Den Eingangspost habe ich als Glosse gelesen, reine Ironie, denn ansonsten würde er von viel Unwissenheit zeugen.
Werte in der Wirtschaft steigen nicht einfach so, sondern durch den allgemeinen Zuwachs an Vermögen, denn sowohl Sachwerte als auch finanzielle Werte (Zinsen) in der Gesamtwirtschaft wachsen ständig im Wert, und das wird normalerweise durch die Inflation ausgeglichen, solange die den Wertzuwachs nicht übersteigt, also im dezenten einstelligen Bereich bleibt ist wirtschaftlich alles in Butter.
Wenn z. B. jemand eine alte Hundehütte abreißt und einen Neubau hinstellt, erhöht sich dadurch der Wert des Grundstücks, logo. Wenn jemand neue Technik anstelle von was kaputtem anschafft, dito. Jemand renoviert seine Wohnung, kauft Rohstoffe und veredelt die in seiner Firma zu was Brauchbarem, überall Wertzuwachs. Grundstücke erhöhen ihren Wert im Lauf der Jahre ganz automatisch wenn jeder dort bauen möchte und entsprechend die Preise für Bauland durch die Decke gehen. Das sind überall ständige Wertzuwächse, und das läuft überall in der ganzen Wirtschaft, im ganzen Land.
Eine der einfachsten Methoden Wert zu schaffen: Farben und Leinwand für billig im Supermarkt kaufen und ein Meisterwerk pinseln, bekannte und nachgesuchte Fantasy-Künstler können schon zu Lebzeiten ein einziges Bild für vierstellige Summen verkaufen, sobald sie aber weggestorben sind wird es echt teuer.
https://www.faz.net/aktuell/feuille...frazetta-summe-verdoppelt-accg-110684188.html
Sind nicht nur die alten Meister aus dem Mittelalter oder Picasso, Warhol & Co, die große Summen erzielen! Und auch sowas sind Werte, Sach- und Bestandswerte im Eigentum von Sammlern oder Museen. Auch die steigen im Wert, wenn der Verkaufswert aufgrund viel Nachfrage durch reiche Käufer steigt, allerdings bringen reine Anlagevermögen keine Zinsen, von so einer Leinwand kann man halt nicht Stück um Stück abschneiden und extra verkaufen, deren Wert offenbart sich wirklich erst dann wenn sie im Ganzen verkauft werden.
Unser Land kann deshalb so viele Werte akkumulieren, weil wir halt seit langem keinen Krieg mehr hatten der vieles davon zerstört hätte. Weil wir eine lange sehr gut laufende Wirtschaft hatten die das Anhäufen materieller Güter und Sparguthaben erlaubt hat. Ja, auch weil die Menschen hier überwiegend sehr fleißig waren, schaffe schaffe Häusle baue, statt sich auf den alten Lorbeeren auszuruhen und gleich wieder zu verbrauchen was sie sich erworben haben.
Hungerleider können keine Werte anhäufen, die leben von der Hand in den Mund. Werte entstehen nur da wo Überschüsse erzielt werden, wo man mehr arbeitet oder verdient als man für sich selbst braucht.
Deswegen ist es auch ein Witz, Unternehmen einen Gewinn zu neiden. Denn diese Gewinne werden oft genug gleich wieder investiert, statt in die Tasche des Eigentümers zu wandern. Eine Neuanschaffung von Maschinen etwa gibt es nicht umsonst, das muß bezahlt werden oder die Bank verlangt eine Sicherheit, wenn das ganze über Kredit finanziert wird.
Wer das Prinzip des Investierens nicht begreift, hat keinen blassen Schimmer von Wirtschaft. Aber Investitionen kosten nun mal erst mal Geld, das irgendwoher kommen muß.