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Jeder dritte Schüler ist depressiv

  • Starter*in Starter*in Don Camillo
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Hallo,

Interessant die ganzen Beiträge hier.

Tja der Kapitalismus ist in einer gemäßigten Form das beste Wirtschafts-System was wir haben, trotz all seiner Übel und Fehler. Der Kapitalismus in seiner reinsten Form wie in den USA ist natürlich Mist. Aber das merken die Ammi's vllt. auch langsam mal bei sich...

Ich hatte damals als Schüler auch immer Angst das ich Test XY nicht schaffe usw.
Ich weiss jetzt nicht genau wie die Anforderungen heutzutage so aussehen. Aber im Vergleich zu den meisten anderen Ländern haben es unsere Schüler doch recht gemütlich oder?
Zumindestens kriegt man durch die ganzen Doku's über ausländische Schul-Internate oder Schulsysteme den Eindruck.

Man muss aber auch dazu sagen das heutzutage von den Lehrer'n viel zuviel verlangt wird. Die sollen einen beachtlichen Teil der Erziehung übernehmen weil's viele Eltern wegen Zeitmangel oder Inkompetenz wohl nicht mehr auf die Reihe kriegen. Da hat ein Lehrer aber wohl kaum die Chance der Sache gerecht zu werden wenn man mal überlegt wieviel Zeit pro Schüler zu Verfügung stehen. Viele haben ja schon Angst vor einigen ihrer Schüler.

Ein Freund von mir studiert Lehramt. Was der im Praktikum auf unserer alten Gesamtschule erleben durfte.. da wird der Lehrerin an den Popo gefasst oder Beleidigungen werden rumgeblärt..

oder sogar Augen werden ausgestochen..ja richtig gelesen..mein Freund erzählte mir die Horror-Geschichte..da hat irgend ein 13 jähriger Junge der wohl nur Kot im Hirn hat mit der Schere rumgefuchelt in der Luft und zack hatte er das Auge seines Tischnachbarn zerissen..Blut und Augenflüssigkeit strömten nur so auf den Tisch und alles schrie usw..

Klar..sind Extremfälle..aber soweit sind wir schon teilweise..

Am besten man fängt mit der bundesweiten Einführung der Schuluniform an..das ist schonmal gewisserweise eine unterbewußte Erziehung und noch viel wichtiger..tolle Klamotten usw. zählen nicht mehr so extrem..aber mist..Bildungsdinge sind ja Sache der einzelnen Länder..ein Hoch auf den lähmenden Förderalismus aber das ist eine andere Geschichte^^

Kurzform wäre: Lost Generation 😉
 
Sehen wir es doch mal positiv.

Hautpsache wir können uns noch Werbeslogans wie "Sieh' niemals müde aus!" reinpfeifen 😀

Wir treffen es doch ganz ordentlich, Krieg und AKW Zwischenfälle gibt es bislang nur im TV zu begaffen, Nahrung ist vorhanden und ein Dach über dem Kopf haben wir auch. Die meisten zumindest. Ich will garnicht wissen wie erst die Post abgeht, wenn auf den int. Märkten wirklich mal was knapp wird und die Menschen auf ihren unverzichtbaren Luxus verzichten müssen. Ich hab es da nicht sonderlich schwer, ich brauch nicht viel (Material) zu meinem Glück, aber es soll ja auch noch anspruchsvolle Menschen geben.
 
Sehen wir es doch mal positiv.

Hautpsache wir können uns noch Werbeslogans wie "Sieh' niemals müde aus!" reinpfeifen 😀

Wir treffen es doch ganz ordentlich, Krieg und AKW Zwischenfälle gibt es bislang nur im TV zu begaffen, Nahrung ist vorhanden und ein Dach über dem Kopf haben wir auch. Die meisten zumindest. Ich will garnicht wissen wie erst die Post abgeht, wenn auf den int. Märkten wirklich mal was knapp wird und die Menschen auf ihren unverzichtbaren Luxus verzichten müssen. Ich hab es da nicht sonderlich schwer, ich brauch nicht viel (Material) zu meinem Glück, aber es soll ja auch noch anspruchsvolle Menschen geben.

wie Recht du doch hast.
 
"Lost generation" ! ... ein gutes Stichwort und eigentlich ein erster Ansatz einer Diskussion.

Eine Studie durchzuführen ist eine Sache; zweite wäre in diesem Zusammenhang was bezweckt diese Studie und inwiefern ist man bereit Änderungen anzustreben.

Auch wenn mir bewußt ist, daß es entsprechende Konflikte zwischen Lehrern und Schülern (auch Extremfälle) gibt, halte ich wenig davon, Lösungen auf dieser Ebene zu suchen.
Es ist die falsche Ebene, da fremdbestimmt und vor allem eine Ebene, die zwar konfrontiert mit gesellschaftlichen Entwicklungen nicht aber in der Lage darauf zu reagieren - geschweige denn zu agieren.

Machen wir uns doch mal klar, welche Aufgaben Bildung realisieren soll.
- Bildung für den Einzelnen (Kenntnisse, Fähigkeiten, Fertigkeiten),
- einen gesellschaftlichen Beitrag zur Erhaltung und Entwicklung dieser Gesellschaft,

Dieser gesellschaftliche Beitrag ist daran gebunden, daß er von der Gesellschaft nachgefragt wird, quasi benötigt wird - heute leider eine Idealvorstellung !

Bildung bedarf einer gewissen Perspektive !

Studien erlebten wir in den vergangen Jahren zu hauf. Pisa! ... und Studien, die uns Verbesserung suggerierten.
Wir haben weiter ein "Bildungssystem", welches seinen Namen offensichtlich nicht verdient, es ist in 16 "Bildungssysteme" gespalten und gleicht somit eher einer Versuchsstation, wie denn mit nachwachsendem Personal unzugehen ist.

Bildung hat letztendlich auch immer etwas mit gesellschaftlichen Perspektiven zu tun, die unser heutiges System nicht bieten kann.
"Wir" verzichten auf das Potential von 6,5 Mio. Hartz-IV-lern und akzeptieren damit, daß eine Gesellschaft Möglichkeiten verschenkt, ... daß sich dies natürlich auch bei den Jüngsten in der Gesellschaft wiederspiegelt ist nur logisch - es ist Ergebnis einer Entwicklung.

MfG.
 
Wenn nichts einen Wert hat und kein Ziel erkennbar ist, ist es doch ganz klar, dass Schüler niedergeschlagen sind. Es zählt der Egoismus. Das hat viel mit dem System zu tun, aber auch damit dass der einzelne nicht mehr weiss wie er sich überhaupt orientieren soll. Von allen Seiten, wird er mit "Botschaften" aus den Medien beschossen. Diese Informationen sind ja gar nicht mehr zu verarbeiten bzw. zu einem großen Teil überflüssig. Eltern und Umfeld sind meistens überfordert, die haben in dieser "Stresswelt" am meisten mit sich selbst zu tun. Nur ein funktionierender Roboter zu sein reicht halt nicht aus. Genau wie die Statusobjekte (Markenprodukte), die als Pokale vorgezeigt werden. Willst Du auf "in" sein, wirdst Du automatisch zum Sklaven. Dein vollautomatisiertes Handy zeigt Dir als 14-jähriger den Weg. Kommunikation ist zu einem großen Teil nicht mehr menschlich, sondern zielorientiert.
 
Schade kann die Frankfurter Schule nicht mehr dabei zuschauen,
wie sich das sinnverdrehte System entwickelt. 😉

Gewarnt wären wir ja.

Im schlimmsten Fall führt Kapitalismus wieder direkt in die nächste Barbarei und zu einer möglichen Verwilderung. Der ewige Teufelskreis der Geschichte, Entstehung und Zerfall von Kulturen. Der Mensch steht sich halt irgendwie immer selbst im Weg.

Der grösste Trugschluss am gegenwärtigen Zustand ist, dass es von zuvielen Leuten als Non Plus Ultra angesehen wird, nicht als eine vorübergehende wirtschaftliche Entwicklunsgsstufe.
 
Ich bin selber Schüler, aslo kann ich das beurteilen.

Auch, wenn wir im Gegensatz zu den Asiaten noch ein ziemlich lockeres Schulsystem haben, verstehe ich die Studie gut.

Ich leide selber darunter und ich glaube auch den Grund zu kennen.

Bei mir ist es das Gefühl ohne Abschluss und gute Noten nichts zu sein. Meine Familie will, dass ich Abitur mache und dann studiere, es ist so traurig, dass das zum Standard geworden ist. Es gibt nur diese zwei Wege Abitur oder Lehre. Wer bei den zwei Sachen nicht mitspielt, ja der geht als Hilfsarbeiter. Aber wer fragt uns Schüler nach unseren Interessen. Ich weis vermutlich mehr als der Geschichte-Lehrer über manche Länder bescheid und mag Geografie sehr, aber naja das bringt mir nicht viel.

Wir sollten alle gleich sein, alle diesselbe Prüfung machen, alle studieren. Wer da nicht mitspielt ist nichts.
Ja vielleicht bin ich auch ein wenig faul, aber wenn wundert das. Ich gebe es zu, ja ich zeichne lieber Mangas oder treff mich mit Freunden, oder beschäftige mich mit Dingen, die ja gerade druch den technischen Fortschritt enstanden sind. Ein Schüler aus der HTL sagt zu mir, warum manche lieber PS 3 spielen als die wichtigen HTL Fächer zu lernen. Dann sage, ich deine Schule ist doch auf Technik spezialisiert, das heißt genauer genommen, ihr trägt dazu bei, dass solche Geräte wie die PS3 von Firmen wie Sony hergestellt werden. Das ist doch alles Technik, warum beschweren die sich dann. Ja wir sind Kinder und wir haben nicht alle die nötige Disziplin und sollte man so anfangen wie in Asien, tja das ist auch Kindesmisshandlung. Oder denkt ihr, dass diese Kinder glücklich sind. Vielleicht sollten wir uns was von den Brassilianern abschauen oder besser nicht.,

Ich weis es nicht, aber es liegt nicht an den Kindern, sondern am System. Und die Talente der Kinder, die interessieren keinen, sonst gäbe es keine allgemeinen Reife-Prüfungen, weil es keine Allgemeinen Kinder gibt, verdammt wir sind verschieden, aber das will niemand einsehen.
 
Wenn nichts einen Wert hat und kein Ziel erkennbar ist, ist es doch ganz klar, dass Schüler niedergeschlagen sind. Es zählt der Egoismus. Das hat viel mit dem System zu tun, aber auch damit dass der einzelne nicht mehr weiss wie er sich überhaupt orientieren soll. Von allen Seiten, wird er mit "Botschaften" aus den Medien beschossen. Diese Informationen sind ja gar nicht mehr zu verarbeiten bzw. zu einem großen Teil überflüssig. Eltern und Umfeld sind meistens überfordert, die haben in dieser "Stresswelt" am meisten mit sich selbst zu tun. Nur ein funktionierender Roboter zu sein reicht halt nicht aus. Genau wie die Statusobjekte (Markenprodukte), die als Pokale vorgezeigt werden. Willst Du auf "in" sein, wirdst Du automatisch zum Sklaven. Dein vollautomatisiertes Handy zeigt Dir als 14-jähriger den Weg. Kommunikation ist zu einem großen Teil nicht mehr menschlich, sondern zielorientiert.
Dem kann ich im Großen und Ganzen zustimmen. Es wird im Prinzip nur ein Wert progagiert: Glück. Und das alleine funktioniert nicht. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass die Jagd nach dem Glück eher unglücklich macht. Es reicht eben nicht, Gewinner bei DSDS zu werden und seine Millionen mit dem Trällern von Liedchen verdienen zu wollen. Alles lächerliche Vorbilder!

Und einfach ein Glied in der funktionierenden Leistungsgesellschaft zu sein, befriedigt auch nicht.
 
Als ehemaliges Opfer von Schüler-Mobbing kann ich sagen, dass sich hier in den letzten Jahren so einiges getan hat. Es hilft ja schon, dass es überhaupt anerkannt ist, dass man auch schon in der Schule durch Mobbing krank werden kann. Zu meiner Zeit habe ich nur so hilfreiche Tipps zu hören bekommen wie "wehr dich halt, aber wehe du schlägst zu" oder "wenn du nicht reagierst wird es denen langweilig". Dumm nur, wenn die Lehrer mitmachen, um in der Klasse beliebt zu sein.

Das Poblem ist, dass die Kinder heutzutage nicht mehr erzogen werden. Überspitzt pauschal gesagt: ein Drittel der Eltern haben kein Interesse an ihren Kindern, ein Drittel traut sich nicht tatsächliche Grenzen zu ziehen und gerade mal ein Drittel schafft es die Gradwanderung der Grenzziehung zu meistern. Man lässt die Eltern auch überwiegend allein mit der Erziehung und ein Klapps auf den Hintern, wie es keinem meiner Generation geschadet hat, wird gleich als Prügel bezeichnet (keiner von denen, die das so sehen haben je wirklich Prügel von den Eltern erhalten - sonst würden sie den Unterschied kennen). Man sagt den Eltern also immer nur: das darfst du nicht und das auch nicht und das erst recht nicht. Aber niemand sagt, wie man es macht. Also kauft man sich Unmengen an Büchern und Ratgebern, die alle unterschiedliche Meinungen vertreten und die Verwirrung ist groß. Dabei ist es schlicht gesunder Menschenverstand. Kinder sind nämlich keine Roboter, die man stupide alle mit dem gleichen Programm füttern kann und alles läuft. Kinder sind Individuen und brauchen daher individuelle Erziehung - und keiner kennt sein Kind besser als die Eltern.
 
@ Child of Storm und andere Interessenten;

Mobbing zwischen Kindern / Schülern gab es bereits zu meiner Schulzeit. Lang ist es her; meine Einschulung war 1967.
Den Begriff Mobbing gab es damals zwar noch nicht; die Weißheit, daß Kinder grausam sein können jedoch schon.

Ich hatte in gewisser Weise das Glück in einem Umfeld aufzuwachsen, welches Interesse daran hatte, daß Absolventen der Schule ein Gutes Maß an Bildung aufzuweisen hatten (egal ob Ost oder West!). Dies war Voraussetzung den gesellschaftlichen Bedarf, insbesondere den der Ökonomie zu stillen.

Die Zeiten haben sich verändert, mit ihnen das gesellschaftliche Umfeld. Waren es damals Pädagogen, Übungsleiter u.a., die positiv Einfluß bei der Formung von Persönlichkeiten nahmen, sieht sich manch Schüler heutzutage, bezüglich der an ihn gestellten Anforderungen, allein gelassen.

Mit Recht erwähnst Du fehlende Erziehung. Selbst meine ich, in einer Gesellschaft, die der Erziehung von Hunden (diese werden genötigt an Bordsteinen stehenzubleiben und erst auf Kommando weiter zu gehen!) mehr Aufmerksamkeit widmet, als der Erziehung der nachfolgenden Generation, stimmt vieles nicht - ihr fehlt es an Interesse an dieser Generation.
Fehlende Erziehung ist dabei keine Frage von fehlender Zeit (meine eltern arbeiteten beide!), sie ist Ausdruck dessen, daß sich gesellschaftliche Maßstäbe in dramatischer Weise verschoben haben.
Werte (Eric), vorgegaugeltes Glück (EuFrank), "das Gefühl ohne Abschluss und gute Noten nichts zu sein" (Gast) u.a. gingen auf Diskrepanzen bereits ein. Du (Child of Storm) erwähnst den Klaps auf den Hintern, ...
Ich habe Prügel im Elternhaus noch kennengelernt, meine Eltern "nötigten" mich zu Leistung, also etwas für die Schule zu tun.
Erziehung geht auch anders. Natürlich gehören Sanktionen dazu; auch Zwang, denn manches Lernen ist Arbeit und Vokabeln können stupider sein als ein Fließband !

Vergleiche und daraus resultierende Kritik an asiatischen Bildungssystemen sind m. E. lediglich eine Gutsprechung der hießigen Misere. Kinder und Jugendliche wollen auch heute lernen, ihnen Verantwortung zu übertragen hilft ihnen über sich hinaus zu wachsen - aber diese Erfolge muß man ihnen gönnen, man muß diese vorbereiten und ermöglichen.

Eine Lösung jedoch sehe ich selbst nur darin, daß sich die Gesellschaft derart wandelt, daß Logik in Politik einzieht. Unter Politik verstehe ich dabei nicht das kleinstaatliche Denken in Teutonien - der Maßstab muß den Kontinent betreffen, evtl. darüber hinaus.
Was heute so mancher unter Politik versteht, also Lobbyvertretung im Interesse von Profit, hilft ca. 10 % der Bevölkerung in unserem Land - soziale Probleme sind vorprogramiert.
Scheinargumente wie Freiheit, Demokratie usw. helfen keinem heutige Probleme dieses Landes, des Kontinentes und dieses Planeten zu lösen; sie sind lediglich Meilensteine in einen Weg abwärts.
Früher oder später werden wir uns fragen müssen;
-Warum haben wir vorhandene Potenzen nicht genutzt?
- Warum sind wir mitgelaufen?
- Warum haben wir geglaubt?

Ich habe bis lange nach meiner Schulzeit gebraucht bis mir das Licht aufging, daß Wissen Macht ist, man sollte Denken gelernt haben.

Als erste positive Schritte würde ich es werten, daß die Kleinstaaterei in Deutschland abgeschafft wird. Ein zentrales Bildungssystem, orientiert an stehenden gesellschaftlichen Aufgaben, die den Fortbestand dieses Landes befördern und die Ressource HIRN fördern wollen, wären ein Anfang.
... ein kleines Wort noch zu heutigen Lehrern. Nicht selten kritisiere ich sie, obwohl auch ich weiß, daß auch Lehrer zwischen Anforderungen des Systems und der Gesellschaft eigentlich nur scheitern können !

MfG.
 
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