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Ignorieren wir unsere Zukunft?

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Wow... :daumen: Zu blöd das ich lachen muß, sonst würde ich kotzen.

So lange es nicht das Eigene betrift, ist alles erlaubt. :daumen:
Schaffen wir doch alle Rechte ab, dann ist alles erlaubt. Hauptsache gerecht verteilt. :daumen:

Wahrscheinlich wird dann den Kindern nur Sex beigebracht, wenn man sie missbraucht. Als Grundkurs in Biologie. :daumen:
Wenn das unser Zukunft sein soll, dann wird sie genau in diesem Augenblick ignoriert. Siehe Headline! :daumen: Hoch lebe die Anarchiiiiiii. :daumen:

Um ehrlich zu sein, verstehe ich deine Antwort auf meinen bzw. den Beitrag von Baum nicht.

Magst du deinen Beitrag vielleicht etwas erläutern?
 
Nordrheiner

Okay, also Buddha bei die Fische:

Eine Beobachterin dieses Forums/Fadens fragte mich, ob du evangelisch oder katholisch bist?

Worin siehst du den Unterschied zwischen evangelisch und katholisch?

---

Ich denke, Nordrheiner möchte aufzeigen, dass trotz des nahenden Armageddon es sich lohnt, ein fröhliches und hilfreiches Leben zu führen, dies aber nur als Gläubiger möglich ist.

Nein, Tsunami, das kannst Du aber als Frage - z.B. an Dich - auffassen.
Wenn man leben im "Jetzt" und beachten der düsteren Zukunftsentwicklungen in Einklang bringen will, wird es eben nicht einfach sondern spannend. Wobei spannend nicht der ideale Ausdruck dafür ist. Mich interessiert, wie z.B. Du ganz persönlich damit umgehst. Ignoranz... und möglichst fröhlich leben?

Ich denke, es geht alles den Lauf, den es überhaupt nur gehen kann. Insofern sehe ich keine "düsteren Zukunftsentwicklungen", sondern einfach nur Entwicklungen.

'Ignoranz' ist ein Wort, mit dem ich nicht besonders viel anfangen kann. Würde sagen, dass ich es mache wie die meisten anderen Menschen auch: Je nach Alter, Prägung, Erfahrung, Interesse und Möglichkeiten beschäftige ich mich mit gewissen Dingen mehr, mit anderen weniger.

Fröhlich? Ja, wenn man kann und will, so finde ich, sollte man sich fröhlich, frohmütig und tapfer an die Seite des Lebens stellen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Wow... Zu blöd das ich lachen muß, sonst würde ich kotzen.

So lange es nicht das Eigene betrift, ist alles erlaubt.
Schaffen wir doch alle Rechte ab, dann ist alles erlaubt. Hauptsache gerecht verteilt.

Alles betrifft doch das Eigene, so wie das Eigene auch alles Andere betrifft.

Schau, wir müssen doch nicht alle Rechte abschaffen, die unsere Eltern und Großeltern mit Fleiß und Tränen und zuweilen mit Gewalt, hauptsächlich aber doch mit duldsamem Widerstand erzwungen haben.

Ich bin immer sehr angetan wenn ich aus irgendeinem Anlass wieder mal im Grundgesetz lese!
Schon bei der Präambel wird es mir ganz warm ums Herz:
"Von dem Willen beseelt ..... dem Frieden der Welt zu dienen", steht da. Herrlich!

Und dann geht es gleich weiter mit dem hehren Ziel die Würde des Menschen für "unantastbar" zu erklären..... und dann kommt ein Hammer nach dem Anderen und ich kann mir eine ideale Gesellschaftsstruktur hinter diesem wortgewaltig dargestellten Lebensbild vorstellen.

Wenn ich mir nur ein wenig Zeit gönne zu visualisieren, dass diese Gesetze so ernsthaft umgesetzt würden wie sie inhaltlich bestückt sind, dann fällt viel Druck von meinen Schultern.
Denn ich sehe mich und meine Familie im Schoße einer sozialen Gemeinschaft von Menschen die an einem Strang ziehen und an dem ein Boot hängt das mal geruhsam, mal bewegt, in eine möglichst lebenswerte Zukunft treibt.

Doch wie werden die Worte verdreht und verzerrt und gedehnt und verdeutelt von hoch dotierten Fachidioten ..... bis am Ende ein paar geisteskranke Verbrecher an ein paar machtvollen Positionen mit ein paar Rotten willfähriger Vasallen auf den Wogen einer lebensfremden Gesellschaftsstruktur ihr Unvermögen zur Schau tragen und richtungsweisend agieren.

Dort wird das geboren, was man mit "struktureller Gewalt" umschreiben könnte.
Und das Ergebnis ist diese, unsere Gegenwart.

Und Ja !!!
Gerechte Verteilung ist die Hauptsache!

Denn wenn wir als Gesellschaft ein dauerhaftes Lebensmodell praktizieren möchten, dann tun wir gut daran uns an den Strukturen bestehender lebendiger Systeme zu orientieren .... und in diesen Systemen geht es stets im Wesentlichen um eine gerechte Verteilung, um das rechte Maß und um die Einrichtung einer Vielfalt mit stabilen Kreisläufen, Beziehungen und Verhältnissen.

Ignoriert wird im Grunde gar nicht so sehr die Zukunft, sondern die Gegenwart - was bedrückend ist, weil sie der einzige Zeitraum ist, innerhalb dessen man überhaupt irgend etwas bewegen kann.
 
Zudem steht in der Bibel Dominium terrae (Herrschaft über die Erde) begründet mit:
Gen. 1,27-28:
Gott schuf also den Menschen als sein Abbild; als Abbild Gottes schuf er ihn. Als Mann und Frau schuf er sie.
Gott segnete sie und Gott sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und vermehrt euch, bevölkert die Erde, unterwerft sie euch und herrscht über die Fische des Meeres, über die Vögel des Himmels und über alle Tiere, die sich auf dem Land regen.
Und hat Verhütung, die verboten ist, und hat der daraus resultierende Gebärzwang, nicht etwas damit zu tun?
Mit der Ausplünderung der Erde?
Wenn Leute tatsächlich nach der Bibel lebten und nur dann Sex hätten, wenn sie die bewusste Entscheidung gefällt hätten ein Kind in die Welt zu setzen, würden wir die derzeitigen Probleme nicht im selben Ausmaß haben. Vor allem nicht, wenn man die Lehren von Jesus mit ins Spiel bringen würde ("liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst"). Kopflos Kinder in die Welt zu setzen, obwohl deren Zukunftsaussichten düster sind, hat meist auch mit einem Mangel an Mitgefühl und zuviel Ego zu tun.

Das Ego versucht die Bibel einzudämmen, eben auch indem sie die Sexualität der Menschen eingrenzt (nur Verheiratete, nur zum Kinder kriegen).
Ich bin nun weit davon entfernt mich gegen Sex Unverheirateter (Homosexueller oder wem-auch-immer) auszusprechen, doch ich glaube, unsere Gesellschaft ist mittlerweile zu sehr ins Gegenteil zu der teils prüden 50er Jahre Welt gekippt: Ego, Ausschweifungen, Komasaufen, andere Menschen für die eigenen Triebe benutzen, Prostitution, Menschenhandel....da frage ich mich, ob das wirklich sein muss.

In sehr patriarchalischen Ländern wiederum hat die Frau dem Mann zur Verfügung zu stehen im Bett, wann immer er es will. Das ist u.a. auch Teil der Gesetzgebung in islamischen Ländern. Viele Flüchtlinge, nebenbei, kommen aus diesen Ländern.
Ich glaube, eine Zügelung des Egos, wie in der Bibel durch Metaphern gefordert (man muss ja nicht gleich wie ein Mönch leben), weniger Sex-Fixierung, mehr Respekt und Mitgefühl sowohl für die Ehefrauen in patriarchischen Ländern als auch für ungeborene zukünftige Kinder könnten sehr viel bewegen. Und hier sehe ich in den Lehren von Jesus über Nächstenliebe und Mitgefühl Einiges an Potential.
Wenn ich aus Liebe und Mitgefühl handele, dann setze ich keine acht Kinder in eine Welt, in der sie kurz vorm Verhungern sind. Ich zwinge auch meine Frau und ihren geschwächten Körper nicht zu zehn oder mehr Schwangerschaften oder dazu unabhängig von ihren eigenen Wünschen Sex zu haben.
Wenn ich aus Mitgefühl handele, steht für mich als Mann nicht im Vordergrund durch eine reiche Kinderzahl meine Potenz zu beweisen und meiner Frau im Bett zu zeigen, wer der Herr im Haus ist.

Hätten Frauen das Sagen über Schwangerschaft und Geburt, würde es garantiert weniger Kinder geben. Einen Anfang damit machten die Hexen im Mittelalter, die sich dem Patriarchat nicht beugen wollten, und die die "normalen" Frauen aufforderten, das ebenfalls nicht zu tun und jenen mit Verhütungsmitteln zu Seite standen.
Dank der Hexen blieb die Geburtenrate für eine lange Zeit relativ niedrig (zwei bis drei Kinder pro Frau).
Als Folge davon gab es wenige Handwerker und Bauern, die wegen der geringen Konkurrenz den Gutsherren sehr durchsetzungsstark gegenüber auftreten konnten.
Das gefiel den Gutsherren überhaupt nicht, denn diese wollten die Arbeit der Handwerker und Bauern ausnutzen. Man wollte die Konkurrenz zwischen Handwerkern und Bauern erhöhen, in dem man deren Anzahl erhöhte und sie durch eine hohe Zahl an Kindern, die sie zu versorgen haben, gefügig und mürbe machte.
Der Rest ist Geschichte. Die Hexen starben qualvoll im Feuer und die Frauen verloren das Wissen über Verhütung. Heutzutage wird die Hexenverbrennung als 100prozentig kirchliche Angelegenheit dargestellt.
Doch ganz so war es nicht.

Es war halt nur leider oft so, dass wirtschaftliche Interessenverbände fehlerhafte Menschen in religiösen Institutionen finden konnten, die sie für ihre eigenen Zwecke einspannten.
Und heute?
Die Sweatshops in Indien und Bangladesh wären niemals möglich, wenn es weniger Menschen in diesen Ländern gebe. Es wäre auch nicht möglich, die Rohstoffe in der zweiten und dritten Welt auszubeuten, wenn die Menschen dort von der Anzahl her geringer aber vom Lebensstandard her besser gestellt wären. Denn dann würden diese Menschen die Rohstoffe, bzw deren Folgeprodukte, für sich einfordern und die Rohstoffpreise würden in die Höhe schießen. Doch das wollen die großen Konzerne nicht. Sie wollen die Rohstoffe für sich alleine und am liebsten "geschenkt".
Und sofort denke ich wieder an "Mutter" Theresa!
Der nach eigener Aussage der Kampf gegen Verhütung und Abtreibung, in einem der bevölkerungs“reichsten" Länder es war, diesem Geburtszwang Geltung zu verschaffen...
In dieser Hinsicht hatte sie leider eine Macke.
Das Konzept "Hilfe für Schwache", das Mutter Theresa nach Indien gebracht hat, war jedoch revolutionär. Auch wenn es an der Art wie sie ihre Einrichtungen führte, sicher Einiges zu kritisieren gibt, sollte man sich daran erinnern, dass es vor Mutter Theresa in Indien überhaupt keine Einrichtungen dieser Art gegeben hat. Soweit ich weiß. Falls ich mich irre, lasse ich mich gerne aufklären.
🙂
Einem Atheisten käme das wohl nicht in den Sinn...
Das ist wahr.

Doch Atheismus als Rettung der Welt? Daran habe ich Zweifel. Die Großkonzerne wollen keine Geburtenkontrolle. Genauso wenig wie das Ego patriarchischer Männer (und oftmals Schwiegermütter). Auch die Gedankenlosigkeit vieler Menschen macht Verhütung schwierig. Wenn es weder Kinos noch Reisen noch sonstwas gibt, woran sich ein Mensch erfreuen kann, benutzt er das Bett um seinen Frust los zu werden.

Die Bibel verbietet Verhütung übrigens nicht.

Da ich ein wenig aus dem Italienischen übersetze sage ich mal milde:
"Tutti i santi hanno i loro difetti"
(Alle Heilige haben ihre Fehler) 🙂
wohl wahr. 🙂
 
Wie auch immer. Jeder hat so seine Sichtweise. Wenn es für Dich okay ist ein gewisses Unrecht in kauf zu nehmen, nur um eine allgemein soziale Gerechtigkeit zu schaffen. Nicht mit mir! Im Deckmantel von Gerechtigkeit und Moral gibt es die meisten Opfer. Siehe Geschichtsbuch!
Es wird sich nichts ändern, wenn man nur eine handvoll Egoisten an die Zwangskandarre nimmt. Das ist der Mensch. Ohne seinen Egoismus währen wir nicht da wo wir heute sind. Das kann man nun positiv als auch negativ sehen.

Du baust das/Dein soziales "Haus" lieber von oben herab. Warum? Hat Deine Basis, Dein Fundament, etwa grobe Fehler die Du allein nicht bewältigen kannst?
Für mich fußt es darauf, dass Unrecht mit dem Argument - sozialegerecht verteilen zu wollen, legitimiert wird.
- Dabei übersiehst Du völlig, dass eine Demokratie nur so demokratisch sein kann wie sie selber ist. Also auch Du! Du wie ich, wir sind Teil der Gesellschaft. Enteignungen sind was? Demokratisch?

Wenn ich meine Sichtweise zur aktuellen Lage + mein Wunschkonzert usw. aufzeige würde, wüdest auch Du feststellen, dass es sehr viele Übereinstimmungen gibt (das kann auch bei dem passieren den man enteignen will!). Aber.... so lange mir unklar ist wie ein Fundament untermaut wurde stimme ich nicht in diesen Chor ein, nur weil mir das theoretische Ergebnis zumunde spricht. Wenn das Fudament für mich(!) auf Unrecht fußt, sowieso nicht. Ich kann nun mal nur für mich sprechen.
Im übrigen ist meine Meinung auch nicht in Stein gemeiselt. Alles eine frage der Argumentation.

---

Dass streben nach Vollkommenheit, DASS dürfte wohl in allen Menschen inne wohnen.
Hinterfragt man das Leben, dass Soziale, bissig, dann wird man gerne zum Außenseiter abgestempelt. Doch
das ändert nichts daran das die Richtung auf beiden Seiten stimmt. Auch Jene, die nur Beifall klatschen, müssen sich irgendwann fragen lassen was sie denn nun wollen.

Wer behauptet, man lebe nur im hier und jetzt, der übersieht die Tatsache, dass genau DAS ebenso, wenn nicht noch etwas mehr wichtig ist - sich in Zukunft nicht zu verliern, stabil zu bleiben, fitt zu sein für bspw. den nächsten Schicksalsschlag.
- Wie soll man denn seine Sinne und Meinungen und eigenes Tun schärfend analysieren können, wenn man nur in Bewegung/ nur auf der Suche ist, ohne die Selbsterkenntnis umzusetzen und auzuprobieren. Das geht nicht.
Das diese Behauptung ziemlich vermessen ist, kommt hinzu.

Wer Erbauer von verschwenderischen Prunkbauten glorifiziert, der sollt erklären können was daran sozial nachhaltig sein soll! Zumal es im Fall Tebartz nicht mal sein Geld war, was er für puren Luxus und mit vollen Händen ausgegeben hat.

Einen goldenen Palast kann man nun mal nicht essen. Stattdessen hätte man gezielt Hungersnöte beseitigen können.
Hier hat die persönlich Wilkür gepaart mit Eitelkeit gesiegt + die Profitgier derer, die am Bau beteilgt waren. Denn auch die haben sich nicht gefragt wie sowas sein kann und wen diese Protzbauten überhaupt dienen.
- Ganz frei dem Motto vom Tebartz: Ist doch nicht mein Geld. Aber für einen guten Zweck.
Leider fern ab jedweder Realität.

Wenn man Unrecht legetimiert nur um soziale Gerechtigkeit zu erhalten, dann haben wir was? Das DDR Modell, samt seiner Stasi. Das wären diktatorische Zustände vs. Robin Hood (?). Scheis auf die Menschenrechte und deren Grundbedürfnisse. Willkür via kommunistische Ideolgie und Indogtrination derSelben ist besser. :daumen:

Nein danke. DAS hatte ich schon. 😛

Ach... bevor ich es vergesse:
Alles betrifft doch das Eigene, so wie das Eigene auch alles Andere betrifft.
[...]
Ja klar. Alles hängt aneinander.
Gehst Du auch zum Doc, sagst dem ganz global das Dir das Ozonloch wehtut? Was wird der wohl sagen können? Doch nur das Du aufhören sollst zu pupsen damit das Ozonloch kleiner wird? Nein. So undifferenziert läst sich nichts ändern.
Es allen recht zu machen, geht nun mal nicht. Das dürfte sich mitlerweile rumgesprochen haben Auch bei mir. Folglich braucht es Kompromislösungen, keine Zwangslösungen die zu Sanktionen führen.
Wir müssen nicht immer wieder die Wege beschreiten die uns in das Hier und Jetzt geführt haben.
Eine friedliche Revolution war vorher undenkbar, und doch kam sie. So viel zu Wahrscheinlichkeit. (Ist grad so schön aktuell 🙂)
 

Dein Beitrag war zwar nicht spezifisch an mich gerichtet, aber weil ich deine Gedanken/Ansätze/Argumente interssant bzw. wichtig finde, möchte ich gerne meine Sichtweise dazu äußern. Ich empfinde deine Aussagen als wichtig, weil sie aus meiner Sicht Grundsätzliches/Essentielles im Menschsein für sich, in der Gesellschaft und in der Globalität berühren.


Es ist wie es ist.

Jeder hat so seine Sichtweise.
Das ist immer so. Wenn man sich eine spezifische Sichtweise genau betrachtet, dann weist sie Unterschiede und gleichsam Gemeinsamkeiten mit anderen auf. Nehmen wir den Menschen also als Gesamtkonstrukt und blenden die strukturellen Gemeinsamkeiten aus, dann ist jeder Mensch anders bzw. für sich alleine. Wenn man jedoch die einzelne Sichtweise betrachet, aus deren Summe sich das geistige Format des Menschen zusammensetzt, so ist keine einzige Sichtweise in dieser großen Welt mit so vielen Menschen alleine.


Wenn es für Dich okay, ist ein gewisses Unrecht in Kauf zu nehmen, nur um eine allgemein soziale Gerechtigkeit zu schaffen.

Eine allgemein soziale Gerechtigkeit wird sich ja nicht mit Unrecht bzw. Ungerechtigkeit erkauft. Das widerspricht sich natürlich. Im Gegenteil sehe ich es eher so, dass allgemein soziale Gerechtigkeit andere Gerechtigkeiten nicht ausschließt, sondern sich mit ihnen ergänzt.


Mit mir auch nicht.

Im Deckmantel von Gerechtigkeit und Moral gibt es die meisten Opfer. Siehe Geschichtsbuch!

Wenn Gerechtigkeit auf Opfern - im Sinne der Beschädigung körperlicher und geistiger Gesundheit, der Beschneidung von Rechten und Möglichkeiten - beruht, dann gilt es, diese "Gerechtigkeit" zu hinterfragen, zu kritisieren und ggf. zu zerstören.

Es wird sich nichts ändern, wenn man nur eine handvoll Egoisten an die Zwangskandarre nimmt. Das ist der Mensch. Ohne seinen Egoismus wären wir nicht da, wo wir heute sind. Das kann man nun positiv als auch negativ sehen.

Da stimme ich dir uneingeschränkt zu.

Wenn man sich die Welt bzw. Menschen so betrachtet und ihnen in ihrer Gesamtheit eine Note auf dem Niveau "befriedigend-unbefriedigend" ausstellt, dann hilft es nur wenig, wenn sich ein paar Wenige verändern, weil die Welt nicht aus Wenigen, sondern aus Vielen besteht. Darin liegt die Gefahr, aber auch die Möglichkeit.

Du baust das/Dein soziales "Haus" lieber von oben herab. Warum? Hat Deine Basis, Dein Fundament, etwa grobe Fehler die Du allein nicht bewältigen kannst?

Ich weiß nicht, ob Sozialität bzw. Gerechtigkeit von "oben" oder von "unten" kommt. Ich denke, sie kommt aus allen Richtungen.

Für mich fußt es darauf, dass Unrecht mit dem Argument - sozialgerecht verteilen zu wollen, legitimiert wird.

Unrecht hat mit Sozialgerechtigkeit nur wenig zu tun.

- Dabei übersiehst Du völlig, dass eine Demokratie nur so demokratisch sein kann wie sie selber ist. Also auch Du! Du wie ich, wir sind Teil der Gesellschaft.

Das ist gewiss so.

Wir sind nicht nur Teil der Familien- oder Freundschaftskreisdemokratie, sondern auch der Gesellschafts- und Weltdemokratie.

Enteignungen sind was? Demokratisch?

Ich sehe nicht, dass wir hier über Enteignung sprechen. "Enteignungen" wären meines Erachtens nur dann demokratisch und durchsetzungsfähig, wenn mindestens 50% der Weltbevölkerung dafür stimmen würde. Ich sehe aber nicht, dass dem so ist.

Wenn ich meine Sichtweise zur aktuellen Lage + mein Wunschkonzert usw. aufzeige würde, wüdest auch Du feststellen, dass es sehr viele Übereinstimmungen gibt (das kann auch bei dem passieren den man enteignen will!).

Sehe ich auch so.

Menschen sind in ihrem Kern bzw. Essenz gar nicht so unterschiedlich, wie es einem oft vorkommt.

Aber.... so lange mir unklar ist, wie ein Fundament untermauert wurde, stimme ich nicht in diesen Chor ein, nur weil mir das theoretische Ergebnis zumunde spricht. Wenn das Fundament für mich(!) auf Unrecht fußt, sowieso nicht. Ich kann nun mal nur für mich sprechen.

Auch das sehe ich so. Aber was könnte bzw. sollte das Fundament sein?

Aus meiner Sicht ist das ein weites und schwieriges Feld.

Beim Nordrheiner scheint es mir so durchzudringen, dass er Befürchtungen um diese Welt und die Menschen auf dieser hat, größeres Leid im Rahmen seiner Möglichkeiten vermeiden möchte. Und ich meine, dass er, wie auch viele andere hier, die Erfahrungen, Reflexion, Begabungen und den Willen dazu hat. Er sieht die Verbesserung, die Heilung und die Erlösung in Gott, Jesus, Nächstenliebe und der Bibel, was ich durchaus nachvollziehen kann und schätze. Nur ist es meiner persönlichen Sichtweise über das Leben und den Menschen etwas "zu einfach", zu überheblich, zu ausgrenzend.

Im übrigen ist meine Meinung auch nicht in Stein gemeißelt. Alles eine Frage der Argumentation.

Gut so. Sonst wärest du ja Gott. Wer hätte schon vor 100 Jahren gedacht, dass wir heute so leben würden, wie wir es heute tun? Mit Waschmaschinen, Tablets, Smartphones, PCs und Internet, Google, Youtube, Facebook, Twitter, usw.

---

Das Streben nach Vollkommenheit, DAS dürfte wohl in allen Menschen inne wohnen.

Ich denke, dass es dem Menschen zwar auch, zumindest latent, um irgendeine Art von Vollkommenheit geht, aber in erster Linie doch um Selbstverwirklichung, also seinen Platz und Heimat in dieser Welt zu finden. Nicht mehr zu kämpfen, sondern in Frieden zu leben.

Hinterfragt man das Leben, dass Soziale, bissig, dann wird man gerne zum Außenseiter abgestempelt. Doch
das ändert nichts daran, dass die Richtung auf beiden Seiten stimmt. Auch Jene, die nur Beifall klatschen, müssen sich irgendwann fragen lassen was sie denn nun wollen.

Das ist richtig. Irgendwann kommt immer die Zeit, wo man aufstehen muss, sein Haupt erhebt und mit unerschütterlicher Stimme spricht, weil man sonst nicht nur die anderen, sondern auch sich selbst verraten hat.

Wer behauptet, man lebe nur im hier und jetzt, der übersieht die Tatsache, dass genau DAS ebenso, wenn nicht noch etwas mehr wichtig ist - sich in Zukunft nicht zu verliern, stabil zu bleiben, fitt zu sein für bspw. den nächsten Schicksalsschlag.

Das halte ich für schwierig. Eine Grätsche, in der wir uns alle hin und wieder befinden. Nur für das Jetzt leben oder auch für die Zukunft?

Nur für mich selbst leben oder auch für andere?

- Wie soll man denn seine Sinne und Meinungen und eigenes Tun schärfend analysieren können, wenn man nur in Bewegung/ nur auf der Suche ist, ohne die Selbsterkenntnis umzusetzen und auzuprobieren. Das geht nicht.
Das diese Behauptung ziemlich vermessen ist, kommt hinzu.

Alle laufen, sind regelrechte Sprinter. Bis einer stehen bleibt und sich fragt: "Wohin laufen wir eigentlich?"

Wer Erbauer von verschwenderischen Prunkbauten glorifiziert, der sollt erklären können was daran sozial nachhaltig sein soll! Zumal es im Fall Tebartz nicht mal sein Geld war, was er für puren Luxus und mit vollen Händen ausgegeben hat.

Verstehe.

Einen goldenen Palast kann man nun mal nicht essen. Stattdessen hätte man gezielt Hungersnöte beseitigen können.

Auch das stimmt.

Hier hat die persönlich Willkür gepaart mit Eitelkeit gesiegt + die Profitgier derer, die am Bau beteilgt waren. Denn auch die haben sich nicht gefragt wie sowas sein kann und wen diese Protzbauten überhaupt dienen.
- Ganz frei dem Motto vom Tebartz: Ist doch nicht mein Geld. Aber für einen guten Zweck.
Leider fern ab jedweder Realität.

Auch hier stimme ich dir zu.

Wenn man Unrecht legitimiert nur um soziale Gerechtigkeit zu erhalten, dann haben wir was? Das DDR Modell, samt seiner Stasi. Das wären diktatorische Zustände vs. Robin Hood (?). Scheiss auf die Menschenrechte und deren Grundbedürfnisse. Willkür via kommunistische Ideolgie und Indoktrination der Selben ist besser. :daumen:

Nein, so nicht. Anders.

Nein danke. DAS hatte ich schon. 😛

Sicher. Vielleicht sind wir zu satt, vielleicht zu hungrig. Alles eine Frage der Perspektive.

Ach... bevor ich es vergesse:

Ja klar. Alles hängt aneinander.
Gehst Du auch zum Doc, sagst dem ganz global, dass Dir das Ozonloch wehtut? Was wird der wohl sagen können? Doch nur das Du aufhören sollst zu pupsen, damit das Ozonloch kleiner wird? Nein. So undifferenziert lässt sich nichts ändern.
Es allen recht zu machen, geht nun mal nicht. Das dürfte sich mitlerweile rumgesprochen haben Auch bei mir. Folglich braucht es Kompromisslösungen, keine Zwangslösungen die zu Sanktionen führen.
Wir müssen nicht immer wieder die Wege beschreiten, die uns in das Hier und Jetzt geführt haben.
Eine friedliche Revolution war vorher undenkbar, und doch kam sie. So viel zu Wahrscheinlichkeit. (Ist grad so schön aktuell 🙂)

Wir alle verändern uns. Unverweigerbare Metamorphose. Ein paar Dinge bleiben jedoch immer gleich. 🙂

---

Bei meiner Seele.
 
Zuletzt bearbeitet:
Du baust das/Dein soziales "Haus" lieber von oben herab. Warum? Hat Deine Basis, Dein Fundament, etwa grobe Fehler die Du allein nicht bewältigen kannst?

Ich denke vor Allem, dass unser bestehendes gemeinsames Haus eines gründlichen Umbaus bedarf und in diesem Zusammenhang von Oben her "abgebaut" werden muss, um an der Basis, also an den Fundamenten des Verständnisses von Rechtmäßigkeit in Bezug auf Besitz und Ressourcennutzung, sozial - und umweltverträgliche Korrekturen vornehmen zu können.

Ohne näher auf Deine Ausführungen einzugehen, lässt sich meine Sichtweise in etwa davon ableiten was dieser kleine Film zum Ausdruck bringen möchte:

Der Mensch hält sie für tödliche Bestien. Aber was sie hier leisten, ist atemberaubend.
 
Um bei dem beispiel mit dem haus zu bleiben...
Das fundament wurde ausgehoelt und viele steine davon von unten nach oben transportiert.
Irgendwann MUSS es da ja zum einsturz kommen, wenn das gewicht so unguenstig verteilt wird.
Und das fundament immer bruechiger wird.
Und wie soll man das fundament sanieren, ohne "material" von oben wieder nach unten zu transportieren oder das ganze gebilde ganz abzureissen und wieder von vorn anzufangen?
 
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