Zeigt mir wiederum dass du nicht wirklich über diese Dinge auslassen möchtest und jetzt so tust, als wenn du von nichts wüsstest.
ich hatte dich schon in meinem Beitrag gestern gefragt, was Du genauer wissen willst: ZB über Geburtsverletzungen und Risiken oder sonst was. Aber wenn Du mir nicht sagst, was Du wissen willst, kann ich halt schlecht antworten.... bin halt kein Hellseher.
Ich habe nichts von Ängsten gelesen, sonden von Fakten die man nur allzu gerne unter den Tisch fallen lässt.
Genauso ist es. Und es ist aber leider so, dass es sehr sehr viele Fakten/Themen gibt, über die einfach sehr wenig gesprochen wird und auch wenig informiert wird. Da kann man nicht mal eben so ins blaue in einem Forenbeitrag das ganze Thema abdecken.
Aber wenn da Interesse besteht, bin ich natürlich jederzeit gerne "anzapfbar". Das wäre definitiv ein Thema für einige Extrathreads.
ich finde es nämlich durchaus wichtig, dass darüber geredet wird: Es fällt eben sehr sehr viel unter den Tisch und diese Unwissenheit ist sehr schädlich. Ich hätte vieles auch gerne früher gewusst, aber niemand hat es mir gesagt.
Was ich halt so traurig finde ist, dass mir so eine Reaktion halt wieder zeigt, dass es viele Leute gibt, die sich tatsächlich nicht für die Details interessieren. Also für die Frage, wie Frauen es wirklich erleben und wie es mitunter wirklich "zugeht". Dabei wäre das so wichtig auch für Menschen, die nicht direkt damit zu tun haben. DAs müsste man nämlich auch genauer beleuchten, wenn man die Frage nach der Abtreibung vernünftig beurteilen will.
Also man muss ein Thema ja zur Gänze verstehen, um letztlich urteilen zu können, wie sich Betroffene verhalten soll(t)en.
Natürlich werden Menschen, die zB glauben, eine Schwangerschaft und Geburt seien relativ risikoarme und wenig belastende Vorgänge über die Notwendigkeit einer Abtreibung anders urteilen, als Menschen, die das komplette Thema mit allen Facetten wirklich kennen und verstehen. Nicht umsonst sind die glühendsten Vertreter der Anti-Abtreibungsbewegung katholische Priester....
Ist doch wie überall im Leben: Wenn ich nicht weiß, wie zB ein Leben im Rollstuhl aussieht, kann ich doch nicht beurteilen, welche Probleme diese Menschen im Alltag haben. Dann kann ich leicht sagen, dass es doch nicht so schwer sein kann, denn es gibt ja überall Aufzüge und Rampen. Aber wenn mir jemand dann erzählen will: "Hey, 90% aller Rampen sind zu steil und die Aufzüge gehen nie", dann kann ich doch ganz anders bei der Frage urteilen: Soll unsere Stadt mehr Geld für Aufzüge ausgeben. Also nur als Beispiel.
Und gerade hier herrscht eben ein enormes Informationsdefizit, das eben meiner Erfahrung nach diese Debatte komplett dominiert. Und es dominiert den ganzen Umgang mit diesem Thema: Weil Betroffene nicht gehört werden. Urteile werden aus Unkenntnis gefällt oder aus ideologischne Vorurteilen.
Und eigentlich ist das doch das schlimmste was in der Politik und Gesellschaft passieren kann: Dass man Dinge die andere Menschen betreffen aus einer uninformierten Haltung heraus trifft.
Wer aber eben zB weiß wie viele Frauen ein Geburtstrauma haben (seelisch und/oder körperlich), was Gewalt bei der Geburt bedeutet, oder wie groß die Anzahl derer ist, die lebenslange und nicht heilbare kröperliche Schäden davontragen bei medizinisch als absolut unauffälligen geburten (also NICHT dort, wo anerkanntermaßen was schiefgegangen ist), der wird diese debatte komplett anders führen und auch die Entscheidungsfreiheit der Frau anders gewichten.