Child of Storm
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Ich helfe meinen Kindern. Sie werden sowieso nicht auf das Gym gehen. Warum diskutieren wir also?
Mein Anliegen ist eigentlich nur, dass du vielleicht einsiehst, dass du mit deiner verdrehten Einstellung es deinen Kindern noch schwerer machst, als es dir damals ergangen ist. Du gibts doch deinen Kindern schon von vornherein das Gefühl, dass sie unfähig sind - ob das jetzt stimmt oder nicht. Ich erhoffe mir, dass du ein wenig mehr Respekt vor ihnen hast - mehr nicht. Ich bin gerade selber erst Mami geworden (die Lütte ist 12 Wochen alt) - ich bin gespannt darauf, wie sie sich entwickelt, welche Vorlieben sie entwickeln wird - und welchen Berufswunsch sie einmal haben wird. Ich würde nie auf die Idee kommen ihr da Vorschriften zu machen - egal wie schwer es für mich mal war. Es muss für sie nicht zwangsläufig gleich schwer sein. Nirgendwo steht geschrieben, nur weil ich gemobbt wurde, dass sie dasselbe erleben muss. Im Gegenteil... sie könnte im Ernstfall sogar von meinen Erfahrungen profitieren.
Ja nee ist klar... jeder Schüler oder Student verlangt 100 Euro. Wohl eher nicht. Die Preise liegen da eher so zwischen 8 und 20 Euro (vgl. Nachhilfe - kein reiner Schülerjob). Ich kenne keinen, der ernsthaft professionelle Nachhilfe nötig gehabt hätte, die so teuer wäre, wie du behauptest. Du scheinst ernsthaft zu glauben, dass man fürs Gymnasium entweder reich oder hochbegabt sein muss. Das ist völliger Quatsch. Ich wage sogar zu behaupten, dass die meisten Schüler weder das eine noch das andere sind. Wenn du von 100 Euro sprichst, dann meinst du tatsächlich Privatlehrer. Das wäre für normale Nachhilfe sowas von überzogen.Die Schülernacchilfe reicht nicht immer aus. Und die ganzen Ingenieure die Nacchilfe geben verlangen 50 Euro für 90 Minuten Nacchilfe. Das ist wohl unglaublich. Fast 100 Euro für nicht einmal 2 Stunden und nebenbei macht das den Ingenieuren auch noch Spaß. Das ist einfach nur unverschämt. Da merkt man sowas wie freiwillige Hilfe aus gutem Willen gibt es nichtmehr.
Das Abitur hat viel zuviel Einfluss in unserer Gesellschaft. Aber ich lasse mich weder von der Verwandschaft noch von sonst jemanden schräg anschauen, wenn ich offen sage, dass meine Kinder einen Lehrberuf erlernen. Ich denke sie wollen das auch. Und ich hoffe wir haben die Zeit bald überstanden in der das Abitur viel größeren Wert als der Lehrberuf hat.
Das Abitur ist eine Reifeprüfung, die ein Maß für die Eignung zum Studium darstellt. Wer das Abitur schon nicht schafft, wird ein Studium erst recht nicht schaffen. Schon aus dem Grund wird diese Prüfung wohl nicht abgeschafft werden - zumindest dann nicht, wenn Deutschland international wettbewerbsfähig bleiben will. Ein Abitur, das praktisch jeder haben kann ist wertlos. Was nützt es, jedem seinen Traumjob zu schenken, ob er geeignet ist oder nicht. Sowas kann nur im Chaos enden. Zumal es wohl auf der Hand liegen dürfte, dass jemand, der normal das Studium nicht geschafft hätte, wohl kaum im Job weiter käme, würde er das entsprechende Studium geschenkt bekommen.Das Abitur sagt nicht das geringste über einen Menschen aus. Ist ein Mensch der das Abitur nicht schafft dumm? Nein, wenn er nicht geeignet ist befindet er sich in seiner eigenen Hölle und redet sich ein, er sei zu faul, zu dumm oder ein Versager. Dabei kann er garnichts dafür, auch wenn er Stunden lernt, bessert sich das in manchen Fächern nicht.
Ich glaube du hast da was falsch verstanden. Das Abitur ist nicht mehr wert, als eine Lehre. Das Abitur soll nur ein Maß sein, ob jemand fürs Studium geeignet ist, oder nicht. Dass akademische Berufe später besser bezahlt sind, als Lehrberufe liegt an der Art der Arbeit. Das bedeutet aber nicht, dass jemand mit Lehrberuf dümmer als ein Studierter ist oder das Akademiker die Weisheit mit Löffeln gefressen hätten. Ich persönlich habe sogar vor manchem Lehrberuf einen Heidenrespekt (bspw. Bauarbeiter oder Pflegepersonal - die leisten einen höllisch schweren Job). Was heisst denn Akademiker? Es heisst doch nur, dass er später im Beruf wesentlich mehr Verantwortung zu tragen hat - und daher auch besser bezahlt ist. Mehr nicht. Auch Leute mit Lehrberuf können einiges auf dem Kasten haben und solche Laufbahnen ergreifen - dann werden die genauso gut bezahlt wie ein Akademiker in derselben Position. Der Einstieg und die Zeit bis dahin sind nur verschieden.
Was aber in unserem Schulsystem schief läuft (du nennst es Einfluss haben) ist die Tatsache, dass man inzwischen für jeden Pups Abitur braucht. Warum das so ist weiss der Geier. Ich weiss es nicht, aber ich vermute, das liegt daran, dass Hauptschule zum Auffangbecken für die geworden ist, die sich nicht anstrengen wollen, die Schule nicht als Chance begreifen, sondern als Plage. Und weil die Politiker nicht wissen, was sie mit diesen Jugendlichen machen sollen, werden die alle in der Hauptschule abgeladen. Ich glaube ein besseres Beispiel gibt es nicht dafür, wie falsch es ist, alle gleich machen zu wollen. Manche brauchen nunmal eine spezielle Förderung (Legastheniker bspw. oder auch einige Kinder aus sozial schwachen Familien), die eine normale Schule aus Rücksicht auf die anderen Schüler einfach nicht leisten kann. Trotzdem werden die alle zusammen geworfen. Die, die für die Hauptschule nicht geeignet sind schaffen den Abschluss nicht und die, die sich anstrengen und einen guten Hauptschulabschluss machen, kriegen überall gesagt, dass man Abitur haben will. Super Plan. Dabei ist es nichts Schlimmes, eine Förderung auf einer Sonderschule zu bekommen, denn gerade diese Förderung sollte doch die Chancengleichheit geben. So wie es jetzt ist, haben die zwar die Möglichkeit auf eine andere Schule zu gehen - nur nützt sie ihnen nichts, weil man sie nicht da abholen kann, wo sie stehen.
Ich finde es auch immer quatsch, einen akademischen Bruf mit einem Lehrberuf zu vergleichen. Das ist schlicht nicht vergleichbar. Ich wollte beispielsweise einen Akademiker sehen, der ohne Handwerker, ohne Landwirte, ohne Bäcker oder ohne Müllabfuhr zurecht kommen müsste. Auf der anderen Seite möchte ich einen Mechaniker sehen, der ohne akademische Forschung umweltschonenden Autos bauen oder eine schwere Krankheit überstehen will.
Ich schaue dich nicht schräg an, wenn deine Kinder einen Lehrberuf ergreifen möchten, sondern weil du ihnen keine andere Wahl lassen willst. Mein Mann ist kein Akademiker, trotzdem schaue ich nicht auf ihn herab. Im Gegenteil ich bewundere ihn, dass er die Schichtarbeit so gut hinbekommen hat - ich wäre daran verzweifelt. Genau genommen habe ich nur ein oder zwei Freunde, die Akademiker sind, die anderen haben alle "nur" Lehrberuf. Mein Exmann war Akademiker und ein absoluter Mistkerl, der mich geschlagen und betrogen hat. Mit Schubladendenken kommt man heute eben nicht mehr weiter. Wie du sagtest, der Abschluss sagt überhaupt nichts über die Persönlichkeit eines Menschen aus - nur etwas über die berufliche Eignung. Jeder, der was anderes behauptet (bspw. Abiturienten seien die besseren Menschen) ist ein eingebildeter Schnösel, sowas sollte man schlicht ignorieren.
Angenommen, ein Legastheniker würde Deutschlehrer werden wollen - welche Schule würde ihn einstellen? Wer würde seine Kinder von einem Lehrer mit Leseschwäche in Deutsch unterrichten lassen? Klar er kann nichts für diese Schwäche - aber deswegen kann man ihm nicht einfach irgendwas schenken, nur weil er das will. Mal ganz davon abgesehen, dass wohl kaum einer tatsächlich die Mühsal eines Studiums auf sich nehmen würde, wenn er im Lehrbuch quasi um jedes Wort kämpfen müsste. Das hat nichts mit Diskriminierung zu tun (allein, dass du dieses Wort in diesem Zusammenhang gebrauchst zeigt, dass du keine Ahnung hast, was es wirklich heisst).Du bist auch Informatikerin. Ich würde mich auch besser fühlen, wenn ich einen akademischen Beruf machen würde. Weil einfache Leute wie ich in dieser Gesellschaft diskriminiert werden. Aber ich lebe meinen Kindern äuserlich nicht vor, etwas schlechteres zu sein als Akademiker. Das Fernsehen, die Medien, Die Zeitung Akademiker sind einfach im Vorteil. Und das ist eine unglaubliche Ungerechtigkeit, wenn man nicht geeignet war (wie ich) und nicht einmal die Möglichkeit bekommt einen besonderen Berufsweg zu wählen. Und das Legastheniker oder Menschen mit Dyskalkulie Wände anstreichen müssen, weil sie fürs Abitur nicht geeignet sind und niemals studieren sollen, Entschuldigung! aber das ist Diskriminierung. Das ist besser gesagt noch ein gezielter Angriff auch schwächere, damit die niemals einen besonderen Beruf machen können, sie sind die schwarzen Schatten der Gesellschaft.
Ich finde es gut, dass du deinen Kindern zeigst, dass ein Lehrberuf nicht schlechter als ein Studium ist! Das ist die Art Unterstützung, die ein Kind bei der Wahl des Berufsweges braucht. Aber einen bestimmten Zweig von vorn herein auszuschließen ist einfach falsch und gibt dem Kind ein falsches Signal.
Wie ich sagte, ich war aufgrund des Mobbings sehr oft krank und hatte daher nicht nur massive Lücken im Lernstoff, sondern meine Noten waren auch schlecht. Es hat mich einiges an Kraft und Nerven gekostet mich trotz schwerer Depressionen deswegen durchzukämpfen. Aber auch das ist kein Maß für das Normale. Nur ein Beispiel, dass man trotz häßlicher Umstände einiges erreichen kann. Du hattest andere Umstände, die es dir unmöglich gemacht haben, das zu erreichen, was du erreichen wolltest. Das macht dich weder zum Versager noch zu einem schlechteren Menschen. Aber du solltest deswegen trotzdem nicht vergessen, dass deine Kinder nicht so sind wie du und dass sie einen anderen Weg einschlagen könnten und nicht zwangsläufig daran scheitern müssen. Wenn deine Kinder jetzt dir zuliebe einen Lehrberuf machen - wer sagt denn, dass sie das nicht später (aus welchen Gründen auch immer) bereuen? Ich glaube kaum, dass es dir gefallen würde, wenn sie dir das bis an dein Lebensende vorhalten und nachtragen würden, weil du sie nicht da unterstützt hast, wo sie der Unterstützung bedurft hätten.Meine Eltern waren auch nicht reicher und da warst vermutlich zumindest eine gute Schülerin. Du kannst mich also nicht verstehen. Und wenn du gemobbt wurdest, dann weist du wozu Kinder fähig sind.
Deine Schule ist nicht das Maß aller Dinge. Sachbeschädigung dürfte wohl überall mit entsprechenden Strafen geahndet werden. Auch in anderen Schulen wird der Direktor wohl dazu ein ernstes Wörtchen zu sagen haben. Auch ein Gymnasium oder eine Realschule kann es sich nicht leisten ständig neues Inventar anzuschaffen.Bei uns wurde das mit den Tischen anmalen nicht bestraft. Ermahnt wurde man und das war es. In der Hauptschule hätte man dich sofort zum Direktor geschickt. Lerngruppen helfen nichts, wenn man nicht geeignet ist. Und was ist wenn das Kind zu feige ist um seine schulischen Schwächen vor Mitschülern preis zu geben.
Also eine größere Unverfrorenheit habe ich noch nicht gehört. Du scherst einfach mal pauschal alle Abiturienten über einen Kamm und behauptest sie würden wegen ihrem Abschluss die Gesellschaft schlechter machen. DAS mein Lieber ist Diskriminierung.Ich verunsichere sie nicht, ich sage nur, dass es mir lieber ist sie machen nicht Abitur. Dadurch machen sie die Gesellschaft nur schlechter.
Ausserdem sagst du nicht einfach NUR, dass es dir lieber wäre, sie würden kein Abitur machen. Ich glaube die letzten Seiten dieses Threads zeigen deutlich, dass du es ihnen verbieten willst. Das ist ein Unterschied. Niemand hält dich davon ab, ihnen zu erzählen, wie es dir ergangen ist, als Entscheidungshilfe. Aber du versuchst ihnen das Ergebnis der Entscheidung schon vorzugeben.
Edit:
Alles Gute zum Vatertag!
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