Dein Beitrag war zwar nicht spezifisch an mich gerichtet, aber weil ich deine Gedanken/Ansätze/Argumente interssant bzw. wichtig finde, möchte ich gerne meine Sichtweise dazu äußern. Ich empfinde deine Aussagen als wichtig, weil sie aus meiner Sicht Grundsätzliches/Essentielles im Menschsein für sich, in der Gesellschaft und in der Globalität berühren.
Es ist wie es ist.
Jeder hat so seine Sichtweise.
Das ist immer so. Wenn man sich eine spezifische Sichtweise genau betrachtet, dann weist sie Unterschiede und gleichsam Gemeinsamkeiten mit anderen auf. Nehmen wir den Menschen also als Gesamtkonstrukt und blenden die strukturellen Gemeinsamkeiten aus, dann ist jeder Mensch anders bzw. für sich alleine. Wenn man jedoch die einzelne Sichtweise betrachet, aus deren Summe sich das geistige Format des Menschen zusammensetzt, so ist keine einzige Sichtweise in dieser großen Welt mit so vielen Menschen alleine.
Wenn es für Dich okay, ist ein gewisses Unrecht in Kauf zu nehmen, nur um eine allgemein soziale Gerechtigkeit zu schaffen.
Eine allgemein soziale Gerechtigkeit wird sich ja nicht mit Unrecht bzw. Ungerechtigkeit erkauft. Das widerspricht sich natürlich. Im Gegenteil sehe ich es eher so, dass allgemein soziale Gerechtigkeit andere Gerechtigkeiten nicht ausschließt, sondern sich mit ihnen ergänzt.
Mit mir auch nicht.
Im Deckmantel von Gerechtigkeit und Moral gibt es die meisten Opfer. Siehe Geschichtsbuch!
Wenn Gerechtigkeit auf Opfern - im Sinne der Beschädigung körperlicher und geistiger Gesundheit, der Beschneidung von Rechten und Möglichkeiten - beruht, dann gilt es, diese "Gerechtigkeit" zu hinterfragen, zu kritisieren und ggf. zu
zerstören.
Es wird sich nichts ändern, wenn man nur eine handvoll Egoisten an die Zwangskandarre nimmt. Das ist der Mensch. Ohne seinen Egoismus wären wir nicht da, wo wir heute sind. Das kann man nun positiv als auch negativ sehen.
Da stimme ich dir uneingeschränkt zu.
Wenn man sich die Welt bzw. Menschen so betrachtet und ihnen in ihrer Gesamtheit eine Note auf dem Niveau "befriedigend-unbefriedigend" ausstellt, dann hilft es nur wenig, wenn sich ein paar Wenige verändern, weil die Welt nicht aus Wenigen, sondern aus Vielen besteht. Darin liegt die Gefahr, aber auch die Möglichkeit.
Du baust das/Dein soziales "Haus" lieber von oben herab. Warum? Hat Deine Basis, Dein Fundament, etwa grobe Fehler die Du allein nicht bewältigen kannst?
Ich weiß nicht, ob Sozialität bzw. Gerechtigkeit von "oben" oder von "unten" kommt. Ich denke, sie kommt aus allen Richtungen.
Für mich fußt es darauf, dass Unrecht mit dem Argument - sozialgerecht verteilen zu wollen, legitimiert wird.
Unrecht hat mit Sozialgerechtigkeit nur wenig zu tun.
- Dabei übersiehst Du völlig, dass eine Demokratie nur so demokratisch sein kann wie sie selber ist. Also auch Du! Du wie ich, wir sind Teil der Gesellschaft.
Das ist gewiss so.
Wir sind nicht nur Teil der Familien- oder
Freundschaftskreisdemokratie, sondern auch der Gesellschafts- und Weltdemokratie.
Enteignungen sind was? Demokratisch?
Ich sehe nicht, dass wir hier über Enteignung sprechen. "Enteignungen" wären meines Erachtens nur dann demokratisch und durchsetzungsfähig, wenn mindestens 50% der Weltbevölkerung dafür stimmen würde. Ich sehe aber nicht, dass dem so ist.
Wenn ich meine Sichtweise zur aktuellen Lage + mein Wunschkonzert usw. aufzeige würde, wüdest auch Du feststellen, dass es sehr viele Übereinstimmungen gibt (das kann auch bei dem passieren den man enteignen will!).
Sehe ich auch so.
Menschen sind in ihrem Kern bzw. Essenz gar nicht so unterschiedlich, wie es einem oft vorkommt.
Aber.... so lange mir unklar ist, wie ein Fundament untermauert wurde, stimme ich nicht in diesen Chor ein, nur weil mir das theoretische Ergebnis zumunde spricht. Wenn das Fundament für mich(!) auf Unrecht fußt, sowieso nicht. Ich kann nun mal nur für mich sprechen.
Auch das sehe ich so. Aber was könnte bzw. sollte das Fundament sein?
Aus meiner Sicht ist das ein weites und schwieriges Feld.
Beim Nordrheiner scheint es mir so durchzudringen, dass er Befürchtungen um diese Welt und die Menschen auf dieser hat, größeres Leid im Rahmen seiner Möglichkeiten vermeiden möchte. Und ich meine, dass er, wie auch viele andere hier, die Erfahrungen, Reflexion, Begabungen und den Willen dazu hat. Er sieht die Verbesserung, die Heilung und die Erlösung in Gott, Jesus, Nächstenliebe und der Bibel, was ich durchaus nachvollziehen kann und schätze. Nur ist es meiner persönlichen Sichtweise über das Leben und den Menschen etwas "zu einfach", zu überheblich, zu ausgrenzend.
Im übrigen ist meine Meinung auch nicht in Stein gemeißelt. Alles eine Frage der Argumentation.
Gut so. Sonst wärest du ja Gott. Wer hätte schon vor 100 Jahren gedacht, dass wir heute so leben würden, wie wir es heute tun? Mit Waschmaschinen, Tablets, Smartphones, PCs und Internet, Google, Youtube, Facebook, Twitter, usw.
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Das Streben nach Vollkommenheit, DAS dürfte wohl in allen Menschen inne wohnen.
Ich denke, dass es dem Menschen zwar auch, zumindest latent, um irgendeine Art von Vollkommenheit geht, aber in erster Linie doch um Selbstverwirklichung, also seinen Platz und Heimat in dieser Welt zu finden. Nicht mehr zu kämpfen, sondern in Frieden zu leben.
Hinterfragt man das Leben, dass Soziale, bissig, dann wird man gerne zum Außenseiter abgestempelt. Doch
das ändert nichts daran, dass die Richtung auf beiden Seiten stimmt. Auch Jene, die nur Beifall klatschen, müssen sich irgendwann fragen lassen was sie denn nun wollen.
Das ist richtig. Irgendwann kommt immer die Zeit, wo man aufstehen muss, sein Haupt erhebt und mit unerschütterlicher Stimme spricht, weil man sonst nicht nur die anderen, sondern auch sich selbst verraten hat.
Wer behauptet, man lebe nur im hier und jetzt, der übersieht die Tatsache, dass genau DAS ebenso, wenn nicht noch etwas mehr wichtig ist - sich in Zukunft nicht zu verliern, stabil zu bleiben, fitt zu sein für bspw. den nächsten Schicksalsschlag.
Das halte ich für schwierig. Eine Grätsche, in der wir uns alle hin und wieder befinden. Nur für das Jetzt leben oder auch für die Zukunft?
Nur für mich selbst leben oder auch für andere?
- Wie soll man denn seine Sinne und Meinungen und eigenes Tun schärfend analysieren können, wenn man nur in Bewegung/ nur auf der Suche ist, ohne die Selbsterkenntnis umzusetzen und auzuprobieren. Das geht nicht.
Das diese Behauptung ziemlich vermessen ist, kommt hinzu.
Alle laufen, sind regelrechte Sprinter. Bis einer stehen bleibt und sich fragt: "Wohin laufen wir eigentlich?"
Wer Erbauer von verschwenderischen Prunkbauten glorifiziert, der sollt erklären können was daran sozial nachhaltig sein soll! Zumal es im Fall Tebartz nicht mal sein Geld war, was er für puren Luxus und mit vollen Händen ausgegeben hat.
Verstehe.
Einen goldenen Palast kann man nun mal nicht essen. Stattdessen hätte man gezielt Hungersnöte beseitigen können.
Auch das stimmt.
Hier hat die persönlich Willkür gepaart mit Eitelkeit gesiegt + die Profitgier derer, die am Bau beteilgt waren. Denn auch die haben sich nicht gefragt wie sowas sein kann und wen diese Protzbauten überhaupt dienen.
- Ganz frei dem Motto vom Tebartz: Ist doch nicht mein Geld. Aber für einen guten Zweck.
Leider fern ab jedweder Realität.
Auch hier stimme ich dir zu.
Wenn man Unrecht legitimiert nur um soziale Gerechtigkeit zu erhalten, dann haben wir was? Das DDR Modell, samt seiner Stasi. Das wären diktatorische Zustände vs. Robin Hood (?). Scheiss auf die Menschenrechte und deren Grundbedürfnisse. Willkür via kommunistische Ideolgie und Indoktrination der Selben ist besser. :daumen:
Nein, so nicht. Anders.
Nein danke. DAS hatte ich schon. 😛
Sicher. Vielleicht sind wir zu satt, vielleicht zu hungrig. Alles eine Frage der Perspektive.
Ach... bevor ich es vergesse:
Ja klar. Alles hängt aneinander.
Gehst Du auch zum Doc, sagst dem ganz global, dass Dir das Ozonloch wehtut? Was wird der wohl sagen können? Doch nur das Du aufhören sollst zu pupsen, damit das Ozonloch kleiner wird? Nein. So undifferenziert lässt sich nichts ändern.
Es allen recht zu machen, geht nun mal nicht. Das dürfte sich mitlerweile rumgesprochen haben Auch bei mir. Folglich braucht es Kompromisslösungen, keine Zwangslösungen die zu Sanktionen führen.
Wir müssen nicht immer wieder die Wege beschreiten, die uns in das Hier und Jetzt geführt haben.
Eine friedliche Revolution war vorher undenkbar, und doch kam sie. So viel zu Wahrscheinlichkeit. (Ist grad so schön aktuell 🙂)
Wir alle verändern uns. Unverweigerbare Metamorphose. Ein paar Dinge bleiben jedoch immer gleich.
🙂
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Bei meiner Seele.