forum ist vielschichtig, und Menschen beschreiben alle möglichen Probleme, also wird hier jeder auch Themen finden, mit denen er ein persönliches Problem hat. Dann liest man das halt nicht weiter.

In vielen anderen Threads waren ja derartige Probleme oft der Ausgangspunkt dafür, dass eine Metadiskussion entstand und der eigentliche Thread aus dem Ruder lief.
Hier können nun endlich alle ihre Sichtweisen darstellen jenseits eines konkreten Falles.


@Nachtblume
Auch ich würde wohl nie etwas tun, was mir völlig zuwider ist. Ich bin allerdings grundsätzlich neugierig und experimentierfreudig. Ich denke, das wichtigste ist als Basis Vertrauen.
Prinzipiell sollte auch die Sexualität ein gegenseitiges Geben und Nehmen sein.
Worum auch immer es bei Dir geht, aber wenn Du schon so zweifelst, dann tu es nicht... sicherlich sollte man Kompromisse finden und sich so gut es geht entgegenkommen - was ja für alle Bereiche gilt -, aber man sollte sich auf jeden Fall noch im Spiegel in die Augen sehen können...
 
[...]

Ich finde wenn ein Partner unbedingt etwas probieren möchte kann man ruhig mitmachen aber es sollte jederzeit klar sein das sofort abgebrochen wird wenn es einem von beiden unangenehm wird.
 
Zuletzt bearbeitet:
[...]

Zurück zum Thema:
wen das Thema Sexualerziehung für Kinder interessiert der wird hier fündig:
http://isp-dortmund.de/vortrag_Philipps_-_Kindliche_Sexualitat.pdf

Was mich auch interessiert ist die Wechselwirkung zwischen Pornografie und Sexualverhalten...ist es übertrieben zu denken dass regelmäßiger männlicher Pornokonsum sich negativ auf die weibliche sexuelle Bedürfnissbefriedigung auswirkt und was meint ihr hierzu:

http://www.aliceschwarzer.de/236.html

also Verknüpfung von Pornografie und Gewalt?
Was ich skurril und bedenklich finde ist die zunehmende Sexualisierung der Umwelt....Mangapornos (kindliche Frauen etc.) fallen mir auch noch ein...im Zusammenhang mit Pädofilie...
Was kann man dagegen tun? Ins Anthroposophen-Dorf ziehen und/oder PC abschaffen oder zumindest den PC-Konsum der Kids reglementieren und stark einschränken?
 
Zuletzt bearbeitet:
Lt. aktueller Studien kam zutage dass die meisten vorwiegend männlichen Jugendlichen ihre Kenntnisse über männliche und weibliche Sexualität und Sexualpraktiken vorwiegend und regelmäßig über Pornografie beziehen. Mädchen passen sich in der Regel eher ihrem männlichen Partner an was unter der Grundvoraussetzung dass von den Jungs oft eher frauenfeindliche pornografische "Lehrmaterialien" also rein auf die männliche Sexualität gemünzte Sexpraktiken zu dem Problem einer Benachteiligung der weiblichen Sexualität führt..bestenfalls....
Schlimmstenfalls: an der Schule eines Bekannten (= Lehrer) von mir wurde ein Mädchen sexuell missbraucht/vergewaltigt...die jugendlichen Täter waren sich keiner Schuld bewusst da sie nur neugierig gewesen seien wie sie sagten und nur das taten was Erwachsene ihrer Meinung nach unter Sex machen verstehen ...woher sie das wüssten wurden sie gefragt: na durch Pornos gucken lautete die Antwort.

Ich möchte deutlich widersprechen, dass solche Übergriffe etwas mit Pornographie zu tun haben. Ich habe Anfang der 60er Jahre in der DDR, wo es keinerlei Zugang zu Pornographie gab, auch massive sexuelle Übergriffe auf Mädchen in der Schule erlebt. Andererseits war die sexuelle "Aufklärung" katastrophal:

Ich wusste mit 14/15, als ich meine erste Freundin hatte, nichts von Zungenküssen, geschweige denn dass ich auch nur eine blasse Ahnung hatte, wie ein Koitus abläuft. Da wäre ich schon wesentlich besser dran gewesen, wenn ich mal den einen oder anderen Porno gesehen hätte. Ich muss immer wieder betonen, dass es sehr gute Pornos gibt und keineswegs alle unter das von dir genannte Klischee fallen.
 
Ich denke es gibt sehr sehr wenige gute Pornos gibt und das meiste schlichtweg Mist ist...und ich halte nichts davon dass Jugendliche zu leicht Zugang zu dem meisten Mist haben.
Die Aufklärung ist auch heute noch in Gesamtdeutschland mangelhaft.

Letzte Tage lief auf Vox ein Spiegel Exklusiv zum Thema Sexualität. Auch das Thema Pornos kam....ein Pornodarsteller meinte, wir liefern halt nur Wixvorlagen für Männer, nichts sonst.
Nunja die Frage ist: was wäre wenn es keine Wixvorlagen gäbe?
Früher gab es die ja auch nicht...generell ist glaube ich der Schlüsselpunkt weiterhin die mangelhafte Sexualerziehung sowohl im Elternhaus als auch in den Schulen..an sich finde ich letztlich die Eltern hauptverantwortlich diesbezüglich. Gute Anleitungen und Lehrmittel gibt es ja an sich.

Und: Pornos sind kein gutes Lehrmaterial für Zungenküsse..dort werden die oft äußerst unsinnlich und dämlich praktiziert...genauso wie anderweitige Sexpraktiken...es geht da eher um Angebot von Schlüsselreizen und Bindung des Kunden, um Wixbusiness, die Vermarktung der männlichen Selbstbefriedigung sozusagen.
Hätte ich jugendliche Kinder würde ich das mit denen besprechen und es auch nicht wollen dass meine Kinder/Jungs in Sachen Sexualität zu sehr sozusagen an einer medialen Titte hängen würden mit Pornokonsum.
Ich will Pornos nicht verteufeln oder so aber auf jeden Fall auf die Prägung insbesondere bei jungen Menschen hindeuten.

Betr. der empörten Reaktion einer Userin auf das Thema S-M bzw. BDSM hin, Fesselung etc: ein sehr guter Freund von mir ist bekennender Fetischist und Masochist, angesehener Bürger mit Familie, total lieb, eine Seele von Mensch. Sexuell anders/unterschiedlich orientiert zu sein heißt für mich lange noch nicht niveaulos sein und ich halte eher die Diskriminierung sexuell anders orientierter Menschen für unsozial und niveaulos..ich vermute da stecken eine Menge Ängste und Vorurteile hinter. Die sexuelle Ausrichtung macht ja auch nicht den kompletten Menschen aus, sondern betrifft nur einen Aspekt der Persönlichkeit. Bei BDSM werden sexuelle Fantasien per Rollenspiel ausgelebt.
Aufklärungsmaterial:
http://de.wikipedia.org/wiki/BDSM

Tyra

und was auch klar sein sollte: natürlich besteht das Leben des Menschen nicht nur aus Sex...es sollten auch andere Dinge nicht zu kurz kommen. Der Sextrieb des Menschen ist allerdings eines der mächtigsten Triebe und das Thema sollte nicht tabuisiert werden.
 
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