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Der Sinn des Lebens

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Für weitere Antworten geschlossen.
Danke für deine näheren Erläuterungen!

Der Wille fundamentiert sich auf unsere Bedürfnisse und der Zwang sie befriedigen zu müssen oder zu wollen.

Beinhaltet der Prozess der Willensbildung nicht dann doch so etwas wie eine gewisse "Unfreiwilligkeit", wenn er auf Zwängen und der Befriedigung von Bedürfnissen basiert?

Schon als Baby lernten wir unseren Willen, entsprechend dem lebenswichtigste Bedürfnis, in die Welt zu schreien - Hunger. Als wir bemerkten, das man auf unsere Willensäußerung reagiert (wir lernten uns durchzusetzen) trat noch etwas hinzu - Wünsche - und der Wille sie befriedigt zu bekommen bzw uns selbst zu befriedigen. Im Kontext, nicht immer formt die Notwendigkeit unseren Willen, sondern wir sind empfänglich und manipulierbar in unserer Willensbildung, die so manches zum Bedürfnis macht, aus reinem Wunschzwang heraus.

Das liest sich für mich gut...aber basieren denn nicht auch Wünsche auf Bedürfnissen und Neigungen bzw. wie du schreibst, auf der Notwendigkeit diese möglichst zu befriedigen? Denn du hast ja selbst das Wort "Wunschzwang" verwendet.

Und wenn die Willensbildung manipulierbar ist, sei es durch äußere Einflüsse die beispielsweise einen Wunsch wecken, wie siehst du das dann im Kontext dieser "Willensfreiheit"?
 
A

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Re: Der Sinn des Lebens
Hallo _Tsunami_,

schau mal hier:
Der Sinn des Lebens. Hier findest du vielleicht was du suchst.
"Willensfreiheit" kann man nur erreichen, wenn man Eigenverantwortung und Informationen hat, wenn man weiß, dass man beeinflussbar und manipulierbar ist. Dazu muss man auch Selbstbeobachtung und Reflexion beherrschen.

Grundlegende Bedürfnisse, wie Essen oder soziale Zugehörigkeit sind ein "Zwang", weil das lebensnotwendig ist. Andere Bedürfnisse sind nicht unbedingt lebensnotwendig. Die Werbung verknüpft nun grundlegende Bedürfnisse mit ihrem Produkt oder mit anderen Bedürfnissen und manipuliert so die Bedürfnisse, macht daraus sogar einen Zwang.

Willst du anerkannt sein und dich gut fühlen, dann brauchst du die und die Klamotten oder musst schlank sein.

Essen muss jeder und wer sich dabei noch was Gutes tun will und dazu gehören will und das ultimative Erlebnis will, der geht natürlich zu der weltweit operierenden, rotgelben Pommesbude.

Wenn man diese Mechanismen und sich selber kennt, dann kann man seine eigenen, "echten" Bedürfnisse besser erkennen und einen entsprechenden Willen herausbilden.
 
Diese Argumentation gefällt mir. Ich hatte dazu noch einen längeren Beitrag geschrieben, den habe ich aber doch noch verworfen weil er sich für mich letztendlich selbst erklärt hat. Wenngleich die in Anführungszeichen gesetzte Willensfreiheit aber auch dann wiederum von diesen genannten Faktoren abhängig und somit doch relativ sein mag.

Aber was vielleicht auch noch erwähnenswert ist und erforscht wird, ist die Frage ob nicht unser Gehirn eine Entscheidung trifft und wir nur Sekundenbruchteile danach nur noch den Eindruck erhalten, diese Entscheidung bewusst aus „freien Stücken“ getroffen zu haben, während dies doch bereits zuvor geschehen ist? Sprich, ob unser Gehirn uns einen freien Willen nicht vorgaukelt?

Wissenschaftskolumne: Der Wille kann nur wollen, was das Hirn entscheidet - Meinung - Tagesspiegel

Hirnforschung: Der unbewusste Wille | ZEIT ONLINE

Übrigens argumentiere ich hier nicht "pro Determinismus", darum geht es mir nicht.
 
Diese Diskussion um den angeblichen oder tatsächlichen freien Willen ist mir zu theoretisch. Wenn ich eine Entscheidung treffe und mir die Folgen nicht „als gut“ erscheinen, dann habe ich eine falsche Entscheidung getroffen, egal wie diese Entscheidung zustande kam. Ich kann dann noch gerne über das Entstehen meiner Entscheidung nachdenken und über ihre ursächlichen Faktoren, es ändert nichts an meiner Erkenntnis, dass meine Entscheidung falsch war und noch ist. Die Schwierigkeit sehe ich eher in den Faktoren, eine als falsch erkannte Entscheidung zu revidieren. Bequemlichkeit, Angst, Hoffnungslosigkeit, Stolz oder Unkenntnis „was ist die richtige Entscheidung“ sind hier als oft vorkommende Faktoren zu benennen.


Bei der Frage „war es gut, Eis zu essen?“ mag das Finden einer Antwort leicht fallen. Bei der Frage nach dem Sinn des Lebens ist auffallend, mit wieviel Oberflächlichkeit diese Frage manchmal beantwortet wird. Das ist für mich ein Zeichen, dass einer der obigen Faktoren vorliegen könnte.

 
Aber was vielleicht auch noch erwähnenswert ist und erforscht wird, ist die Frage ob nicht unser Gehirn eine Entscheidung trifft und wir nur Sekundenbruchteile danach nur noch den Eindruck erhalten, diese Entscheidung bewusst aus „freien Stücken“ getroffen zu haben, während dies doch bereits zuvor geschehen ist? Sprich, ob unser Gehirn uns einen freien Willen nicht vorgaukelt?

Es ist nicht richtig sich als Ausgelieferter des Gehirns zu sehen, denn das Gehirn ist die Summe meiner persönlichen Erfahrungen und Erlebnisse.

Bei schnellen und bestimmten Entscheidungen überlegt man nicht viel und man kann das auch nicht. Viele Vorgänge sind unbewusst oder halbbewusst und laufen im Hintergrund. Da gibt es natürlich auch Instanzen im Gehirn die Vorschläge machen, die unbewusst überprüft werden und und und. Vieles läuft nach dem eigenen "gesunden Menschenverstand" ab. Das Gehirn kann nicht alles bewusst verarbeiten, das wäre eine Überforderung.

Aber es gibt bei Notwendigkeit die vielen Formen des bewussten Denkens. Eine Instanz, die je nach Notwendigkeit eingeschaltet wird. Obwohl ich beim Frühstück intuitiv das esse was mein Gehirn sich so wünscht kann ich mich nach dem Frühstück hinsetzen und über die Sinnhaftigkeit meines Lebens nachdenken. Vielleicht kommt dabei raus, dass ich am nächsten Morgen das Frühstück schöner, gelassener und nicht so hektisch runterschlinge, weil ich festgestellt habe, dass ich mir zuwenig Freude im Leben gönne.

Na dann, guten Appetit! 🙂
 
Es ist nicht richtig sich als Ausgelieferter des Gehirns zu sehen, denn das Gehirn ist die Summe meiner persönlichen Erfahrungen und Erlebnisse.

"Ausgeliefert" sein ist sicher auch zu extrem, das war ja auch nicht der Grundtenor dieser Links die ich gepostet hatte und auch nicht meine Auffassung. Vielmehr ging es um die Frage, inwieweit der Wille bzw. die Willensbildung frei und unabhängig sein können, wenn - wie du sagst - dein Gehirn die Summe deiner Erfahrungen und Erlebnisse beinhaltet - und sogar mehr noch - man sicher auch bestimmte Dispositionen genetisch vererbt bekommen bzw. Denkmuster erlernt hat? Also unabhängig von all dem?

Völlig frei von all dem kann man doch kaum sein, ergo kann das Gehirn doch auch keine Entscheidung treffen, losgelöst von allem. Also geht es doch eher um die Frage, inwieweit die Willensbildung "frei" sein kann also um den Grad der Freiheit.

Bei schnellen und bestimmten Entscheidungen überlegt man nicht viel und man kann das auch nicht. Viele Vorgänge sind unbewusst oder halbbewusst und laufen im Hintergrund. Da gibt es natürlich auch Instanzen im Gehirn die Vorschläge machen, die unbewusst überprüft werden und und und. Vieles läuft nach dem eigenen "gesunden Menschenverstand" ab. Das Gehirn kann nicht alles bewusst verarbeiten, das wäre eine Überforderung.

Wenn das Gehirn überfordert sein kann und nicht für jede Entscheidung "zuständig" ist, welche Instanz ist es dann? Wo ist denn der gesunde Menschenverstand verankert, wenn nicht im Gehirn?

Aber es gibt bei Notwendigkeit die vielen Formen des bewussten Denkens. Eine Instanz, die je nach Notwendigkeit eingeschaltet wird. Obwohl ich beim Frühstück intuitiv das esse was mein Gehirn sich so wünscht kann ich mich nach dem Frühstück hinsetzen und über die Sinnhaftigkeit meines Lebens nachdenken. Vielleicht kommt dabei raus, dass ich am nächsten Morgen das Frühstück schöner, gelassener und nicht so hektisch runterschlinge, weil ich festgestellt habe, dass ich mir zuwenig Freude im Leben gönne.

An dieser Stelle würde ich dich gerne fragen aus welchen Quellen du dein Wissen beziehst? Stehen dir vielleicht beruflich bestimmte Quellen zur Verfügung oder bist du wissenschaftlich in diesem Gebiet tätig? Du musst selbstverständlich nicht darauf eingehen, aber ich würde mich gerne tiefer mit diesem Thema befassen, daher mein Interesse.
 
Zuletzt bearbeitet:
Man trifft in Ruhe eine Entscheidung, zB, dass man ein bestimmtes Produkt nicht gut findet.

Sobald man diese Entscheidung getroffen hat, kann es geschehen, dass man zB im Supermarkt vor dem Griff zu so einem Produkt zurückschreckt - ein paar Sekunden bevor man sich dessen bewußt wird!

Eine wirkliche Unfreiheit liegt dann eigentlich nicht vor. Wir sagten ja in der Vergangenheit: Produkt Y ist Mist.

Das ist vielleicht noch kein Beweis für die Freiheit, erklärt aber einiges für frei, was unfrei aussieht.

Ich meine, dass ich diesen Gedanken Gerhard Roth (Hirnforscher und Philosoph) verdanke, der sich eingehend mit dem Thema der Willensfreiheit auseinandergesetzt hat.
 
Danke für deine näheren Erläuterungen!



Beinhaltet der Prozess der Willensbildung nicht dann doch so etwas wie eine gewisse "Unfreiwilligkeit", wenn er auf Zwängen und der Befriedigung von Bedürfnissen basiert?

Sicher wird unsere Wille auch durch Abhängigkeiten manifestiert, die körperlich notwendig sind, weil einige unserer Bedürfnisse lebensnotwendig sind.
Wir wollen es, weil wir es müssen aber wir müssen nicht alles, was wir wollen.



Das liest sich für mich gut...aber basieren denn nicht auch Wünsche auf Bedürfnissen und Neigungen bzw. wie du schreibst, auf der Notwendigkeit diese möglichst zu befriedigen? Denn du hast ja selbst das Wort "Wunschzwang" verwendet.

Und wenn die Willensbildung manipulierbar ist, sei es durch äußere Einflüsse die beispielsweise einen Wunsch wecken, wie siehst du das dann im Kontext dieser "Willensfreiheit"?

Der Wunschzwang wird manipulativ gebildet - zum Beispiel durch Werbung und "bohrt" sich so tief, das daraus ein Zwang entsteht. Zwänge bringen uns innerlich in einen Konflikt, deren Voraussetzung das wecken eines Bedürfnisses ist, was noch ungestillt, suggestiv in seinem Wachstum bis zum Zwangverhalten gesteigert werden kann.
Am Ende folgt eine Entscheidung, die wir bis zu einem gewissen Grad noch beeinflußen können indem wir uns selbst vor die Wahl stellen - Ja oder Nein zu sagen.
Diese "Willensfreiheit" wird uns genommen, wenn wir den Punkt der Eigenmacht überschritten haben und es zum zwingenden Verlangen wird, das unbedingt gestillt werden muss, um innerlich wieder frei zu werden ( was eigentlich ein Irrtum ist, denn ist ersteinmal ein Bedürfniss auf diese Art geweckt worden, dann wird es zum Selbstläufer, welches immer mehr und mehr will, ohne jemals wirklich befriedigt zu werden)
 
Hier ein Text aus Wikipedia.

Das HOBA-Experiment

In diesem Experiment wurde den Versuchspersonen ein Produkt namens HOBA-Seife vorgeführt. Während die Werbelaufschrift lief, wurden immer wieder Dias von vollbusigen Frauen und schönen Landschaften eingeblendet. Als die Versuchspersonen über das Produkt gefragt wurden, assoziierten sie die Reize auf den Hintergrundbildern mit dem Phantasieprodukt.

Man nennt das „emotionales Aufladen von Produkten“. Man muss ein Produkt nur mit so genannten „Schlüsselreizen“ wiederholt vor einem Menschen abspielen, der auf diese Reize positiv reagiert, und das positive Gefühl der Reize wird automatisch auf das angepriesene Produkt übertragen. Die Emotionalisierung eines Produkts hat zur Folge, dass der meist fiktive Zusatznutzen in den Vordergrund gestellt wird und den Konsumenten anspricht. Die Produkte werden mit Emotionen verknüpft, auf die die Zielgruppe besonders anspricht, z. B. werden junge Mütter von Werbespots mit Kleinkindern besonders angesprochen, da der Zusatznutzen (das warme Gefühl, das von Babys aufgrund des Kindchenschemas ausgelöst wird) auf das Produkt übertragen wird. Weitere Beispiele sind das „sportliche“ Auto, die „Erotik“ des Rauchens oder das „erfrischende Gefühl“ eines Rasierers.

In der Zahnpastawerbung bekommt ein durchschnittlicher Mann eine überdurchschnittlich gut aussehende Frau, wegen seines frischen Atems und seiner weißen, blitzenden Zähne. Unbewusst für den Konsumenten erhält die Zahnpasta eine erfolgsversichernde, erotische Zusatzbedeutung.
 
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