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Der Sinn des Lebens?

Ich denke mir halt, wenn man sich bei anderen über das hinwegsetzt, was das Herz als gerecht empfindet, ist das eine gewisse Härte, sozusagen das Gegenteil von Achtsamkeit. Und ich glaube, mit dieser Härte setzt man sich dann auch über das eigene Empfinden hinweg
Das mag für den wirtschaftlichen Erfolg,.. sehr hilfreich sein.
Aber ob es für das eigene Empfinden, das eigene Gefühlsleben, hilfreich ist, wage ich zu bezweifeln..
Also ich halte es nicht für eine 'spontane' 'willkürliche' Entscheidung, die man in jedem Fall anders treffen kann sondern mehr für ein Muster, für das man sich vielleicht einmal entscheidet, aber dann prägt, durchzieht dieses Muster alles
Natürlich könnte man sich irgendwann auch wieder für ein anderes Muster entscheiden, sich umorientieren sozusagen

Obwohl ich dir im Großen und Ganze zustimme, stimme ich dir beim letzten Satz nur bedingt zu.

Dieses Umorientieren setzt eine gewisse Freiheit bzw. Flexibilität voraus, die man manchmal nicht mehr hat. Viele Menschen neigen dazu, sich mit zunehmendem Alter festzulegen bzw. festzufahren - kann positiv wie auch negativ sein.

Klar, ab der Geburt ist alles frei, noch ist alles möglich - wenn man mal von Genetik, Epigenetik und noch ein paar anderen Faktoren wie bspw. Umfeld, Sprache und Religion absieht. Und dann beginnt - so könnte man sagen - die persönliche Geschichte des Lebens. In dieses Buch der persönlichen Geschichte schreiben andere rein, man selbst schreibt rein. Dadurch entstehen verschiedene Wertesysteme, Denkweisen, Gefühls- und Verhaltensmuster.

Ab einem gewissen Punkt im Leben ist es gewissermaßen ungleich schwerer, sich selbst oder den weiteren Verlauf der Geschichte noch zu ändern, wenn nicht sogar unmöglich. Die objektive Freiheit mag nach wie vor gegeben sein, aber die subjektive nicht mehr.
 
Zuletzt bearbeitet:
Warum sollte man sich nicht umentscheiden können ?
Man kann sich doch ändern . Das Vermögen ist da . Das kann doch keiner dem Menschen wegnehmen.

Andres sieht es mit der Bereitschaft aus, da sehen viele ihren subjektiven Weg als richtig an, betrachtet man aber die Wegwahl mal genauer,kann man nur mit dem Kopf schütteln , denn die Wegwahl kann ganz klar als falsch und lebensfeindlich erkannt werden.

Wenn " Zerstöre Dich selbst " die Selbstverwirklichung ist , was dann ?

Dann ist doch die Bereitschaft zur Änderung gar nicht da , warum sollte sich also dann so jemand ändern ?
 
Da gibt's auch so ne Textzeile in so nem Lied " Der Grund für diesen ganzen Sch... ist zu denken, es zu wissen, obwohl man es nicht weiß...."

Aber - wenn ich mal so in der Menschheitsgeschichte zurückschaue, dann fällt mir auf, der eine betrügt den anderen, um mehr zu haben .
Aber eigentlich sagt der, der betrügt ja , dann entscheidungstechnisch, dass er im Grunde betrügen will.
Sonst täte er es doch nicht. Der andere betrügt ja auch nicht.

Ist also doch die Gier danach mehr haben zu wollen der Grund oder die oben genannte Möglichkeit ?

Oder beides ?

Die Gier ist die Quelle allen Übels? Vielleicht. Zunächst würde ich nur sagen wollen, dass Gier aus meiner Sicht nicht besonders sinnvoll oder gut ist.

Vielleicht wäre es korrekter/passender mit dem Begriff des "Geltungsbedürfnis" zu arbeiten. Ich meine, der Mensch will ja irgendwas gelten, irgendwas darstellen, was dann zu allerlei Gedanken, Gefühlen und Handlungen führt. Darunter mag sich dann auch die Gier finden.

Gier hat ja meist was mit der materiellen Ebene des Lebens zu tun, also mit Materialismus, der Anhäufung von Besitztum, Renditesteigerung, usw. Bei dieser Fokussierung gehen dann natürlich auch mal Ethik, Nachhaltigkeit und soziales Verhalten verloren. Ich glaube aber nicht, dass Gier alleine oder hauptsächlich der Grund für die Sinnlosigkeit, Oberflächlichkeit und Schlechtigkeit des Menschen ist.

Eher würde ich ein Problem darin sehen, dass der Mensch sich gewissermaßen dazu entschlossen hat, sich nicht mehr oder kaum noch mit der Tiefe und dem Wunder des Geistes zu beschäftigen, ob nun bei anderen oder einem selbst. Es wird gewissermaßen der Grobschlächtigkeit, dem Materialismus und der Oberflächlichkeit der Vorrang gegeben. Und das führt aus meiner Sicht früher oder später zu Sinnkrisen und allerlei unsinnigem Verhalten.

Materie beinhaltet einfach keine Sinnerfüllung, keine solide oder nachhaltige, wenn der Geist das nicht mit Sinn erfüllt bzw. entsprechend dirigiert.

Wenn Materie keinem Sinn dient, keinem höheren Sinn, ist sie im Grunde belanglos oder auch schädlich.

~~~

Ja, in gewisser Weise sind wir alle auch Verwalter von Materie, und sei es nur der eigene Körper. Man kann das besser oder schlechter verwalten, mit mehr oder weniger Sinn.
 
Gier ist ein intensives, maßloses Verlangen.. Es beschreibt den unstillbaren Drang nach Besitz, Genuss oder Anerkennung. Synonyme sind Habgier, Begehrlichkeit, Habsucht, Raffgier und Begierde. Es führt oft zu rücksichtslosem Verhalten.

Der eine kontrolliert seine Gier - der andere gibt ihr nach.

Um es mal ganz deutlich zu sagen , Das Gebot ist. Du sollst nicht die Frau eines anderen begehren.
Jesus sagte zur Übertretung des Gebotes, wenn Du sie in Gedanken begehrst , hast Du das Gebot übertreten...

Denn das Gebot sagt ja eines klar , nicht begehren.
 
Der eine kontrolliert seine Gier - der andere gibt ihr nach.

Um es mal ganz deutlich zu sagen , Das Gebot ist. Du sollst nicht die Frau eines anderen begehren.
Jesus sagte zur Übertretung des Gebotes, wenn Du sie in Gedanken begehrst , hast Du das Gebot übertreten...

Denn das Gebot sagt ja eines klar , nicht begehren.
Aber dann würde ja der, der seine Gier kontrolliert, trotzdem schlecht sein..
Ist das so?

Oder anders ausgedrückt: Wenn ich ein schlechtes Menschenbild habe, wie kann ich da ein gutes Bild über mich selbst haben?

Andererseits: Wenn ich ein gutes Bild über mich selbst habe, sehe ich das oder die Möglichkeit doch auch bei anderen?
Manchmal denke ich in letzter Zeit, dass die Menschen, die ein eher schlechtes Bild von Menschen haben, es anderen (und sich selbst natürlich auch) leichter machen, weil sie nicht so hohe Erwartungen haben und daher nicht immer gleich enttäuscht sind, und in gewisser Hinsicht auch leichter verzeihen (weil sie es ja eh nicht anders erwarten, quasi..)
 
Obwohl ich dir im Großen und Ganze zustimme, stimme ich dir beim letzten Satz nur bedingt zu.

Dieses Umorientieren setzt eine gewisse Freiheit bzw. Flexibilität voraus, die man manchmal nicht mehr hat. Viele Menschen neigen dazu, sich mit zunehmendem Alter festzulegen bzw. festzufahren - kann positiv wie auch negativ sein.

Klar, ab der Geburt ist alles frei, noch ist alles möglich - wenn man mal von Genetik, Epigenetik und noch ein paar anderen Faktoren wie bspw. Umfeld, Sprache und Religion absieht. Und dann beginnt - so könnte man sagen - die persönliche Geschichte des Lebens. In dieses Buch der persönlichen Geschichte schreiben andere rein, man selbst schreibt rein. Dadurch entstehen verschiedene Wertesysteme, Denkweisen, Gefühls- und Verhaltensmuster.

Ab einem gewissen Punkt im Leben ist es gewissermaßen ungleich schwerer, sich selbst oder den weiteren Verlauf der Geschichte noch zu ändern, wenn nicht sogar unmöglich. Die objektive Freiheit mag nach wie vor gegeben sein, aber die subjektive nicht mehr.
In gewisser Hinsicht bzw im Großen und Ganzen sehe ich das auch so..
Wird meistens so sein.
Aber trotzdem gibt es Menschen, die sich noch ändern, kommt mir vor - manchmal passiert es einfach (natürlich nicht 'einfach' in der Umsetzung^), denk ich - aus gewissen Lebenssituationen heraus, die dann plötzlich eine Änderung bewirken
Also grundsätzlich ist Änderung schon möglich, glaube ich
Auch wenn es in der Regel vermutlich nicht passieren wird, weil eben alles schon in komplexen Bahnen verfestigt ist
(Ich meine das alles natürlich nur bezogen auf so grundsätzliche Lebenshaltungen, über die wir davor gesprochen haben)
 
Zuletzt bearbeitet:
Aber dann würde ja der, der seine Gier kontrolliert, trotzdem schlecht sein..
Ist das so?
Ja , weil er in Gedanken begehrt. Auch , wenn es in der Realität nie umgesetzt würde.

Was ist aber mit dem, der nicht begehrt, selbst in Gedanken nicht ?

Auch der wäre nicht gut, weil er Mensch ist und Fehler hat. Jesus Christus sagte "Es gibt nur einen der gut ist und das ist mein Vater in den Himmeln." Er schließt sich da selbst aus , war ja auch nur Mensch, obwohl er die Gebote hielt.

Der nicht begehrende wäre aber ein Halter dieses Gebotes. Es gibt aber ja noch mehrGebote.
 
In gewisser Hinsicht bzw im Großen und Ganzen sehe ich das auch so..
Wird meistens so sein.
Aber trotzdem gibt es Menschen, die sich noch ändern, kommt mir vor - manchmal passiert es einfach (natürlich nicht 'einfach' in der Umsetzung^), denk ich - aus gewissen Lebenssituationen heraus, die dann plötzlich eine Änderung bewirken
Also grundsätzlich ist Änderung schon möglich, glaube ich
Auch wenn es in der Regel vermutlich nicht passieren wird, weil eben alles schon in komplexen Bahnen verfestigt ist
(Ich meine das alles natürlich nur bezogen auf so grundsätzliche Lebenshaltungen, über die wir davor gesprochen haben)

Ja, klar. Sehe das alles ja auch nur aus meiner Sicht. Andere sehen es wieder anders.

Ich spreche niemandem den "freien Willen" oder das Potential zu immenser Veränderung ab.

Gleichfalls ist mit dem Menschen auch eine gewisse Gravitation/Trägheit verbunden - bspw. auch bezeichnet als Komfortzone oder Gewohnheit. Und im Alter bzw. mit zunehmendem Alter werden aus meiner Sicht die meisten Menschen nicht flexibler - körperlich nicht und geistig auch nicht.

Wenn Menschen nicht schon immer flexibel waren und/oder es jetzt sind, rühren größere Veränderungen oftmals nur von lebenseinschneidenden Ereignissen her - bspw. Tod, Krankheit, Krieg, Geburt, vielleicht auch so etwas wie gravierendes Umdenken, Erleuchtung oder so. Ganz allgemein kann man wohl nur sagen, dass Veränderung aus allem anderen als dem üblichen Trott entsteht - irgendwie logisch.

Veränderung ist nicht zuletzt deswegen schwierig oder auch mit Angst besetzt, weil man teilweise bzw. in gewisser Weise einen Teil seines bisherigen Selbst bzw. bisherigen Lebens aufgeben muss - es in gewisser Weise negieren/ablegen oder zu einer Transformation/Metamorphose bewegen.

~~~

Vielleicht nicht das beste Beispiel, aber ja:

Kenne es aus meinem ehemaligen Arbeitsumfeld - unter anderem im Bereich eines größeren Konzerns bzw. Anstalt öffentlichen Rechts - her so, dass da mindestens eine latente Angst vor jeglicher Veränderung herrschte - in der Annahme, dass man sich nennenswert umstellen muss, was Neues lernen muss oder es einem sonst irgendwie zum Nachteil gereicht.

Ob etwas faktisch ein Nachteil ist, ist die eine Sache, aber die Einstellung, dass etwas Fremdes/Neues automatisch schlecht sein muss, ist vielleicht nicht so schlau.

Sagen wir mal so: "Wir machen das schon immer so." -- kann gut begründet oder auch ausbaufähig sein.
 
Wenn jemand meint, dass er nicht am richtigen Platz ist - nicht das richtige bzw. ein nicht sinnvolles Leben lebt -, dann ist das vielleicht so.

~~~

Natürlich kann man immer mal wieder nach dem Sinn des Lebens fragen, aber dass sich Menschen so gar kein sinnvolles Leben vorstellen können, halte ich irgendwie auch für eher unwahrscheinlich.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hm.. sich das Leben theoretisch als sinnvoll vorstellen können ist manchmal halt noch was anderes als es auch empfinden zu können
Sollte natürlich nichts anderes sein
Ist es aber trotzdem, pessimistisch gesagt - oft, aber zumindest manchmal, würde ich sagen
 

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