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The Collector
Gast
@ Child of Storm und andere Interessenten;
Mobbing zwischen Kindern / Schülern gab es bereits zu meiner Schulzeit. Lang ist es her; meine Einschulung war 1967.
Den Begriff Mobbing gab es damals zwar noch nicht; die Weißheit, daß Kinder grausam sein können jedoch schon.
Ich hatte in gewisser Weise das Glück in einem Umfeld aufzuwachsen, welches Interesse daran hatte, daß Absolventen der Schule ein Gutes Maß an Bildung aufzuweisen hatten (egal ob Ost oder West!). Dies war Voraussetzung den gesellschaftlichen Bedarf, insbesondere den der Ökonomie zu stillen.
Die Zeiten haben sich verändert, mit ihnen das gesellschaftliche Umfeld. Waren es damals Pädagogen, Übungsleiter u.a., die positiv Einfluß bei der Formung von Persönlichkeiten nahmen, sieht sich manch Schüler heutzutage, bezüglich der an ihn gestellten Anforderungen, allein gelassen.
Mit Recht erwähnst Du fehlende Erziehung. Selbst meine ich, in einer Gesellschaft, die der Erziehung von Hunden (diese werden genötigt an Bordsteinen stehenzubleiben und erst auf Kommando weiter zu gehen!) mehr Aufmerksamkeit widmet, als der Erziehung der nachfolgenden Generation, stimmt vieles nicht - ihr fehlt es an Interesse an dieser Generation.
Fehlende Erziehung ist dabei keine Frage von fehlender Zeit (meine eltern arbeiteten beide!), sie ist Ausdruck dessen, daß sich gesellschaftliche Maßstäbe in dramatischer Weise verschoben haben.
Werte (Eric), vorgegaugeltes Glück (EuFrank), "das Gefühl ohne Abschluss und gute Noten nichts zu sein" (Gast) u.a. gingen auf Diskrepanzen bereits ein. Du (Child of Storm) erwähnst den Klaps auf den Hintern, ...
Ich habe Prügel im Elternhaus noch kennengelernt, meine Eltern "nötigten" mich zu Leistung, also etwas für die Schule zu tun.
Erziehung geht auch anders. Natürlich gehören Sanktionen dazu; auch Zwang, denn manches Lernen ist Arbeit und Vokabeln können stupider sein als ein Fließband !
Vergleiche und daraus resultierende Kritik an asiatischen Bildungssystemen sind m. E. lediglich eine Gutsprechung der hießigen Misere. Kinder und Jugendliche wollen auch heute lernen, ihnen Verantwortung zu übertragen hilft ihnen über sich hinaus zu wachsen - aber diese Erfolge muß man ihnen gönnen, man muß diese vorbereiten und ermöglichen.
Eine Lösung jedoch sehe ich selbst nur darin, daß sich die Gesellschaft derart wandelt, daß Logik in Politik einzieht. Unter Politik verstehe ich dabei nicht das kleinstaatliche Denken in Teutonien - der Maßstab muß den Kontinent betreffen, evtl. darüber hinaus.
Was heute so mancher unter Politik versteht, also Lobbyvertretung im Interesse von Profit, hilft ca. 10 % der Bevölkerung in unserem Land - soziale Probleme sind vorprogramiert.
Scheinargumente wie Freiheit, Demokratie usw. helfen keinem heutige Probleme dieses Landes, des Kontinentes und dieses Planeten zu lösen; sie sind lediglich Meilensteine in einen Weg abwärts.
Früher oder später werden wir uns fragen müssen;
-Warum haben wir vorhandene Potenzen nicht genutzt?
- Warum sind wir mitgelaufen?
- Warum haben wir geglaubt?
Ich habe bis lange nach meiner Schulzeit gebraucht bis mir das Licht aufging, daß Wissen Macht ist, man sollte Denken gelernt haben.
Als erste positive Schritte würde ich es werten, daß die Kleinstaaterei in Deutschland abgeschafft wird. Ein zentrales Bildungssystem, orientiert an stehenden gesellschaftlichen Aufgaben, die den Fortbestand dieses Landes befördern und die Ressource HIRN fördern wollen, wären ein Anfang.
... ein kleines Wort noch zu heutigen Lehrern. Nicht selten kritisiere ich sie, obwohl auch ich weiß, daß auch Lehrer zwischen Anforderungen des Systems und der Gesellschaft eigentlich nur scheitern können !
MfG.
Das größte Problem lieget doch wohl eher daran, dass Individualismus nicht akzeptiert wird.
Ich kann das Schulsystem so beschreiben: Ein zusammen gewürfelter Haufen Wissen, der allen Schülern aufgezwungen wird und als wichtig betrachtet wird, auch wenn nur ein kleiner Teil dieses Wissens im Leben weiterhilft."
Das Schulsystem ist doch eine Verallgemeinerung, woher will jemand wissen, was andere wissen müssen. Ich dachte die Talente der Schüler sollten gefördert werden.
Leistungsdruck fordert keine Talente. Und gerade in Japan, sieht man was dieses stark sein und nicht schwächeln aus den Menschen gemacht hat. Warum ist die Videospielindustrie so erfolgreich?
Die Menschen sind einsam und haben kaum Erfolgserlebnisse mehr. Ich war von denen, die sagten ,,Scheiß drauf" ich mach meinen Job und bleib anständig. Und das mache ich auch jetzt noch. Ich habe das Wissen, dass man angeblich braucht nie benötigt, ich habe mich in den Bereichen fortgebildet die mich interessierten und fühle mich nicht besser oder schlechter als jemand, Hunderttausend Auszeichnungen und Prüfungen bestanden hat.
Wenn ein Schüler jemanden hätte, der ihm sagt ,,Du schaffst das?", der ihm seine Talente zeigt ihm hilft und ihn nicht wie vieler meiner Lehrer damals, auch noch rät eine Lehre zu machen nur weil er im ein oder anderen Fach schwächelte. Ich hatte so was nie, wenn ich am Boden war bekam ich in der Schule noch eins drauf, also nahm ich mir die Peruaner in der Nachbarschaft als Vorbild. Die hatten weder Ausbildung noch viel Geld, waren eine große Familie aber sie waren total glücklich und lebten für den Tag. Ich bin glücklich geworden.
Ich hoffe, dass die Jugend halt doch einsieht, dass man sie verarscht und sich irgendwann wehrt.