Herrlich diese schwarz weiß Malerei. Beamten haben es gut, in der Privatwirtschaft wird nur Druck ausgeübt 😀
Ich erzähle gerne von einem Freund, mit dem ich 13 Jahre zur Schule gegangen bin. Wir waren beide ganz gut in der Schule aber ansonsten wir Tag und Nacht, dennoch gute Freunde. Er war der Rebell, ich das Muttersöhnchen. Er war mutig und hatte ne große Klappe, ich vorsichtig und wohlerzogen.
Es kam, wie es kommen musste, er ging mutig in die Privatwirtschaft, ich stand auf die Sicherheit des Beamtentums 😀
Wir haben beide vergleichbare Schul- und Studiumzeiten und ich glaube wir sind auch recht vergleichbar gut.
Er verdient 3 mal so viel wie ich und fährt einen Firmenwagen. Als er gehört hat, dass Beamte in Hessen ein Jobticket bekommen, hat er mich angegrinst und gesagt "Boah da wer ich neidisch, ich muss mit meinem BMW immer im Stau stehen"
Es ist doch einfach so: Man wird in der Privatwirtschaft besser und schlechtere Arbeitsbedingungen als im öffentlichen Dienst finden. Mehr und weniger Vorteile.
In der Gesamtheit ist der kleine Beamte ein Durchschnittstyp, er verdient durchschnittlich, hat einen durchschnittlichen Job mit einer durchschnittlichen Qualifikation. Ihn hebt ab, dass es einige Vor- und Nachteile zur Privatwirtschaft hat.
Er ist Leibeigener des Staates ohne Rechte wie etwa Streik- oder eben Tarifrecht. Der Staat darf ihm fast jede Arbeit vorsetzen, darf an ihm sparen, kann sogar sein Leben außerhalb des Jobs mitbestimmen. Hat der Staat kein Geld, muss er den Beamten nicht voll bezahlen, darf Beförderungen aussetzen oder einfach Mehrarbeit anordnen.
Im Gegenzug hat der Beamte einen grundgesetzlichen Versorgungsanspruch dem Staat gegenüber. Selbst im schlimmsten Fall der Arbeitsunfähigkeit muss der Staat den Beamten weiter versorgen.
Das Gesamtkonstrukt der Beamtenschaft ist aber keineswegs ein Privileg des kleinen Beamten. Vielmehr ist es ein Konstrukt, das der Staat geschaffen hat, zu seinem eigenen Vorteil.
Mit Beamten hat der Staat eine zwangsweise treue Arbeiterschaar, mit der er alles machen kann. Er ist an keinen Vertrag gebunden und kann nach Belieben Gesetze zu Ungunsten von Beamten ändern. Ja selbst die private Krankenversicherung ist im Interesse des Staates. Da schließlich Beamte unkündbar sind, muss dem Staat ja daran gelegen sein, deren Gesundheit mit allen Mitteln zu erhalten.
Und selbst wenn es gelänge, das Beamtentum abzuschaffen: Viel ändern würde sich dadurch wenig. Bekanntlich haben einige Staaten das geschafft, zum Beispiel die DDR (ups, schlechtes Beispiel!) oder die Schweiz, wo sich die Bürger und Bürgerinnen vor zwölf Jahren in einer Volksabstimmung für die Abschaffung des Berufsbeamtentums auf Bundesebene aussprachen, und wo auch etwa die Hälfte der Kantone ebenfalls den Beamtenstatus abgeschafft haben, außer für Richter, Finanzbeamte und die Polizei. Doch wie Doris Schüepp, Generalsekretärin der Berufsvertretung des Personals im öffentlichen Dienst, kürzlich in einem Interview erklärte: "So groß ist der Unterschied nicht".
Weder wird der öffentliche Dienst günstiger noch besser. Man ersetzt nur ein großes Beamtenheer durch ein Angestelltenheer, das hoffentlich nicht streikt. In Griechenland streikten z.B. Lehrer (nicht Beamte) für 20% mehr Lohn.
Übrigens gerade mal 9,6% der Mitarbeiter im öffentlichen Dienst sind hierzulande Beamte. In Italien und den USA sind es z.B. 14%, in Großbritannien sogar über 17%. Hat doch was, wenn sich der Staat selbst im schlimmsten Streikfall zumindest auf die knapp 10% verlassen kann, die eine Ordnung aufrecht erhalten.
Aber ich ziehe mich an diesem Punkt aus der Diskussion zurück. Ich glaube, die meisten haben halt ihre Meinung und sei es so, dann sind wir halt verschiedener Meinung 🙂