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Betreff: Einsamkeit...

Ja, vermutlich ein blöder Gedanke, aber vielleicht liegt das mit der Einsamkeit irgendwie auch an mangelnder "Attraktivität" oder so?

Im Sinne von: keine Attraktion...ich bin nicht, was erwartet ist...keiner braucht mich, keiner will mich, keiner fragt mich, ich bin nicht gefragt...

Mir kommt schon vor, dass Rückzug und die daraus folgende Einsamkeit einen Grund sucht- zb ich bin nicht, was man will, oder ich will nicht, was ich bin- so irgendwie.
 
Aber seiner Natur als Mensch entspricht es nicht, keine anderen Menschen um sich zu haben, mit denen er sich verbunden fühlt.

Das glaube ich auch, deshalb gibts Einsamkeitsgefühle für all jene, die von Natur aus für Verbundenheit gebaut sind und wo diese fehlt.
Bei uns in Österreich darf kein Bauer nur eine Kuh halten, das ist nicht Artgerecht, das ist verboten.

Mir ist eine Doku in Erinnerung von den angeblich glücklichsten Menschen auf der Welt- das ist ein Grüppchen irgendwo in einem Dschungel, vom ersten Tag an bis zum Letzten lebt man im Verband, verbunden mit allen Zugehörigen.

Ich selber komme aus einem dörflichen Verband, lebte dann in einer Großstadt, wo ich mich irrsinnig einsam fühlte und "ungeborgen"- das änderte sich mit dem Rückzug in die dörfliche Heimatgemeinde. Da gabs Familie, eine soziale Integration, jeder kannte jeden, miteinander, füreinander- für mich war das sehr stimmig.
 
Ich sage nichts gegen gegen Gemeinschaft oder den Menschen als Gemeinschaftswesen. Das kann richtig gut sein.
Der Mensch als Gemeinschaftswesen ist aber keine Option sondern eine Tatsache, so von seiner Prägung her.

Natürlich muss man immer schauen, wie die eigene individuelle Situation ist und wie man möglichst gut damit umgehen kann und alle Optionen, die man findet, möglichst ausschöpfen.

Ich sagte, dass Gemeinschaft, Partnerschaft, etc., richtig gut sein kann, was natürlich auch beinhaltet, dass es richtig schlecht sein kann. Das beschreibt im Grundsatz die Möglichkeiten, was passieren kann, wenn man sich auf Gemeinschaft, Partnerschaft, etc., einlässt. Für beides gibt es genügend Beispiele.

Dass der Mensch ein inhärentes Bedürfnis nach Gemeinschaft hat, dem widerspreche ich nach wie vor nicht.

~~~

Aber Tatsachen bleiben halt trotzdem Tatsachen; und keine Pathologien (wie du das vorher genannt hast).

Was es die Pathologie betrifft, ich sagte 'leicht pathologisch', und ich denke, dass der Mensch in verschiedener Hinsicht leicht pathologisch handelt, wobei ich mich da selbst auch nicht ausnehme.
 
Ich finde es ehrlich gesagt befremdlich, wie einige hier über das Thema Einsamkeit schreiben.
Ich betone nochmal hier, im Hilferuf Forum.
Ein Forum, dass viele Leute zusammen bringt, viele die irgendeine Art von Hilfe suchen und Menschen, die anderen helfen wollen.
Ich hätte tatsächlich gedacht, dass viele hier einsam sind oder zumindest ihnen nicht völlig unbekannt ist, was das bedeutet.
Zu sagen " Man muss bloß den A*sch vom Sofa bekommen und sich Gesellschaft suchen!" Ist doch genauso kurz gedacht und falsch, wie einen depressiven Menschen zu sagen " Du musst nur positiv denken."
Ich frage mich gerade ob in diesem neuen Forum " Einsamkeit" die Diskussion ähnlich verlaufen würde.
Ich freu mich über jeden Menschen, der keine Einsamkeit fühlt .
Wie das jeder so hinbekommt, wäre interessant zu lesen.
Einfach zu sagen, die meisten Menschen wären selber Schuld , dass sie einsam sind , ist weder hilfreich, sondern schon unverschämt.
Was nicht heißt, dass es für viele nicht auch einen Weg aus der Einsamkeit geben kann.
Wäre besser, sich darüber Gedanken zu machen, wie man diesen Weg finden könnte.
 
Es ist für mich kaum nachvollziehbar, dass das Thema von der Erstellerseite im sensiblen „Ich“-Bereich platziert wird, obwohl von Anfang an klar war, dass keine eigene Betroffenheit vorliegt und kaum echte persönliche Teilnahme eingebracht werden soll.
Ich glaube, das war ein Irrtum der TE ..den Bereich "Ich" hier als Möglichkeit für einen Sammlungsthread vieler persönlicher Ich-Geschichten zu sehen und nicht als - Ich als TE erzähle jetzt etwas über mein Problem, das Ich mit mit mir habe.

Vielleicht hätte der Thread gut in den Bereich "Leben" gepasst.
 
Kletten verstehen nicht, dass sie aufdringlich sind, weil sie (wie schon weiter oben gesagt) Menschen nicht lesen können. Und sie tun ja eigentlich auch nichts schlimmes, aber sie haben das Gespür nicht wann normales Miteinander für den anderen anfängt unangenehm und aufdringlich zu sein. Was soll man denn sagen?
Aber ich denke, gerade wenn Menschen andere nicht gut lesen können, wie du das zuvor gesagt hast, wäre es doch wichtig, sich mit einer respektvollen und klaren Ansage abzugrenzen, damit der Kletten-Mensch weiß, woran er ist..
Mir hat die Antwort gut gefallen, die mir @Ausnahmsweise im 'Freundschaftsthread' gegeben hat:
"Du, sorry, ich habe so ausgefüllte Tage, ich habe für meinen engsten Kreis schon wenig Energie und möchte daher keine anderen Verabredungen treffen."
Ist zwar nur 'halbehrlich', aber erfüllt sehr gut den Zweck, finde ich - es ist nicht verletzend-persönlich und zeigt deutlich die Grenze auf.
 
Ich sagte, dass Gemeinschaft, Partnerschaft, etc., richtig gut sein kann, was natürlich auch beinhaltet, dass es richtig schlecht sein kann. Das beschreibt im Grundsatz die Möglichkeiten, was passieren kann, wenn man sich auf Gemeinschaft, Partnerschaft, etc., einlässt. Für beides gibt es genügend Beispiele.
Ja, ich finde es schon wichtig, dass man herausfindet, welche Art der Gemeinschaft oder Nähe zum eigenen Bedürfnis passt.
(Zum Beispiel würde sich wahrscheinlich nicht jeder in einer dörflichen Gemeinschaft wohlfühlen,..)
Dass man es weiß, heißt noch nicht, dass man auch die Möglichkeiten es zu leben dafür findet.
Aber man kann dann besser danach suchen und weiß auch eher, was man besser meiden sollte.
 
Ich meine, ich versuche auch, mich immer wieder abzulenken. Ich versuche auch Hobbys zu finden, die mehr als Ablenkung sind, also irgendwie auch ein bisschen Erfüllung für mich bringen. Zum Beispiel das Theaterspielen.

Nun ist in dieser Zeit, als ich neu anfangen wollte in einer Gruppe leider mein Krebs dazwischen gekommen, ich dann erstmal gucken musste, wie es gesundheitlich weiter geht.

Naja, und jetzt halt wieder ständig irgendwelche Beschwerden bezüglich der Blase.

Ich lenke mich ab, ich treffe Freundinnen und Familienmitglieder, die allerdings selbst etliche Probleme haben, auch gesundheitlich.

Ich vermisse so sehr auch körperlichen Kontakt, ich meine damit nicht Sex.

Ich wünschte mir, ich könnte mich mal einkuscheln, zusammen einschlafen und aufwachen, zusammen frühstücken, zusammen den Tag planen.

Aber egal.

Jemanden zu brauchen, wird ja hier auch negativ beschrieben.

Kletten, Freundschaft wäre nicht dafür da, dass man für den anderen da ist usw.

Naja. Also ich bin in meinem Rahmen für meine Freunde da, diese auch für mich.

Jeder und jede soweit es ihm oder ihr möglich ist
Und mehr erwarte ich auch nicht.

Aber trotzdem darf ich doch sagen, dass ich einsam bin, weil mir etwas ganz wesentliches fehlt.

Und ich eben nicht in der Lage dazu bin oder war, mir dieses zu suchen oder zu finden.

Und leider nicht dazu in der Lage bin, ausreichend für mich selbst zu sorgen.

Dafür kann man mich natürlich verurteilen.

Da fehlt mir offensichtlich einiges an Resilienz.

Vielleicht liegen hier teils auch einfach Missverständnisse vor - das kann ich nicht mit Sicherheit beurteilen.

Habe in diesem Faden zwar nicht alle Beiträge gelesen, aber gehe davon, dass die hier gemachten Empfehlungen bzw. Vorschläge gut gemeint sind, aber auch keinesfalls in jedem Falle Anwendung finden können, da die genaue Situation des jeweils Einsamen gar nicht näher bekannt ist - wie bspw. körperlicher Zustand, psychische Verfassung, das persönliche Umfeld und Lebensumstände, vergangene Erfahrungen und Prägungen, etc.

Wie dem jeweils auch sein mag, ich denke nicht, dass es hier tatsächlich um Verurteilungen oder Schuldzuweisungen geht, nicht gehen kann, nicht gehen sollte.
 
Was es die Pathologie betrifft, ich sagte 'leicht pathologisch', und ich denke, dass der Mensch in verschiedener Hinsicht leicht pathologisch handelt, wobei ich mich da selbst auch nicht ausnehme.

Das ist ja das Kernproblem- egal, ob man klein ist, oder erwachsen, es ist erwiesen und belegt, dass Einsamkeit mitspielt, wenn man sich krank fühlt, unwohl, gestresst, unruhig, überfordert, unterfordert uvm.
Meine Freundin war zum Beispiel nach der Trennung von ihrem Partner auf einmal total ängstlich, sie konnte nicht mehr schlafen, es gab Panikanfälle, Herzrasen, sie fühlte sich richtig krank. Dann fing sie damit an Schlaftabletten einzunehmen, Beruhigungsmittel, nachher kam Bluthochdruck dazu- ich sehe da schon einen Zusammenhang, angefangen hat es mit dem Ausziehen ihres langjährigen Partners.
 

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