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Darf man sein Kind schlagen?

Ich habe zwar selber keine Kinder, aber eine Antwort auf die Frage kann ich trotzdem geben.

NEIN!! Niemals!!

Genau so wenig wie man andere Menschen schlagen darf, ich meine das ist doch nichts anderes. Ob ich jetzt einen sieben jährigen oder siebzig jährigen ohrfeigen möchte.
Beides geht gar nicht und ist verboten...zu recht.

Aber besonders Kinder brauchen viel halt besonders von ihren Eltern...viel vertrauen geht verloren wenn man sein Kind schlägt.
Ich selber kann zwar nichts zu Gewalt in der Kindheit sagen da ich komplett Anti-Autoritär erzogen wurde (Diskussionen anstatt Gewalt...anders kannte ich es nie)
Aber deswegen kann ich auch sagen das man solche "disziplinar Maßnahmen" in der Erziehung eines Kindes gar nicht braucht, auch die ganz kleinen verstehen schon viel wenn man es altersgerecht verpackt. Die Strafe: Du darfst heute kein Nintendo Spielen, war für mich schlimmer als jeder Schlag hätte sein können.

Ich finde hinter jeden der sein Kind schlägt sollte jemand stehen, der den schlagenden einen Schlag gibt (soll ja das Denkvermögen ankurbeln.....)[/QUOTE]

Ich habe schon immer vermutet, dass anti-autoritär erzogene Menschen keine Probleme sehen, andere Menschen zu schlagen. Nur die anderen dürfen das nicht. Jedoch ist es nicht neu, dass Menschen, die noch nie in einer ähnlichen Verantwortung oder gar Situation steckten, sich trotzdem eine "qualifizierte" Meinung bilden.
 
Jetzt mal abgesehen von der Gesetzeslage ist es bei dieser Fragestellung wie bei jeder anderen: Man macht andere Erfahrungen und bewertet Dinge anders.
Ich bin noch nie in meinem Leben geschlagen worden und würde jemanden nur aus Selbstverteidigungszwecken jemals schlagen. Sollte ich eines fernen Tages Kinder haben, würden diese selbstverständlich nicht geschlagen, denn ich bin sehr froh nie geschlagen worden zu sein.
Bei den Leuten, die als Kinder geschlagen wurden, sehe ich zwei Reaktionen (es gibt sicher mehr, aber mir fielen diese zwei auf):
a) Schlagen ist furchtbar, ich leide darunter geschlagen worden zu sein und kann meinen Eltern nicht mehr vertrauen
b) Es hat mir Respekt beigebracht, manchmal brauchen Kinder harte Grenzen, ich würde meine Kinder auch in bestimmten Situationen schlagen
Gerade Reaktion b) finde ich interessant, denn eigentlich müsste man sich ja instinktiv gegen jegliche Gewalt zur Wehr setzen und grade wenn man es selbst erlebt hat, müsste man dagegen sein.
Das nur am Rande, meine persönliche Antwort auf die Frage wäre: Nein, man darf sein Kind nicht schlagen.
 
Ich finde das sehr übel, dass du, Nordrheiner, hier überall auf den großen Christen machst, aber gleichzeitig befürwortest, Kinder zu schlagen.

Das ist nicht richtig. Éinmal bin ich nicht fehlerfrei und kann auch dazu stehen, dass ich als junger Vater nicht alles wusste und konnte und Fehler machte. Und auch heute bin ich nicht allwissend, wie man sich als Vater oder Mutter optimal in jeder Situation verhalten soll.

Ich habe Grenzsituationen erlebt, diese im Nachhinein Experten geschildert, und keine Hilfe "für die Zukunft" erhalten.
Stichwort: Ratlosigkeit

Es ist toll, dass hier so viele Experten sind, die meinen, besser qualifiziert zu sein... und sich schon feste Meinungen gebildet haben.

Ich befürworte weder das Schlagen mit Worten noch mit Hand oder Gegenständen. Und ganz besonders finde ich es schlimm, wenn psychische oder physische Gewalt gedankenlos und nicht nur im Affekt ausgeübt wird. Ich habe in einem anderen Faden den Fehler gemacht, das konkrete Beispiel zu berichten, ohne die Umstände bzw. Gesamtsituation zu erzählen. Mein Fehler.. Aber was mich überrascht, ist das Gewaltpotenzial, welches in so manchen Antworten steckte bei denen, die sich eigentlich gegen Schlagen aussprachen. Eigentlich....
 
Hallo, Ostergesetz,

Deinen Beitrag finde ich gut, obwohl Du keine Kinder hast und daher auch keine Erfahrung, die mir dringend erforderlich erscheint. Dein Beitrag gefällt mir trotzdem aus zwei Gründen:
Du wägst ab. Du gibst zu, dass Du Gewalt nicht grundsätzlich ausschliesst (Du schränkst Gewalt nur ein auf Selbstverteidigung). Deine Meinung wirkt auf mich ehrlich.

Was Du mal tun würdest, wenn Du Kinder hast….. klingt gut, ist aber Spekulation. Man kann sich viel vornehmen…. und wird vom Leben überrascht.

Daher finde ich es aber um so bemerkenswerter von Dir, nachzudenken, sich auszutauschen und abzuwägen und auch zuzugeben, dass Gewalt eine Option ist, wenn auch eine, die man nicht haben möchte und eigentlich selbst zutiefst ablehnt.

LG, Nordrheiner
 
Ich finde die Diskussion hier wirklich sehr stereotyp, will schon fast sagen platt. Juristisch betrachtet, darf man nicht nur sein oder ein anderes Kind oder überhaupt jemanden schlagen. Juristisch betrachtet, darf man auch nicht bei Rot über die Ampel fahren oder jemanden seines Lebens berauben. Wenn man diese Vorgaben nicht einhält, wird man bestraft, oder auch nicht. Erstaunlicherweise differenziert der/die Eine oder Andere bei der Art des Vergehens zwischen Straftaten die man relativ bedenkenlos begehen kann und solchen, die eine unbedingte Strafe nach sich ziehen sollten. Juristisch betrachtet, sind sie aber alle gleich bestrafungswürdig.

Unser Leben wird also geregelt durch Gesetze, die bei Übertritt Bestrafungen nach sich ziehen können. Diese Bestrafungen sind in der Regel finanzieller oder freiheitsentziehender Art. Finanzielle Bestrafungen können ein kleiner Denkzettel sein, sie können Menschen aber auch in den Ruin treiben und folglich hin und wieder auch Ursache eines Suizid sein, womit sie prinzipiell Ursprung kriminellen Tuns sein können und somit widerrum gesetzeswidrig wären. Freiheitsentzug ist prinzipiell die größtmögliche Strafe, die ein Mensch erleiden kann - in diesem unserem Staate - und gleichzeitig ein eklatanter Regelverstoß gegen die Menschenwürde. Die Bestrafung als solches ist also eigentlich gesetzeswidrig, wenn man nicht verschiedene Ebenen geschaffen hätte. Solche, die bestrafen dürfen und solche, die es nicht dürfen. Das Paradoxon existiert davon ungeachtet, wird aber als solches hingenommen.

Genauso paradox ist es, die manuelle Bestrafung von Kindern, Erwachsenen oder wem auch immer zu ächten, die psychische Manipulation in der Form von Drohungen, Mobbing, Manipulationen und alle dem, was heutzutage so in der "modernen" Erziehung präferiert wird, als legitim zu betrachten. Psychische Folter kann - und nichts anderes ist es in vielen Fällen - ebenso herabwürdigend, demütigend und schädigend sein, wie körperliche Gewalt, sie ist einfach nur besser auch von denjenigen auszuführen, die nicht die körperlichen Möglichkeiten haben bzw. nicht damit auffallen, ihre weiße Weste behalten möchten. Letztendlich ist durch die Ächtung der händischen Gewalt, die psychische, die versteckte Gewalt legitimiert und aus dem Fokus entfernt worden, sodaß sie in einem Maße wirken kann, den es vorher so nicht gegeben hat.

Physische und psychische Gewalt stehen also grundsätzlich auf einer Stufe und müßten auch als solche gleichermaßen sanktioniert werden. Es wird aber nur die eine Seite sanktioniert und damit wird die Wirklichkeit menschlichen Miteinanders in fataler Weise ignoriert und verzerrt. Der Mensch ist als bipolares Wesen konzipiert. Er braucht zum Begreifen des Einen das diametral Gegenüberliegende. Nur so kann er sich positionieren. Verbieten wir also nur das Eine, verschärfen wir die Unkenntnis über die andere Seite und verzerren so die Wahrnehmung. Und genau das passiert aktuell in unserer Gesellschaft. In Unkenntnis körperlicher Gewalt wird eben genau diese zunehmend in einem Maß ausgeübt, die in keinem Verhältnis zum Anlass steht. Demgegenüber wird psychische Gewalt verharmlost und ist in viellerlei Schattierungen im alltäglichen Umgang miteinander zugegen und vergiftet zunehmend das Miteinander.

Insofern halte ich also den milden Einsatz körperlicher Gewalt in der Erziehung - und Erziehung ist meines Erachtens auch eine Form der Gewaltausübung, da sie balancierend zwischen den Polen verantwortlicher Liebe und sozialer Intergration, dazu dient, zu formen - schon alleine aus Gründen der psychischen Gesundheit für unverzichtbar.

Und genauso, wie man bei anderen Delikten zwischen leichten und schweren, also zwischen ignorierbaren und unbedingt zu ahnenden Taten unterscheidet, würde ich auch hier, den Klaps auf den Allerwertesten, das Ergreifen und Zurechtweisen mit der Hand, das kurze Festhalten zu ersteren, alles andere dem letzteren zuordnen, hingegen das stundenlange Einreden auf eine Person zwecks Unterwerfung (manche nennen es auch Überzeugung), die Manipulation durch Liebes- oder Aufmerksamkeitsentzug, die Manipulation durch Vorspiegelung falscher Tatsachen und bewußte Ausnutzung der größeren Erfahrung (nennen wir es Lüge), also diese Formen der psychsichen Gewalt, in die Klasse der zu ächtenden Delikte überführen.

Seltsamerweise passiert das aber nicht. Woher kommt denn diese seltsame Ungleichgewicht? Warum sind heut so viele so maßlos, so unausgeglichen, so schwer erziehbar, was meint ihr wohl?
 
Zuletzt bearbeitet:
Gesetzlich geregelt oder nicht.

Schlagen ist unterste Schublade.

Zeugt von Schwäche, Hilflosigkeit, Unfähigkeit korrekt zu kommunizieren uvm.


Sprüche wie : eine Ohrfeige schadet nicht oder ich bin früher selbst geschlagen worden und ich lebe noch
sind ein verzweifelter Versuch die eigene Unfähigkeit zu überdecken und/oder zu rechtfertigen.
ich würde eher sagen, das diese Sprüche meist von Menschen kommen die selbst geschlagen wurden. So ersparen sie sich die Reflektion darüber das die eigenen Eltern sie zu Opfern gemacht haben.

Mehr gibt es eigentlich dazu nicht zu sagen.

Es ist und bleibt ätzend zu Schlagen. Egal wen , wann und warum

Ich möchte noch was dazu sagen, das manche hier schreiben das sie NIE NIE NIE Kinder schlagen würden.
Ich könnte dieses Versprechen nicht abgeben. Denn ich weiss das ich manchmal sehr reizbar sein kann.

Ich könnte nur sagen, das ich es niemals tun möchte, aber nicht das mir das auch gelingen wird.

Je mehr ich aber in mir Ruhe, meine eigene Entwicklung voranschreitet, desto eher glaube ich das es mir gelingen wird.
Wenn man sehr jung Kinder bekommt, dann ist man sicher auch recht unreif. Denkt über bestimmte Dinge nicht nach.
Handelt einfach.

Ich halte das für sehr sehr schwierig. Das ganze Thema, weil es so komplex ist.
Nur sagen das Gewalt nicht ok ist, das kann ich auch. Dafür das ich komplett ohne Ohrfeige ein Kind erziehen kann, den Beweis habe ich nicht angetreten
 
Mich würden dann auch mal die Gründe interessieren wo einem mal die Hand ausrutschen könnte?
Sind Stress und Situationen die drohen zu eskalieren nicht in ganz vielen Fällen hausgemacht?..man muss doch erst mal seine eigenen Grenzen überdenken,eigentlich mit denken um im voraus zu planen..ist mir die Fernbedienung heilig,leg ich sie unereichbar hoch.Kaschmirsofa kann man mit Decken schützen,bevor Schmodfinger und Buntstifte das gute Stück verzieren..ist das Kind noch nicht Verkehrsicher gibt es präventiv Maßnahmen,das Kind gar nicht erst auf die Strasse laufen kann usw.usw.
Bin ich im Stress Modus und Kind trampelt auf meinen Nerven rum,geh ICH raus und bin mal ein paar Minuten out of order..Käffchen,Kippchen auf dem Balkon..kurz durchatmen,sich besinnen wie sehr man sein Kind liebt und weiter gehts .
Es gibt für mich keinen nachvollziehbaren Grund Kindi zu hauen.
 
Natürlich geht es um das Wohl des jeweiligen Kindes. Es gibt bessere Erziehungsmaßnahmen als Schlagen. Dem stimme ich grundsätzlich zu. Aber ich denke, dass es Situationen gibt, in denen eine Entscheidung für oder gegen schon ziemlich schwer ist. Soldaten werden ausgebildet, um Waffen bedienen zu können. Aber es gibt weder eine Eheschule, noch eine Erziehungsschule. Daher mal Situationen, die ich bei anderen Familien beobachten durfte und es wäre schön, wenn erfahrene Eltern antworten. Von Theorien halte ich wenig.

Wenn ein 6j-Kind mit dem Stock andere Kinder schlägt und auf wiederholte Ermahnungen nicht reagiert, Stubenarrest den nächsten Zeitpunkt nur in die Zukunft verlagert: Wie lange seht ihr zu, wie oft darf das Kind andere Kinder schlagen? Wie würdet Ihr als Vater oder Mutter handeln?

Wenn ein 6j.-Junge dazu neigt, sich selbst immer und immer wieder in Gefahr zu bringen, trotz umfangreichster Erklärungen und Verbote, wie würdet Ihr als Vater oder Mutter handeln?

ich antworte mal darauf. Weil ich viel gelernt habe darüber - so theoretisch weiß ich schon, was man da macht. an der Praxis und an den überschäumenden Emotionen hakts bei mir.

Also, der 6jährige schlägt ein anderes Kind mit dem stock:
1. Situation unterbrechen. Kinder räumlich trennen. In einem Satz klar machen, dass nicht geschlagen wird.
Was macht das? Das Kind schlägt ein anderes Kind, weil es denkt, es muss das tun. Sei es nun, weil es Spaß dabei empfindet, oder sei es, weil es das andere Kind bestrafen möchte. Grundsätzlich habe ich erlebt, dass Kinder schnelle "Ursache-Wirkung" verflechtungen mögen. Wie bei einem Computerspiel. Ich drück nen Knopf und es passiert sofort was. WAS passiert ist häufig nebensächlich. Mein Sohn starrt zum Beispiel seinen kleinen Bruder so lange an, bis der meckert, wenn ihm langweilig ist. Er tut was, und Winzling reagiert sofort. Toll. So ists nicht mehr langweilig.
Also habe ich eine besondere Schwäche von einem kleinen Kind: es mag rasche Ursache-Wirkung-Verflechtungen.
Unterbreche ich die besagte Situation, verursacht das erst mal ordentlich Widerstand. Entweder das Kind weiß schon wieder nicht, was es machen soll, oder es hat gerade Wut auf das Kind, was es gehauen hat und sieht keinen anderen Weg mit der Wut umzugehen, als sie in Schlägen auszudrücken. Für so ein Verhalten braucht es übrigens kein Vorbild. Die Kinder kommen von ganz allein auf sowas....
Diese Unterbrechung der Situation und der Widerstand, den das Kind dabei empfindet IST übrigens die Konsequenz aus dem Fehlverhalten. Diese Konsequenz ist für Kinder sehr unangenehm, weil sie in ihrem Handeln unterbrochen werden. Uns Erwachsene juckt sowas kaum. Kinder HASSEN sowas. sie laufen sehr ungern in ihrer Handlung ins Leere.


2. Kinder auffordern, sich abzuregen.
Das Kind muss nun versuchen, seine Wut, oder das gefühl der Langeweile anders zu verarbeiten, als mit dem Trietzen eines anderen Kindes.
Es muss so lange separiert werden, wie es Wut zeigt. optional kann hier Hilfe durch einen Erwachsenen folgen: Verständnis äußern. Ich verstehe, dass dich die situation jetzt aufregt. du bist wütend. Du möchtest weiter spielen.
Es gibt aber Regeln. Eine Regel ist, dass man nicht hauen darf. Hauen tut weh, also haut man nicht. (das ganze drumrum, von wegen verwahrloste Gesellschaft kann man sich dann für ein GEspräch in 10 Jahren aufheben. Ein 6jähriger interessiert sich für unmittelbare Ereignisse, nicht für Gesellschaftliche Begebenheiten, außerdem führen lang ausschweifende Reden dazu, dass das Kind vom eigentlichen Problem abgelenkt wird - es soll sich beruhigen - und dafür belohnt wird, dass es emotional reagiert. Da hast du dann ruckzuck ein kind, was bei jedem Mist hysterisch rumheult.) Bei emotionalen Kindern immer den nächsten Schritt ankündigen "Ich lass dich mal kurz allein. Beruhige dich, dann bin ich wieder bei dir."
Hat sich das Kind beruhigt, darf es wieder zu dem anderen Kind.

4. Entschuldigen.
Wer dem anderen weh getan hat, muss sich entschuldigen. Es ist egal, wer angefangen hat. Weh tun ist nicht. Entschuldigt euch.


Wie du siehst, habe ich mit keinem Wort erwähnt, dass hier irgendwer bestraft werden muss.
Muss auch keiner. Strafe ist ne Erwachsenenerfindung. Strafe ist RAche und Genugtuung. hab ich mit meinem Kind auch gemacht. Sowas hab ich dann konsequente Erziehung genannt. Und jetzt will mein sohn für jedes kleine verbrechen Rache nehmen. Ich hätte ihn nicht mal schlagen müssen, um aus ihm einen Tyrannen zu machen, der zuschlägt, wenn ihm jemand ein spielzeug nimmt. Ich muss ihn nur ordentlich bestrafen und von ihm verlangen Reuhe zu zeigen.

Ich hab dir das beispiel mit den schnellen Ursache-Wirkung-Kurzschlüssen genannt. Kinder bevorzugen solche Kurzschlüsse. Sie fühlen sich in sowas sicher und wiederholen sie. Egal, ob das irgendwer gut findet, oder nicht. Selbst wenn du laut schimpfst, juckt das nicht, so lange die Ursache-Wirkung-Kette nciht unterbrochen wird. Mit lautem und langatmigen Schimpfen ergänzt man die Wirkungskette um ein Glied und hat nichts gewonnen.

Unerwünschte Handlungen müssen ins Leere verlaufen. Nur dann werden sie unterlassen. Einfach, weil sie für ein Kind keinen Sinn ergeben. wieso sollte ich ein anderen Kind mit einem Stock hauen, wenn ich dafür mein Spiel unterbrechen muss.

Es gibt eine ganze Menge Leute, die machen das instinktiv und ich bin mir sehr sicher, dass du mit dazu gehörst. In dem Moment, wo dein Kind ein anderes mit einem Stock geschlagen hat (darf ich an der Stelle an dein Beispiel mit dem kleinen Jungen, der nicht aufräumen wollte und deswegen von dir mit nem Kochlöffel verhauen wurde erinnern?), wirst du vermutlich ganz richtig gedacht haben, dass so ein Verhalten absolut inakzeptabel ist und dass er sowas nie wieder machen soll. Da reden nicht den erwünschten Effekt gibt (denk bitte hier an mein Beispiel mit dem zusätzlichen Glied in der Kurzschlusskette), wird das Verhalten bestraft. Hier haben dir deine Moralvorstellungen und die damit einhergehenden Emotionen zu Fehlverhalten verleitet.

Ich bin mir ganz sicher, dass es für dich fremd klingt, wenn ich sage, eine Bestrafung war nicht notwendig.






Jetzt ist es aber so, dass die Praxis der Bestrafung seit Jahrtausenden existiert und es immer noch einen Großteil in der Bevölkerung gibt, der sich bester psychischer Gesundheit erfreut. Ja. Es gibt auch Leute, die sagen "Schläge haben mir nicht geschadet". Ich möchte hier anmerken, dass es günstige und ungünstige Wege der Bestrafung gibt.

Günstig sind alle Bestrafungen, die kurzfristig geschehen. Man kriegt halt gleich nen Klaps auf den Po undn icht erst vor dem zu Bett gehen.
Günstig sind alle Bestrafungen, die mit der Tat im Einklang stehen: Mein Kind matscht mit dem Essen - dann kommt das Essen halt weg. Ihm den Sandmann zu verbieten, wenn es mit dem Essen matscht, liegt nciht mit der Tat im Einklang.
Günstig sind einheitliche Bestrafungen: Wenn ich jedes Mal eine Ohrfeige kassiere, wenn ich den kleinen Bruder in den Zeh zwicke, kann ich das Ereignis vorhersehen und mir überlegen, ob es das jetzt wert ist, ihn in den Zeh zu zwicken (oder ob ich schnell genug bin, dass es keiner merkt)
Wenn meine Mama oder mein Papa aber nur mal kurz sagen "he, lass das" und es passiert nichts weiter und beim 5. Mal krieg ich plötzlich eine geschallert, dann ist das weniger günstig.

Mir rutscht die Hand aus, wenn ich mich zu sehr aufrege. Das ist wesentlich ungünstiger, als ein berechnetes Über-das-Knie-legen-und-Hintern-versohlen.

Ich finde es falsch, mein Kind zu schlagen. Ich möchte ihm in Wut nciht weh tun und ich möchte ihm auch nicht bewusst weh tun. Aber meine Beobachtung ist nun mal - und das belegen auch Studien - es gibt auch Erziehungsmethoden mit Gewalt, die funktionell sind. Wesentlich ungünstiger sind diskontinuierliche Versuche, das perfekte Erziehungsverhalten zu zeigen und dabei - wie ich - die eigenen Grenzen weder wahrzunehmen noch zu respektieren.
 
Insofern halte ich also den milden Einsatz körperlicher Gewalt in der Erziehung - und Erziehung ist meines Erachtens auch eine Form der Gewaltausübung, da sie balancierend zwischen den Polen verantwortlicher Liebe und sozialer Intergration, dazu dient, zu formen - schon alleine aus Gründen der psychischen Gesundheit für unverzichtbar.

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Schläge zur Erhaltung der psychischen Gesundheit - Eine ganz neue Form um Gewalt in der Erziehung zu erklären. Weißt du eigentlich, wieviele Kinder im späteren Leben psychische Probleme haben, die geschlagen wurden?
 
Mich würden dann auch mal die Gründe interessieren wo einem mal die Hand ausrutschen könnte?
Sind Stress und Situationen die drohen zu eskalieren nicht in ganz vielen Fällen hausgemacht?..
Ja, das bewirken Kinder und die allgemeinen Lebensumstände sowie unsere eigenen Grenzen, immer harmonisch und energiegeladen rund um die Uhr handeln zu können.


man muss doch erst mal seine eigenen Grenzen überdenken,eigentlich mit denken um im voraus zu planen..
Soviel Zeit steht der Mutter / dem Vater nicht immer zur Verfügung....

ist mir die Fernbedienung heilig,leg ich sie unereichbar hoch.
Alles, wo Du dran kommst, ist erreichbar

Kaschmirsofa kann man mit Decken schützen,bevor Schmodfinger und Buntstifte das gute Stück verzieren..ist das Kind noch nicht Verkehrsicher gibt es präventiv Maßnahmen,das Kind gar nicht erst auf die Strasse laufen kann usw.usw.

Gibt es auch präventive Maßnahmen gegen Einfallsreichtum und Spontaneität von Kindern???


Bin ich im Stress Modus und Kind trampelt auf meinen Nerven rum,geh ICH raus und bin mal ein paar Minuten out of order..Käffchen,Kippchen auf dem Balkon..kurz durchatmen,sich besinnen wie sehr man sein Kind liebt und weiter gehts .
Und wenn du vom Balkon kommst, kannst Du mit ansehen, was inzwischen passiert ist...
Es gibt für mich keinen nachvollziehbaren Grund Kindi zu hauen.

Klingt alles sehr theoretisch.
 

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