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Jeder dritte Schüler ist depressiv

  • Starter*in Starter*in Don Camillo
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@ Child of Storm und andere Interessenten;

Mobbing zwischen Kindern / Schülern gab es bereits zu meiner Schulzeit. Lang ist es her; meine Einschulung war 1967.
Den Begriff Mobbing gab es damals zwar noch nicht; die Weißheit, daß Kinder grausam sein können jedoch schon.

Ich hatte in gewisser Weise das Glück in einem Umfeld aufzuwachsen, welches Interesse daran hatte, daß Absolventen der Schule ein Gutes Maß an Bildung aufzuweisen hatten (egal ob Ost oder West!). Dies war Voraussetzung den gesellschaftlichen Bedarf, insbesondere den der Ökonomie zu stillen.

Die Zeiten haben sich verändert, mit ihnen das gesellschaftliche Umfeld. Waren es damals Pädagogen, Übungsleiter u.a., die positiv Einfluß bei der Formung von Persönlichkeiten nahmen, sieht sich manch Schüler heutzutage, bezüglich der an ihn gestellten Anforderungen, allein gelassen.

Mit Recht erwähnst Du fehlende Erziehung. Selbst meine ich, in einer Gesellschaft, die der Erziehung von Hunden (diese werden genötigt an Bordsteinen stehenzubleiben und erst auf Kommando weiter zu gehen!) mehr Aufmerksamkeit widmet, als der Erziehung der nachfolgenden Generation, stimmt vieles nicht - ihr fehlt es an Interesse an dieser Generation.
Fehlende Erziehung ist dabei keine Frage von fehlender Zeit (meine eltern arbeiteten beide!), sie ist Ausdruck dessen, daß sich gesellschaftliche Maßstäbe in dramatischer Weise verschoben haben.
Werte (Eric), vorgegaugeltes Glück (EuFrank), "das Gefühl ohne Abschluss und gute Noten nichts zu sein" (Gast) u.a. gingen auf Diskrepanzen bereits ein. Du (Child of Storm) erwähnst den Klaps auf den Hintern, ...
Ich habe Prügel im Elternhaus noch kennengelernt, meine Eltern "nötigten" mich zu Leistung, also etwas für die Schule zu tun.
Erziehung geht auch anders. Natürlich gehören Sanktionen dazu; auch Zwang, denn manches Lernen ist Arbeit und Vokabeln können stupider sein als ein Fließband !

Vergleiche und daraus resultierende Kritik an asiatischen Bildungssystemen sind m. E. lediglich eine Gutsprechung der hießigen Misere. Kinder und Jugendliche wollen auch heute lernen, ihnen Verantwortung zu übertragen hilft ihnen über sich hinaus zu wachsen - aber diese Erfolge muß man ihnen gönnen, man muß diese vorbereiten und ermöglichen.

Eine Lösung jedoch sehe ich selbst nur darin, daß sich die Gesellschaft derart wandelt, daß Logik in Politik einzieht. Unter Politik verstehe ich dabei nicht das kleinstaatliche Denken in Teutonien - der Maßstab muß den Kontinent betreffen, evtl. darüber hinaus.
Was heute so mancher unter Politik versteht, also Lobbyvertretung im Interesse von Profit, hilft ca. 10 % der Bevölkerung in unserem Land - soziale Probleme sind vorprogramiert.
Scheinargumente wie Freiheit, Demokratie usw. helfen keinem heutige Probleme dieses Landes, des Kontinentes und dieses Planeten zu lösen; sie sind lediglich Meilensteine in einen Weg abwärts.
Früher oder später werden wir uns fragen müssen;
-Warum haben wir vorhandene Potenzen nicht genutzt?
- Warum sind wir mitgelaufen?
- Warum haben wir geglaubt?

Ich habe bis lange nach meiner Schulzeit gebraucht bis mir das Licht aufging, daß Wissen Macht ist, man sollte Denken gelernt haben.

Als erste positive Schritte würde ich es werten, daß die Kleinstaaterei in Deutschland abgeschafft wird. Ein zentrales Bildungssystem, orientiert an stehenden gesellschaftlichen Aufgaben, die den Fortbestand dieses Landes befördern und die Ressource HIRN fördern wollen, wären ein Anfang.
... ein kleines Wort noch zu heutigen Lehrern. Nicht selten kritisiere ich sie, obwohl auch ich weiß, daß auch Lehrer zwischen Anforderungen des Systems und der Gesellschaft eigentlich nur scheitern können !

MfG.


Das größte Problem lieget doch wohl eher daran, dass Individualismus nicht akzeptiert wird.

Ich kann das Schulsystem so beschreiben: Ein zusammen gewürfelter Haufen Wissen, der allen Schülern aufgezwungen wird und als wichtig betrachtet wird, auch wenn nur ein kleiner Teil dieses Wissens im Leben weiterhilft."

Das Schulsystem ist doch eine Verallgemeinerung, woher will jemand wissen, was andere wissen müssen. Ich dachte die Talente der Schüler sollten gefördert werden.

Leistungsdruck fordert keine Talente. Und gerade in Japan, sieht man was dieses stark sein und nicht schwächeln aus den Menschen gemacht hat. Warum ist die Videospielindustrie so erfolgreich?

Die Menschen sind einsam und haben kaum Erfolgserlebnisse mehr. Ich war von denen, die sagten ,,Scheiß drauf" ich mach meinen Job und bleib anständig. Und das mache ich auch jetzt noch. Ich habe das Wissen, dass man angeblich braucht nie benötigt, ich habe mich in den Bereichen fortgebildet die mich interessierten und fühle mich nicht besser oder schlechter als jemand, Hunderttausend Auszeichnungen und Prüfungen bestanden hat.


Wenn ein Schüler jemanden hätte, der ihm sagt ,,Du schaffst das?", der ihm seine Talente zeigt ihm hilft und ihn nicht wie vieler meiner Lehrer damals, auch noch rät eine Lehre zu machen nur weil er im ein oder anderen Fach schwächelte. Ich hatte so was nie, wenn ich am Boden war bekam ich in der Schule noch eins drauf, also nahm ich mir die Peruaner in der Nachbarschaft als Vorbild. Die hatten weder Ausbildung noch viel Geld, waren eine große Familie aber sie waren total glücklich und lebten für den Tag. Ich bin glücklich geworden.

Ich hoffe, dass die Jugend halt doch einsieht, dass man sie verarscht und sich irgendwann wehrt.
 
Das größte Problem lieget doch wohl eher daran, dass Individualismus nicht akzeptiert wird.

Ich kann das Schulsystem so beschreiben: Ein zusammen gewürfelter Haufen Wissen, der allen Schülern aufgezwungen wird und als wichtig betrachtet wird, auch wenn nur ein kleiner Teil dieses Wissens im Leben weiterhilft."

Das Schulsystem ist doch eine Verallgemeinerung, woher will jemand wissen, was andere wissen müssen. Ich dachte die Talente der Schüler sollten gefördert werden.

Leistungsdruck fordert keine Talente. Und gerade in Japan, sieht man was dieses stark sein und nicht schwächeln aus den Menschen gemacht hat. Warum ist die Videospielindustrie so erfolgreich?

Die Menschen sind einsam und haben kaum Erfolgserlebnisse mehr. Ich war einer von denen, die sagten ,,Scheiß drauf" ich mach meinen Job und bleib anständig. Und das mache ich auch jetzt noch. Ich habe das Wissen, dass man angeblich braucht nie benötigt, ich habe mich in den Bereichen fortgebildet die mich interessierten und fühle mich nicht besser oder schlechter als jemand, der Hunderttausend Auszeichnungen und Prüfungen bestanden hat.


Wenn ein Schüler jemanden hätte, der ihm sagt ,,Du schaffst das?", der ihm seine Talente zeigt ihm hilft und ihn nicht wie vieler meiner Lehrer damals, auch noch rät eine Lehre zu machen nur weil er im ein oder anderen Fach schwächelte. Ich hatte so was nie, wenn ich am Boden war bekam ich in der Schule noch eins drauf, also nahm ich mir die Peruaner in der Nachbarschaft als Vorbild. Die hatten weder Ausbildung noch viel Geld, waren eine große Familie aber sie waren total glücklich und lebten für den Tag. Ich bin glücklich geworden.

Ich hoffe, dass die Jugend halt doch einsieht, dass man sie verarscht und sich irgendwann wehrt.

dd
 
ich habe den eindruck, dass die verschiedenen parteien (schüler, lehrern, eltern, politiker) selbst oft nicht genau wissen, was sie jeweils von der schule erwarten.
 
Ich muss sagen, mich regt an unserem wirklich erbärmlichen Schulsystem das Desinteresse der Schüler auf, also dass sie zwar jammern, es aber einfach so hinnehmen oder eben schauen, dass sie ihr eigenes Ding durchgezogen bekommen.
Ich mache gerade Abi und werde so einen 2 Komma Schnitt haben, nichts besonderes also, aber ich versuche in meiner Freizeit auch noch etwas für andere zu tun, engagiere mich im sozialen Bereich und im Umweltschutz. Andere, die einen 1 Komma oder 1 Nuller Schnitt haben, machen die ganze Zeit nur etwas für die Schule, Sozialkompetenz nicht vorhanden, da ja für gute Noten auch nicht notwendig (sich beim Lehrer einschleimen, halte ich nicht für Sozialkompetenz). Die meisten davon schert es einen Dreck was auf der Welt geschieht und das sagen sie auch ganz offen. Auswendiglernen (was die Hauptaufgabe in unserem Lehrsystem ist) und das Wissen dann wieder aus kotzen (sorry für den Ausdruck, aber so kommt es mir echt vor), das können sie perfekt.

In meiner Schullaufbahn habe ich bereits sehr viel mit Mobbingopfern zu tun gehabt (bin Streitschlichterin). Von den Lehrern wurde das meist ignoriert und die ach so tollen Schüler hatten ihren Spaß. Am Wochenende gibt sich unsere sogenannte Bildungselite (so nennen einige Lehrer Abiturienten) dann so richtig die Kante und dröhnt sich mit allerlei Zeug zu. Absolut erbärmlich! Wenn es mal darum geht zu helfen, dann sind nur sehr wenige bereit etwas zu tun und das dann meistens auch nur, wenn etwas für sie dabei raus springt.

Noch bescheuerter finde ich aber den Inhalt unserer Lehrpläne. Klar der variiert von Bundesland zu Bundesland (schlimm genug) aber ich frage mich, wozu ich jahrelang absolut unnützes Wissen pauken muss? Wissen, das mich im Leben kein Stück weiter bringt, das ich niemals praktisch anwenden kann (selbst wenn ich verbissen wollte) und nachdem trotzdem der Wert junger Menschen gemessen wird. Daran, was sie alles in ihr Hirn stopfen können, ohne jemals einen Nutzen dafür zu haben.
Und Talente und Begabungen, die werden schön ignoriert bzw. schlichtweg nicht gefördert. Wer nicht überall gut ist, der ist eben schlecht. Und wer sogar in einzelnen Fächern herausragend ist und dafür woanders Defizite besitzt, der hat auch Pech gehabt. Wir sollen überall durchschnittlich gut sein oder am Besten super in allen Fächern, aber Begabungen, die will man nicht.

Bin ja jetzt in ein paar Wochen fertig mit dem Gymnasium und für meine eigene Wohnung und meinen Umzug gibt es genügend Papierkram zu erledigen. Ich muss eine gute studentische Krankenversicherung finden, zu Tausend Ämtern wegen dem Bafög rennen, der Familienkasse wegen dem Kindergeld schreiben, einen guten Vertrag für Internet und Telefon finden, den Mietvertrag abschließen usw.

Klar, da muss man sich halt durcharbeiten, aber warum muss ich trigonometrische Funktionen erklären können, die ich niemals brauchen kann, aber wie ich den lebensnotwendigen Papierkram erledige, das habe ich in der Schule nicht gelernt.
Warum gibt es kein Fach, das Lebenskunde heißt oder so? Wie fülle ich eine Steuererklärung aus?, welche Versicherungen sind wann für mich sinnvoll?, Welche Konditionen muss ein Mietvertrag erfüllen? Das ist sicher auch nicht ganz einfach, aber jeder wird einmal damit konfrontiert werden.

Naja, über das und andere Dinge könnte ich mich stundenlang aufregen, es nützt ja nichts, solange das nicht noch mehr tun.

Ich habe nur gelernt, dass meinem Kind dieses Theater am Gymnasium einmal erspart bleiben wird. Da zahle ich doch leiber eine Privatschule, wenn sich bis dahin nichts ändert..
 
Ich habe nur gelernt, dass meinem Kind dieses Theater am Gymnasium einmal erspart bleiben wird. Da zahle ich doch leiber eine Privatschule, wenn sich bis dahin nichts ändert..

Ein löblicher Ansatz - aber woher weißt du bereits jetzt, dass du so eine Schule später auch bezahlen kannst? Auch ein Studium schützt vor Armut nicht...
 
Ich muss sagen, mich regt an unserem wirklich erbärmlichen Schulsystem das Desinteresse der Schüler auf, also dass sie zwar jammern, es aber einfach so hinnehmen oder eben schauen, dass sie ihr eigenes Ding durchgezogen bekommen.
Ich mache gerade Abi und werde so einen 2 Komma Schnitt haben, nichts besonderes also, aber ich versuche in meiner Freizeit auch noch etwas für andere zu tun, engagiere mich im sozialen Bereich und im Umweltschutz. Andere, die einen 1 Komma oder 1 Nuller Schnitt haben, machen die ganze Zeit nur etwas für die Schule, Sozialkompetenz nicht vorhanden, da ja für gute Noten auch nicht notwendig (sich beim Lehrer einschleimen, halte ich nicht für Sozialkompetenz). Die meisten davon schert es einen Dreck was auf der Welt geschieht und das sagen sie auch ganz offen. Auswendiglernen (was die Hauptaufgabe in unserem Lehrsystem ist) und das Wissen dann wieder aus kotzen (sorry für den Ausdruck, aber so kommt es mir echt vor), das können sie perfekt.

In meiner Schullaufbahn habe ich bereits sehr viel mit Mobbingopfern zu tun gehabt (bin Streitschlichterin). Von den Lehrern wurde das meist ignoriert und die ach so tollen Schüler hatten ihren Spaß. Am Wochenende gibt sich unsere sogenannte Bildungselite (so nennen einige Lehrer Abiturienten) dann so richtig die Kante und dröhnt sich mit allerlei Zeug zu. Absolut erbärmlich! Wenn es mal darum geht zu helfen, dann sind nur sehr wenige bereit etwas zu tun und das dann meistens auch nur, wenn etwas für sie dabei raus springt.

Noch bescheuerter finde ich aber den Inhalt unserer Lehrpläne. Klar der variiert von Bundesland zu Bundesland (schlimm genug) aber ich frage mich, wozu ich jahrelang absolut unnützes Wissen pauken muss? Wissen, das mich im Leben kein Stück weiter bringt, das ich niemals praktisch anwenden kann (selbst wenn ich verbissen wollte) und nachdem trotzdem der Wert junger Menschen gemessen wird. Daran, was sie alles in ihr Hirn stopfen können, ohne jemals einen Nutzen dafür zu haben.
Und Talente und Begabungen, die werden schön ignoriert bzw. schlichtweg nicht gefördert. Wer nicht überall gut ist, der ist eben schlecht. Und wer sogar in einzelnen Fächern herausragend ist und dafür woanders Defizite besitzt, der hat auch Pech gehabt. Wir sollen überall durchschnittlich gut sein oder am Besten super in allen Fächern, aber Begabungen, die will man nicht.

Bin ja jetzt in ein paar Wochen fertig mit dem Gymnasium und für meine eigene Wohnung und meinen Umzug gibt es genügend Papierkram zu erledigen. Ich muss eine gute studentische Krankenversicherung finden, zu Tausend Ämtern wegen dem Bafög rennen, der Familienkasse wegen dem Kindergeld schreiben, einen guten Vertrag für Internet und Telefon finden, den Mietvertrag abschließen usw.

Klar, da muss man sich halt durcharbeiten, aber warum muss ich trigonometrische Funktionen erklären können, die ich niemals brauchen kann, aber wie ich den lebensnotwendigen Papierkram erledige, das habe ich in der Schule nicht gelernt.
Warum gibt es kein Fach, das Lebenskunde heißt oder so? Wie fülle ich eine Steuererklärung aus?, welche Versicherungen sind wann für mich sinnvoll?, Welche Konditionen muss ein Mietvertrag erfüllen? Das ist sicher auch nicht ganz einfach, aber jeder wird einmal damit konfrontiert werden.

Naja, über das und andere Dinge könnte ich mich stundenlang aufregen, es nützt ja nichts, solange das nicht noch mehr tun.

Ich habe nur gelernt, dass meinem Kind dieses Theater am Gymnasium einmal erspart bleiben wird. Da zahle ich doch leiber eine Privatschule, wenn sich bis dahin nichts ändert..


Du hast so verdammt recht. Du könntest ich sein, ich denke absolut gleich.

Das schlimmste ist auch noch, dass die total unsozialen Schüler die andere terrorisieren, aber noch gelobbt werden, weil sie so gut darin sind Funktionen auszurechnen. Ich bin privat ein total freundlicher Mensch, ich helfe gern, ich bin an sovielen Sachen interessiert (auch an Fremdsprachen, aber nicht die, die in der schule unterrichtet werden)

Und was bringt mir das nichts. Die wahren Herausforderungen des Lebens, ja in die werde ich garnicht eingewiesen. Goethe hilft mir nicht, dabei die Miete zu bezahlen oder den Haushalt zu machen.
 
Gut, ich habe als Schülerin auch das eine oder andere Fach verflucht (Latein war bspw. eines davon, wenn ich mich recht erinnere). Aber ich denke man sollte nicht aus den Augen verlieren, warum das Lehrangebot so breit aufgestellt ist. Unser Bildungssystem soll Allgemeinwissen vermitteln (Erdkunde, Sozialkunde, Biologie etc) - die Fähigkeit, logisch zu denken (Mathe, Physik etc) und nicht zuletzt dazu dienen, den Kindern ihre Fähigkeiten aufzuzeigen. Woher soll man wissen, dass ein Kind für Chemie begabt ist, wenn es nie die Gelegenheit hatte, sich damit auseinander zu setzen? Würde man von vornherein allein auf Begabungen setzen, würden am Ende der Schule lauter "Fachidioten" stehen, die zwar richtig Ahnung von ihrem Lieblingsfach hätten... dafür aber von allgemeinem Wissen (wie ist unser Staat aufgebaut, wie funktioniert der menschliche Körper, was ist Europa...) überhaupt keine Ahnung haben. Wie wollte so jemand später mal seinem Kind die Welt erklären? Die Schule ist nicht für Spezialisierung da, sondern soll den Kindern Gelegenheit geben, ihre Vorlieben, Interessen usw. überhaupt erst zu finden. Die "Spezialisierung" findet dann erst im Studium oder der Lehre statt.

Ich finde auch, dass die Auswahl der Fächer überhaupt nichts mit dem Problem zu tun hat. Kinder wollen lernen - das Problem ist doch nur, dass unser Schulsystem den natürlichen Lerntrieb kaputt macht. Selbst die Vergabe von Noten ist nicht das Problem - das Problem ist, wie man diese Noten erlangt. Ich habe in meiner Schulzeit gelernt, dass die besten Noten der bekommt, der sich mit dem Lehrer gut stellen kann. Das muss nicht immer Einschleimen sein... manche konnten sich auch einfach nur gut selbst darstellen - hatten aber von Tuten und Blasen keine Ahnung, dafür aber eine Klappe, die jedes Scheunentor vor Neid erblassen lassen würde. Das nächste Problem ist die Präsentation des verlangten Wissens. Öde irgendwelche Dinge von der Tafel abpinseln und auswendig lernen... das macht niemandem Spaß. Ich bin kein Pädagoge, daher weiss ich nicht, was für Möglichkeiten es da gibt... aber ich kann mir nicht vorstellen, dass es so wenige sind, dass sich keine guten Alternativen finden lassen.

Ich bin immer noch dafür, die Ursachen zu ermitteln, anstatt an den Symptomen herumzudoktern!
 
Gut, ich habe als Schülerin auch das eine oder andere Fach verflucht (Latein war bspw. eines davon, wenn ich mich recht erinnere). Aber ich denke man sollte nicht aus den Augen verlieren, warum das Lehrangebot so breit aufgestellt ist. Unser Bildungssystem soll Allgemeinwissen vermitteln (Erdkunde, Sozialkunde, Biologie etc) - die Fähigkeit, logisch zu denken (Mathe, Physik etc) und nicht zuletzt dazu dienen, den Kindern ihre Fähigkeiten aufzuzeigen. Woher soll man wissen, dass ein Kind für Chemie begabt ist, wenn es nie die Gelegenheit hatte, sich damit auseinander zu setzen? Würde man von vornherein allein auf Begabungen setzen, würden am Ende der Schule lauter "Fachidioten" stehen, die zwar richtig Ahnung von ihrem Lieblingsfach hätten... dafür aber von allgemeinem Wissen (wie ist unser Staat aufgebaut, wie funktioniert der menschliche Körper, was ist Europa...) überhaupt keine Ahnung haben. Wie wollte so jemand später mal seinem Kind die Welt erklären? Die Schule ist nicht für Spezialisierung da, sondern soll den Kindern Gelegenheit geben, ihre Vorlieben, Interessen usw. überhaupt erst zu finden. Die "Spezialisierung" findet dann erst im Studium oder der Lehre statt.

Ich finde auch, dass die Auswahl der Fächer überhaupt nichts mit dem Problem zu tun hat. Kinder wollen lernen - das Problem ist doch nur, dass unser Schulsystem den natürlichen Lerntrieb kaputt macht. Selbst die Vergabe von Noten ist nicht das Problem - das Problem ist, wie man diese Noten erlangt. Ich habe in meiner Schulzeit gelernt, dass die besten Noten der bekommt, der sich mit dem Lehrer gut stellen kann. Das muss nicht immer Einschleimen sein... manche konnten sich auch einfach nur gut selbst darstellen - hatten aber von Tuten und Blasen keine Ahnung, dafür aber eine Klappe, die jedes Scheunentor vor Neid erblassen lassen würde. Das nächste Problem ist die Präsentation des verlangten Wissens. Öde irgendwelche Dinge von der Tafel abpinseln und auswendig lernen... das macht niemandem Spaß. Ich bin kein Pädagoge, daher weiss ich nicht, was für Möglichkeiten es da gibt... aber ich kann mir nicht vorstellen, dass es so wenige sind, dass sich keine guten Alternativen finden lassen.

Ich bin immer noch dafür, die Ursachen zu ermitteln, anstatt an den Symptomen herumzudoktern!


Die Möglichkeit sagst du? 😕

Das ich nicht lache. Man bekommt nicht Möglichkeit, man wird gezwungen. Und wenn man nicht gut in Chemie, Physik, Bio, Latein, Mathe oder Deutsch ist ja dann kann man wieder gehen. Oder man bleibt sitzen, ich erinnere mich, dass damals für mich eine Welt zusammenbrach als ich aus meiner Klasse gerissen wurde, nachdem wir nach 5 gemeinsamen Schuljahren beste Freunde geworden waren. In der neuen Klasse fan ich mich nicht zurecht, ich stritt mit meinen Eltern, schämte mich vor den Lehrern und vor der Verwandschaft, weil deren Kinder viel besser in der Schule waren als ich. Erzähl mir bloß nicht, dass die Schule versucht den Kindern zu helfen.

Z.B. sollte es die Möglichkeit geben, Mathematik oder Deutsch abzuwählen, wenn man sich darin dementsprechend schwer tut, dass man das Abitur aufgrund dieses einzigen Faches nicht schaffen würde. Gibt es diese Möglichkeit?

Und Biologie ist wohl der sinnloste Haufen von unnötigem Wissen, denn ich mir jemals anhören musste.

Glaubst, dass es mir im Leben weitergeholfen hat, zu wissen was ,,Zellplasma" oder ,,Mitochondrien" sind? Das mag Ärzten und Biologen helfen, aber sowar würde ich meinen Kinder nicht einmal erklären.

In Biologie lernt man nämlich Dinge, die soweit entfernt vom natürlichen Alltag sind, dass man sich in der Schule wie auf einem anderen Planeten fühlt.

Und was auch nicht stimmt, dass die Schüler gut sind die auswendig was herunter plappern?

Ich habe unzählige Mal versucht in Latein und Mathe Dinge auswendig zu lernen. Das hat überhaupt nichts gebracht, gute Noten hatten die, die es verstanden haben. Ich der nicht unbdegint interessierte Eltern hatte (sie wollten gute Noten, aber sie halfen mir kaum und waren nich bereit zu Elternsprechtagen zu gehen) und auch kein Logiker war. Weist du, was das Beste war. Ich dachte, dass würde sich etwas bringen 😀, das hat sich Null gebracht.
Ich habe die Schule abgebrochen, nicht weil ich zu dumm oder zu faul war. Nein ich war nur einfach an anderen Dingen interessiert, und mir lagen manche Fächer nicht. Wir hatten kein Geld für irgendwelche Nachhilfen und es gab auch niemaden der mich unterstützte.

Aber das schlimmste sind, die Hauptfächer: Englisch ( ist in Ordnung, aber nicht zu extrem und nicht nur schriftliches benoten)

Mathematik (wenn sich Schüler da schwer tun, dann ist das die Hölle. Ich weis es aus eigener Erfahrung.)

Latein (sinnlos, das sollen die, die es brauchen selber nachlernen. Latein ist eine tote Sprache und fertig)

Solange das Abitur, die Kinder mit unnötigem Wissen, wo es um Verstehen und nicht um Fleiß geht voll schleudert, bleibe ich hinter meinem Ansatz, dass ich zu meinen eigenen Kindern sagen werde, wenn sie größer sind ,,Wenn ihr das Abitur machen wollt, dann zieht aus"
 
Haupt- und Realschüler sind mehr betroffen als Gymnasiasten.

Der Anteil der Schüler mit depressiven Stimmung steigt mit dem Alter.

Weil man mit einem Haupt bzw. Realschulabschluss meistens einfach nur noch die Wand Tapezieren kann da diese Abschlüsse immer mehr an Wert verlieren.
Nur mit einem guten Abi hat man noch die größten Aussichten auf Erfolg.
Die Perspektivlosigkeit und die damit verbundene depressive Stimmung ist somit logischerweise an Real und Hauptschulen am größten.
 
Solange das Abitur, die Kinder mit unnötigem Wissen, wo es um Verstehen und nicht um Fleiß geht voll schleudert, bleibe ich hinter meinem Ansatz, dass ich zu meinen eigenen Kindern sagen werde, wenn sie größer sind ,,Wenn ihr das Abitur machen wollt, dann zieht aus"

Entschuldige, wenn du dich jetzt angegriffen fühlen solltest, das ist nicht meine Absicht, aber dann warst du für ein Studium nicht geeignet. Für die meisten Studiengänge braucht man Mathematik oder die Fähigkeit, die der Matheunterricht vermitteln soll, nämlich logisches Denken. Wenn du meinst, dass das für dich nichts ist, dann ist es doch dein gutes Recht deine Ziele woanders zu stecken, wo es nicht so darauf ankommt. Was ich allerdings mehr als traurig finde ist, dass du offensichtlich aus falschen Motiven heraus deinen Kindern diesen Weg verbauen willst.

Auch möchte ich anmerken, dass es wohl kaum ein Problem des Lehrplans oder Lehrstoffs ist, wenn dich keiner bei deiner Schule unterstützt. So wie du das schilderst liegt das Problem eher an deinen Eltern und den Lehrern, die dich mit deinem schulischen Leistungsproblem allein gelassen haben!

Wie dein Nachposter auch schon sagte: ein noch größeres Problem liegt darin, dass man heute für jeden Pups ein Abitur braucht. Das ist in meinen Augen Quatsch. Das Gymnasium soll eigentlich aufs Studium vorbereiten, nicht auf Lehrberufe. Für die ist ein Gymnasiast auch schon wegen der fehlenden praktischen Erfahrung eigentlich völlig ungeeignet. Die "Abwertung" von Haupt- und Realschule ist scheinbar der Ideenlosigkeit derer geschuldet, die nicht mehr wissen, wohin sie mit schwer erziehbaren Jugendlichen sollen. Zumindest bekommt man so manches Mal den Eindruck, wenn man entsprechende Nachrichten liest. Ich finde es schade, denn so mancher Real- oder Hauptschüler hat in seinem Bereich mehr drauf, wenn er von der Schule abgeht, als ein Gymnasiast nach derselben Zeit.

Aber diese Einteilung in die drei Schulformen gibt es ja gerade wegen der unterschiedlichen Begabungen der Kinder. Der eine ist eher analytisch begabt, der andere eher handwerklich. Alle aufs Gymnasium zu schicken ist daher der größte Quatsch, den man sich ausdenken konnte.
 
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