Hallo Ihr Lieben,
ich habe lange nichts geschrieben aber es gibt da Themen, die mich einfach nur fertig machen. Gerade habe ich soar hier im Forum gelesen, dass es immer mehr Menschen gibt, die mit Aktien spekulieren. Selbst hier. Und damit komme ich nicht wirklich klar.
Jedem, der mit Aktien spekuliert sollte klar, sein, dass er sich etwa auf dem Nieveau eines Sklavenhändlers des 19. Jahrhunderts befindet. Ohje... wie kann ich so etwas sagen. Tja... der Vergleich ist tatsächlich ernst gemeint. Ich erklöre das mal.
Eine Firma geht an die Börse und gibt Aktien mit einem Wert von 100€ aus. Das ist für die Anleger interessant, sie kaufen und dadurch sinkt die Menge der Aktien auf dem Markt, was automatisch ihren Wert erhöht auf 120€. Jetzt verkaufen die Anleger wieder und der Wert sinkt auf 110€, da sich die Aktienmenge auf dem Markt wieder erhöht.
Nun sind drei Dinge passiert. Der Wert des Unternehmens hat sich massiv erhöht, um 10%. Ohne, dass das Unternehmen irgendwas geleistet oder gearbeitet hat. Es muss quasi nur da sein. Das zweite - viel schlimmere - ist, dass sich die Gesamtgeldmenge erhöht hat. Es ist Geld aus dem Nichts generiert worden, was die Gesamtmenge des Geldes im Land erhöht. In unserem kleinen Beispiel sind das 10%, wir haben also in dem kleinen System eine Inflation von 10% geschaffen. Der Wert des Geldes ist um 10% gesunken!
Drittens - und das geht eigentlich gar nicht - muss das Geld ja jetzt irgendwo herkommen. Es wurden 10% Dividende erziehlt, das hätten die Anleger auch irgendwann gerne auf dem Konto. Woher kommt das? Ganz einfach, die Arbeiter im Unternehmen müssen jetzt 10% mehr Geld erwirtschaften. Sie müssen mehr arbeiten und idealerweise werden die Löhne gekürzt, weil es müssen ja die Anleger bezahlt werden.
Hallo Nachtwolf.
Vorweg: Ich bin auch kein Fan von der Spekulation (schnellem Kauf und Verkauf) von Aktien. Dieses Zocken macht private Anleger arm. Ich empfehle hier und in anderen Threads deswegen privaten Anlegern
langfristige, breitgestreute Aktien ETFs.
Deine Schlussfolgerungen zu Auswirkungen von Aktienhandel halte ich aber für vollkommen falsch. Die 10 prozentige Werterhöhung in deinem Beispiel zahlt nicht der Arbeiter durch eine Mehrarbeit, sondern es zahlt der Käufer der Aktie. Also jemand, der bereit ist dir 10% mehr für die Aktie zu geben als du sie vorher gekauft hast.
Dadurch erhöht sich
nicht die Geldmenge. Der Käufer wird lediglich Kapital umschichten. Also er verkauft vielleicht eine Aktie A um deine Aktie B zu kaufen oder er kauft vom Geld auf seinem Sparkonto.
Sollte der
gesamte Aktienmarkt um 10% steigen, könnte man von einer Asset Inflation bei Aktien sprechen, sowie wenn der gesamte Immobilienmarkt teurer wird. Aber selbst das wäre keine Inflation im sprachgebräuchlichen Sinne, weil dadurch weder das Brot an der Kasse noch sonstwas teurer wird.
Es könnte sogar sein, dass z.B. Immobilien und Mieten
günstiger werden, eben weil Menschen ihr Kapital vom Immobilienmarkt in den Aktienmarkt umschichten. Steigende Aktienmärkte sind in keinster Weise schlecht für Arbeitnehmer.
10% Dividende heißt
nicht, dass das Unternehmen 10% mehr Gewinn erwirtschaften muss. Dividende heißt nur "Ausschüttung". In der Sekunde wo man 10% Dividende erhält, fällt der Aktienwert des Unternehmens um genau diese 10%. Du hast also 10% Dividende aber gleichzeitig 10% weniger Aktienwert. Eine Dividende ist nicht wie ein Zins den man obendrauf bekommt. Eine Dividende ist kein Vermögensvorteil für Anleger!
Solange wir mit dem Aktiengeschäft so weitermachen, wird es immer mehr Menschen immer schlechter gehen. Und es geht nicht in meinen Schädel, dass Menschen, die Aktienhandel betrieben, immer noch so hoch angesehen sind. Denn das sind einfach schlimme Ausbeuter. Jeder, der Aktien besitzt, muss sich darüber im klaren sein, dass die mit dem Blut und Schweiß fleißiger Menschen bezahlt werden, die nur versuchen, ihre Kinder zu ernähren.
Aktien sind Eigenkapital. Das heißt man kauft Anteile an einem Unternehmen und stellt damit der Wirtschaft Geld zur Verfügung. Damit kann das Unternehmen Maschinen kaufen, Mitarbeiter bezahlen und wachsen.
Aktienhandel ist in unserer Welt keine Ausbeutung sondern unverzichtbare wirtschaftliche Grundlage, damit Menschen überhaupt einen Job haben.
Eine kleine Anekdote dazu:
Eine der ersten "Aktien" gab es als Handelsunternehmen Gewürze nach Europa importieren wollten. Ihnen fehlte aber das Geld um Schiffe und Matrosen zu bezahlen. Also hatten sie eine Idee. Sie verkauften Anteile ihres Unternehmens an Aktionäre. Der Aktionär gab 10 Dublonen, bekam im Gegenzug vielleicht 1% des Unternehmens und entsprechend 1% der Gewinne durch die Handelsfahrten. Alle waren Gewinner. Die Aktionäre bekamen Gewinn, die Matrosen hatten Arbeit und die Menschen in Europa erhielten Gewürze.
Unsere Wirtschaft funktioniert nur im Team. Es braucht Arbeiter, Arbeitgeber und Geldgeber (Aktionäre). Die besten Unternehmer und die fleißigsten Matrosen können nicht zur See fahren wenn er kein Geld für das Schiff bekommt. Jedes dieser drei Elemente ist unverzichtbar und wertvoll!