Ich habe mal durchgerechnet, weil hier die These im Raum steht, Beamte würden verhältnismäßig VIEL verdienen:
Im Jahr 2016 betrug das
Durchschnittsgehalt für vollzeitbeschäftigte Arbeitnehmer 48.900 €, pro Monat 4.078 Euro brutto.
Das entspricht einem
Netto von ca. 2.700 € (Quelle:
https://www.absolventa.de)
Im Bereich der öffentlichen Verwaltung, Verteidigung, Sozialversicherung liegt bereits der Jahreswert darunter mit 45.764 €. Aber nehmen wir ganz konkret einen Beamten in der Endstufe des mittleren Dienstes A9, Erfahrungsstufe 4: 3.070 € Brutto. Hier bleibt mehr von übrig, da ein Beamter zwar entgegen landläufiger Meinung Steuern zahlt, aber etwa keine Arbeitslosenversicherung oder dergleichen. Ca. 2.400 € netto, meinetwegen rechne noch alles „priviligierte“ wie Familienzuschläge (die aber nicht jeder kriegt) drauf und du landest bei vielleicht durchschnittlich 2.800 € netto.
http://www.beamtenbesoldung.org/images/pdf/bund2018.pdf
Beamte müssen aber noch eine private Krankenversicherung bezahlen. Das sind je nach Alter und persönlichem Risiko verschiedene Beträge, aber 300 € kann man gut rechnen, bleibt ein Netto von
2.500 €.
Keinesfalls Standard für Beamte, netto springt oft deutlich weniger als 2.000 € raus. Ist das viel? ja, gemessen am Mindestlohn und gemessen an angelernten Tätigkeiten.
Ist das in Relation zum Durchschnittseinkommen viel? Wohl kaum oder?
Braucht der durchschnittliche Angestellt mit 2.700 € jährliche Lohnsteigerungen? Nicht existenziell, aber natürlich verhandeln Gewerkschaften darum.
Braucht der Beamte oder Beschäftigte im ÖD das Ticket? Nicht existenziell, aber wie kann man ihm vorwerfen dafür zu verhandeln?