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Der Sinn des Lebens

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Hallo Anand,

was bitte ist ein Nondualitätsfuzzi? 😉 Den Begriff hab ich noch nie gehört. Aber er gefällt mir.

Ist meist "jemand", dem irgendwann sein Ich abhanden gekommen ist, und feststellen musste, das da nur Einheit, Lebendigkeit, spontanes agieren des Körpers oder irgend so etwas da ist. Und das das ganze etwas akausales, durch nicht bedingtes ist. Und der darüber erzählt. Meine Lieblinge aus dem bereich (aber es gibt da wie überall massenweise bullshit) sind Tony Parsons, Richard Sylvester, Joan Tollifson, U.G. Krishnamurti (bitte nicht mit Jiddu Krishnamurti verwechseln). Und passt ja auch ein wenig hier her. Von Richard Sylvester stammt der Spruch (hab ich aber bestimmt schon zitiert): "Es gibt keine Methode, aber gäbe es eine, dann müsste sie im Wiederholen des Mantras "Hilflos, hoffnungslos, sinnlos" bestehen. Beim Rezitieren empfiehlt es sich im Auge zu behalten, daß niemand es macht. Es ist allerdings auch niemand da, der darauf achten kann."

A
ber sicher gibt es ähnliche Aussagen auch schon in den alten asiatischen Religionen. So sagt z.B. Laozi:
Namenlose Einfalt bewirkt Wunschlosigkeit.
Wunschlosigkeit macht still,
und die Welt wird von selber recht.


Wieder ist die Sprache sehr aufschlussreich: Sinn ist nichts was ist, sondern was gemacht wird ("es macht Sinn" heisst es ja), ein künstliches (neben-)Produkt (des Denkens - also eher Produkt unserer Konditionierung). Die spannende Frage wäre: Gibt es jenseits des Denkens (und jenseits der Konditionierung) (z.B. im Tiefschlaf oder in der Meditation) Sinn? Kann Sinn das leisten (und zwar jetzt und nicht in einer fernen Zukunft), was er verspricht? Ist das Leben ohne Sinn (oder besser abseits von Sinn und Nichtsinn) weniger Leben?


Interessante Fragen, die du da aufwirfst. Mich würden deine Antworten darauf interessieren.

Ich denke nicht, das Antworten viel bringen. Es ist viel wichtiger bei den Fragen zu bleiben.
Alles andere hab ich ja schon dargelegt.
Sinn ist ein Produkt des Denkens. Im Tiefschlaf - also da, wo es weder Ich, Bewusstsein, "Unterbewusstsein", Traum gibt, braucht es keinen Sinn. Auch braucht es ihn nicht, wenn ich mich aufs hier/jetzt einlasse. Sinn ist IMHO immer für ein fiktives später, das nie eintritt, weil es nur Hier/jetzt gibt. Also Sinn gibt es nur innerhalb der geistigen Selbstbefriedigung. Und es ist letztlich der Versuch, etwas instabilen (der Fiktion des Ichs) Dauer zu sugerieren.
Daher sind das alles leere versprechungen.
Ein Leben ohne Sinn ist nackter, ungeschützter. Es erlebt das Leben ohne Filter, ohne die Illusion des später, ohne das etwas anders, angenehmer sein muss. Aber dafür freier, ohne des Gefängnis des Denkens, ohne die Ketten von Sinn und Hoffnung.

Und ich denke auch, das man einige Sachen auseinanderhalten muss. Sicher gibt es Dinge im Funktionieren des Körpers, die für ihn ein gutes Funktionieren garantieren. Da zählt auch Traumphasen des Schlafes und Tiefschlafphasen des Schlafes dazu. Wobei letztere wohl noch wichtiger zu sein scheinen.
Aber das würde ich nicht als Sinn bezeichnen. Das ist natürliches Funktionieren. Sonst landet man schnell bei Vonneguts Aussage: "Der Sinn des Lebens ist zu Furzen, und lass dir von niemand etwas anderes einreden."
Mal abgesehen, das sie mehr Sinn macht, als das meiste andere. ;-)

Und diese ganze Rede von Unterbewusstsein scheint mir nur Freudsche Mythologie zu sein. Sicher gibt es viele Dinge (alle wichtigen) die ganz ohne Bewusstsein ablaufen (So fast alle organischen funktionen werden autonom geregelt, Blutkreislauf, Verdauung etc.). Das Unterbewusstsein ist der Versuch, ein Ich, das sich unserer direkten Kontrolle entzieht, zu konstruieren. Und der versuch, das Ich noch in kleinere Teile zu zerschnipseln. Ich hab lange geschaut und gelauscht, aber da war nirgens ein Ich und auch nix zerschnipsletes. Unterbewusstsein war einfach Freuds Versuch, auf die Erkenntnis, das es keinen freien Willen gibt, ne Theorie drauf zu setzen, um doch noch irgendwo die Theorie eines ein wenig freien Willens zu erhalten. Meiner Meinung nach sind diese Vorstellungen auch nicht mehr aktuell.
 
A

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Re: Der Sinn des Lebens
Hallo _Tsunami_,

schau mal hier:
Der Sinn des Lebens. Hier findest du vielleicht was du suchst.
Ist nun ein Nondualitätsfuzzi eher was Gutes bzw. Sinnhaftes oder eher nicht so?

Besteht das Leben aus Dualitäten, in derer man einen Sinn finden kann?

---

Das "Dualitätsdenken" verstehe ich so, dass sich das gesamte Leben, zumindest das vom Menschen wahrnehmbare, innerhalb von multidimensionalen Dualitäten bewegt - also schwarz und weiß, gut und schlecht, gesund und krank, etc., etc. Gewissermaßen, im Binärcode, die Reise des Menschen zwischen 0 und 1, wobei der Binärcode zwischen 0 und 1 eigentlich gar nichts vorsieht.

Es lebe der Konstruktivismus.
 
Zuletzt bearbeitet:
Nordrheiner : Deine interessante tieferen Gedankengänge fallen mir in deinen Beiträgen öfter auf.

Viele Leute sind solo oder trennen sich schnell von ihrem Partner,weil sie früher mit einem Schlag auch ihre Familie ,ihre geliebten Bezugspersonen verloren haben.
 
Zuletzt bearbeitet:
[...]
Unterbewusstsein war einfach Freuds Versuch, auf die Erkenntnis, das es keinen freien Willen gibt, ne Theorie drauf zu setzen, um doch noch irgendwo die Theorie eines ein wenig freien Willens zu erhalten. Meiner Meinung nach sind diese Vorstellungen auch nicht mehr aktuell.

Hmm. Ich glaube, da streiten sich die Geister immer noch. Ein Determinismus würde ein paar Konstrukte des menschlichen Geistes ad absurdum führen - beispielweise Schuld und Gerechtigkeit. Dass es einen freien Willen gäbe, kann man höchstens glauben. Nach meinem aktuellen Kenntnisstand gibt es weder einen Beweis für noch gegen freien Willen, allerdings mit der Tendenz, dass es keinen freien Willen gibt.

Was aber würde sich schon ändern, wenn wir mit vollständiger Sicherheit wissen könnten, dass alles im Leben vorherbestimmt bzw. kausal ist? Welche Implikation hätte das auf unsere Wahrnehmung eines Sinnes?
 
Dass es einen freien Willen gäbe, kann man höchstens glauben. Nach meinem aktuellen Kenntnisstand gibt es weder einen Beweis für noch gegen freien Willen, allerdings mit der Tendenz, dass es keinen freien Willen gibt.

Hmm... ich denke es gibt eben Dinge, auf die man Einfluß hat und solche, auf die man keinen Einfluß hat.

Was aber würde sich schon ändern, wenn wir mit vollständiger Sicherheit wissen könnten, dass alles im Leben vorherbestimmt bzw. kausal ist? Welche Implikation hätte das auf unsere Wahrnehmung eines Sinnes?

Das will ich mir gar nicht ausmalen. Das entzieht dem Individuum ja jegliche Verantwortung und Entscheidungsfreiheit /-fähigkeit. Ich erlebe die Dinge jedoch nicht so und möchte mich auch gedanklich nicht zu einer solchen "Marionette" machen lassen. Der Sinn wäre dann, einfach alles nur geschehen zu lassen. Klingt einerseits nach Gelassenheit und andererseites... wie gesagt, keine Verantwortung mehr für irgendwas.
 
Wenn der Prozess der Willensbildung etwas ist, was in einen Menschen automatisch stattfindet (und dieser immer auf unseren Erfahrungen, Prägungen und Neigungen basiert), wie frei kann der Wille an sich dann sein? Bzw. wie kann man etwas anderes wollen, als man will?

Davon kann (sollte) man die Handlungsfreiheit vielleicht abgrenzen, denn nur weil es einem nach etwas Bestimmten "gelüstet" oder man halt unbedingt dieses oder jenes will, ist man keine Marionette die den Wunsch bzw. die Begierde unbedingt zwanghaft in die Tat umsetzen muss. Da gibt´s ja auch noch, zumindest oft, so etwas wie den Verstand der einen u. U. dazu befähigt, abzuwägen, welche Konsequenzen die getroffene Entscheidung dann wiederum mit sich bringt.
 
Ist nun ein Nondualitätsfuzzi eher was Gutes bzw. Sinnhaftes oder eher nicht so?

Kommt wohl drauf an, ob du den Zustand anstrebst, den ein solcher erlebt/beschreibt.


Besteht das Leben aus Dualitäten, in derer man einen Sinn finden kann?

Das muss/darf wohl jeder für sich selbst herausfinden.

Möchtest du auf alles eine allgemeingültige und endgültige Antwort? Dann wär das Leben ja sinnlos 😉 Wenn du irgendwann auf dem Sterbebett liegst, weißt du, ob es Sinn gemacht hat 😉

---

Das "Dualitätsdenken" verstehe ich so, dass sich das gesamte Leben, zumindest das vom Menschen wahrnehmbare, innerhalb von multidimensionalen Dualitäten bewegt - also schwarz und weiß, gut und schlecht, gesund und krank, etc., etc. Gewissermaßen, im Binärcode, die Reise des Menschen zwischen 0 und 1, wobei der Binärcode zwischen 0 und 1 eigentlich gar nichts vorsieht.

So verstehe ich es auch.
Scheint so den Anschein zu haben. Ob es wirklich so ist... wer weiß.
 
Hmm. Ich glaube, da streiten sich die Geister immer noch. Ein Determinismus würde ein paar Konstrukte des menschlichen Geistes ad absurdum führen - beispielweise Schuld und Gerechtigkeit. Dass es einen freien Willen gäbe, kann man höchstens glauben. Nach meinem aktuellen Kenntnisstand gibt es weder einen Beweis für noch gegen freien Willen, allerdings mit der Tendenz, dass es keinen freien Willen gibt.

Was aber würde sich schon ändern, wenn wir mit vollständiger Sicherheit wissen könnten, dass alles im Leben vorherbestimmt bzw. kausal ist? Welche Implikation hätte das auf unsere Wahrnehmung eines Sinnes?

Die beste Möglichkeit sein Leben zu ruinieren und sinnlos zu machen ist die Annahme eines allgemeinen Determinismus. Wenn man also denkt, selbst die eigenen Entscheidungen, der eigene Wille sei vorherbestimmt, zwangsläufig sich ergebend.

Dann braucht man die Auswirkungen seiner Entscheidungen und Handlungen nicht mehr überdenken. Dann muss man auch nicht mehr überlegen was man selber will oder nicht, denn es ist ja sowieso egal, man wird schon das vorherbestimmte, determinierte für sich wollen. Und egal, auch wenn man meint, man entscheidet sich bewusst, dann ist es doch nur das Ergebnis von sich ergebenden Zusammenhängen und Kausalitäten.

Der Sinn des Lebens wäre dann einfach nur diesen Determinismus zu leben.

Also, leben wir einfach und lassen alles geschehen.

Verkehrsregeln - wird schon gut gehen.
Arbeiten gehen - wer will das schon?
Nett zu anderen Leuten sein - kommt bei meinem Determinismus nicht vor!
Beiträge in Foren schreiben - bin zwar so determiniert, aber langsam seh' ichs wirklich nicht mehr ein.

Wenn man also einen Unfall baut oder mies zu seinem Partner ist, dann kann man immer auf seine schlechte Kindheit, die ungünstige Tagesverfassung und die an diesem Tag zu Unglücken neigenden Kausalketten verweisen. Vielleicht wirds morgen besser, aber was soll man schon machen?
 
Zuletzt bearbeitet:
In Wahrheit ist die Annahme des Determinismus wohl auch eine freie Entscheidung. Allerdings wohl eine schlechte, da man seine Verantwortung ablehnt.
 
Wenn der Prozess der Willensbildung etwas ist, was in einen Menschen automatisch stattfindet (und dieser immer auf unseren Erfahrungen, Prägungen und Neigungen basiert), wie frei kann der Wille an sich dann sein? Bzw. wie kann man etwas anderes wollen, als man will?

Der Wille fundamentiert sich auf unsere Bedürfnisse und der Zwang sie befriedigen zu müssen oder zu wollen.
Schon als Baby lernten wir unseren Willen, entsprechend dem lebenswichtigste Bedürfnis, in die Welt zu schreien - Hunger. Als wir bemerkten, das man auf unsere Willensäußerung reagiert (wir lernten uns durchzusetzen) trat noch etwas hinzu - Wünsche - und der Wille sie befriedigt zu bekommen bzw uns selbst zu befriedigen.
Im Kontext, nicht immer formt die Notwendigkeit unseren Willen, sondern wir sind empfänglich und manipulierbar in unserer Willensbildung, die so manches zum Bedürfnis macht, aus reinem Wunschzwang heraus.
 
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