Meine Frau und ich waren 48, als wir uns bewusst für ein Haus fürs Leben im Alter entschieden. Wir kauften einen alten Resthof von 1748 und sanierten ihn komplett barrierefrei. Wir lieben unser Haus ( 3 seperate Wohnungen mit insgesamt ca 300 m² Wohnfläche und unser ca. 5000 m² großes Grundstück). 2x im Jahr kommt der Gärtner und bringt unseren wunderschönen Naturgarten in Form, und wenn zwischendurch auf den Graswegen das Gras zu lang wird, fahre ich die mal mit dem Rasenmähertraktor ab. Außerdem habe ich dort einen kleinen Hundeparkur für meine Hunde und viele Obstbäume. Auch ca 50 m² Hochbeete habe ich dort angelegt. Damit haben wir fast alles Obst und Gemüse fürs ganze Jahr. Auch Geflügel und Eier haben wir selber. Komplett autark sind wir mittlerweile bei der Energieversorgung (PV, Wind und Wärmepumpe). Es war uns nicht wichtig, ob sich das alles rechnet, aber das tut es.
Wir leben in einem kleinen Dorf, was aber alles fußläufig zu bieten hat, wss man so braucht ( Hausärzte, Zahnarzt, Herzspezialist, Aldi, Edeka, Netto, Bäcker, Post, Frisör, Fußpflege, Sparkasse, Volksbank, ein paar Restaurants, gute Anbindung an Öffies sowie Bahn, viel Platz zum spazieren gehen, ob am Wasser, im Wald oder im Feld und vieles mehr. Und sehr viel Ruhe.
Die ersten Jahre haben unsere Kinder und Enkelkinder mit hier gelebt, sie haben mittlerweile eigene Häuser in der Nähe. Eine der Wohnungen haben wir jetzt an unsere Haushaltshilfe vermietet. Die andere obere Wohnung ist derzeit noch Gästewohnung und Werkstatt sowie Entspannungsbereich. Aber wenn ich (derzeit Pflegegrad 3) oder auch meine Frau (ohne Pflegegrad) irgendwann mal so Hilfebedürftig werden, dass wir auf Pflege von außen angewiesen sind, kommt Pflege ins Haus, welche oben in der 2. Wohnung (3 Zimmer, Küche, Bad und Gartennutzung wenn gewünscht) leben kann so sie möchte und könnte sogar ihre Familie mitbringen.
So haben wir das vor 13 Jahren geplant. Heute sind wir beide 60 und bereuen nichts. Mit dem Renteneintritt meiner Frau wird dann auch alles abbezahlt sein, was wir aufnehmen mussten und somit sind wir dann komplett schuldenfrei. Da wir beide gute Renten haben (werden) und auch wenig Geld für Freizeit ausgeben, haben wir gute Chancen, hier bis zum Lebensende zu bleiben, wie wir es geplant hatten.
Wir würden nie wieder in eine Etagenwohnung ziehen wollen. Ob Eigentum oder zur Miete. Die Preise sind horrend und es wird auch nicht mehr billiger werden. Davon bin ich überzeugt. Und ein Pflegeheim? Solange sich das vermeiden lässt, vermeiden wir es. Wir wünschen uns, dass wir das ganz vermeiden können...