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Gäbe es einen letzen Wunsch???

B.Bee

Aktives Mitglied
horn]Ich hätte zwei

alleine sterben
anonym bestattet werden

meinst Du das wäre möglich für Dich??? Wer stirbt gern allein und will dann (von wem auch immer) anonym bestattet werden???
Und warum eigentlich??
 

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S

Sir Monday

Gast
Ich glaube, es ist vor allem die Todesangst, die vermittelt werden will und nicht mehr kann...
Aber auch natürlich der Druck, wie von SM beschrieben.
Was aber ist Todesangst , wenn noch die Lebenden vor dir stehen und du nicht willst, dass sie leiden, und du auch nicht willst, zu gehen..?
das hab ich mit Angst gemeint :)
ich glaube, es gibt kein schlimmeres gefühl, als zu wissen, dass jemand den du liebst, oder womöglich du selbst zum Tode veruteilt ist/bist.
dass du nur noch ganz begrenzte Zeit hier auf dieser schönen welt hast und diese womöglich in naher Zukunft nicht mehr nutzen kannst.
man stelle sich vor man würde gesagt bekommen, dass man nur noch einen Tag bei voller gesundheit hätte. nach diesem Tag verbringe man noch ein halbes jahr mit schmerzen und immobilität. wie würde man diesen tag wohl nutzen?
 

B.Bee

Aktives Mitglied
"Sir Monday;2075211]das hab ich mit Angst gemeint :)
ich glaube, es gibt kein schlimmeres gefühl, als zu wissen, dass jemand den du liebst, oder womöglich du selbst zum Tode veruteilt ist/bist.
dass du nur noch ganz begrenzte Zeit hier auf dieser schönen welt hast und diese womöglich in naher Zukunft nicht mehr nutzen kannst.
man stelle sich vor man würde gesagt bekommen, dass man nur noch einen Tag bei voller gesundheit hätte. nach diesem Tag verbringe man noch ein halbes jahr mit schmerzen und immobilität. wie würde man diesen tag wohl nutzen?["

Ist es denn so, dass wenn man über eine Krankheit weiss sagt : ich lebe einfach komromisslos weiter ohen Rücksicht auf eine verlängertes Leben", oder eher "ich gebe mich der Medizin in die Hände für ein paar Monate Leben mehr"...???

Lebe ich doch lieber uneingechränkt mit allem Lastern....
 

Sisandra

Moderator
Teammitglied
das hab ich mit Angst gemeint :)
ich glaube, es gibt kein schlimmeres gefühl, als zu wissen, dass jemand den du liebst, oder womöglich du selbst zum Tode veruteilt ist/bist.
dass du nur noch ganz begrenzte Zeit hier auf dieser schönen welt hast und diese womöglich in naher Zukunft nicht mehr nutzen kannst.
man stelle sich vor man würde gesagt bekommen, dass man nur noch einen Tag bei voller gesundheit hätte. nach diesem Tag verbringe man noch ein halbes jahr mit schmerzen und immobilität. wie würde man diesen tag wohl nutzen?
Würde man an diesem Tag die Sau rauslassen? Oder könnte man das gar nicht mehr? Ich weiß es nicht. Jedenfalls stelle ich mir das sehr schwer vor ...
 

CE-continued-existence

Aktives Mitglied
Ich wünsche mir, dass es so ist wie vor 3 Jahren - als mein Opa starb.

Wir waren 3 Tage lang bei ihm am Bett, Oldie hatte weder Atemnot noch Schmerzen.
Wir aßen und tranken am Tisch neben seinem Bett - auch ganz leckere Sachen...

Meine Schwester sagte - Händchenhaltend
"Oldie, kannst liegen bleiben, brauchst nichts essen, Du bist ja soooo müde, siehst müde aus, schlaf ruhig"
Opa lächelte und drückte ihre Hand - ganz kraftlos schon...
Dann immer mal wieder leise seine Lieblings-CD (Hans Albers) und viel Nähe....Entspannung, Friede, friedlich...

Als der Atem unregelmäßig wurde, haben wir seine Hände gehalten und die Wange sanft gestreichelt.

Ich glaube, das tat uns Allen irgendwie gut.

Oldie wurde immerhin 91 Jahre alt - und er hatte immer ganz große Angst vorm Sterben.

Heute wünsche ich mir, dass es mir in meiner letzten Stunde einmal so geht wie ihm in seiner...

Okay, vielleicht muss ich nicht 91 Jahre alt werden, vielleicht darf
ich dann auch meine Ronan Keating CD hören...oder so...vielleicht...oder auch nicht?!

Es waren 3 wirklich schöne Tage...ich denke gerne daran....wir hatten viele gute Gespräche - von einer ganz besonderen Intensivität...auch an die Zeit danach denke ich nicht mit Schrecken zurück.
Meine Tochter(Urenkelin) öffnete das Fenster, ganz weit, sie weinte dabei...

Ich nahm seine Prinz Heinrich Mütze, setzte sie auf (schaue sie jetzt gerade an),
wir behielten meinen Opa noch 2 Tage Zuhause, sanfter Abschied...Jeder für sich.
Seine warme Camelhaardecke schützte den friedlich schlafenden Familienältesten - den Opa - meine Vertrauensperson....denn so habe ich ihn erlebt.

Wenn ich an meinen eigenen Tod denke, wünsche ich mir, dass es uns, Mann, Kinder, Freunde, Hund damit auch so gut gehen wird, wie es uns damals ging - vor 3 Jahren, als Opa starb...versöhnt mit seinem Leben, Alles gesagt...entspannt, zufrieden, friedlich - aber auch unsagbar traurig...

Das wäre (m)ein größter/großer letzter Wunsch!

[aber erstens kommt es ja oft ganz anders - und zweitens als man denkt bzw. hofft...]
 

B.Bee

Aktives Mitglied
"Sisandra;Würde man an diesem Tag die Sau rauslassen? Oder könnte man das gar nicht mehr? Ich weiß es nicht. Jedenfalls stelle ich mir das sehr schwer vor .

Die Frage ist ja eher, was würde er tun und denken und vermitteln?
 
S

Sir Monday

Gast
Ist es denn so, dass wenn man über eine Krankheit weiss sagt : ich lebe einfach komromisslos weiter ohen Rücksicht auf eine verlängertes Leben", oder eher "ich gebe mich der Medizin in die Hände für ein paar Monate Leben mehr"...???

Lebe ich doch lieber uneingechränkt mit allem Lastern....
das ist denke ich eine sehr sehr schwierige und gleichzeitige erschreckend faszinierende frage, die letztlich jeder nur für sich selbst beantworten kann.
Meistens ist es so, dass man das 'kompromisslose Weiterleben' im zustand des Sterbens gar nicht so umsetzen kann, wie man es sich vorstellt, deswegen vertrauen sich viele meiner meinung nach auch den Ärzten und der Palliativmedizin an.
Man kann eben nicht einfach so wieder ein Wochenende mit seinen freunden in der disco verbringen und Bier trinken. Man ist meistens auf Medikamente angewiesen, motorisch eingeschränkt und emotional gesehen erst mal völlig aus der Bahn geschmissen.

Ich persönlich würde es vermutlich so gestalten, dass ich in der verdrängungsphase der Krankheit meinen Alltag weiterhin so gestalten würde wie bisher. bis mich meine krankheit irgendwann einholen wird.
auf ein paar wochen mehr oder weniger, kommt es nicht an, nur ob dir in den paar wochen vielleicht etwas lebensqualität und normalität geschenkt werden könnte oder eben nicht.
Beispiel: sagen wir du hättest Lungenkrebs im Endstadium und wirst nun vor die Wahl gestellt Chemo (die laut vieler studien sehr effektiv auf deinen krebs wirkt und dir nach den ersten Zyklen einen relativ normalen alltag verspricht) oder keine Chemo. keiner kann dir sagen wie lange du nach einstellung und verträglichkeit, nebenwirkungen in den griff kriegen, etc, noch zu leben hast. du weißt aber, dass eine Chemo für dich erst mal nur eine riesen belastung wäre. du musst kotzen, deine haut brennt und juckt, du hast ein riesiges Infektionsrisiko, die haare fallen aus, dein körper wird temporär komplett vergiftet. wie würdest du dich entscheiden?
für die chemo, die vielleicht was bringt?
oder die chemolose behandlung?
ich denke die Hoffnung spielt da eine ganz große rolle.
 
S

Sir Monday

Gast
Würde man an diesem Tag die Sau rauslassen? Oder könnte man das gar nicht mehr? Ich weiß es nicht. Jedenfalls stelle ich mir das sehr schwer vor ...
sagen wir an dem tag hast du alle möglichkeit der welt :D du entscheidest wie du ihn gestalten wirst. gesundheitstechnisch bist du erst am tag danach eingeschränkt. wie würdest du ihn verbringen?
 

Sisandra

Moderator
Teammitglied
sagen wir an dem tag hast du alle möglichkeit der welt :D du entscheidest wie du ihn gestalten wirst. gesundheitstechnisch bist du erst am tag danach eingeschränkt. wie würdest du ihn verbringen?
Hmm, weiß nicht so genau, aber vermutlich würde ich mir gar nicht so bewusst werden wollen, dass es der letzte Tag ist, an dem mir alles..... möglich wär. Vermutlich würde ich ihn so verbringen wollen, wie ich sonst meine Tage auch verbringe.

Ach, so genau weiß ich es gar nicht. Ich war ja noch nie in der Situation. Ach ja, vielleicht wäre mir wichtig, noch den einen oder anderen Menschen zu treffen, der mir wichtig ist.
 

CE-continued-existence

Aktives Mitglied
Meiner Erfahrung nach wünschen sich sehr viele Sterbende die Nähe einer ganz bestimmten Person, denn das kann ihnen ein wenig Schutz und Geborgenheit vermitteln.
Der Autonomieverlust ist unsagbar schwer zu akzeptieren...

Nur sehr wenige Sterbende möchten alleine sein...aber auch das gibt es.
Wenn der/die Sterbende noch viele ungeklärte Baustellen hat (dem Partner, den Kindern oder
wem auch immer, noch etwas sagen möchte, fällt es bestimmt schwer, loszulassen...diese Menschen quälen sich oft lange)
Das sind Erfahrungen, die ich bei Fremden (in der Klinik) beobachten konnte.
Ein Pat. sagte mir mal, er habe nur einen einzigen Wunsch "dass die Kinder immer zuhalten halten und sich um die Mutter - seine Frau - gut kümmern!"
Ich glaube, dass ist so ein typischer Wunsch...besorgt um die Zurückbleibenden, manchmal auch um das Haustier.

Wenn der/die Betroffene Schmerzen hat, sind Wünsche weniger offensichtlich, da die körperlichen Symptome im Vordergrund stehen.
Darum finde ich es so wichtig, dass die Palliativstationen erweitert werden und mehr Hospize
geschaffen werden.
Dort arbeiten Ärzte, die Schmerztherapie wirklich anwenden können, sie nehmen die Sorgen der Schwerstkranken Ernst...und die Priorität dort ist die Lebensqualität im letzten Lebensabschnitt.

Psychotussi klingt sehr nach Abwehrreaktion (?)....was spricht denn eigentlich dagegen, in der Stunde des Todes mit Jemanden zu sprechen, der/die das gelernt hat, wenn es ein empathischer Mensch ist? Dieser Mensch muss ja nicht stundenlang da sein - aber ich finde es schön, wenn da Jemand ist, der sich Zeit nimmt - wenn der/die Betroffene es möchte...
 

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