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Ich will aufwachen

Guten Morgen,
bin gespannt wie der Termin beim Anwalt gelaufen ist.
Ich hoffe, sie hat dort jetzt auch mal ihren Mund aufbekommen und nicht nur bei ihren Stechern.
Dann musst du doch nur alles lesen? Dann kann die Spannung schon enden 😉
Der Termin war über Mittag und lief tatsächlich sehr gut: Die Anwältin konnte dem ersten Eindruck nach auch unsere Erwartung/Hoffnung erfüllen und wir haben nun alle ein paar Hausaufgaben bekommen bis zum nächsten Termin in 2 Wochen.
Das Thema Finanzen und Unterhalt wird mit als erstes geklärt, damit wir beide einfach wissen, womit wir jeweils in Zukunft "haushalten" können, auch in Hinblick jetzt auf Wohnungssuche.
Meine Ex war vor Ort im Gespräch aber auch danach recht "freundlich" - nicht so wie nach dem Termin beim Jugendamt.

Es hätte erheblich schlimmer laufen können, ja, dem Frieden traue ist aber erst, wenn auch schriftlich alles unter Dach und Fach ist.

Der Verlauf vom Termin und die "Atmosphäre" danach sind jetzt gerade eine echt große Erleichterung.
 
Gab es möglicherweise mit der Ehefrau zuvor Streit, weil du schon während der Ehe zu Prostituierten gegangen warst..?
...
Es war eine Frage an den TE, welcher er nicht beantworten braucht.
Scheinbar hat es manche hier hart getriggert, dass ich nach der Trennung auch meinen Spaß hatte - oder war es für die betroffenen Personen nur "schlimm", dass ich dafür bezahlt habe?
Naja, auch egal.. Muss ja nicht eurem Wertekodex entsprechen, aber hier jetzt völlig weltfremde Versöhnungstheorien aufzustellen und MIR Untreue in der Ehe vorzuwerfen - was anderes steht da oben nicht - das finde ich persönlich, in meiner Lage, echt widerlich zu lesen.

Jeder kann hier seine Meinung kund tun, Meinungen und Ansichten können auch aus einander gehen, der Austausch hier ist gut und wertvoll für mich und ich kriege verschiedene Blickwinkel.

Man sollte aber schon zu einer gewissen Transferleistung im Stande sein - nicht nur wild seinen Senf dazu geben und Sachen dazu dichten, sondern sich auf meine Situation/mich einlassen können, @Marisol + @cucaracha ...das ging echt zu weit. 👎⛔

Tatsächlich denke ich, dass diese extremen Gefühlsschwankungen einfach deinem sensiblen, emotionalen und analytischen Wesen geschuldet sind mit dem Bedürfnis, alles verstehen zu wollen und Stimmungen sehr auszuleben.
..
Du hast sehr früh beschlossen, Farbtupfer in dein Leben zu lassen, doch immer wieder holt dich der Trennungsnebel ein, denn alles um die Trennung dominiert ja aktuell dein Leben.
..
Vielleicht hilft es bis dahin, die Gefühlsachterbahn zu akzeptieren, Trauer- und Wutphasen zuzulassen..
..
Tatsächlich durchlebst du ja einen gravierenden Veränderungprozess und durchläufst da bestimmte Phasen. Du schriebst, dich damit mal näher auseinandersetzen zu wollen, um besser verstehen zu können.
Wieder mal auf den Punkt gebracht @Pfefferminzdrops ...Danke!
Ich habe am Montag so versucht gegen diese Trauer anzukämpfen, mich abzulenken, zu beschäftigen, dass ich am Ende nicht nur traurig war, sondern mich auch noch zusätzlich völlig hilflos gefühlt habe.

Gut, ist man in dieser Situation letztendlich auch - ich muss akzeptieren (lernen), dass dies passieren kann. Und lernen, damit umzugehen. Ich trinke seit einigen Jahren gerne mal einen guten Rum oder Whiskey, meine Hausbar hat so einiges im Angebot - ich habe mich echt sehr zusammenreißen müssen, meinen Kummer diesen Montagabend nicht einfach zu ertrinken...ich habe es nicht getan und das macht mir Mut, dass ich es schaffen kann.

Im großen Ganzen war das Feedback - von allen Seiten, ob hier oder privat- extrem verständnisvoll und positiv, was meinen bisherigen "Weg" angeht.

Noch eine Erkenntnis: Wenn ich im Nachgang auf bisherige "Talfahrten" zurückblicke, scheint auch für meinen "Grübel-Kopf" alles logischer zu sein.
Ich habe gerade wieder etwas Aufschwung und will mich wie gesagt auch mit diesen Phasen auseinandersetzen. Als Idee kam mir: Beim nächsten "Einbruch" (?) stelle ich mir irgendeinen Timer im Handy auf zB 48 Stunden: Ich lasse die Trauer kommen und zu, versuche meine Aufgaben und Alltag dennoch weiter zu erfüllen - aber es gibt mir vielleicht dieses Licht am Ende des Tunnels: Die Trauer geht auch wieder vorüber. Wenn ich nur Schwarzmale, vielleicht hilft es mir zu sehen, hey, schon X Stunden geschafft, du kommst "voran".
Das heißt nicht, dass ich nach 48h nichts mehr fühle oder zu irgendeiner Kompensation greife, aber zuletzt war es oft so, dass ich für diese Phasen gut 2 Tage brauchte. Diese Visualisierung könnte mir also helfen, wenn ich mich traurig und hilflos fühle, dennoch einen "Fortschritt" zu sehen?! Einen Versuch ist es wert.

Ich hatte heute früh noch ein sehr gutes Gespräch mit einer guten Freundin, es ging wie hier um die letzten zwei Wochen, Aufs und Abs, die Aktuelle Talfahrt und den "Stand bzgl meiner Bekannten".. und beim Sprechen kam mir etwas in Bewusstsein:
Ich bin ein sehr hilfsbereiter und einfühlsamer Mensch - möchte ich auch bleiben 🙂 - aber ich glaube, ich muss lernen, auch dabei Grenzen zu setzen: Ich steige zu tief in den Kopf und in Probleme anderer Menschen ein - und belaste letztendlich mich selbst damit.
Ich kann nicht die Päckchen anderer Menschen tragen oder deren Probleme lösen.

In meiner Beziehung habe ich immer mehr, mehr, mehr gemacht, aus Mitgefühl, aus Mitleid, weil es meine Ex anfangs durch Pendelei schwer hatte, weil es ihr hier und da immer wieder körperlich nicht gut ging oder letztendlich auch psychisch nicht mehr. Ich habe mir alles aufgeladen und zuhause alles mögliche "gemacht". Alles "möglich" gemacht.
Ich hatte beschrieben ich war kurz vor/im Burnout.
Dass ich als Partner nicht mehr so "funktioniert" habe, wie man es in einer Bezieheung sollte, dass sie sich nicht mehr "als Frau" sah oder fühlte und sich damit in eine eigene Richtung entwickelt hat....ich gebe mir nicht die Schuld daran, aber vielleicht hab ich ne Art "Helfersyndrom"? Und damit zu der Situation beigetragen, in der Sie mich am Ende betrogen hat.
Nicht Falsch verstehen: Für Ihre Handlungen übernehme ich absolut KEINE Verantwortung, aber die Situation, in der wir uns bis vor zwei Monaten befanden, an der sind wir beide "schuld".

Ich kann das so sagen, ohne mich dafür zu verurteilen - denn ich habe ja schon sehr viel daraus gelernt und für MICH umgestellt, damit es MIR besser geht.

Dieses, ich nenne es jetzt mal so, Helfersyndrom zu hinterfragen und für mich zu reflektieren, das könnte mir helfen, in Zukunft, ähnliche "Fehler" zu vermeiden.
Und gerade jetzt, mit der Bekannten: Ich glaube, dass das, was mich in dieser Thematik gerade beschäftigt, bzw runterzieht, eigentlich IHRE Lage ist: Sie ist alleinerziehend, DREI Kinder, ein völlig unzuverlässiger Ex, der Job mit dem sie oft bis 10-11 Uhr Abends noch Korrekturen oder Vorbereitungen zu tun hat.
--
Kurzer Exkurs - Sie schrieb mir bei unserer Aussprache am Sonntagabend: Sie will Ihre Kinder nicht wegorganisieren müssen und weiß nicht, ob sie gerade bereit sei für eine Beziehung. Aber sie gebe auch nicht schnell auf und würde so schnell auch nicht die Reißleine ziehen - sie will bei allem selbst ja auch nicht mir Ihren Bedürfnissen zu kurz kommen. Auf meine Frage, ob ich sie erst mal in Ruhe lassen solle, sagte Sie mir ganz deutlich, nein, solle ich bloß nicht tun.
--
Und jetzt wieder den Bogen zurück zu meiner Erkenntnis schlagen: Ich FÜHLE diesen inneren Konflikt in Ihr sehr stark in mir. Aber das geht zu weit. Ich kann Ihre Situation nicht auflösen oder ändern, entweder findet sie eine Lösung oder die Antwort: Nein, geht nicht, sorry.
Eigentlich war Sonntagabend ja diese Versöhnung: Wir Entschleunigen erst mal, machen uns Gedanken, und evtl ergibt sich ja auch ohne feste Antworten ein einfaches Treffen.
Alles war gut und am Montag hing ich im Tiefpunkt fest. Warum? Vermutlich weil mich das unterbewusst so extrem mitgenommen hat..
Wir wissen ja beide gar nicht woran wir sind, das ist auch noch gar nicht so schlimm, da wir uns erst seit einem Monat kennen - ich habe mir (wieder Thema, etwas mit Abstand zu beleuchten) mal wirklich aufgeschrieben, welche Tage und Momente wir geteilt haben - jetzt am Wochenende ist "unser" erster Monat gerade mal rum gewesen!! Auf der Liste stehen aber dennoch 5-6 gemeinsame Momente. Ja gut, vieles habe ich wieder "möglich" gemacht (altes Muster wie in der Beziehung) aber es ist faktisch nicht viel Zeit vergangen. Bei allem Alltagstrubel und auch meiner Situation jetzt gerade, fliegt natürlich die Zeit und es kommt einem schon viel länger vor. Ist es nicht.

Dass jetzt gerade, auch so viele, Erkenntnisse für mich kommen, deute ich mal so, dass ich meine Talfahrt gerade verlasse:
1.) Ich möchte mich mit Themen wie Trauer und Veränderung beschäftigen.
2.) Ich möchte Probleme mit Abstand betrachten; es ist normal, nicht direkt Lösungen oder Antworten zu finden.
3.) Ich möchte nicht mein Wesen ändern, aber ungesunde Züge dessen versuchen, abzulegen.
4.) Ich möchte mir in Zukunft selbst bei Problemen helfen, indem ich Dinge zB visualisiere.

Punkt vier habe ich allein mit dieser Auflistung schon wieder getan 🙂

Ich denke, so kann es weitergehen - es wäre zumindest ein sehr versönliches Ende einer negativen Phase und wieder ein kleines Stück Wachstum. 🙂
 
Mein Beitrag sollte kein Angriff und keine Verletzung gegen Dich sein, sondern es war eine Frage welche man mit ja oder nein beantworten kann.
Du hast die Frage beantwortet.
Es tut mir leid, wenn dich meine Sätze verletzten.
(Viele Ehemänner haben pay Sex aber es trifft nicht auf dich zu ).

Und deine Frau wird vermutlich auch wissen, dass du stets treu warst und sie hat sich trotzdem ihre Liebhaber gesucht.
Eine neue Beziehung mit ihr wäre sinnlos.
Bei meiner Frage ging es mir darum deine Probleme von verschiedenen Seiten beleuchten zu können.

Da ich selber auch schon eine sehr harte Trennung erlebte hast du in meinem anderen Beiträge viel Mitgefühl für deine schlimme Lebenssituation erhalten.

Mehrfach schrieb ich, dass ich dein Bedürfnis nach Sex mit anderen Frauen nach der Trennung nachvollziehen kann, weil ich damals nach meiner schmerzhaften Trennung und dem Vertrauensbruch auch viel Sex mit anderen Männern suchte, um den Trennungsschmerz zu mindern.

Solch ein Verhalten wird auch in meinem Filmtipp gut dargestellt.
 
Zuletzt bearbeitet:
Und jetzt wieder den Bogen zurück zu meiner Erkenntnis schlagen: Ich FÜHLE diesen inneren Konflikt in Ihr sehr stark in mir. Aber das geht zu weit. Ich kann Ihre Situation nicht auflösen oder ändern, entweder findet sie eine Lösung oder die Antwort: Nein, geht nicht, sorry.
Eigentlich war Sonntagabend ja diese Versöhnung: Wir Entschleunigen erst mal, machen uns Gedanken, und evtl ergibt sich ja auch ohne feste Antworten ein einfaches Treffen.
Alles war gut und am Montag hing ich im Tiefpunkt fest. Warum? Vermutlich weil mich das unterbewusst so extrem mitgenommen hat..
Wir wissen ja beide gar nicht woran wir sind, das ist auch noch gar nicht so schlimm, da wir uns erst seit einem Monat kennen - ich habe mir (wieder Thema, etwas mit Abstand zu beleuchten) mal wirklich aufgeschrieben, welche Tage und Momente wir geteilt haben - jetzt am Wochenende ist "unser" erster Monat gerade mal rum gewesen!! Auf der Liste stehen aber dennoch 5-6 gemeinsame Momente. Ja gut, vieles habe ich wieder "möglich" gemacht (altes Muster wie in der Beziehung) aber es ist faktisch nicht viel Zeit vergangen. Bei allem Alltagstrubel und auch meiner Situation jetzt gerade, fliegt natürlich die Zeit und es kommt einem schon viel länger vor. Ist es nicht.
Genau diese Schwierigkeiten sind der Grund, aus dem davon abgeraten wird, sich in etwas Neues zu stürzen, bevor das Alte einigermaßen aufgearbeitet ist. Problematisch wird das ganze, wenn diese 2. Baustelle mehr Kraft kostet als dass sie Kraft und gute Gefühle gibt.
Sie will Ihre Kinder nicht wegorganisieren müssen und weiß nicht, ob sie gerade bereit sei für eine Beziehung. Aber sie gebe auch nicht schnell auf und würde so schnell auch nicht die Reißleine ziehen - sie will bei allem selbst ja auch nicht mir Ihren Bedürfnissen zu kurz kommen. Auf meine Frage, ob ich sie erst mal in Ruhe lassen solle, sagte Sie mir ganz deutlich, nein, solle ich bloß nicht tun.
Wenn du mit dieser Antwort leben kannst: Gut. Ich finde allerdings, dass das ein bisschen nach Warmhalten und nach Herumeiern um Entscheidungen klingt. Nicht Fisch, nicht Fleisch. Irgendwann (und ich bin bei dir, dass es noch nicht jetzt sein muss) wird sie eine Entscheidung fällen müssen. Du solltest bis dahin zuschauen, dass du dich nicht zu stark einbringst, um durch ein eventuelles Nein, dann eben nicht zu tief getroffen zu werden.

Übrigens noch ein Gedanke, der mir gekommen ist: Du tauchst ja immer sehr tief in die Bewältigung und Lösung von Problemen ein. Grundsätzlich finde ich das ja gut, aber m. E. ist das gar nicht immer erforderlich. Vielleicht kannst du dich vorab auch immer noch fragen, wieviel dir das jetzt wirklich bringt, alles bis zum Exzess auseinanderzudröseln. So manches Problem erledigt sich durch Aussitzen, manchmal ist es auch einfach ausreichend, nach vorne zu schauen statt sich mit Vergangenem zu beschäftigen. Ich könnte mir wirklich vorstellen, dass du mit dieser Vorsortierung in "lohnt sich" "lohnt sich nicht" einen Gefallen tust, da du dadurch natürlich wieder mehr Zeit gewinnst, dich schönen Dingen zu widmen. Dieses tiefe und ellenlange Grübeln ist nicht immer sinnvoll und manches Mal sorgt es auch dafür, dass einem das Leben schwerer vorkommt als es es tatsächlich ist.
 
Zuletzt bearbeitet:
Helfersyndrom.. ich finde, dass du sehr reflektiert bist.

Jetzt kommt der Klassiker: wie war die Beziehung deiner Eltern?
Bzw. wie war deine "Rolle" darin?

Darin vermute ich eine Ursache.
Ich habe mich gestern dazu ein bisschen eingelesen und zB auch Videos auf Youtube zur Erklärung angesehen, welche Verhaltsweisen dafür sprechen, welche Ursache und welches Motiv dahinter steckt..:
Dieses "Helfersyndrom" passt echt erschreckend (!) zu mir und ich bin auch etwas "erschrocken" davon. Man kennt es ja sonst nur so umgangssprachlich oder hat es mal schwerzweise in den Mund genommen..und das wird mir jetzt gerade zum ersten Mal so richtig bewusst, dass es echt zutrifft.

Es ist einerseits "schön" (?) so ein bisschen mehr, mich selbst verstehen zu können: Gerade mein Gedanken und Gefühlschaos mit dieser Bekannten gegenüber kriegt dadurch eine deutlich andere Note, es bietet mir eine Erklärung..das hatte ich ja im Text gestern schon beschrieben.

Ich fürchte nur, so richtig aufarbeiten oder "bekämpfen" werde ich diese Facette ohne externe Hilfe nicht können..Ich fühle mich erleichtert, etwas Licht ins Dunkle bringen zu können - und das aus eigener Kraft und Reflexion - aber damit anzufangen weiß ich gerade noch nicht viel..

Immerhin habe ich gestern nochmal ein paar Therapeuten angeschrieben, mal sehen, was dabei rumkommt. Und das "Rezept" für die DIGA/Novego habe ich auch angeleiert.


Ich wüsste da jetzt schon wieder gar nicht, was man von mir erwartet.
Und wär mir zu "blöd".
Ja, das ist etwas dran..
Ich bin aktuell selbst sehr zwiegespalten, was diese Frau angeht: Wir verstehen uns toll, teilen Gefühle (die wir noch nicht genau benennen können), hatten erst Freitag diese wahnsinnige emotionale und körperliche Nähe. Jeden Moment, den wir zusammen verbringen, tut mir einfach gut, es ist der reinste Seelenbalsam.
Gleichzeitig erfolgt dies sehr unregelmäßig und ohne Perspektive bisher. Ich weiß ich nicht, was es überhaupt ist oder werden soll. Das bedeutet große Ungewissheit, Unsicherheit.
Dazu dann der neue Hintergrund bzgl Helfersyndrom: Ich fühle in MIR so extrem stark IHRE inneren Konflikte, dass diese Seite mir aktuell definitiv nicht gut tut.

Ich schaffe es aber gerade auch nicht, mich nun hinzustellen zu sagen: Es ist hier und jetzt vorbei, bevor es überhaupt begonnen hat, weil die Negativen Aspekte wohlmöglich überwiegen.
Ich hätte das Gefühl, mich selbst einer Chance zu berauben, ein bisschen Farbe in das viele Grau zu bringen. Und dass es nicht mehr als eine Chance ist, Ende offen, ist mir durchaus bewusst.


Wenn man sich öfter trifft und man miteinander Sex hat
wird die Beziehung entweder enger oder es geht auseinander..
Das kam so ein bisschen ohne jeden Kontext - ist der Satz einfach so alleinstehend gemeint (ich denke, da stimme ich inhaltlich zu) - oder worauf bezogen?



Mich interessieren die psychologischen Hintergrunde dessen, was mich gerade umtreibt.
Ich habe mich nicht nur mit dem Helfersyndrom, sondern auch Trauer und Veränderung befasst.
Ich schreibe einfach mal, was mir dazu bisher einfällt, auch um das für mich selbst einmal zu visualisieren::

Die fünf Phasen der Trauer (Kübler-Ross) - lassen sich auch auf
1. Verleugnung:
Das ist gerade hier "schön" nachzusehen: Schaut mal, wie ich diesen Thread damals benannt habe. Plakativer geht es ja gar nicht. 🙂​
2. Wut:
Hier bin ich etwas überfragt, da ich bisher nur Schmerz oder Taubheit empfunden hatte.​
Vielleicht unterdrücke ich die Wut auch unterbewusst, da sie der jetzigen Phase des "sich mit einander arrangieren" (vor den/für die Kinder) sonst schädlich wäre?​
Die KI meint dies dazu - und ich würde dem auch zustimmen, ich finde, es passt zu mir: "Eine Trennung kann auch ohne die Phase der Wut durchlaufen werden, indem man die Emotionen bewusst wahrnimmt und durch andere Aktivitäten wie Sport, kreatives Schreiben oder Selbstfürsorge kanalisiert, um die Trauer zu verarbeiten."​
3. Verhandeln:
Das waren die zwei Wochen, nachdem ich von Ihrem Fremdgehen erfuhr: Ich habe vorgeschlagen, eine Paartherapie zu machen, um zu gucken, ob wir noch einmal zu einander finden. Ich habe mich mit Ihren Beweggründen auseinander gesetzt (auch wieder Helfersyndrom) und mich mit dem Gedanken bzgl offener Beziehung beschäftigt..​
..ehe ich erkannt habe, das führt alles zu nichts. Ich verliere mich in diesen Gedankenspielen, STOPP!​
Hier habe ich dann die Grenze gezogen und ausgesprochen, dass die Beziehung, Ehe, vorbei ist und KEINE ZUKUNFT mehr hat. Diese Entscheidung ist für mich absolut. Diese Phase halte ich also ebenfalls für abgeschlossen; Dieser Zeitpunkt war Mitte September.​
Bleiben also..:​
4. Depression:
..und..​
5. Akzeptanz:
​
Ich denke, ich pendle ich in den letzten Wochen hin und her zwischen 4 und 5 - und das ist es, was mich auch emotional ins Wanken bringt, da ich mir natürlich Stabilität wünsche:

Von meiner Überzeugung her, habe ich große Fortschritte in Richtung Akzeptanz gemacht, stürze aber immer wieder zurück auf den Boden der Tatsachen, die Depression.​
Die Innere Unruhe und die Traurigkeit, das Gefühl unendlicher Einsamkeit..auch die fehlende Konzentrationsfähigkeit, die mich im Job extrem ausbremst.​
Alles Zeichen für Phase 4.​
​
Andererseits habe ich schon Dinge begonnen, die für die 5 sprechen: Viele Lehren aus dem Geschehenen für mich gezogen - erst (vor)gestern wieder etwas Neues! - und viele Änderungen und "Self Care" betrieben.​
​
Ich denke, fürchte, dieses Pendel wird auch weiter hin und her schwingen.
Insb. wenn dann zB die räumliche Trennung unmittelbar ansteht, eigentlich freue ich mir nur darauf, aber unterbewusst wird dies sicher nochmal schwer zusetzen.
Genau so, wie dann den neuen Alltag und Kindern im Wechselmodell - allein im wöchentlichen Wechsel "pendle" ich ja auch zwischen zwei Modi: 100% Ich für mich und 100% Papa. Natürlich bin ich auch "allein für mich" noch immer Papa und auch im Papa-Modus sollte ich "mich" nicht verlieren - wie man sieht, viele Herausforderungen!
Auch der Umgang mit meiner Ex nach dieser Trennung wird "spannend".

Die letzten Punkte waren jetzt einfach mal unverbindlich weiter in die Zukunft gedacht, damit beschäftige ich mich aktuell noch nicht. Ein Schritt nach dem Anderen.

Mich würde interessieren, was Ihr von meinen Gedanken in diesem Beitrag haltet!
Natürlich höre ich gern Zuspruch, aktuell mehr denn je, aber ich schätze auch andere Blickwinkel oder ergänzende Punkte sehr 🙂
 
Hast du dich mal mit Hochsensibilität beschäftigt?
Nicht intensiv. Der Begriff kam schon mal auf bei meinen Recherchen, aber so vom ersten Überfliegen, klang das "anders", mehr auf sensorische Reize bezogen.
Ich bin ein sehr sensible Mensch und habe auch starke "Antennen" nach außen - und eben dieses Hineinfühlen - aber ich denke, das hat andere Hintergründe, wie halt das Helfersyndrom.
Ich bin ja gerade auch noch nicht in Therapie - hier sind auch keine Therapeuten im Forum unterwegs - und alles, was ich gerade an "Erkenntnissen" sammle, das denke ich mir halt so zusammen und gucke, was ich annehmen kann. Ich will mir jetzt auch nicht jeden Hut anziehen und die "Diagnosen" die ich mir selbst "ausstelle", müssen schon irgendwie sinnvoll klingen..
Nichts davon ersetzt eine richtige Therapie.
 
Das klingt alles sehr aufschlussreich und reflektiert was du schreibst.

Der einzige Schönheitsfehler scheint zu sein, dass du Geld für Sex ausgibst...

Das könntest du ja auch in einer Therapie beleuchten, warum du dir dafür nicht zu schade bist.
 

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