Nein. Nicht einmal ein bisschen. Die Schilderung seiner Kochlöffelattacke vor einigen Tagen ist trotz alles Bereuens, das ich für nichtig halte, dermaßen daneben und herbeigezwirbelt, dass es mir graust. Der Unterschied zwischen Affekt und Planung wurde hier aber bereits von vielen ausgesprochen. Was Nordrheiner in dieser Schilderung getan hat, war ein sprachlich unsägliches Im-Nachhinein-Reinwaschen seiner selbst, auch wenn er ständig anderes behauptet. Aber die Sprache ist nun einmal verräterisch. Allein dieses Wort davon, dass er seinen Sohn an einen Stuhl geführt hätte - tja, das hat Lessing nicht ohne Grund ähnlich in der Fabel vom Wolf und Schaf benützt. Und wenn der Sohn tatsächlich so eingeklemmt in Worten geantwortet haben sollte, war die Indokrination schon recht weit fortgeschritten. Aber das wurde alles schon gesagt.
Ich finde es bestechend, dass wie vorgesehen immer die Väterbelobigungen kommen, die Mutter allenfalls eine andere Aufgabe an seiner Seite zu haben habe, so wie eben dat Maria bei Jott. Zeus, lass Hirn herbei, Du bist zwar auch brutal, aber wenigstens manchmal witzig.
Da ich als Gast nicht überall antworten kann: Ich bin zwar noch atheistischer als Jusehr, aber seine Vorstellung eines vernunftorientierten Glaubens ist sicher näher an einem friedlichen Leben als die Nordrheiners.
Der alle paar Tage ein paar neue Ideen hereinschleppt, kürzlich die der Authentizität. Und wie ist es mit der Achtung der Authentizität der Atheisten? Hm?[/QUOTE]
Hallo Gast Sperata,
die Verbitterung und der Groll, die aus Deinen Zeilen sprechen, sollten Dich nicht verleiten, andere in Deiner Ecke zu suchen… Du weisst schon. Oder anders ausgedrückt: Malhonnete qui mal y pense.
Dir geht es offensichtlich auch nur um die Beachtung Deiner Person (Authentizität) als Atheist. Da fühlst Du Dich von anderen Menschen, insbesondere Christen, zu wenig geschätzt. Warum ist das so?
Ich muss keine sprachliche Formulierung finden, die Dich überzeugt. Vermutlich gibt es diese auch nicht. Fehler, die ich machte, muß ich mit den Menschen besprechen, die dadurch betroffen sind, nicht mit Dir. Jedoch kann ich Dir sagen, dass es gut tut, wenn diese Menschen verstehen und verzeihen. Also ich fühle mich auch nach Jahrzehnten nicht gut, wenn ich an meine Fehler denke, jedoch hat mein Sohn keinen Groll und keine Verbitterung mir gegenüber, denn er hat mir schon längst verziehen.
Versuch das doch auch mal und sprich mit den Menschen, denen Du Unrecht getan hast, falls Dir Dein Fehlverhalten auffiel. Es könnte Dir helfen, Deinen Groll und Deine Verbitterung loszuwerden.
LG, Nordrheiner