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Eltern bevorzugen Tochter der Schwester

Ja....das ist häufig ein Grund für die Bevorzugung von Kindern.
Kinder, welche ein Produkt einer Liebe und einer gemeinsamen Beziehung sind
werden oft viel stärker geliebt und bevorzugt als Kinder von unglücklichen Beziehungen oder von Vergewaltigungen.
Das Kind kann nix dafür wie es entstanden ist.

Du hattest deine leiblichen Eltern gehabt.
Deine Schwester hatte mit deinen Eltern (als sie harmonisch zusammen waren) den leichteren Start gehabt.

Manchmal werden Kinder gemocht oder abgelehnt wegen der Projektionen der Eltern.
Z.B. denkt die Mutter diese Tochter erinnert mich an meine geliebte Mutter oder sie denkt die andere Tochter erinnert mich an meine verhasste Mutter.
 
Die Idee mit den Ersatzgroßeltern ist sehr gut. 🙂 Bekannte, die selber keine eigenen Kinder bekommen haben und nun um die 70 Jahre alt sind, haben sich als Ersatzoma und Ersatzopa beworben und kümmern sich nun seit etwa 3 Jahren um ein kleines Kind. Sie holen es vom Kindergarten ab, betreuen es dann bei sich Zuhause und gegen 19uhr holen es die Eltern wieder ab. Da muss es zwischenmenschlich harmonieren sonst kann man kein Vertrauen aufbauen.
 
Vielleicht würde es Dir helfen, Dich von der Erwartung frei zu machen, daß Eltern und auch Großeltern alle Kinder/Enkelkinder gleich behandeln müssen und niemanden bevorzugen dürfen. Das ist so ein Gefühl in uns, daß das aus Gerechtigkeitsgründen so sein muß. Und viele glauben auch, daß das der Normalfall ist. Aber ich kenne eigentlich keine Familie, in der das zu 100 % so ist. In den meisten Familien, die ich kenne, haben Eltern und Kinder auch eine andere Erinnerung zu diesem Aspekt.

Speziell Eure Familienkonstellationen - ein Enkelkind zwar weit weg, aber bekommt viel Aufmerksamkeit bis ein Enkelkind in der Nähe geboren wird - finde ich nicht ungewöhnlich. Ich erlebe eine ähnliche Situation gerade bei mehreren Freundinnen, die Oma sind. Die Freude über das erste Enkelkind ist riesig, da wird auch eine weitere Fahrt immer wieder mal auf sich genommen. eine Freundin ist zunächst sogar alle 14 Tage mehr als 200 km gefahren. Aber dann wird das Enkelkind älter, Oma sein wird etwas normales und auch anderes im Leben hat wieder stärker Bedeutung. Dann bekommt die Tochter in der Nähe ein Kind und ganz automatisch kümmert sich meine Freundin um dieses Kind mehr. Und dadurch, daß sie jetzt mehr Kontakt zu diesem näheren Enkelkind hat, baut sich auch eine anderer Vertrautheit auf. Sie erlebt einfach mehr Entwicklung direkt mit. Und auch die 200 km nimmt meine Freundin nicht mehr so gern hin und her auf sich. Die Besuche werden deutlich weniger. Sie spürt inzwischen nach einigen Jahren und nachdem der erste Enthusiasmus verflogen ist, wie anstrengend die Fahrt ist. Und auch die Aufmerksamkeit auf 2 Enkelkinder zu verteilen als wie bisher auf eins, ist anstrengend. Meiner Freundin fällt es auch viel schwerer, bei dem näheren Enkelkind mal nein zu sagen, eben weil es ja aufgrund der Entfernung nicht so ein großer Aufwand ist, dieses mitzubetreuen, den Kontakt zu halten... Meine Freundin liebt alle ihre Enkelkinder, aber der Kontakt zum ersten ist wie bei Dir deutlich geringer geworden, seitdem das zweite Enkelkind da ist.

Ich würde an Deiner Stelle schauen, wieviel eigene Verletztheit aus Deiner Vergangenheit noch eine Rolle spielt und das mitfühlend und liebevoll betrachten. Vielleicht hilft Dir als Rückmeldung zur Einordnung, daß viele hier Deine Reaktion, "dann breche ich den Kontakt ab" oder "dann dürfen sie eben nicht in unserer Einliegerwohnung schlafen" als etwas übertrieben einschätzen. Vielleicht kann das für Dich ein Hinweis sein, daß eine so harsche Reaktion auf alte Verletztheit hindeutet, die eher mit Dir als Tochter als mit Dir als Mutter des Enkelkindes zu tun hat.

Wenn Du nicht aus der eigenen verletzten Kindersicht schaust, kann man das Verhalten der Großeltern vielleicht auch anders sehen. Z.B. sie fahren einen sehr weiten Weg und kommen eine ganze Woche zum Geburtstag (so einen langen Weg nehmen sie für das andere Enkelkind nicht auf sich und so lange am Stück bleiben sie nicht für das andere Enkelkind).

Vielleicht gelingt es Dir, es unabhängig von all dem, was unter der Oberfläche noch eine Rolle spielt, einfach anzunehmen als: Es ist eine andere Situation durch die räumlich Entfernung. Die Situation der beiden Enkelkinder ist unterschiedlich. Für Dein Kind ist das vielleicht die angenehmste Erklärung , so daß es sich nicht in Frage stellt, sondern einen sachlichen Grund für die Ungleichbehandlung hat. Und vielleicht kannst Du dann irgendwann auch hinnehmen, daß die Ausgangssituation für Dich und Deine Schwester als Kinder eben unterschiedlich war, so traurig das auch für Dich war und vielleicht noch immer ist.

Ich wünsche Dir, Deinem Kind und Deinen Eltern, daß die Besuchssituationen nicht so emotional aufgeladen und erwartungsfreier sind.

P.S. nur als Anmerkung am Rande: Ich wäre als Großmutter nicht so erfreut, wenn meine Tochter extra ein Haus mit Einliegerwohnung bezieht, in der Erwartung, daß ich dort regelmäßig Zeit verbringe. Aber das ist eher mein eigenes Thema, daß ich solche Erwartungen nicht mag.
 
Zuletzt bearbeitet:
P.S. nur als Anmerkung am Rande: Ich wäre als Großmutter nicht so erfreut, wenn meine Tochter extra ein Haus mit Einliegerwohnung bezieht, in der Erwartung, daß ich dort regelmäßig Zeit verbringe. Aber das ist eher mein eigenes Thema, daß ich solche Erwartungen nicht mag.

Das habe ich mir auch gedacht.

@MiaMouse , könnt ihr die Einliegerwohnung nicht als Ferienwohnung, AirBnB oder so vermieten? Dann könntet ihr ja die Zeiten freihalten, zu denen deine Eltern eventuell zu Besuch kommen.
 
Ja....das ist häufig ein Grund für die Bevorzugung von Kindern.
Kinder, welche ein Produkt einer Liebe und einer gemeinsamen Beziehung sind
werden oft viel stärker geliebt und bevorzugt als Kinder von unglücklichen Beziehungen oder von Vergewaltigungen.
Das Kind kann nix dafür wie es entstanden ist.

Du hattest deine leiblichen Eltern gehabt.
Deine Schwester hatte mit deinen Eltern (als sie harmonisch zusammen waren) den leichteren Start gehabt.

Manchmal werden Kinder gemocht oder abgelehnt wegen der Projektionen der Eltern.
Z.B. denkt die Mutter diese Tochter erinnert mich an meine geliebte Mutter oder sie denkt die andere Tochter erinnert mich an meine verhasste Mutter.

Ja das ist wohl leider so. Und es fällt mir bis heute schwer meinen Eltern die chaotischen Verhältnisse zu verzeihen aus denen ich entstanden bin. Und sobald auch nur ein bisschen Ruhe in ihr chaotisches Leben kam und ich endlich einen Vater hatte, haben sie sofort nachgelegt und ich habe nicht nur den gerade gewonnenen Vater,.sondern auch meine Mutter an ein neues Baby verloren. Das tut einfach weh.
 
Vielleicht würde es Dir helfen, Dich von der Erwartung frei zu machen, daß Eltern und auch Großeltern alle Kinder/Enkelkinder gleich behandeln müssen und niemanden bevorzugen dürfen. Das ist so ein Gefühl in uns, daß das aus Gerechtigkeitsgründen so sein muß. Und viele glauben auch, daß das der Normalfall ist. Aber ich kenne eigentlich keine Familie, in der das zu 100 % so ist. In den meisten Familien, die ich kenne, haben Eltern und Kinder auch eine andere Erinnerung zu diesem Aspekt.

Speziell Eure Familienkonstellationen - ein Enkelkind zwar weit weg, aber bekommt viel Aufmerksamkeit bis ein Enkelkind in der Nähe geboren wird - finde ich nicht ungewöhnlich. Ich erlebe eine ähnliche Situation gerade bei mehreren Freundinnen, die Oma sind. Die Freude über das erste Enkelkind ist riesig, da wird auch eine weitere Fahrt immer wieder mal auf sich genommen. eine Freundin ist zunächst sogar alle 14 Tage mehr als 200 km gefahren. Aber dann wird das Enkelkind älter, Oma sein wird etwas normales und auch anderes im Leben hat wieder stärker Bedeutung. Dann bekommt die Tochter in der Nähe ein Kind und ganz automatisch kümmert sich meine Freundin um dieses Kind mehr. Und dadurch, daß sie jetzt mehr Kontakt zu diesem näheren Enkelkind hat, baut sich auch eine anderer Vertrautheit auf. Sie erlebt einfach mehr Entwicklung direkt mit. Und auch die 200 km nimmt meine Freundin nicht mehr so gern hin und her auf sich. Die Besuche werden deutlich weniger. Sie spürt inzwischen nach einigen Jahren und nachdem der erste Enthusiasmus verflogen ist, wie anstrengend die Fahrt ist. Und auch die Aufmerksamkeit auf 2 Enkelkinder zu verteilen als wie bisher auf eins, ist anstrengend. Meiner Freundin fällt es auch viel schwerer, bei dem näheren Enkelkind mal nein zu sagen, eben weil es ja aufgrund der Entfernung nicht so ein großer Aufwand ist, dieses mitzubetreuen, den Kontakt zu halten... Meine Freundin liebt alle ihre Enkelkinder, aber der Kontakt zum ersten ist wie bei Dir deutlich geringer geworden, seitdem das zweite Enkelkind da ist.

Ich würde an Deiner Stelle schauen, wieviel eigene Verletztheit aus Deiner Vergangenheit noch eine Rolle spielt und das mitfühlend und liebevoll betrachten. Vielleicht hilft Dir als Rückmeldung zur Einordnung, daß viele hier Deine Reaktion, "dann breche ich den Kontakt ab" oder "dann dürfen sie eben nicht in unserer Einliegerwohnung schlafen" als etwas übertrieben einschätzen. Vielleicht kann das für Dich ein Hinweis sein, daß eine so harsche Reaktion auf alte Verletztheit hindeutet, die eher mit Dir als Tochter als mit Dir als Mutter des Enkelkindes zu tun hat.

Wenn Du nicht aus der eigenen verletzten Kindersicht schaust, kann man das Verhalten der Großeltern vielleicht auch anders sehen. Z.B. sie fahren einen sehr weiten Weg und kommen eine ganze Woche zum Geburtstag (so einen langen Weg nehmen sie für das andere Enkelkind nicht auf sich und so lange am Stück bleiben sie nicht für das andere Enkelkind).

Vielleicht gelingt es Dir, es unabhängig von all dem, was unter der Oberfläche noch eine Rolle spielt, einfach anzunehmen als: Es ist eine andere Situation durch die räumlich Entfernung. Die Situation der beiden Enkelkinder ist unterschiedlich. Für Dein Kind ist das vielleicht die angenehmste Erklärung , so daß es sich nicht in Frage stellt, sondern einen sachlichen Grund für die Ungleichbehandlung hat. Und vielleicht kannst Du dann irgendwann auch hinnehmen, daß die Ausgangssituation für Dich und Deine Schwester als Kinder eben unterschiedlich war, so traurig das auch für Dich war und vielleicht noch immer ist.

Ich wünsche Dir, Deinem Kind und Deinen Eltern, daß die Besuchssituationen nicht so emotional aufgeladen und erwartungsfreier sind.

P.S. nur als Anmerkung am Rande: Ich wäre als Großmutter nicht so erfreut, wenn meine Tochter extra ein Haus mit Einliegerwohnung bezieht, in der Erwartung, daß ich dort regelmäßig Zeit verbringe. Aber das ist eher mein eigenes Thema, daß ich solche Erwartungen nicht mag.

Theoretisch gebe ich dir Recht, wenn ich die Situation so neutral über eure andere Familie höre wie du es beschreibst ("Habe eine Freundin bei der es so ähnlich war...") dann finde ich da auch nichts schlimmes dabei. Aber bei meiner eigenen Familie fühlt es sich schlimm an. Sicherlich ist da eine Menge eigene Verletztheit von mir dabei, das will ich gar nicht abstreiten. Das Wissen darum macht es aber nicht weniger schmerzhaft leider.

Was die Einliegerwohnung angeht waren meine Eltern bei der Auswahl des Hauses beteiligt, haben es mit uns besichtigt und waren in Bezug auf die Einliegerwohnung begeistert. Meine Mutter hat die Wohnung nach ihrem Geschmack möbliert und hat laut davon geträumt wie sie da unten wohnt und mir hilft wenn ich mal ein Kind kriege. Da war ich noch nichtmal schwanger. Das kam von Ihnen. Wir haben das Haus trotz der Einliegerwohnung gekauft und nicht extra deshalb. Natürlich hatte ich mir erhofft das sie die Wohnung auch nutzen, vielleicht habe ich unterschätzt wie schnell beide Großeltern-Paare alt werden.

Wenn wir die Einliegerwohnung jetzt vermieten wäre das aus reinem Trotz Um meinen Eltern die Tür vor der Nase zuzuknallen. Mein Mann möchte nämlich eigentlich keine Fremden im Haus. Deshalb sind wir vor 6 Jahren aus der Mietwohnung in der Stadt weggezogen.
 
So ist das Leben..

Deine Eltern werden sich das anfängliche chaotische Beziehungsleben nicht freiwillig ausgesucht haben.
Damals werden sie irgendwelche anderen Probleme gehabt haben..
Vielleicht war dein Vater damals noch woanders gebunden ..

Deine Eltern taten viel für dich.

Versuche von den Eltern emotional unabhängiger zu werden.
 
Ja das ist wohl leider so. Und es fällt mir bis heute schwer meinen Eltern die chaotischen Verhältnisse zu verzeihen aus denen ich entstanden bin. Und sobald auch nur ein bisschen Ruhe in ihr chaotisches Leben kam und ich endlich einen Vater hatte, haben sie sofort nachgelegt und ich habe nicht nur den gerade gewonnenen Vater,.sondern auch meine Mutter an ein neues Baby verloren. Das tut einfach weh.

Ich sehe in dem Beitrag die Krux. Für mich liest sich deine jetzige Situation wie ein starker Trigger für dein Kindheitstrauma: sobald jemand neues da ist (Baby der Schwester) bist du (bzw. dein Kind) vergessen. Ich kann also sehr gut verstehen, dass dich die Situation so aufregt!

Falls diese Erkenntnis mit dir resoniert ist das ein großer Schritt zur Heilung. Denn einfach ignorieren und weitermachen hilft selten, aber du hast sicher in deiner Therapie viele Tools gelernt, wie du dein inneres Kind heilen kannst. Ich glaube Kindheitstrauma wird man nie ganz los, man lernt einfach mit der Zeit die trigger besser zu erkennen und gut zu sich selbst zu sein.
 
Wir fahren daher regelmäßig die 700 km mit dem Auto oder der Bahn in den Norden um meine Eltern zu sehen und damit unser Sohn seine Großeltern sehen kann. Meine Eltern sind Mitte 60 und Rentner, wir hatten bisher ein gutes Verhältnis, sie sind ebenfalls alle paar Monate zu uns gefahren um uns zu besuchen. Weihnachten, Geburtstage,.usw werden stets zusammen verbracht.
Danach sahen wir zumindest meine Eltern alle 2-3 Monate für jeweils 1 Woche
und wie jedes Jahr ein einwöchiger Besuch bei den Großeltern zu Weihnachten geplant war
Sei mir nicht böse, aber ich glaube, Du unterschätzt das Alter und die Belastungsfähigkeit Deiner Eltern immens.
Mir macht es den Anschein, als würdest Du Besuche (egal, wer wen besucht) auch immer mit einer großen Erwartungshaltung belegen. So quasi "Die sehen ihren Enkel "fast nie", und wenn wir schon einmal da sind, dann sollen sie sich mit ihm beschäftigen".
Es handelt sich dabei jeweils um Besuche von EINER GANZEN WOCHE.
Eine Woche ist schon sehr lang, sehr, sehr lang und es ist auch ein Unterschied, ein Baby zu bespaßen oder einen quirligen 4jährigen, der wahrscheinlich auch aufdrehen wird, wenn er bei Oma und Opa ist.
Bei Deiner Nichte ist es leichter...die können sie schon alleine dank der geringen Entfernung in deutlich kleineren Häppchen genießen.

Ich habe es schon einmal im Forum erzählt: Als dank Corona in Bayern diese krassen Kontaktbeschränkungen galten, fiel Ostern für ein Großelternpaar aus. Und die waren so froh darüber, weil ihnen der ganze Trubel schlichtweg zuviel war.
 
700 km ist schon eine Hausnummer, da überlegt man sich 3 x mal eben zu kommen als Grosseltern

Vielleicht solltet ihr planen , näher zur Familie zurück zu ziehen oder eine Lösung zu finden , einen weiteren Wohnsitz dort einzurichten
 

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