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Es zerstört unser Leben...

Ich habe diverse Bankstudien gelesen. Die Verlustquoten von Kleinanlegern lagen bei mindestens 70% bis 98%. Durchschnittlicher Verlust pro Anleger: 6.358 €. Gesamte Verluste: über 3,4 Milliarden Euro. Die Kurse an der Börse einfach ausblenden. Ich kann jedem raten, keine Einzelaktien zu kaufen, sondern ausschließlich auf ETFs zu setzen. Hierüber gibt es Fachliteratur, erstmal querlesen und dann eine Entscheidung treffen. Und kaufen tut man erst in einer Schwächephase/Korrekturphase, sonst kann man das 5-10 Jahre aussitzen. Man sollte sich nicht verrückt machen. Meine Cousine war eine der höchsten Bankerinnen in Deutschland. Die hat alles verloren. Die hielt sich für superschlau und war sich als Expertin todsicher. Ich kenne viele Leute, deren Arbeitgeber einen Solarfond für Windparks hatte mit 6-8 % Zinsen. Da gingen die Betriebsrenten rein. Ja, was soll ich sagen. Firma ging pleite, alles weg. Die konnten nicht verstehen, daß ich mein Geld lieber verlebe als zu investieren. Tja.

Wie dem auch sei. Ich kann dem TE raten, auch wenn er Börse für verwerflich hält, einfach einen Indexfond zu besparen.
 
A

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Re: Es zerstört unser Leben...
Ich kenne ausschließlich Kleinanleger, die Verlust gemacht haben. Meine Frau ist früher bei einer reichen Bankiersfamilie putzen gegangen. Der hat mir Storys erzählt von Kunden, die Suizid gemacht haben, weil die Hab und Gut verloren haben. Es ist nicht alles Gold was glänzt. Nur Leute in meinem Umfeld, die auf Fonds gesetzt haben, die nicht das dicke Geld abwerfen, sind im grünen Bereich. Es reicht doch, wenn man im Schnitt 5-10 Prozent Gewinn macht, Verlustphasen eingerechnet. Sobald der Renteneintritt naht, darf man sich freuen, auch wenn man nicht das dicke Geld hat. Kleinvieh macht auch Mist.
 
Hallo Ihr Lieben,

ich habe lange nichts geschrieben aber es gibt da Themen, die mich einfach nur fertig machen. Gerade habe ich soar hier im Forum gelesen, dass es immer mehr Menschen gibt, die mit Aktien spekulieren. Selbst hier. Und damit komme ich nicht wirklich klar.

Jedem, der mit Aktien spekuliert sollte klar, sein, dass er sich etwa auf dem Nieveau eines Sklavenhändlers des 19. Jahrhunderts befindet. Ohje... wie kann ich so etwas sagen. Tja... der Vergleich ist tatsächlich ernst gemeint. Ich erklöre das mal.

Eine Firma geht an die Börse und gibt Aktien mit einem Wert von 100€ aus. Das ist für die Anleger interessant, sie kaufen und dadurch sinkt die Menge der Aktien auf dem Markt, was automatisch ihren Wert erhöht auf 120€. Jetzt verkaufen die Anleger wieder und der Wert sinkt auf 110€, da sich die Aktienmenge auf dem Markt wieder erhöht.

Nun sind drei Dinge passiert. Der Wert des Unternehmens hat sich massiv erhöht, um 10%. Ohne, dass das Unternehmen irgendwas geleistet oder gearbeitet hat. Es muss quasi nur da sein. Das zweite - viel schlimmere - ist, dass sich die Gesamtgeldmenge erhöht hat. Es ist Geld aus dem Nichts generiert worden, was die Gesamtmenge des Geldes im Land erhöht. In unserem kleinen Beispiel sind das 10%, wir haben also in dem kleinen System eine Inflation von 10% geschaffen. Der Wert des Geldes ist um 10% gesunken!

Drittens - und das geht eigentlich gar nicht - muss das Geld ja jetzt irgendwo herkommen. Es wurden 10% Dividende erziehlt, das hätten die Anleger auch irgendwann gerne auf dem Konto. Woher kommt das? Ganz einfach, die Arbeiter im Unternehmen müssen jetzt 10% mehr Geld erwirtschaften. Sie müssen mehr arbeiten und idealerweise werden die Löhne gekürzt, weil es müssen ja die Anleger bezahlt werden.

Die Anleger bekommen also das Geld, dass den Arbeitern eigentlich für ihre Arbeit zusteht. Und das ist der Punkt, wo es sich ganz hart in Richtung Sklaerei bewegt. Denn der reale Umfang ist besorgniserregend. Jedesmal, wenn der DAX steigt, haben die Arbeiter weniger Geld in der Tasche. Und jeder, der sich an dem Aktienwahnsinn beteiligt ist schuld daran, dass eine Mutter mit ihrem Kind hungern muss.

Unser Bundeskanzler hat das ja auch schon erkannt, er propagiert gerade, dass mehr gearbeitet werden muss. Für weniger Geld. Weil wir an dem Punkt sind, wo wir eben nicht mehr die ganzen Anleger bezahlen können.

Dieses ganze System macht mich fertig. Ich komme damit nicht mehr klar, ich habe schon suizidgedanken, weil ich es nicht mehr aushalte. Weil ich selbst von meinem Vollzeitjob auch nicht mehr leben kann. Die Bezahlung ist so schlecht, die Inflation wird so hochgetrieben (siehe oben), dass ich nicht mehr klar komme.

Solange wir mit dem Aktiengeschäft so weitermachen, wird es immer mehr Menschen immer schlechter gehen. Und es geht nicht in meinen Schädel, dass Menschen, die Aktienhandel betrieben, immer noch so hoch angesehen sind. Denn das sind einfach schlimme Ausbeuter. Jeder, der Aktien besitzt, muss sich darüber im klaren sein, dass die mit dem Blut und Schweiß fleißiger Menschen bezahlt werden, die nur versuchen, ihre Kinder zu ernähren.

Aber ja... die Plantagenbesitzer in der Kolonialzeit waren ja auch alles hochangesehene Menschen. Heute verurteilt man sie. Ironischerweise regen sich die aktuellen 'Plantagenbesitzer' immer noch über den Verstoß gegen die Menschenrechte auf. Pure Heuchelei, sie sind keinen deut besser. Jeder, der mit einer Akte gewinn macht, zieht einem hart arbeitenden Menschen das Geld direkt aus der Tasche.

Ich weiß nicht, wie das weitergehen soll. Erkennt niemand, dass wir uns kaputt machen? Dass die 'Aktionäre' uns kaputt machen? Ich lese hier, in einem Hilfeforum Berichte über Finanzanlagen. Hier. Wo es eigentlich um das Wohl der Menschen gehen sollte wird darüber diskutiert, wie man die Menschen am effekivsten ausbeuten kann. Wie kann das sein? Wie darf das sein? Wie könnt ihr das tun?

Das Alles tut sehr sehr weh. Vielleicht hätte ich niemals Wirtschaft studieren sollen, dann würde ich die Zusammenhänge nicht verstehen. Aber ich verstehe sie. Und man kann heutzutage nicht mal mehr erkennen, wer gerade dafür verantwortlich ist, dass ich mir das Essen für meine Kinder nicht mehr leisten kann. Trotz 40 Stunden Arbeit in der Woche. Jeder, der mir im Supermarkt begegnet, jeder Nachbar, jeden Menschen, den ich auf der Straße treffe und der mich freundlich grüßt kann der sein, der gerade dafür sorgt, dass ich nur noch billigen Müll esse, damit meine Familie über die Runden kommt.

Ich möchte in dieser Welt eigentlich nicht mehr leben. Alle reden von Solidarität. Die meisten davon würden ohne mit der Wimper zu zucken einem Kind den Lolly klauen. Sie tun es, indem sie dafür sorgen, dass sich die Mama diesen Lolly einfach nicht mehr leisten kann, weil das Unternehmen, für das sie arbeitet, das Geld den Anlegern geben muss. Nicht mehr ihr, die hart arbeitet um ihre Kinder zu ernähren.

Warum?
Ich kann Dich beruhigen, denn Du hast das System gar nicht verstanden. Eine gute Aktionärskultur fördert keine Sklaverei. Wenn die Firma nicht an der Börse ist, bekommen den Gewinn die Gesellschafter. Die Arbeiter bekommen den Gewinn nie, sondern einfach nur ihren Lohn.
 
Hallo Ihr Lieben,

ich habe lange nichts geschrieben aber es gibt da Themen, die mich einfach nur fertig machen. Gerade habe ich soar hier im Forum gelesen, dass es immer mehr Menschen gibt, die mit Aktien spekulieren. Selbst hier. Und damit komme ich nicht wirklich klar.

Jedem, der mit Aktien spekuliert sollte klar, sein, dass er sich etwa auf dem Nieveau eines Sklavenhändlers des 19. Jahrhunderts befindet. Ohje... wie kann ich so etwas sagen. Tja... der Vergleich ist tatsächlich ernst gemeint. Ich erklöre das mal.

Eine Firma geht an die Börse und gibt Aktien mit einem Wert von 100€ aus. Das ist für die Anleger interessant, sie kaufen und dadurch sinkt die Menge der Aktien auf dem Markt, was automatisch ihren Wert erhöht auf 120€. Jetzt verkaufen die Anleger wieder und der Wert sinkt auf 110€, da sich die Aktienmenge auf dem Markt wieder erhöht.

Nun sind drei Dinge passiert. Der Wert des Unternehmens hat sich massiv erhöht, um 10%. Ohne, dass das Unternehmen irgendwas geleistet oder gearbeitet hat. Es muss quasi nur da sein. Das zweite - viel schlimmere - ist, dass sich die Gesamtgeldmenge erhöht hat. Es ist Geld aus dem Nichts generiert worden, was die Gesamtmenge des Geldes im Land erhöht. In unserem kleinen Beispiel sind das 10%, wir haben also in dem kleinen System eine Inflation von 10% geschaffen. Der Wert des Geldes ist um 10% gesunken!

Drittens - und das geht eigentlich gar nicht - muss das Geld ja jetzt irgendwo herkommen. Es wurden 10% Dividende erziehlt, das hätten die Anleger auch irgendwann gerne auf dem Konto. Woher kommt das? Ganz einfach, die Arbeiter im Unternehmen müssen jetzt 10% mehr Geld erwirtschaften. Sie müssen mehr arbeiten und idealerweise werden die Löhne gekürzt, weil es müssen ja die Anleger bezahlt werden.

Die Anleger bekommen also das Geld, dass den Arbeitern eigentlich für ihre Arbeit zusteht. Und das ist der Punkt, wo es sich ganz hart in Richtung Sklaerei bewegt. Denn der reale Umfang ist besorgniserregend. Jedesmal, wenn der DAX steigt, haben die Arbeiter weniger Geld in der Tasche. Und jeder, der sich an dem Aktienwahnsinn beteiligt ist schuld daran, dass eine Mutter mit ihrem Kind hungern muss.

Unser Bundeskanzler hat das ja auch schon erkannt, er propagiert gerade, dass mehr gearbeitet werden muss. Für weniger Geld. Weil wir an dem Punkt sind, wo wir eben nicht mehr die ganzen Anleger bezahlen können.

Dieses ganze System macht mich fertig. Ich komme damit nicht mehr klar, ich habe schon suizidgedanken, weil ich es nicht mehr aushalte. Weil ich selbst von meinem Vollzeitjob auch nicht mehr leben kann. Die Bezahlung ist so schlecht, die Inflation wird so hochgetrieben (siehe oben), dass ich nicht mehr klar komme.

Solange wir mit dem Aktiengeschäft so weitermachen, wird es immer mehr Menschen immer schlechter gehen. Und es geht nicht in meinen Schädel, dass Menschen, die Aktienhandel betrieben, immer noch so hoch angesehen sind. Denn das sind einfach schlimme Ausbeuter. Jeder, der Aktien besitzt, muss sich darüber im klaren sein, dass die mit dem Blut und Schweiß fleißiger Menschen bezahlt werden, die nur versuchen, ihre Kinder zu ernähren.

Aber ja... die Plantagenbesitzer in der Kolonialzeit waren ja auch alles hochangesehene Menschen. Heute verurteilt man sie. Ironischerweise regen sich die aktuellen 'Plantagenbesitzer' immer noch über den Verstoß gegen die Menschenrechte auf. Pure Heuchelei, sie sind keinen deut besser. Jeder, der mit einer Akte gewinn macht, zieht einem hart arbeitenden Menschen das Geld direkt aus der Tasche.

Ich weiß nicht, wie das weitergehen soll. Erkennt niemand, dass wir uns kaputt machen? Dass die 'Aktionäre' uns kaputt machen? Ich lese hier, in einem Hilfeforum Berichte über Finanzanlagen. Hier. Wo es eigentlich um das Wohl der Menschen gehen sollte wird darüber diskutiert, wie man die Menschen am effekivsten ausbeuten kann. Wie kann das sein? Wie darf das sein? Wie könnt ihr das tun?

Das Alles tut sehr sehr weh. Vielleicht hätte ich niemals Wirtschaft studieren sollen, dann würde ich die Zusammenhänge nicht verstehen. Aber ich verstehe sie. Und man kann heutzutage nicht mal mehr erkennen, wer gerade dafür verantwortlich ist, dass ich mir das Essen für meine Kinder nicht mehr leisten kann. Trotz 40 Stunden Arbeit in der Woche. Jeder, der mir im Supermarkt begegnet, jeder Nachbar, jeden Menschen, den ich auf der Straße treffe und der mich freundlich grüßt kann der sein, der gerade dafür sorgt, dass ich nur noch billigen Müll esse, damit meine Familie über die Runden kommt.

Ich möchte in dieser Welt eigentlich nicht mehr leben. Alle reden von Solidarität. Die meisten davon würden ohne mit der Wimper zu zucken einem Kind den Lolly klauen. Sie tun es, indem sie dafür sorgen, dass sich die Mama diesen Lolly einfach nicht mehr leisten kann, weil das Unternehmen, für das sie arbeitet, das Geld den Anlegern geben muss. Nicht mehr ihr, die hart arbeitet um ihre Kinder zu ernähren.

Warum?
Hallo Nachtwolf, ich kann Deinem Bericht folgen. Die Zusammenhänge, Die Du siehst, und unter denen du selbst leidest, da geht es mir ähnlich mit anderen Dingen.
Eine einzige Sache kannst Du da in die Hand nehmen. Du kannst diese Spirale fahren gedanklich und emotional, und es wird Dich nur immer weiter nach unten ziehen. Es bekommen Menschen davon auch Psychosen z. Bsp. Oder Du steigst daraus aus.
Das bedeutet nicht, dass es nicht wahr ist oder ähnliches. Aber eins möchte ich mal behaupten, Du kannst daran nichts ändern. Das ist so, und geht so vor und wird auch weiter so vor sich gehen und auch die Konsequenzen, die Du siehst, werden irgendwie eintreten. Auch daran kannst Du nichts ändern.
Du hast nur ganz begrenzte Wahl- und Handlungsmöglichkeiten, und nur die Schrauben kannst Du drehen.
Ich jedenfalls kan mir den totalen Absturz nicht erlauben, und wo ich kann, lasse ich mich daher nicht auf alle Infos ein. Wenn etwas mich nur runter zieht, kann ich mich damit nicht dauerhaft quälen.
 
Nein, im Gegenteil - sie bringen freies Geld in das Unternehmen, was dann investiert werden kann!
Vor allen Dingen müsste es sich ja dann mit Verlusten umgekehrt verhalten. Nach Nachtwolfs Theorie, müssten entsprechende Kursverluste ja ein Segen für ein Unternehmen und deren Mitarbeiter sein. Da Verluste ebenso zum Alltagsgeschäft des Aktienhandels gehören, könnte man damit die Lohnerhöhungen realisieren.
 
Ist das Beispiel zu abstrakt? Oder passiert das vielleicht gerade genaus so? Mal eine Tafel Schokolade gekauft in letzter Zeit und sich dabei gefragt, warum sich das Gehalt nicht auch verdoppelt hat?
Du hast nicht mit allem Unrecht. Z.B. in Bezug auf die Schokolade.
Ich habe nachgelesen, da ich mich ebenfalls vor ein paar Wochen gefragt habe weshalb sie so teuer geworden ist.

Laut Internet liegt es an vielen Faktoren:
Extreme Wetterbedingungen
Kakao Knappheit
Mangelnde Investitionen
Steigende Produktionskosten
Globale Nachfrage steigt
und natürlich auch an den Spekulationen durch die Knappheit

Aber die Probleme die zu einer Verteuerung führen sind halt schon vielschichtiger als lediglich zu behaupten sie sei durch Aktionäre hervorgerufen worden.

Mein Gehalt ist nicht im gleichen Maße mitgewachsen wie der Schokoladenpreis.
Aber dann obliegt die Entscheidung mir, ob ich mir dieses Produkt leisten möchte. Gehört ja
schließlich nicht zu meinen Grundbedürfnissen.
Diese Verteuerung geht ja letztendlich nicht zu Lasten der Mitarbeiter, sondern der Konsumenten.
Also spezifische Gründe, weshalb jemand keine Gehaltserhöhung bekommt, kann ich bei all diesen Themen nicht sehen, denn dies bleibt ja stets eine unternehmerische Entscheidung.

Die Chefs zahlen sich ja schließlich auch genug aus. Die sehen ja auch nicht ein aufgrund der Konjunktur weniger Gehalt, Tantieme und Boni zu kassieren.
 
Mit etwas Abstand habe ich jetzt hier viele Meinungen gelesen, sehr gute Standpunkte und vor allem auch Argumente.

Und viele, die sagen, ich habe das System nicht verstanden. Es mag sein, dass einige Denkfehler in meinem Modell sind, aber im Grundsatz meiner Unzufriedenheit stimmt das Gerüst weitehend noch. Ja, viele Aktienanlagen sind wohl sinnvoll. Es bleibt aber ein ganz simpler Grundgedanke. Nämlich der, dass nur die Personen, die Arbeiten, auch wirklich den Ertrag erwirtschaften. Und der Ertrag, den der Arbeiter erbringt, wird unter all den Personen aufgeteilt, die im folgenden davon profitieren. Je mehr Menschen das sind, desto geringer wird der Ertrag pro Person. Ganz simples Modell.

Und ja, an dem Modell ist insofert auch noch nichts falsch, als das es immer die drei Sektoren Arbeit, Rohstoffe und Finanzen gibt. Das Problem ist, dass ich den Finanzsektor für übermäßig stark besetzt halten.

Es spricht nichts dagegen, wenn jemand Aktien kauft und damit Kapital für ein Unternehmen bereitstellt, das ist ja so gewollt. Es muss trotzdem jedem klar sein, dass der Ertrag, den er mit den Aktien erwirtschaftet, von jemandem erarbeitet werden muss.

Ich höre immer wieder das Argument, dass der Arbeiter einen festen Lohn hat. Soweit korrekt. Nur ist das Lohnniveau in deutschland extrem niedrig und schlecht verteilt. Ich höre immer wieder, dass der Lohn nicht steigen kann, weil sonst die Preise steigen. Auch richtig. Aber dazwischen liegt eigentlich das Problem. Denn zwischen der Arbeit und der Verkauf verdienen so viele Menschen mit im Moment, dass hier extrem viel Geld verbraucht wird. Das finde ich bedenklich.

Der Finanzsektor ist extrem aufgebläht und verbraucht unverhältnismäßig viel Geld. Und das schadet uns allen. Ich komm klar, auch so, aber das nutzt mir nichts, wenn das ganze Land, sogar die halbe Welt einfach vor die Hunde geht.

Ja, ich mag tatsächlich kleine Unternehmen. Denn die haben meistens noch eine Vision. Eine Idee. Ich habe in einem Unternehmen gearbeitet, das hatte 20 Mitarbeiter. Und eine große Vision. Die Gehälter waren dem Umsatz angepasst, jeder Mitarbeiter profitierte davon, wenn es dem Unternehmen gut ging. Nach wenigen Jahren hatte das Unternehmen über 700 Mitarbeiter. Die Vision war weg. CEO war jemand, der von außen eingekauft war und überhaupt nicht verstanden hat, worum es in dem Unternehmen überhaupt geht. Es ging nur noch um Finanzen und möglichst viel Kapital für die Investoren zu generieren. Die Gehälter hatten überhaupt nichts mehr mit dem Firmenerfolg zu tun sondern nur noch mit persönlichem Verhandlungsgeschick. Fernab von Können oder Erfahrung. Fernab von der Unternehmenskultur. Und es haben unglaublich viele Menschen an dem einsatmals kleinen Unternehmen mitverdient, weil immer wieder kurzfristig Geld von Außen eingeflossen ist um schneller zu wachsen. Das Unternehmen steht heute kurz vor dem Aus. Die fähigsten Mitarbeiter sind alle gegangen. Das, was da jetzt noch arbeitet wird es nicht schaffen. Denn die meisten arbeiten dort nur noch um Geld zu verdienen. Nicht mehr, weil sie gerne dort arbeiten.

Kein konstruiertes Beispiel. Man konnte regelrecht sehen, dass der Moment, wo der Finanzsektor die überhand gewann, alle kippte. Der Moment, wo der Börsengang beschlossen wurde, war der Moment, wo der Unternehmenserfolg endete.

Viele Mitarbeiter sind dabei auf der Strecke geblieben, wurden einfach entlassen oder sind - wie ich - einfach krank geworden. Das interessiert niemanden. Der Sektor 'Arbeit' ist zum Wegschmeißartikel geworden. Der Finanzsektor ist der höchst angesehene und damit wohl auch der Wichigste.

Ich lese selbst, wie abgedroshen das zu klingen scheint. Aber dennoch ist es so und wichtig, das nicht zu vergessen.

Alle beschweren sich, dass das Amazon-Paket zu spät angkommt. Aber keiner denkt daran, dass die Bote, der es bringt, einen 12-Stunden-Tag hat und es einfach nicht schafft. Und dabei kaum genug verdient um zu überleben. Könnte er mehr verdienen? Ja. Aber Amazon kann ihm tatsächlich nicht mehr bezahlen, weil außer ihm auch der gesamte Finanzapparat bezahlt werden muss, der das Unternehmen stützt. Und hier kann ich tausend Beispiele aufführen. Milchbauern. Feldarbeiter. Krankenschwestern. Und auch der Arbeiter am Fließband oder im Büro. Niemand von denen kann große Sprüge machen, rein finanziell. Die können die Menschen machen, die das Geld in die Unternehmen geben. Und ja, daraus folgt zu sagen: Dann soll das doch jeder machen. Aber so läuft das nicht.

Ich höre in der Politik immer wieder: Arbeit muss sich wieder lohnen. Aber darfür müssen wir alles unser Denken ändern. Und viele, viele Menschen (und da spreche ich jetzt nicht von Kleinanlegern) müssen wieder beginnen moralisch und sozial zu handeln. Nur dann haben wir eine Chance. Denn wenn niemand mehr da ist, der die Arbeit macht, spätestens dann werden wir feststellen, dass Geld nicht essbar ist. Gerade beginnen wir schon das zu merken.

Eigentlich kann es mir egal sein,. Ich bin alt. Ich habe vielleicht noch 20 Jahre auf diesem Planeten. So lange kommen wir wohl noch aus. Aber es ist mir nicht egal. War es nie.
 
Du hast nicht mit allem Unrecht. Z.B. in Bezug auf die Schokolade.
Ich habe nachgelesen, da ich mich ebenfalls vor ein paar Wochen gefragt habe weshalb sie so teuer geworden ist.

Laut Internet liegt es an vielen Faktoren:
Extreme Wetterbedingungen
Kakao Knappheit
Mangelnde Investitionen
Steigende Produktionskosten
Globale Nachfrage steigt
und natürlich auch an den Spekulationen durch die Knappheit

Aber die Probleme die zu einer Verteuerung führen sind halt schon vielschichtiger als lediglich zu behaupten sie sei durch Aktionäre hervorgerufen worden.
Ja, das deckt sich mit meinen Recherchen. Aber wenn Du weiter gelesen hast, dann ist Dir sicherlich auch aufgefallen, dass sich der Preis allein für Kakao innerhalb des letzten halben Jahres schon wieder halbiert hat. Das zeigt deutlich, dass die größte Steigerung (und die großen Schoko-Preissteigerungen langen etwas vor dem Peek) wohl auf Spekulationen zurückzuführen ist. Denn all die oben genannten Faktoren könnten niemals so schnell sinken. In einschlägigen Artikeln wurde Spekulation auch als Preistreiber für Kakao genannt.

Mein Gehalt ist nicht im gleichen Maße mitgewachsen wie der Schokoladenpreis.
Aber dann obliegt die Entscheidung mir, ob ich mir dieses Produkt leisten möchte. Gehört ja
schließlich nicht zu meinen Grundbedürfnissen.
Diese Verteuerung geht ja letztendlich nicht zu Lasten der Mitarbeiter, sondern der Konsumenten.
Also spezifische Gründe, weshalb jemand keine Gehaltserhöhung bekommt, kann ich bei all diesen Themen nicht sehen, denn dies bleibt ja stets eine unternehmerische Entscheidung.

Die Chefs zahlen sich ja schließlich auch genug aus. Die sehen ja auch nicht ein aufgrund der Konjunktur weniger Gehalt, Tantieme und Boni zu kassieren.
Auch da gebe ich Dir recht. Es sind auch nicht alle Preise des Standardwarenkorbs so stark gestiegen wie Schokolade. Was ist damit (überspitzt) sagen wollte war lediglich, dass Gehaltssteigerungen wohl steigende Rohstoffpreise auffangen können aber nicht die durch Spekulationen hervorgerufenen Blasen, die unsere Produkte im Moment stark verteuern. Nicht nur bei Kakao, auch bei Rohöl, Getreide und ähnlichen handelbaren Gütern. Diese (recht lukrativen und von Banken deshalb gerne angebotenen) Spekulationen füllen die Kassen der Anleger. Das Geld, was die Anleger dort bekommen bezahlen wir direkt an den Kassen. Was natürlich zusätzlich wieder die Leistungserbringer belastet, die nicht nur wenig verdienen, sondern die Spekulanten hier anteilig auch noch direkt bezahlen.

Und ja, ich geb Dir auch recht.... CEO usw. verdienen deutlich zu viel. Es gibt keine Rechtfertigung für die Gehlälter oder Boni, die diese erhalten, deren Verhalten zeigt auch sehr deutlich, was sie von ihrer eigenen Leisungserbringung halten.
 

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