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Gedankenspiel: Umzug von Haus in Wohnung

Aber wir kennen Andreas. Wäre ich mit Mitte 40 immer noch ohne Partnerin, würde ich mein Leben auch so planen und nicht jetzt noch an Kinder denken und deshalb ein marodes Haus finanzieren in welchem ich eher gar nicht wohnen möchte.
Ich denke nicht, dass ich noch eine Familie gründen werde. Aber ich werde wie gesagt auch nicht über Nacht aus dem Haus ausziehen, sondern vermutlich erst in einigen Jahre. Sagen wir mal, ich zieh mit 50 aus, dann kann ich das Thema Familie wirklich als abgeschlossen erachten.
 
Ich denke nicht, dass ich noch eine Familie gründen werde. Aber ich werde wie gesagt auch nicht über Nacht aus dem Haus ausziehen, sondern vermutlich erst in einigen Jahre. Sagen wir mal, ich zieh mit 50 aus, dann kann ich das Thema Familie wirklich als abgeschlossen erachten.
Bist Du aktiv auf der Suche nach einer Frau? Ich war älter als Du, als ich mit meiner Frau, die ich übers Internet kennengelernt habe, zusammen gezogen bin. Ich war älter als Du, als ich mein Haus gekauft habe - ohne Eigenkapital.
Vielleicht lernst Du irgendwann eine Frau kennen, vielleicht in dem Mehrfamilienhaus, in dem Du dann Deine ETW hast.
 
Hallo Andreas,

ich denke, der entscheidende Punkt ist der, den Du jetzt auch für Dich erkannt hast, daß man eine Wohnsituation nicht auf ewig und unveränderlich festgelegt betrachten darf.
Einmal Haus, immer Haus - gerade für Alleinlebende - ist nicht unbedingt der richtige Gedanke.
In anderen Ländern als Deutschland ist es viel selbstverständlicher, Eigentum zu kaufen und wieder zu verkaufen, die Wohnsituation an die eigene Lebensphase anzupassen. In Deutschland ist der Gedanke noch viel zu oft, wenn man erst mal ein Eigenheim hat, zieht man da nie wieder aus und muß es daher so instandhalten, daß es bis zum Lebensende perfekt und immer auf dem neuesten Stand ist.
Mein Ansatz ist ein anderer: Wie lange passt es noch für mich, wie lange fühle ich mich noch wohl und wieviel muß ich bis zu dem Moment eines Wechsels investieren.

Ich habe schon in sehr unterschiedlichen Wohnverhältnissen gewohnt
- 5 Jahre als Kind in einer Minimietwohnung
- 15 Jahre als Kind/Heranwachsende in einem riesigen Haus mit großem Garten
- 8 Jahre ein Einzimmerappartment als erste eigene Mietwohnung
- 20 Jahre in einer 80 qm Eigentumswohnung mitten in der Stadt
- fast 2 Jahre im 10 qm Wohnmobil auf Reisen
- seit 6 Jahren in einem wunderbaren alten 150 qm Haus mit großem Garten in einer Kleinstadt

Alle Wohnformen hatten ihre Vor- und Nachteile.
In den Wohnungen war es immer schon lauter als im Haus. Aber entscheidend war meist, die Veränderung im Laufe der Jahre. Plötzlich lag das Elternhaus, das vorher ruhig im Grünen lag, an einer vielbefahrenen Straße am Rand eines Gewerbegebiets. Aus den ruhigen Geschäften und Bäckereien gegenüber der ersten Mietwohnung in der Stadt wurden Kneipen und Cafes mit abendlicher Lärmbelästigung. Während die ersten Jahre in der Eigentumswohnung ruhig und gediegen waren, veränderte sich die Struktur der Nachbarn. Die älteren ruhigen Miteigentümer zogen aus oder verkauften, lebhaftere lautere Menschen zogen ein, jüngere neue Eigentümer renovierten Monate lang über oder unter mir, Kinder trampelten mir auf dem Kopf rum... Während vorher eine Eigentümergemeinschaft bestand, die gemeinschaftliche Interessen verfolgte, die Reparaturen und Renovierungen mit Augenmaß verfolgte, gab es plötzlich Eigentümer, die gar nichts investieren wollten, selbst fast pleite waren oder die Wohnungen nur als Renditeobjekte ansahen, sich nicht weiter dafür interessierten, weil sie selbst dort nicht lebten... Dann kam ein Investor, der mehrere Wohnungen aufgekauft hatte und damit fast die Mehrheit der Stimmen besaß und versuchte, absurd teure Maßnahmen durchzusetzen...

Jedes Mal gab es einen Punkt an dem ich nicht mehr zufrieden war mit den Wohnverhältnissen und dann etwas passenderes gesucht habe.
Nie war ich glücklicher als in meinem jetzigen Haus in den letzten 6 Jahren. Die Ruhe, Großzügigkeit, Selbstbestimmtheit, Garten, Lage - alles wunderbar - für meine aktuelle Lebensphase.
Ich bin mir aber auch sicher, daß auch hier der Punkt kommt, wo es nicht mehr passt.
Ich richte mich darauf ein, hier noch 10 - 15 gute Jahre zu verbringen und mir ab 70 Jahre etwas kleineres Altengerechteres zu suchen.
Genau wie Du habe ich keine Familie/Nachkommen. Ich muß mich also darauf einstellen, mir perspektivisch eine Wohnsituation zu schaffen, in der ich realistisch noch gut selbstbestimmt leben kann, wenn ich alt bin, bevor es dann (hoffentlich erst sehr sehr spät) einen allerletzten Schritt vielleicht in ein Pflegeheim geht.

Bis dahin genieße ich mein wunderbares Haus und diese aktuelle Lebensphase.
Da ich aber plane, es irgendwann zu verkaufen und mich wieder zu verkleinern, habe ich auch nicht den Druck, es für alle Eventualitäten und die Ewigkeit zu sanieren. Es wird auf einem Stand gehalten wie es jetzt und in den nächsten 10 - 15 Jahren für mich gut ist und dann kommt wieder eine andere Wohnsituation.
 
Mir geht es ähnlich, ich werde mein Elternhaus auf Kurz oder Lang vererbt bekommen. Meine Eltern haben mich gefragt ob ich ihr Haus übernehmen möchte, Platz wäre genug für alle. Aber mir graut es auch im Alter ein altes Haus als Klotz am Bein zu haben. 200qm Haus, großer Garten 2000qm - auch ich müsste hier sicherlich 300-400k nochmal investieren damit es wieder "modern" wird, doch will ich das überhaupt ? Auch ich verbinde mit dem Haus viele Emotionen und schöne Erinnerungen, ein Verkauf würde mir echt schwer fallen.
 
Sanierst du Dein Haus eigentlich selbst oder hast du damit eine Fachfirma beauftragt ?
Einige kleinere Dinge wie Wände streichen und Türen lackieren habe ich selber gemacht. Aber das meiste lasse ich von Fachfirmen machen, teils auch garnicht anders möglich.

Die aktuelle Kellersanierung mit Paraffin Injektion selber machen praktisch unmöglich, Elektrik, PV Anlage, Fenstertausch etc. auch praktisch kaum möglich wenn man nicht gerade selber Fachmann ist.

Teilweise kann man Nebenarbeiten selber machen um etwas zu sparen. Die alte Holzvertäfelung im Keller hätte ich z.B. selber abmachen können. Das Problem ist aber meist das drumherum bzw. in dem Fall die Entsorgung. Ich habe bei mir im Ort mal nachgefragt: Ein Bauschuttcontainer kostet 500 € Miete am Tag!

"Schönarbeiten" wie streichen, tapezieren usw. kann man selber machen, alles andere lasse ich aber machen.
 
Der Beitrag könnte meiner sein.
Wir haben uns das Haus meiner Großeltern auch ansatzweise schön gemacht und derzeit lebe ich dort allein mit meiner Tochter nachdem ich mich von meinem Mann getrennt habe.
Er kommt zwar ab und an und wir haben ein freundschaftliches Verhältnis, aber ich frage mich auch wie das mal im Alter werden soll und es ist auch vieles zu machen, was jetzt auf der Strecke bleibt, seitdem wir getrennt sind. Die Eckdaten stimmen mit unseren überein. Ist auch ein sehr altes Haus.
Ich hoffe immer noch darauf, dass meine Tochter später jemanden kennen lernt und Kinder bekommt, aber realistisch gesehen ist das auch eher eine Utopie, weil viele junge Menschen die Dorfgegend verlassen. Ich würde die Entscheidung an deiner Stelle nicht von heute auf morgen treffen.
Vielleicht lernst du ja doch noch jemanden kennen.
Bei unseren Nachbarn kam es ganz anders und die Nachbarin, der das Haus gehörte hatte Krebs, ihr Mann übernahm es und suchte sich später eine neue Frau.
 
Erstmal würde ich klären ob du da alleine bleiben willst?

Evtl machst du ein WG auf?
Findest eine Partnerin mit Kind(er)

Den Garten kannst du pflegeleicht gestalten...
Alles raus Wiese rein und Mähroboter.
Im Sommer lässt du die Wiese vertrocknen ( kommt wieder)

Sanierung mache das was du jetzt für wichtig erhälst.

Denke dran im eigenen Haus bist du der Chef.....
In einer Wohnung hast du selbst bei gekauft ( Hausgeld und nur Mitbestimmung)

DEin Leben und deine Entscheidungen kann dir zum Schluss keiner abnehmen🙂

Aber auf Dauer alleine im Haus sitzen würde ich wohl nicht....
 
Meine Frau und ich waren 48, als wir uns bewusst für ein Haus fürs Leben im Alter entschieden. Wir kauften einen alten Resthof von 1748 und sanierten ihn komplett barrierefrei. Wir lieben unser Haus ( 3 seperate Wohnungen mit insgesamt ca 300 m² Wohnfläche und unser ca. 5000 m² großes Grundstück). 2x im Jahr kommt der Gärtner und bringt unseren wunderschönen Naturgarten in Form, und wenn zwischendurch auf den Graswegen das Gras zu lang wird, fahre ich die mal mit dem Rasenmähertraktor ab. Außerdem habe ich dort einen kleinen Hundeparkur für meine Hunde und viele Obstbäume. Auch ca 50 m² Hochbeete habe ich dort angelegt. Damit haben wir fast alles Obst und Gemüse fürs ganze Jahr. Auch Geflügel und Eier haben wir selber. Komplett autark sind wir mittlerweile bei der Energieversorgung (PV, Wind und Wärmepumpe). Es war uns nicht wichtig, ob sich das alles rechnet, aber das tut es.
Wir leben in einem kleinen Dorf, was aber alles fußläufig zu bieten hat, wss man so braucht ( Hausärzte, Zahnarzt, Herzspezialist, Aldi, Edeka, Netto, Bäcker, Post, Frisör, Fußpflege, Sparkasse, Volksbank, ein paar Restaurants, gute Anbindung an Öffies sowie Bahn, viel Platz zum spazieren gehen, ob am Wasser, im Wald oder im Feld und vieles mehr. Und sehr viel Ruhe.
Die ersten Jahre haben unsere Kinder und Enkelkinder mit hier gelebt, sie haben mittlerweile eigene Häuser in der Nähe. Eine der Wohnungen haben wir jetzt an unsere Haushaltshilfe vermietet. Die andere obere Wohnung ist derzeit noch Gästewohnung und Werkstatt sowie Entspannungsbereich. Aber wenn ich (derzeit Pflegegrad 3) oder auch meine Frau (ohne Pflegegrad) irgendwann mal so Hilfebedürftig werden, dass wir auf Pflege von außen angewiesen sind, kommt Pflege ins Haus, welche oben in der 2. Wohnung (3 Zimmer, Küche, Bad und Gartennutzung wenn gewünscht) leben kann so sie möchte und könnte sogar ihre Familie mitbringen.
So haben wir das vor 13 Jahren geplant. Heute sind wir beide 60 und bereuen nichts. Mit dem Renteneintritt meiner Frau wird dann auch alles abbezahlt sein, was wir aufnehmen mussten und somit sind wir dann komplett schuldenfrei. Da wir beide gute Renten haben (werden) und auch wenig Geld für Freizeit ausgeben, haben wir gute Chancen, hier bis zum Lebensende zu bleiben, wie wir es geplant hatten.

Wir würden nie wieder in eine Etagenwohnung ziehen wollen. Ob Eigentum oder zur Miete. Die Preise sind horrend und es wird auch nicht mehr billiger werden. Davon bin ich überzeugt. Und ein Pflegeheim? Solange sich das vermeiden lässt, vermeiden wir es. Wir wünschen uns, dass wir das ganz vermeiden können...
 

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