Mensch, Mr.Key, du könntest fast mein Zwillingsbruder sein - die von dir beschriebenen Symptome beobachte ich an mir auch schon seit Ewigkeiten. Eigentlich, seitdem ich denken kann.
Äußerlich sieht man es mir vielleicht nicht an, aber innerlich bin ich hypernervös, stehe quasi unter Starkstrom und beziehe, wie du gesagt hast, alles auf der Straße quasi auf mich selbst.
Nun, diese Symptome festzustellen und sich seiner Ängste, Schwächen und Fehler einzugestehen, ist schon mal der erste Schritt...
😉
In der Schule, bis in die Oberstufe (!!!) war ich so dermaßen verängstigt und schüchtern, dass ich mich noch nicht einmal getraut habe, mir im Unterricht die Nase zu putzen bzw. mal was zu trinken, mich am Unterricht zu beteiligen, etc.
Bloß nicht auffallen, war die Devise...
🙁
Wehren konnte ich mich auch nie gegen irgendjemanden.
Dazu kommt auch noch, daß ich (weiß der Geier warum, wegen der Nervosität, der Anspannung, etc.) zeitweise sehr schnell und extrem undeutlich spreche...so war / ist das natürlich ein Teufelskreis, denn gerade durch diesen Sprachfehler hab ich mich ja auch wiederrum nicht getraut, in der Schule mal das Maul aufzumachen...
Summa sumarum:
Ich hab vor ca. 1 Jahr eine Psychotherapie angefangen, nachdem bei mir eine ängstlich-vermeidende Persönlichkeitsstörung diagnostiziert worden ist.
So eine Therapie ist nur Hilfe zur Selbsthilfe, das heisst, du musst dich schon selber aus der S**** ziehen, die Therapie zeigt dir halt nur, wie es geht und wo du den Hebel ansetzen musst.
Während ich früher das Maul nicht aufgemacht habe und allem aus dem Weg gegangen bin, war ich jetzt im März 10 Tage alleine auf den Kanaren...so schnell kann man sich ändern.
Warum ich so geworden bin - keine Ahnung, vermutlich die Summe aller negativen Erfahrungen, Mikrotraumen, keine Eltern, keine Freunde, Scheiß Beziehungen, Enttäuschungen, etc. Ich werd´s auch nie rausfinden, auch meiner Therapeutin bin ich ein Rätsel - vielleicht hab ich´s auch geerbt...keine Ahnung.
Aber es geht nur darum, das Erlebte (ihr habt beide Hänseleien erwähnt, die ich auch zur genüge kenne...) aufzuarbeiten, in einer Therapie, darüber zu sprechen, den Mist loszuwerden...und Selbstbewusstsein aufzubauen!!!
Das macht man, indem man vor die Tür geht und quasi umlernt, sich umkonditioniert und schlichtweg die Erfahrug macht, dass einen die Leute eben NICHT anstarren (die denken eh nur alle an sich selber....), man NICHT auf einem Präsentierteller sitzt, etc.
Etwas psychologische Lektüre kann auch nicht schaden, bei
www.Palverlag.de gibts gute Bücher, die ich auch gelesen habe. Dazu kann ich euch das Buch "Die 6 Säulen des Selbstwertgefühls" von Nathaniel Branden ans Herz legen - das lese Ich selbst gerade.
Ich hatte irgendwann keinen Bock mehr, wie du sagst "mit angezogener Handbremse" durch´s Leben zu gurken.
Man muss soziale Kontake aufbauen - dabei kann auch ein Sportverein helfen. Tyra würde jetzt Kampfsport empfehlen, hat bei mir komischerweise jahrelang gar nix gebracht. Kraftsport hatte bei mir schon einen größeren psychologischen Effekt. Aber im Prinzip geht es nicht um die Art des Sports, sondern um den sozialen Kontakt halt.
Fazit: Selbstbewusstsein aufbauen, rausgehen, Therapie anfangen, raus in die Welt gehen und Rückschläge & Mißerfolge einfach abhaken und weitermachen - die wird es immer geben.
😉
Viele Grüße!
Loner