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Der Sinn des Lebens

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Mmh, ich glaube nicht das der "Sinn sinnvoll" sein muß. Insofern können auch viele Menschen einen Sinn darin sehen, z.B. viel Geld zu machen - eben am Ende auf materielle Dinge großen Wert legen. Warum sollte das einen Menschen nicht ausfüllen?
Warum sollte man Angst vor dem Tod haben?
Man kann Angst vor einem ( qualvollen ) Sterben haben.
Mir kommt es sogar so vor, als hätten Menschen die bewußt nahe dem Tod leben sogar mehr Sinn am Dasein.
 
Tja, braucht der Mensch überhaupt einen Sinn im Leben? Oder reicht die Befriedigung der Grundbedürfnisse und die Jagd nach ein bißchen Status und Geld?
Muss der Sinn des Lebens überhaupt edlen Motiven folgen?

Das wird wohl auch durch Erziehung und Genetik bestimmt. Wichtig ist es wohl, dass es keinen einheitlichen Sinn des Lebens gibt. Sonst wäre das Leben nicht vielfältig und auch zutiefst langweilig.

Als starke Triebfeder taucht so in den Beiträgen immer wieder die Angst auf. Sie behindert uns einen Sinn für das Leben zu finden. Vielmehr wird uns durch die Angst ein Sinn durch Andere vorgegeben.

Ist es mit dem "Geld" nicht auch oft das Gleiche? Die Erfüllung von Erwartungshaltungen? Die Angst, diese nicht erfüllen zu können?


Hallo Lupin,
Ob jemand einen Sinn braucht, haben möchte ist dem Einzelnen vorbehalten. Ob er – wenn er einen Sinn finden möchte – ihn auch findet, ist eine andere Sache. Das hängt auch von der Ernsthaftigkeit ab, mit der gesucht wird.



Angst gehört zu unserem Leben. Ob wir sie zu konstruktiven Aktionen nutzen oder uns von ihr bis hin zur Unbeweglichkeit einengen lassen – oder ob wir sie leugnen und verdrängen – obliegt der Entscheidung des Einzelnen. Es ist nach meiner Meinung falsch, wenn Du meinst, dass uns die Angst einen Sinn (durch andere) vorgibt. Der erwachsene Mensch entscheidet, ob er seine Ängste leugnet, verdrängt oder sie nutzt, um Positives entstehen zu lassen. Und ob der erwachsene Mensch sich einen Sinn von anderen Menschen vorgeben lässt, liegt auch in seiner Entscheidung. Leider gibt es viele Negativbeispiele. So haben sich viele Menschen (z.B. in der NS Zeit) sowohl die Moral als auch die Entscheidung „für was oder wen lebe ich“ vorgeben lassen und haben nachgebetet, was die NS vorbetete.
In einem Punkt gebe ich Dir Recht: Hier in Deutschland ist der Besitz materieller Güter bei etlichen Menschen zu so eine Art Gott geworden. Viele wollen besitzen, auch um dazu zu gehören. Für viele Menschen ist die Frage „wie werde ich schnell reich?“ oder „was muss ich nachbeten der Menschen, die hier das Sagen haben, damit ich zu Ihnen gehöre, von ihnen anerkannt werde?“ die Hauptfrage im Leben. Wie armselig.
 
Ja, Nordrheiner, bezüglich der NS-Zeit sieht man, dass Moral etwas anerzogenes ist. Und die Anhänger hatten ja den "Führer" - als Träger einer eventuellen Schuld. Aber auch die Engländer hatten den Spruch: Right or wrong - it is my Country. Übertriebener Nationalstolz ist keine "gute" Moral. Aber wir haben gelernt - das haben auch die letzten Fussball-Weltmeisterschaften gezeigt. Nicht global, aber wir sind ja auch noch dabei.

Wer Geld zu seinem Götzen macht - hat entweder verdrängt, dass das letzte Hemd keine Taschen hat, oder es ist ihm egal, weil er nicht an eine nachtodliche Existenz glaubt. Natürlich - und das ist gut - sind nicht alle so drauf, die nicht glauben können, bei weitem nicht. Die es aber sind - ich find eine solche Haltung auch erbärmlich.

Lupin - ich stimme dir zu. Angst - wenn man in eine schwierige Lebenssituation gerät, kann durchaus Positives bewirken. Weil wir Menschen ja ein Beharrungsvermögen haben, wenig oder garnichts ändern, wenn die Lebensumstände ok sind. Eine gewisse Art Hedonismus, die uns mehr oder weniger allen zu eigen ist.

Wird aber Angst instrumentalisiert, um andre Menschen zu beherrschen, zu manipulieren, ist es auch erbärmlich, dieses Streben nach Macht. Welches m.E, aber selbst aus einer Angst resultiert.

Peter
 
Zuletzt bearbeitet:
Dass der erwachsene Mensch grundsätzlich selbstbestimmt entscheidet, hmh, das glaube ich - von Ausnahmen
abgesehen - nicht. Ich gehe davon aus, dass der Mensch in großen Teilen fremdbestimmt wird.
Einige Gründe dafür habe ich ja schon benannt.
Er ist sich aber über diese Fremdbestimmung natürlich meistens nicht bewußt, weil eben auch der Lebenskampf im Vordergrund steht. Das kann ja auch durchaus einen Sinn darstellen. Überleben.

Eine neue Erkenntnis zum Sinn kann aber dadurch entstehen, wenn der Mensch als Individium in eine Krise gerät.
Deswegen können Lebenskrisen ja auch oft sinngebend sein. Schrieb nicht mikenull sinngemäß, dass Menschen
in Todesnähe das Leben viel intensiver erfahren? Der Sinn des verbliebenen Lebens ist plötzlich total verändert, auch weil sich die Intensität ändert?

Ich würde über Menschen im dritten Reich und sonstigen totalitären Systemen nicht so einfach den Stab brechen.
Da sollte man schon sehr vorsichtig differenzieren. Ich würde auch nicht behaupten, dass die Menschen heute in
moralischer Hinsicht besser wären. Ohne in eine ähnliche Situation gekommen zu sein, würde ich das eher als anmaßend empfinden.
Die Verbrechen der NS-Zeit sind natürlich eindeutig zu verurteilen, zu verdammen und sind auch
nicht zu entschuldigen, so wie jede Art von Verbrechen.

Einen Faschismus - wie im dritten Reich - halte ich allerdings unter einer anderen Maske versteckt - heute für genauso möglich.

Wenn es soweit kommen sollte, wird sich dann auch die Spreu vom Weizen trennen und das Urteil werden dann Menschen in 80 Jahren - mit einem Glas Liomade in der Hand - sprechen (wenn es uns dann noch geben sollte). Die sind dann auch entsprechend aufgeklärt, keiner Gefahr ausgesetzt und werden die Fehler oder Verbrechen bestimmt nicht wiederholen. Schließlich besitzen sie ja einen nicht zu unterschätzenden Informationsvorteil.

Natürlich wird die Masse von Menschen durch Angst manipuliert. Und falls der Gott der Katholiken in der Mottenkiste verschwindet, wird eben ein neues Schreckensgespenst zur Angsterweckung ausgepackt. Angst dient zur Instrumentalisierung und dieses Prinzip ist Machtmenschen durchaus bekannt. 🙄 Sonst würde unsere heutige Welt auch anders aussehen.



Lupin, ich „muss“ Dir widersprechen. Die Geschichte und die Psychologie zeigen, dass sich der erwachsene Mensch selbst und eigenständig entscheidet. Ausnahmen sind eher Krankheit und weit unterdurchschnittlicher IQ. Die eigenständige Entscheidung beginnt im Kleinen. Bei den täglichen Dingen entscheiden wir immer, ob wir Gutes wählen wollen, oder Schlechtes, z.B. ob es mir wurscht ist, wenn ich mit Worten beleidige, weil mir eine Meinung nicht passt oder wenn ich an Gewohnheiten festhalte, auch wenn sie schädlich (für andere) sein können. Durch viele kleine Entscheidungen „für das Schlechte“ gelingt es immer unempfindlicher gegenüber dem Guten zu werden. Der Mensch rutscht immer weiter ab, was ihm nicht unbedingt auffallen muß. Er passt sich ggf. an und zwar auch an Menschen, die das Böse instrumentalisieren und eine Moral des Bösen entwickelt haben – nur der Einzelne muss dies nicht immer „sofort“ merken. Und daher kann es durchaus dazu kommen, dass er die Führung bzw. Bestimmung seiner Entscheidungen an diese Menschen abgibt. Und dann wird er auch fremdbestimmt. Eigenbestimmung (mit Auswahl meiner Ideologie, Lebensphilosophie oder Glauben) geht der Fremdbestimmung voraus. Das ist das, was uns Psychologie und Geschichte lehren. Wie heisst es so schön? Wehret den Anfängen! Dabei denke ich nicht nur an kriminelle Gangs oder an Menschen in einem totalitären Regime. Man muß nicht erst zum Verbrecher werden, um zum Bösen hin immer weiter abzurutschen. Bewundernswert sind dabei die Menschen, die sich nicht anpassen und dabei auch ihr Leben riskieren.



Du schreibst: „Natürlich wird die Masse von Menschen durch Angst manipuliert.“ Wie bist Du denn darauf gekommen? Diese Aussage widerspricht den Erkenntnissen z.B. der Psychologie. Evt. hast Du den Ausdruck „manipuliert“ nur falsch ausgesucht. Ggf. empfehle ich Werke von Fritz Riemann und anderen Psychologen zu lesen. Menschen werden – wenn – durch Menschen manipuliert.



Du schreibst: „Und falls der Gott der Katholiken in der Mottenkiste verschwindet, wird eben ein neues Schreckensgespenst zur Angsterweckung ausgepackt. Angst dient zur Instrumentalisierung und dieses Prinzip ist Machtmenschen durchaus bekannt.
C:\Users\Johannes\AppData\Local\Temp\msohtmlclip1\01\clip_image002.png
Sonst würde unsere heutige Welt auch anders aussehen.“
Nur mal nebenbei bemerkt, klingt Dein erster Satz ziemlich respektlos. Wurdest Du manipuliert oder bist Du für Deine Formulierung selbstverantwortlich? Ich bin der Meinung, dass ich auch Menschen mit anderer religiösen Auffassung zu respektieren habe.

Auch ist Deine Aussage falsch, weil unpräzise. Angst gehört zum Leben eines jeden Menschen. Jedoch können Ängste geschürt und dann intrumentalisiert werden. Und dass unsere Welt so aussieht wie sie aussieht, ist nicht alleine den Machtmenschen als Alleinverantwortlichen zuzuordnen. Machtmensch ist jeder, der über Geld oder andere Möglichkeiten verfügt, Macht über andere Menschen auszuüben. Zunächst ist zu prüfen, ob der einzelne „Machtmensch“ seine Macht zum Guten oder zum Schlechten ausübt. Die Wahl für das Schlechte trifft sicher nicht auf alle Menschen zu, die Macht ausüben. Und dann gehören auch die Menschen in den Fokus der Betrachtung, die sich dem einzelnen Machtmensch gegenüber sehen. Wehren sie sich, weil sie z.B. geschult sind, Gutes vom Bösen zu unterscheiden und weil sie für das Gute auch dann eintreten, selbst wenn sie erhebliche Nachteile zu erwarten haben? Oder passen sie sich an? Warst Du schonmal in einer solchen Entscheidungssituation? Über Theorien lässt sich gut diskutieren, wenn man selbst nicht betroffen ist oder war.
 
Menschen werden – wenn – durch Menschen manipuliert.

Du hast auch recht, Nordrheiner. Aber steckt nicht auch beim Streben nach Macht und Geld nicht die Angst dahinter, nicht genug zu bekommen ??? Ist drüber nachgedacht worden, WIE man sich die Erde untertan machen sollte - im Sinne der Nächstenliebe ? Allgemein festhalten lässt sich wohl, dass Angst kontraproduktiv zu Liebe ist.

Ich führe aber grad ne Unterhaltung per ICQ/QIP mit nem jungen Freund, über Hedonismus, und Wirtschaft. Und Nutztiere vs Haustiere.

Letztere liebt man heute - früher hatte man u.A. Kettenhunde. Erstere behandelt man im Rahmen der Massentierhaltung viel viel übler als vor 50 Jahren. Profitgier-orientiert. Wegen diese Gier verbrauchen wir ja auch unsre Ressourcen im Eiltempo, obwohl wir jetzt schon längst wissen, dass es so nicht ewig weitergehen kann. Zins- und Zinseswirtschaft, Kapital muss wachsen, damit auch die Wirtschaft wächst ? Muss die Wirtschaft wachsen ? Bräuchten wir nicht wieder lange haltbare Produkte, statt die Wegwerfgesellschaft ? Massenhedonismus hab ich das meinem jungen Freund gegenüber bezeichnet - wir ändern nur dann was, wenn uns das Wasser bis Unterkante Oberlippe steht. Tja, wäre der Glaube an die Wiedergeburt fester, und damit die Einsicht, dass wir künftig unsren eigenen Mist auszubaden hätten, den wir angerichtet haben - dann gings vllt schneller mit der Evolution.

Die Erde könnte Alle ernähren, wenn wir unser Machtstreben, unsre Angst, nicht genug zu bekommen, mal überdenken würden. Irgendwann werden wir das müssen. Mitmenschen zu sein, statt diese Unsummen für Kriege undso auszugeben.

Peter

PS: Ich erwarte jetzt das Argument der Vollbeschäftigung. Kriegen wir nie mehr hin, und müssten, weil die Automatisierung/Roboterisierung fortschreiten wird, kreative Kräfte freisetzen, anstatt passiv zu verblöden. Naja.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hmm.. finde es spannend und interessant, was hier alles abgedeckt wird. Zeigt es doch auch, wie bunt und vielfältig das Leben ist, wobei das zukünftig eher zunehmen, denn abnehmen wird. Und in dieser immer bunter und vielfältiger werdenden Welt ist es auch irgendwie klar, dass man sich, auch gerade als junger Mensch, recht leicht verloren vorkommen kann.

Nichts liegt also näher, als aus dem Ganzen "einen Sinn zu machen", es auf "eine Quelle" zurückzuführen, auf die Prinzipien, die hinter dem Ganzen stehen.

Ob ein "Gott" die Lösung auf die Frage ist, das wage ich zu bezweifeln. Für viele ja, für viele andere nicht.
 
Zuletzt bearbeitet:
Du hast auch recht, Nordrheiner. Aber steckt nicht auch beim Streben nach Macht und Geld nicht die Angst dahinter, nicht genug zu bekommen ??? Ist drüber nachgedacht worden, WIE man sich die Erde untertan machen sollte - im Sinne der Nächstenliebe ? Allgemein festhalten lässt sich wohl, dass Angst kontraproduktiv zu Liebe ist.
Die Erde könnte Alle ernähren, wenn wir unser Machtstreben, unsre Angst, nicht genug zu bekommen, mal überdenken würden. Irgendwann werden wir das müssen. Mitmenschen zu sein, statt diese Unsummen für Kriege undso auszugeben.

Peter

Ja, Pete, das sehe ich ähnlich. Hinter so manchem Machtstreben stecken Ängste, z.B. die Angst vor dem Bösen (in anderen Menschen). Einige Menschen haben einen richtigen Kontrollwahn, den sie mit ihrer Macht ausüben wollen. Die Idee, die dahintersteckt, lautet: Wenn ich alle und alles kontrolliere, kann ich dem Böse mir gegenüber vorbeugen. Auf diese Menschen passt der Spruch: Vertrauen ist gut – Kontrolle ist besser. Dass sie dann selber oft Böses tun und so selbst zum Bösen werden, ist nicht in ihrem Fokus.
Ähnlich ist es mit Menschen, denen die Verfügungsmacht über materielle Güter am Wichtigsten ist. Die Angst „nicht genug zu bekommen“ gehört dazu.
Und auch damit hast Du Recht, dass Angst kontraproduktiv zur Liebe ist.

Um zum Thema zurückzufinden Was ist Der Sinn des Lebens? folgendes:
Die Antwort fällt unterschiedlich aus, je nach Zugehörigkeit zu folgender Grobeinteilung.

Das Problem, wie geht der Mensch mit seinen Ängsten um, wird von den Menschen unterschiedlich behandelt. Gehört der Mensch zu der Gruppe „Sinnlichkeit“, dann ist er ausgerichtet auf „Genuss in diesem Leben“ als wichtigstes Gut. Von Menschen dieser Gruppe hörst Du zu der Frage „nach dem Sinn des Lebens“ Antworten wie „angenehm leben soweit es Arbeit, Erfolg und Umwelt“ ermöglichen“. Die Ausprägung moralischer Werte ist eher gering, denn das Feilen und Leben von moralischen Werten ist anderen (meist materiellen) Werten untergeordnet. Gott bzw. Religion spielen, wenn überhaupt, ebenfalls höchstens eine untergeordnete Rolle. In Deutschland findest Du in dieser Gruppe die meisten Atheisten. Ängste werden mit sinnlichem Erleben kompensiert – aber nicht verarbeitet. Gelingt die Kompensation nicht, gewinnen Ängste die Oberhand und es kommt zu Depressionen. Ich habe in meinem Leben sehr erfolgreiche Menschen kennengelernt, die viel zu geniessen hatten und das auch auskosteten, die jedoch immer depressiver wurden, je älter sie wurden. Es sind hauptsächlich Menschen dieser Gruppe, die ggf. gute moralische Grundsätze aufgeben, wenn ein totalitärer Staat entsteht, mit dem man sich nicht arrangieren kann, solange gute moralische Werte beibehalten werden. Sie ergeben sich, weil es nicht anders geht, einer bösen Fremdbestimmung, da die Antwort auf ihren Sinn des Lebens aufrecht dann noch stimmt: „angenehm leben soweit es Arbeit, Erfolg und Umwelt ermöglichen bzw. erlauben“. Die freie Selbstbestimmung haben sie schon lange verloren – mit der Wahl ihrer Zugehörigkeit zur Gruppe „Sinnlichkeit“ Es sind Menschen, die sich am leichtesten manipulieren („kaufen“) lassen. Die Menschen dieser Gruppe greifen z.B. religiöse Menschen gerne an, z.T. auch sehr aggressiv, weil durch religiöse Äusserungen und das Vorleben „der Religiösen“ die Sinngebung der Sinnlichen in Frage gestellt wird. Das „in Frage stellen“ widerum lässt Ängste der Sinnlichen aufbrechen, stört also ihr Wohlbefinden.

Die Gruppe der Mystiker ist deutlich kleiner (in unserer Gesellschaft). Je nach Grad negieren sie das sinnliche Erleben. Das Schöne im Leben entdecken und erleben ist ihnen zunehmend nicht wichtig. Menschliches Mitgefühl bzw. Verantwortung für den nächsten Mitmenschen ist ihnen ebenfalls zunehmend fremd, denn menschliche Nähe bedeutet, sich einer Verletzungsgefahr (z.B. Enttäuschung) auszusetzen. Das wäre sinnliches Erleben in der negativen Form, ist also abzulehnen. Ihre Ängste verarbeiten sie z.B. durch Meditation. Die Frage nach dem Sinn ihres Lebens wird beantwortet mit „das Leben hat keinen besonderen Sinn. Wir gehen ein in das Nichts.“ Der Mensch ist also bedeutungslos. Daher ist der mystische Mensch auch nicht käuflich.

Die dritte Gruppe setzt sich aus religiösen Menschen zusammen. Der religiöse Mensch (ich beziehe mich auf Christen) bejaht das Leben und auch damit sinnliches Erleben. Jedoch ist er eher in der Lage, Grenzen zu sehen und zu ziehen. Ein Zuviel sieht er dort, wo sinnliches Erleben negative Auswirkungen hat. Negative Auswirkungen sind z.B: Abhängigkeiten von Drogen, das Festhalten an materiellen Gütern, wenn das Festhalten die Minderung moralischer Werte bedingt. „Das letzte Hemd hat keine Taschen“ ist im Bewusstsein. Nächstenliebe hat einen sehr hohen Stellenwert. Die 10 Gebote stehen im Fokus. Der Christ ist sich der Möglichkeit seines Versagens bewusst. Er ist sich auch seiner Ängste bewusst. Damit wendet er sich an Gott und lässt sich (siehe biblische Zusagen) sagen, dass er sich nicht den Ängsten unterordnen soll. Das geschieht ungefähr so: „Du brauchst keine Angst vor zuwenig Macht oder Machtverlust haben, denn Gott ist in den Schwachen mächtig.“ Der Todesangst steht die Zusage gegenüber, dass ewiges Leben denen zugesagt wird, die Jesus Christus als ihren Herrn annehmen und ihm folgen.“ Der Christ weiß von seinem Mangel an Perfektion. Er bemüht sich mit aller Unvollkommenheit seines Wesens, Gottes Gebote einzuhalten. Versagt er, weiß er von der Vergebung durch Jesus Christus. Dies führt bei einigen Kritikern zu der Vermutung, dass Christen sich alles erlauben können, denn machen sie mal was falsch, lassen sie sich durch ein Gebet schnell alles vergeben. Diese Kritik ist zumindest teilweise berechtigt. Tatsächlich soll es Menschen geben, die sich Christen nennen und so leben. Jedoch gehört das Wissen um das höchste Gebot zum christlichen Glauben: „Liebe den Herrn, Deinen Gott, von ganzem Herzen, mit ganzem Willen und mit Deinem ganzen Verstand. Dies ist das größte Gebot. Aber gleichwichtig ist ein zweites: Liebe Deinen Mitmenschen wie Dich selbst.“ Matth. 22 V. 37-39.
Weil diese „wichtigsten“ Gebote voranstehen, kann der Christ nicht alles tun oder lassen, wie es ihm gefallen würde. Weil dem Christen Gott und diese Gebote am wichtigsten sind, ist er auch nicht käuflich oder manipulierbar. Wichtig: Dem Christen ist die Motivation Gottes (Liebe, Nächstenliebe) die Basis für sein Denken und Handeln. Daher handelt der Christ aus (Nächsten-) Liebe und nicht aus Angst vor irgendwelchen göttlichen Strafen.

Die vierte Gruppe sind Menschen, die sich für keine der obigen Gruppen entscheiden konnten und sich aus jedem Bereich das heraussuchen, was ihnen gemäß ihren Gefühlen und ihrem Verstand am besten gefällt. Vorgaben z.B. in Form von Geboten, gibt es eher nicht. Im Allgemeinen habe ich den Eindruck, diese „für nichts“ entschiedene Menschen tendieren eher zu der ersten Gruppe.
 
Da hier ein gewisser Herr Riemann erwähnt wurde gebe ich noch etwas Senf dazu. 🙂

Fritz Riemann hat neben seinem Klassiker der Grundformen der Angst auch ein Buch über Astrologie verfasst - als Lebenshilfe. Und er hat auch zugegeben, dass die Astrologie auch Einfluss auf seine psychotherapeutische Tätigkeit gehabt hatte.


Bei Amazon kann man von Herrn Riemann "Lebenshilfe Astrologie: Gedanken und Erfahrungen" kaufen. Sogar ganz gut bewertet. Den Kauf kann ich allerdings nicht empfehlen.

Von der Vermischung von Astrologie und Psychologie sollte man genauso Abstand nehmen, wie von veralteten Typisierungen. Außer man steht auf esoterische Gläubigkeit. Herr Riemann starb übrigens 1979 und war Ehrenmitglied der Academy of Psychoanalysis in New York. 🙂

Ehrlich danke, Lupin, für Deine Hinweise. An dem Beispiel Riemann kann man sehen, dass auch hoch qualifizierte Fachleute nicht davor gefeit sind, ebenso großen „Blödsinn“ zu fabrizieren.
 
Hmm.. finde es spannend und interessant, was hier alles abgedeckt wird. Zeigt es doch auch, wie bunt und vielfältig das Leben ist, wobei das zukünftig eher zunehmen, denn abnehmen wird. Und in dieser immer bunter und vielfältiger werdenden Welt ist es auch irgendwie klar, dass man sich, auch gerade als junger Mensch, recht leicht verloren vorkommen kann.

Nichts liegt also näher, als aus dem Ganzen "einen Sinn zu machen", es auf "eine Quelle" zurückzuführen, auf die Prinzipien, die hinter dem Ganzen stehen.

Ob ein "Gott" die Lösung auf die Frage ist, das wage ich zu bezweifeln. Für viele ja, für viele andere nicht.

Tsunami, da hast Du Recht. Die Vielfältigkeit kann verwirrend sein. Verwirrung wieder ist ein möglicher Angstauslöser, der dann ggf. mit sinnlichen Erlebnissen überdeckt wird. Ich wünsche Dir eine sinnvolle Entwirrung.



Dafür mein Tipp: Fertige Dir eine Liste an, auf der Du Tätigkeiten gemäß Deinen Fähigkeiten und Gaben aufführst. Dann bewertest Du sie selbst, bestimmst eine Rangfolge. Das Gleiche machst Du mit Wünschen bzw. Zielen. Danach überlegst Du Dir, welche Tätigkeiten, Wünsche und Ziele Du aufgeben bereit bist, wenn der Druck von Aussen unerträglich zunimmt, Dich im Extremfall das Leben kosten kann. Die übrigen Tätigkeiten, Wünsche und Ziele, die Du nicht gestrichen hast, sind wirklich wichtig für Dich und bestimmen, zu welcher Gruppe Du die höchste Zuneigung hast. Wenn Dir diese Gruppe dann nicht sympathisch ist, müsstest Du etwas an Dir, Deiner Einstellung verändern, sonst bleibst Du ein innerlich zerrissener Mensch. Rückfragen beantworte ich gerne.

 
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