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Gedankenspiel: Umzug von Haus in Wohnung

Andreas900

Sehr aktives Mitglied
Hallo liebe Community,

ich wohne in einem Haus, welches ich von meinen Großeltern geerbt habe und in dem ich aufgewachsen bin. Mittlerweile bin ich Mitte 40. Derzeit saniere ich das Haus, weil mein Wunsch ist, dort bis ins Hohe Alter wohnen zu bleiben. Während die ersten Sanierungsschritte stattfinden, kommt in mir aber der Gedanke, ob ich damit glücklich werde.

Probleme:
  • Das Haus ist zu groß für mich, von den rund 130m² bewohne ich aktiv vielleicht 70m². Keller und Dachgeschoss liegen brach
  • Das Grundstück umfasst 750m² und die Pflege des Gartens empfinde ich als belastend auch wenn der Garten sehr schön ist
  • Die Sanierungskosten explodieren. Ich hatte Anfangs gedacht, dass ich über die Zeit vielleicht 100.000 € ins Haus stecken muss. Wenn ich aber alles zusammen rechne, was in den nächsten 20-30 Jahren ansteht, geht es eher auf 200.000 € + X zu. Perfekt wäre das Haus dann aber immer noch nicht, sondern "nur" energetisch mittelmäßig und von der Substanz ok.
  • Das Haus ist nicht barrierefrei. Für mein Alter müsste ich vermutlich Räume wie das Bad aber auch andere Bereiche komplett umbauen.
Jetzt habe ich gesehen, dass in meinem Umfeld mehrere Neubauprojekte laufen. Diverse Wohnungen zwischen 70 und 90m², in der Stadtmitte einer Kleinstadt, sehr günstig gelegen. Stadtpark, Ärzte, ein REWE, Bushaltestelle, alles zu Fuss erreichbar. Barrierefrei, Tiefgeragenstellplatz, klar die Bilder sehen immer schön aus .... ^^

Ich erwische mich dabei, wie ich mir diese Exposes anschaue und schon gedanklich plane wie ich meine Möbel dort stellen könnte. Sorgenfrei die nächsten Jahrzehnte dort leben, keine 60er Jahre Heizkörper, keine alte Gasheizung, keine Gartenpflege, vielleicht ein schöner Balkon oder eine Dachterasse als Penthousewohnung.

Das alles wird kein Schnellschuss, selbst wenn ich mich dazu entscheiden sollte, wird der Prozess dauern.
Es ist auch teuer. Für eine so gute Wohnung zahle ich am Ende fast so viel wie ich für mein Haus bekomme. Allerdings spare ich mir auch alle Sanierungskosten. Ich habe mal überschlagen: Alles reingerechnet (Verkauf Haus, Ankauf Wohnung, Ersparnis von Sanierung, Ersparnis von Heizkosten und Gärtner usw.) spare ich über 30 Jahre vermutlich an die 300.000 €.

Geld ist aber nicht das entscheidende. Ich will vor allem eins: Meine Ruhe. Sowohl vor Sanierungsarbeiten, Pflegearbeiten, aber auch Ruhe vor der Sorge ich könnte etwas bei Sanierungen falsch machen. Der aktuelle Tropfen der mein Fass zum überlaufen brachte, waren neu entdeckte Feuchtigkeitsschäden in meinem Keller, welche die Sanierung nochmal teurer machen werden. Auch Terasse und Balkon fangen an zu bröseln. Fenster müssten gemacht werden, zwei Jalousien sind schon kaputt. Elektrik ist über 50 Jahre alt. Ich werde das stemmen können, aber gefühlt lebe und arbeite ich nur noch für das Haus. Nicht nur finanziell sondern auch gedanklich. Ich habe nur das Gefühl endlich fertig zu sein.

Mich belastet das ganze Thema emotional. Einerseits ist allein die Überlegen das Haus zu verkaufen ein Verrat ab meinen Großeltern, andererseits fehlen mir Erfahrungen überhaupt in irgendeiner Wohnung zu leben. Ich habe mir naiv überlegt, ich miete mich mal über ein Wochenende in einer Airbnb Unterkunft ein, einfach um das Gefühl zu bekommen, ob mir der Umstieg von Haus auf z.B. 70m² Wohnung gefällt.

Während ich das schreibe denke ich aber gleichzeitig: Ich kann doch auch noch 10 Jahre im Haus wohnen bleiben, saniere ich halt nicht weiter, bezahl ich halt den Gärtner wenn es mir zu viel Arbeit ist. Doch ich glaube, es ist eine Frage der Zeit. Ich glaube, ich muss mir ganz langsam eine Exitstrategie überlegen um spätestens im Alter noch alles bewältigen zu können.

Hat einfach mal geholfen, meine Gedanken nieder zu schreiben.... Ich muss in Ruhe nachdenken.

LG
 
Auch ich habe feststellen dürfen, Besitz kann belasten. Emotional und körperlich.

Mit meinem Erfahrungsschatz würde ich an deiner Stelle zur Wohnung tendieren. Vielleicht gibt es auch eine mit Garten.

Und Probewohnen finde ich eine sehr gute Idee.
 
Ein Haus muss man auch Wollen, auch die Gartenarbeit. Würde dahin gehen, wo dein Herz dich
hinträgt. Was wäre dir lieber ohne Rücksicht auf Verluste, also Gedanken an deine Großeltern, die
dir das vermacht haben.

Würden sie doch wollen, dass es dir gut geht und du das Haus nicht aus Verantwortungsgefühl behälst.

Die Idee mit dem Airbnb finde ich gar nicht schlecht, wenn du immer in einem Haus mit Garten gewohnt hast, kann so eine Etagenwohnung sich schon sehr beengt anfühlen; auch andere Dinge werden dann gemeinschaftlich oder von der Hausverwaltung entschieden. Du bist es ja gewohnt alles zu machen, wie es dir gefällt. Klar hättest du dann deine Ruhe, aber auch nicht mehr viel zu sagen.
 
Hallo liebe Community,

ich wohne in einem Haus, welches ich von meinen Großeltern geerbt habe und in dem ich aufgewachsen bin. Mittlerweile bin ich Mitte 40. Derzeit saniere ich das Haus, weil mein Wunsch ist, dort bis ins Hohe Alter wohnen zu bleiben. Während die ersten Sanierungsschritte stattfinden, kommt in mir aber der Gedanke, ob ich damit glücklich werde.

Probleme:
  • Das Haus ist zu groß für mich, von den rund 130m² bewohne ich aktiv vielleicht 70m². Keller und Dachgeschoss liegen brach
  • Das Grundstück umfasst 750m² und die Pflege des Gartens empfinde ich als belastend auch wenn der Garten sehr schön ist
  • Die Sanierungskosten explodieren. Ich hatte Anfangs gedacht, dass ich über die Zeit vielleicht 100.000 € ins Haus stecken muss. Wenn ich aber alles zusammen rechne, was in den nächsten 20-30 Jahren ansteht, geht es eher auf 200.000 € + X zu. Perfekt wäre das Haus dann aber immer noch nicht, sondern "nur" energetisch mittelmäßig und von der Substanz ok.
  • Das Haus ist nicht barrierefrei. Für mein Alter müsste ich vermutlich Räume wie das Bad aber auch andere Bereiche komplett umbauen.
Jetzt habe ich gesehen, dass in meinem Umfeld mehrere Neubauprojekte laufen. Diverse Wohnungen zwischen 70 und 90m², in der Stadtmitte einer Kleinstadt, sehr günstig gelegen. Stadtpark, Ärzte, ein REWE, Bushaltestelle, alles zu Fuss erreichbar. Barrierefrei, Tiefgeragenstellplatz, klar die Bilder sehen immer schön aus .... ^^

Ich erwische mich dabei, wie ich mir diese Exposes anschaue und schon gedanklich plane wie ich meine Möbel dort stellen könnte. Sorgenfrei die nächsten Jahrzehnte dort leben, keine 60er Jahre Heizkörper, keine alte Gasheizung, keine Gartenpflege, vielleicht ein schöner Balkon oder eine Dachterasse als Penthousewohnung.

Das alles wird kein Schnellschuss, selbst wenn ich mich dazu entscheiden sollte, wird der Prozess dauern.
Es ist auch teuer. Für eine so gute Wohnung zahle ich am Ende fast so viel wie ich für mein Haus bekomme. Allerdings spare ich mir auch alle Sanierungskosten. Ich habe mal überschlagen: Alles reingerechnet (Verkauf Haus, Ankauf Wohnung, Ersparnis von Sanierung, Ersparnis von Heizkosten und Gärtner usw.) spare ich über 30 Jahre vermutlich an die 300.000 €.

Geld ist aber nicht das entscheidende. Ich will vor allem eins: Meine Ruhe. Sowohl vor Sanierungsarbeiten, Pflegearbeiten, aber auch Ruhe vor der Sorge ich könnte etwas bei Sanierungen falsch machen. Der aktuelle Tropfen der mein Fass zum überlaufen brachte, waren neu entdeckte Feuchtigkeitsschäden in meinem Keller, welche die Sanierung nochmal teurer machen werden. Auch Terasse und Balkon fangen an zu bröseln. Fenster müssten gemacht werden, zwei Jalousien sind schon kaputt. Elektrik ist über 50 Jahre alt. Ich werde das stemmen können, aber gefühlt lebe und arbeite ich nur noch für das Haus. Nicht nur finanziell sondern auch gedanklich. Ich habe nur das Gefühl endlich fertig zu sein.

Mich belastet das ganze Thema emotional. Einerseits ist allein die Überlegen das Haus zu verkaufen ein Verrat ab meinen Großeltern, andererseits fehlen mir Erfahrungen überhaupt in irgendeiner Wohnung zu leben. Ich habe mir naiv überlegt, ich miete mich mal über ein Wochenende in einer Airbnb Unterkunft ein, einfach um das Gefühl zu bekommen, ob mir der Umstieg von Haus auf z.B. 70m² Wohnung gefällt.

Während ich das schreibe denke ich aber gleichzeitig: Ich kann doch auch noch 10 Jahre im Haus wohnen bleiben, saniere ich halt nicht weiter, bezahl ich halt den Gärtner wenn es mir zu viel Arbeit ist. Doch ich glaube, es ist eine Frage der Zeit. Ich glaube, ich muss mir ganz langsam eine Exitstrategie überlegen um spätestens im Alter noch alles bewältigen zu können.

Hat einfach mal geholfen, meine Gedanken nieder zu schreiben.... Ich muss in Ruhe nachdenken.

LG
Familienplanung ist in der Zukunft kein Thema mehr für dich? Für Kinder ist ein Haus mit großem Garten natürlich großartig...

Ansonsten hört es sich für mich sehr danach an, als sei eine moderne Wohnung passender für deine Bedürfhisse. Rein rechnerisch ist es ja offensichtlich sowieso die bessere Wahl. Und einen Verrat an deinen Großeltern sehe ich darin überhaupt nicht. Ihr Wunsch wäre doch sicherlich gewesen, dass es dir gutgeht und das, was sie dir vererbt haben, zu deinem Wohlbefinden beiträgt - nicht, dass es dich belastet. Wenn es dir wichtig ist, dass das Haus erhalten bleibt, könntest du es auch bewusst (vielleicht zu einem etwas geringeren Kaufpreis) an eine junge Familie verkaufen, die glücklich darüber ist, es sich herrichten zu können... statt an einen Investor, der auf dem Grundstück ein Mehrfamilienhaus errichten würde.

Bei einer Eigentumswohnung würde ich dir raten, gezielt auf gute Schalldämmung und möglichst viel Privatsphäre zu achten. Dann könnte das wirklich eine Alternative für dich sein, mit der du dich auf Dauer wohler fühlst als mit einem großen Haus und Außengelände, in das du kontinuierlich viel Zeit und Geld investieren musst und das du eigentlich gar nicht brauchst.
 
Wenn es dir wichtig ist, dass das Haus erhalten bleibt, könntest du es auch bewusst (vielleicht zu einem etwas geringeren Kaufpreis) an eine junge Familie verkaufen, die glücklich darüber ist, es sich herrichten zu können... statt an einen Investor, der auf dem Grundstück ein Mehrfamilienhaus errichten würde.
Oder zwecks Gewinnoptimierung ggf. auch: Haus mit kleinem Gartenanteil und den restlichen Teil des Gartens als Baugrundstück separat verkaufen.
 
Lieber Andreas900,
ich kann dich gut verstehen. Ich habe mit Ü50 mein Haus nach Trennung und nachdem die Kinder aus dem Haus sind, auch verkauft und habe mir eine Wohnung gemietet (damit ich mir erst einmal in Ruhe klar werden kann, wo und wie ich künftig leben möchte).
Allerdings komme ich nicht gut damit zurecht, dass ich so eng mit anderen Menschen leben muss. Man hört einfach, dass man nicht alleine im Haus lebt und mir fehlt ein kleiner! Garten.
Ich werde mich wohl nach einem kleinen Haus (ca. 70m²) mit einem kleinen Garten umschauen, welches möglichst barrierefrei ist.
Vielleicht wäre das auch eine Alternative. Oder ein Tinyhouse. Die gibt es ja auch in vielfältiger Form...
 
Ruhe ist ein sehr wichtiger Punkt, stimmt, da habt ihr Recht.

Wenn ich in eine Eigentumswohnung umziehe, wir das vermutlich ein Neubau/junge Wohnung in guter, ruhiger Lage. Ich bin so naiv zu glauben, dass diese gut gedämmt ist und ein gewissen "Problemklientel" dort allein des Preises wegen nicht hinziehen wird.

Wenn ich bei Freunden mal in einer Wohnung war, habe ich nie Nachbarn gehört. Auch meinen eigenen Fernseher, laut eingestellt, höre ich im Haus nicht wenn ich eine Etage nach oben gehe. Insofern ist meine Frage: Hört man wirklich die Nachbarn in einer Wohnung?
 

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