Schwierig, schwierig, die Situation. Wichtig zu verstehen aber, dass du nur unterstützen und für sie da sein kannst, wenn sie es zulässt - und dafür braucht es Vertrauen, das ihr erst noch aufbauen müsst.
Die rechtliche Verantwortung mag enden, wenn das Kind 18 wird. Das ist aber etwas völlig anderes als das Verantwortungsgefühl, das man (i. d. R.) als Mutter hat, gerade wenn ein Kind sichtbar noch eher unselbständig ist. Deine Sorge
@Marika46 kann ich daher schon verstehen. Sehr gut sogar. Und die Sorge hört m.E. auch nie auf. Trotzdem muss man die Kinder irgendwann loslassen und auch mal eigene Fehler machen lassen. Es ist an dir, das zu lernen.
Es wäre gut, wenn du davon wegkämst, Entscheidungen für dein Kind treffen und sie ständig bevormunden zu wollen. Stattdessen dich zur wohlmeinenden Ratgeberin zu entwickeln, zu der sie Vertrauen haben kann und auf die sie freiwillig zukommt, um sich Rat zu holen. M.E. reagierst du häufig zu impulsiv und aus der mütterlichen Sorge heraus - verständlich, dass sie zurückschreckt, bockt oder wegläuft. Du könntest eine bessere Ratgeberin werden, indem du Gesagtes von ihr erst einmal grundsätzlich sacken lässt und eben nicht so impulsiv deine Antwort raushaust. Nimm dir 5 Minuten Zeit und überlege erst einmal still für dich. Versetz dich in ihre Lage, du kennst sie doch. Schließ sie geschickt auf und sprich davon, was das Erfahrene für Gedanken in dir auslöst. Gib ihr die Chance, deine negative oder ängstliche Sicht zu verstehen, vielleicht sogar zu entkräften. Sie hat auch eine Meinung!!!
Bzgl. des deutlich älteren Freundes könntest du Vertrauen schaffen, indem du ihr sagst, nach dem ersten Schreck dieser doch ungewöhnlichen Konstellation würdest du das schon auch akzeptieren, sie aber bitten, dir dabei zu helfen, dass deine Sorgen abnähmen. Ob du ihn kennenlernen dürftest. Diese Beziehung muss nicht schlecht sein, vielleicht bietet der Mann ihr das erwachsene Verständnis der Vaterfigur, die sie nicht hatte. Wenn es ihr erster Freund ist würde ich das auch nicht überbewerten. Da wird sich sicherlich noch etwas tun.
Ich würde schon auch weiter versuchen, ihr beim Einstieg in einen Beruf zu helfen. Aber nicht einfach darauf los, sondern sprich mit ihr, warum das so wichtig ist. Dass es gut ist, selbständig und wirtschaftlich unabhängig zu sein, damit man frei bleibt in seinen Entscheidungen und nicht abhängig von anderen.
Habt ihr in der Nähe einen Zoo? Wie wäre es mit einer Ausbildung zum Tierpfleger? Oder einen Reiterhof? Vielleicht wäre ja auch Landwirtschaft etwas für sie. Sie könnte mehrere Praktika machen, um zu schnuppern. Wenn du selber nicht weißt, wie man vorgehen sollte, nutz doch mal chat gpt, um dich dazu zu unterhalten und auf Ideen zu kommen. Du musst dich dazu nicht anmelden, stell einfach deine Fragen so als würdest du einer echten Person gegenüber sitzen. Probier das mal aus, es ist wirklich super. Vielleicht sogar direkt zusammen mit deiner Tochter, so dass auch sie sich Fragen ausdenken kann. Nutzt die KI!
Was die Diagnose angeht muss ich leider sagen, dass ich dich nicht verstehe. Sie soll nach der Schnelldiagnose des Arztes jetzt einfach direkt die Medikamente nehmen und erst später eine Zweitmeinung einholen? Wenn sie zweifelt, du zweifelst, der Führerschein wackelig ist, wieso schlägst du ihr nicht direkt das Einholen der Zweitmeinung vor? Damit zeigst du Empathie, nimmst auch ihre Sorgen ernst, statt ihr etwas aufdrücken zu wollen, wofür im Moment keine Bereitschaft besteht.