_Tsunami_
Urgestein
Also ja, ich würde sagen, dass Religion in gewisser Weise die Implementierung eines Lebenssinns ist. Wie wahr, wichtig oder hilfreich das ist, kann ja jeder für sich selbst entscheiden.
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Ist Religion nun alternativlos, wenn es um den Sinn des Lebens geht? Das glaube ich nicht. Es mag sich aber unter Umständen schwieriger gestalten, wenn man nun gar keinen Bezug zu Religionen hat. Philosophie wäre vielleicht eine Alternative. Aus meiner Sicht gibt es im Bereich der Religion sowie Philosophie Lehren, Aussagen und Gedankengut, welche du außerhalb nur schwierig oder gar nicht findest - und da mögen wichtige Dinge dabei sein.
Da ich es vor Kurzem auf dem Radar hatte, was von Marcus Aurelius:
"Bis zum Tod ist jede Niederlage reine Kopfsache."
Jede Niederlage ist in deinem Kopf
Er begrub acht seiner dreizehn Kinder. Er schrieb trotzdem jeden Abend in sein Tagebuch.
Marcus Aurelius (121–180 n. Chr.) war der letzte der Fünf Guten Kaiser Roms. Er regierte neunzehn Jahre lang in einer der chaotischsten Perioden der römischen Geschichte. Die Antoninische Pest tötete Millionen. Germanische Stämme fielen in die Nordgrenze ein. Seine eigene Familie wurde durch Tod und Verrat auseinandergerissen.
Er wollte nie den Thron. Er war von Hadrian in die kaiserliche Linie adoptiert und von Kindheit an für eine Rolle ausgebildet worden, die er als erschöpfend empfand. Den größten Teil seiner Regierungszeit verbrachte er in Militärzelten fernab von Rom und führte Kriege, die er nicht begonnen hatte. Es gab Gerüchte, dass seine Frau ihn mit einem General betrogen hatte, der später versuchte, seinen Thron zu besteigen
Während all dem führte er ein privates Tagebuch, das er auf Griechisch und nicht auf Latein verfasste, damit es niemand in seiner Umgebung leicht lesen konnte. Er hatte nie die Absicht, dass es veröffentlicht werden sollte. Es hat trotzdem überlebt. Wir nennen es Die Meditationen.
Dieser Satz ist der Kern seiner Philosophie. Schmerz ist real. Verlust ist real. Verrat ist real. Aber das Gefühl, zerbrochen zu sein, besiegt zu sein, geschieht nur im Kopf. Und bis zum Tod hat man noch die Wahl.
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Was hat das mit dem Sinn des Lebens zu tun? Vielleicht hat's eher was mit dem Sinn des Überlebens zu tun.
Viele wird es vermutlich nicht interessieren, da es ihnen mehr oder weniger gut geht. Aber es kann ja sein, dass man mal in solche Situationen kommt, wo man sich am Boden zerstört fühlt, vollkommen zerbrochen, und da kann so ein kleiner Gedankenansatz oder Einstellung manchmal ein bisschen dabei helfen, sich wieder aufzurappeln oder zumindest dabei, die Dinge vielleicht auch ein bisschen anders zu sehen.