Guten Abend,
hier mal ein Update von der schwierigen Situation, die im Übrigen gestern eskaliert ist.
Ich traf meine Tochter bestens gelaunt an, wie sie gerade dabei war, ihre Tasche fürs Wochenende zu packen. Natürlich ist sie jetzt bei ihrem Freund. Sie erzählte mir provokant strahlend, dass sie sich am Donnerstag bei der Fahrschule angemeldet hat. Ich bin echt aus allen Wolken gefallen und habe gefragt, ob sie denn nicht mitbekommen habe, was der Neurologe gesagt hat. Dass sie mindestens ein Jahr anfallsfrei sein müsse bis sie Auto fahren dürfe.
Meine Tochter wurde sofort aggressiv und sagte, dass ich genau wisse, dass die Diagnose Schwachsinn sei. Sie habe gründlich online recherchiert. Dort habe sie gelesen, dass beim Vorliegen von Absencen schon Kinder unter Konzentrationsstörungen leiden. Das habe bei ihr ja nicht zugetroffen, sie habe sich wegen des Schlamassels zuhause (Trennung von ihrem Vater und die Zeit danach) oft in eine Traumwelt geflüchtet. Da sie also keine Epilepsie habe, brauche sie keine zweite Meinung vom einem Arzt und dürfe Autofahren. Angeblich hat sie sich auch bei unserem Hausarzt erkundigt und der habe gesagt, solange sie keine Krampfanfälle habe, dürfe sie Autofahren. Was ich nicht einmal für gelogen halte, da unser Hausarzt sehr lasch ist.
Daraufhin bin ich auch lauter geworden und habe ihr vorgeworfen, total verantwortungslos zu handeln, indem sie sich keine zweite Meinung einholt. Da ich schon in Rage war, habe ich ihr auch die Lügen vorgehalten, dass sie in den vergangenen Monaten angeblich bei einer Freundin übernachtet hat. Sie habe mein Vertrauen enttäuscht. Meine Tochter schrie mich an, dass sie doch zu mir nie Vertrauen hätte haben können. Wenn sie Probleme mit Freundinnen oder Lehrern gehabt habe, hätte ich ihr meistens die Schuld gegeben. Was ich allerdings ganz anders sehe!
Dann wollte sie noch wissen, was das sollte, dass ich ihre Schwester wegen Verhütung auf sie angesetzt habe. Sie sei erwachsen und wisse genau, was sie tue. Außerdem sei ich ja wohl auch zu blöd zum Verhüten gewesen, da ihre Schwester nicht geplant gewesen sei. Da war ich allerdings auch schon Mitte 20 und immerhin fast zwei Jahre mit meinem Ex-Mann zusammen.
Ein sachliches Gespräch war also nach wie vor nicht möglich. Vielleicht muss sie jetzt einfach ihren Weg gehen, wie immer der auch aussehen mag? Auch wenn ich wirklich kein gutes Gefühl dabei habe.