Anzeige(1)

  • Liebe Forenteilnehmer,

    Im Sinne einer respektvollen Forenkultur, werden die Moderatoren künftig noch stärker darauf achten, dass ein freundlicher Umgangston untereinander eingehalten wird. Unpassende Off-Topic Beiträge, Verunglimpfungen oder subtile bzw. direkte Provokationen und Unterstellungen oder abwertende Aussagen gegenüber Nutzern haben hier keinen Platz und werden nicht toleriert.

Chronik einer sterbenden Seele

Tag 49 meines Lebens nach dem Tode, die 3. Stunde nach Mitternacht.

Ruhe. Der Himmel über mir erstrahlt im weißen Licht des abnehmenden Mondes. Ich sehe die sterbende Sichel, noch einige Tage, dann wird sie verschwunden sein, dem Sternenlicht weichen, das dann den Himmel beleuchten darf. Wolken ziehen hinweg, vermögen in dieser Nacht nicht, das Mondlicht zu verdunkeln, trüb aber hell duchbricht es die eilig vorbeiziehenden weißen Schwaden, zerissen vom Wind, der mich frösteln läßt. Ich sehe auf den Wald, leises Rauschen dringt zu mir herüber. Im Augenblick scheint alles so ruhig.

Auch meine ewig rasenden Gedanken treiben in dieser Nacht ruhig über den Ozean von Gefühlen hinweg, dessen Wogen sich ein bisschen geglätteten. Der stählerne Ring, der meine Seele gefangen hält hat seinen steten Druck ein bisschen gelockert, stets bereit wieder zurückzuschnellen, doch nicht in dieser Nacht.

Ein Windstoß umfängt mich, streichelt meine Haut, Haare verfangen sich im Gesicht, verwehen im steten Wind, es stört nicht. Trübe Augen sehen etwas klarer in dieser Nacht. Einzelne Sterne trotzen am Himmel dem hellen Mondlicht, geben ihre Präsenz am Nachthimmel durch Lücken in den Wolken preis, die sich sofort wieder schließen. So wie das Aufblitzen der Sterne strahlen auch Hoffnungen durch meinen Geist, ein kurzes Aufflackern, sofortiges Verblassen, doch die Hoffnungsblitze hinterlassen einen hellen Schatten, etwas, das nicht greifbar ist, die gepeinigte Seele etwas streichelt, in dieser ruhigen Spätsommernacht...
 
A

Anzeige

Re: Chronik einer sterbenden Seele
Tag 52 meines Lebens nach dem Tode, die 12. Stunde nach Mitternacht.

Panik. Immer wieder hält sie mich gefangen, geboren aus meinen tiefen Ängsten, meinen ewigen Begleitern auf dem dunklen Weg durch das Leben. Sie quält mich, umfängt mich, zerdrückt mich, peinigt meine Seele indem sie mit glühenden Tentakeln immer tiefere Wunden hinein brennt.

Montagabend... Der Tag verliert langsam sein Licht, weicht zögernd der Dunkelheit, ich sehe wie sie sich über das Band der Autobahn legt, auf der ich mich befinde, ihr graues Bett ganz langsam in tiefes schwarz wechselt. Unruhe umfängt mich, unwissend, woraus sie geboren ist, versuche mich abzulenken, der Musik zu lauschen, die wärmend zu mir dringt.

Glühende Augen bohren sich langsam immer tiefer in meinen Geist, verfolgen mich, ich sehe sie hinter mir, groß und bedrohlich, beängstigend. Ich beschleunige, langsam werden sie kleiner um im nächsten Moment wieder zur ursprünglichen Größe anzuwachsen. Kein Entkommen. Zu beiden Seiten scheinen sich meterhohe Wände aufzutürmen, mein Herz rast, pumpt mit hoher Geschwindigkeit Blut, Adrenalin durch meinen Körper, was ist es, was passiert? Alles ist in Ordnung? Nur ein Auto, das hinter mir fährt? Jeden Tag passiert das? Was ist los?

Plötzlich ein Weg... ein Ausweg. Ich fliehe von der Autobahn. Fahre an den Straßenrand, fliehe aus dem Wagen, atme die kühle Luft, sauge sie in meine Lungen, tief, klar. Immer noch scheint mein Herz reines Adrenalin durch mich zu jagen. In mir sind nur noch Schmerzen.

Mittwochabend.... ein weiterer Abend. Angst. Schon den ganzen Tag. Ich suche meiner Seele ruhe, Menschen umgeben mich, Menschen die ich sehr mag. Menschen, die ich sehr gerne um mich hab, lieb gewonnene Begleiter meiner Selbst, ein Gefühl, welches ich seit so vielen Jahren, Jahrzehnten nicht mehr zuließ.

Tiefe Ruhe umfängt meinen Geist an diesem Abend, ein lange nicht mehr gekanntes Gefühl, Entspannung, die Angst zu verletzen und verletzt zu werden bohrt tief in mir, ignoriert, besiegt durch die Ruhe. Immer weiter fällt der stählerne Schild, der meine Seele vor Verletzung schützt.

Unbedachte Worte, entrinnen mir, beruhigend, erklärend und helfend gemeint, falsch verstanden. Eine Tür wird geschlossen, stechender gühend heißer Schmerz durchfährt meine ungeschützte Seele, mein Denken wird zu einer zähflüssigen Masse, die versucht Worte zu finden, sie durch meine Hände zu formen. Wieder rast mein Herz. All die Menschen, all denen, denen ich im Moment gerne etwas sagen würde, unerreichbar, ich sehe mich selbst sitzen, beobachte, sie leben weiter, alles ist normal, ich kann mich nicht mehr mitteilen, versuche es, Panik, Angst rast in mir, immer weiter beschleunigt sich der Herzschlag, ich verliere alles, alles, das ich liebgewann, ich spüre das Blut rauschen, warte auf das Bersten der Adern, immer weiter entfernen sich alle, ich Schreie, immer lauter, keine Ton dringt aus mir, Finger rasen über die vielen Tasten vor mir, ohne deren Bedeutung noch zu erfassen, auch diese Schreie bleiben tonlos, verhallen in meinen Gedanken.

Dunkelheit umgibt meine Seele in dieser Nacht, wissend, dass mein Selbst mir die Schmerzen zufügt, mich quält, als würden durch meine Worte mit einem glühenden Schwert Kerben in mich hineingerissen, die andere verletzen und mir selbst unendliche Qualen bescheren.

Es tut mir leid...
 
Tag 64 meines Lebens nach dem Tode, die 13. Stunde nach Mitternacht.

Angst. Ich spüre langsam, wie sie in mir aufsteigt, mit eiserner Hand meinen Magen zusammenpresst, sie steigt höher, erste Anflüge von Panik erfassen meinen Geist, lähmen die Gedanken. Ein stählerner Reif legt sich um meine Brust, fester, immer fester wird der Griff. Ich dränge die Gedanken zurück, kämpfe um meine Fassung, spüre die Schmerzen in der Brust mitlerweile körperlich, eine tiefe Traurigkeit, die sich langsam wie zähflüssiges Pech in meinem Körper ausbreitet.

Ich verdränge den Schmerz, ignoriere die Angst, versuche meine Konzentration zurückzuerlangen, wie lange wird es mir glingen? All meine Gedanken lege ich in die Worte, die ich Forme, all mein Wissen, all mein klares Denken - ausgeschaltet, getötet für den Moment von den Wellen der Panik, die durch meinen Geist branden, die Gedanken überschwemmen, meine Seele droht in dieser Panik zu ertrinken, klammert sich verzweifelt an die letzten klaren Gedanken.

Panik. Sie überflutet mich immer mehr, mein Körper ist kaum noch zu einer Regung fähig, mein Herz rast in gleichmäßigem Takt, doch viel zu schnell, ich spüre das Blut in den Adern rasen, höre das Rauschen in den Ohren. Schmerz breitet sich von meinem rasenden Herz im Körper aus. Doch immer noch vermag ich es, hier Worte zu bilden, meine Gedanken zu fokussieren, keinen Besitz wird die Panik von mir erlangen.. nicht jetzt.

Ende. Immer wieder setzt sich dieser Gedanke in mir fest. Der letzte Ausweg. Doch ich werde ihn nicht gehen können. Nicht jetzt, nicht heute. Nicht an diesem Ort. Zu viel von mir ist noch übrig, in der Lage den Kampf gegen die Angst aufzunehmen, die Panik nieder zu ringen. Zu viel möchte noch leben. Wofür? Wie von einem stählernem Hammer gebrieben rammt sich diese Frage immer wieder in mein Hirn. Ich ignoriere es. Ignoriere die Schmerzen. Lerne sie zu genießen. Denn sie sind meine ständigen Begleiter. Immer wieder der Gedanke, einfach fliehen zu wollen, weg von allem, weg von all den Schmerzen, weg von all den Aufgaben, die ich nicht bewältige, weg von all den Menschen, die Leid zufügen. Doch ich werde bleiben. Kämpfen. Wofür?
 
Tag 67 meines Lebens nach dem Tode, die 14. Stunde nach Mitternacht.

Heute ist alles grau. Ein grauer Schleier umwebt meinen Geist mit einem Gespinnst aus Angst, läßt nur die finsteren Gedanken träge hindurch, schwere Tropfen quellen aus ihnen hervor, rinnen über meine Seele, lassen die Finsternis in ihr erblühen, kein heller Sonnenstrahl trifft mein Herz, läßt es lachen, kein freudiger Gedanke streift meine Sinne, läßt sie springen, eine Träne rinnt aus mir, verdampft langsam auf der brennenden Haut, verliert sich in der unendlichen Leere des Seins....
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich finde, Du solltest Dir jetzt dringenst mal psychologische Hilfe suchen.

Da wäre die Zeit gut angelegt.
 
Hallo Nachtwolf,

dieser Thread kann dir nicht gut tun.
In den anderen Thread hast du ganz anders geschrieben. Mit viel mehr Kraft, auf dich fixiert und du warst selbst erstaunt welche Fortschritte du doch gemacht hast.

Hier versucht du sie anzuhimmeln und jammerst wie ein Weichei herum, flennst dabei wie ein armes Würstchen.
Wenn du das machen willst, nur zu es ist dein Leben.

Lies doch mal dein anderen Thread damit du siehst was du alles geschafft hast und lese wie sie die letzte Zeit mit dir umgegangen ist. So eine Person willst du auch nicht mehr zurück.

Was du hier machst ist halbherzig und inkonsequent. Du weißt das du es alleine schaffst und hier willst du dich nur in Mitleid suhlen. Das steht dir nicht. Außerdem verschenkst du kostbare Lebenszeit, wegen? Ja, wegen was? eine Frau die es nicht verdient hat nachgetrauert zu werden.

Gib dir einen Ruck und geh zum Therapeut, und das bitte schnell. Das musst du dir selber wert sein.

Ein Glas wein können wir dann gerne später trinken.
 
Ich bin mir sehr sicher, dass der Schmerz nichts mit ihrem Weggang zu tun hat, denn SIE kommt in meinen Gedanken gar nicht vor im Moment.

Der Schmerz ist einfach da, ganz tief, wie ich schon schrieb offensichtlich ohne den geringsten Grund. Denn eigentlich geht es mir im Moment ja nicht schlecht, alles scheint in Ordnung. Und doch ist es von jetzt auf gleich so, dass irgendetwas einfach meine Seele zerreißt.

Ja, ich würde gerne wieder zu einem Psychologen gehen. Aber im Augenblick fehlt mir dafür die Kraft, den Schritt zu tun.

Im Moment kann ich nichts tun, als es einfach aufzuschreiben, damit es vielleicht ein bisschen leichter wird. Und zu warten, dass der Schmerz nachläßt und es mir wieder besser geht.


Es tut mir leid, wenn ich Euch damit immer wieder auf die Nerven gehe... Wenn ich's abstellen könnte, dann würde ich das tun. Ich versuche ja in letzter Zeit schon so gut ich damit klarkomme, meine Ängste und Schmerzen für mich zu behalten. Aber manchmal muss es einfach raus.... Aber ich nehm's wieder raus.

Sorry.
 
Zuletzt bearbeitet:

Es tut mir leid, wenn ich Euch damit immer wieder auf die Nerven gehe... Wenn ich's abstellen könnte, dann würde ich das tun. Ich versuche ja in letzter Zeit schon so gut ich damit klarkomme, meine Ängste und Schmerzen für mich zu behalten. Aber manchmal muss es einfach raus.... Aber ich nehm's wieder raus.

Sorry.

STOP!

Ich finde es gut, dass du nicht alles in dich hineinfrisst, sondern hier einen Teil deiner Schmerzen und Ängste rauslässt. Das "in dich hineinfressen" hast du doch lange genug gemacht! Und es war und ist ein wichtiger und großer Schritt, hier so offen deine Gefühle preiszugeben - in meinen Augen etwas, worauf du stolz sein kannst.

Das ist dein Thread, du kannst hier selbstverständlich alles niederschreiben, was dich bedrückt. Wenn es dir hilft (und so wie ich das verstanden habe, tut es das), dann: SCHREIB! Wenn es jemanden stört, dann muss er deinen Thread ja nicht lesen. Lass dich nicht verunsichern, lieber Nachtwolf. 🙂
 

Anzeige (6)

Autor Ähnliche Themen Forum Antworten Datum
Amaliah Chronik der Gesundheit Ich 11
L Wie kann ich mich nach einer schlimmen Situation besser fühlen? Ich 17
G Mein Mann bekommt Emails von einer Dating Plattform Ich 23

Ähnliche Themen

Anzeige (6)

Anzeige(8)

Regeln Hilfe Benutzer

Du bist keinem Raum beigetreten.

      Du bist keinem Raum beigetreten.

      Anzeige (2)

      Oben