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Betreff: Einsamkeit...

Was die TE betrifft, ich habe noch immer nicht ihre Intention für diesen Thread begriffen.

Ich las von jemanden an diesem Tag hier im HF, der eine Einladung aussprach zu seinem neuen Forum mit dem Titel "Einsamkeit"- ich dachte mir, nachdem ich weiß, das ist wirklich heute ein Thema das viele betrifft, mache ich auch einen Faden darüber auf. Ich habe extra gefragt, wie geht es EUCH damit? Wie sehr betrifft es euch?
Mein Anliegen war, dass wir alle von allen Seiten auf dieses Thema hinschauen, jeder von seiner Sicht und Warte.
 
spannend, wie @Hollunderzweig hier die Antworten zu den eigenen Fragen präsentiert werden.

einfach mal ein - für sich sinnfreies - Thema erstellen und sich bequem zurücklegen

👍
Ich bin derzeit schwer eingeteilt beruflich, auch privat und für mich ist das Thema wirklich nicht sinnfrei, wie man sehen kann, auch für viele andere nicht, ob momentan selber betroffen, oder einmal betroffen gewesen, ich glaub nicht, dass wer Einsamkeitsgefühle nicht kennt.
 
Was wäre das Maximale?

Ich überlege schon die ganze Zeit, was das sein könnte.

Hatte das in meinem Beitrag bereits geschrieben. Und obwohl es recht breit gefasst ist, sind es natürlich nur Beispiele:

Wie kann man sich selbst genug sein?
Guter Punkt, finde ich.

Natürlich könnte man mit der Antwort auf deine Frage ganze Bibliotheken füllen, aber kurz gesagt: Man macht in Ermangelung anderer einfach das Maximale aus sich selbst?

Wozu haben wir das alles mitgekriegt, zb unsere Sexualität, unsere Stimme, unsere Talente alle, einschließlich das Talent für ein Kind zu sorgen können- ich bin angelegt für noch wen und erst durch alle Teilnehmer rundherum bin ich mir genug. Buch, Fernsehen, Handtuch, Stuhl, Geschirr, Malfarben, Zwirn, Nähnadel, Rechnen können, Kochen können- egal was alles- es ist da, vom wem, von mir? Für mich nur?

Ja, natürlich. Wenn man das Maximale aus sich selbst gemacht hat - man ist bspw. Stoiker, körperlich fit oder gar athletisch, hat ein enormes Allgemeinwissen, diverse handwerkliche Fähigkeiten, versteht den Menschen und die Welt, ist empathisch und liebevoll, und ist vielleicht auch noch materiell reich -, dann reicht einem ein persönlicher Narzissmus oder Statusgehabe vermutlich nicht aus. Stattdessen möchte man das alles vielleicht mit anderen teilen, so wie andere Dinge mit einem selbst geteilt haben. An irgendeinem Punkt dieser Reise ist Einsamkeit wahrscheinlich gar nicht mehr möglich.

~~~

Ich gebe allerdings auch zu, dass das Vorhergehende zwar grundsätzlich möglich ist, aber nicht jeder kann oder will das.

Weiters könnte man auch bspw. Spiritualität - im weitesten Sinne - in Erwägung ziehen, wenn man dazu denn einen Zugang hat bzw. findet. Das wäre bspw. durch Philosophie, Religion, Yoga, diverse Lektüre oder Meditation möglich.

Im Grunde wäre aber möglich, alles zu lernen bzw. zu machen, was einem als wertvoll bzw. interessant erscheint. Natürlich ist das nur im Rahmen der ggf. körperlichen oder psychischen Einschränkungen möglich, oder ggf. auch der finanziellen, wobei vieles, was man heutzutage lernen bzw. machen kann, auch nicht so extrem teuer ist.

Wenn jemand bei seiner Mobilität stark eingeschränkt ist, wird er wohl kaum zu irgendwelchen Vereinen gehen, wenn die nicht gut erreichbar sind. Und wenn jemand bspw. stark depressiv ist, wird es ihm womöglich schwerfallen, überhaupt irgendwas zu tun. Möchte es einfach nur erwähnt haben.

Insgesamt ist es natürlich nicht sinnvoll oder zermürbend, sich gedanklich oder sonstig mit Dingen zu befassen, die man gar nicht machen kann, wobei ich keinesfalls irgendjemandem einreden möchte, was er kann oder nicht kann. Wenn man für sich selbst aber sieht, dass gewisse Dinge auch beim besten Willen und Bemühung nicht möglich sind, dann hilft es wohl nur, mit diesen Grenzen "seinen Frieden zu machen", und dabei mag bspw. auch die oben genannte Spiritualität hilfreich sein.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich bin derzeit schwer eingeteilt beruflich, auch privat und für mich ist das Thema wirklich nicht sinnfrei, wie man sehen kann, auch für viele andere nicht, ob momentan selber betroffen, oder einmal betroffen gewesen, ich glaub nicht, dass wer Einsamkeitsgefühle nicht kennt.
Ich kenne solche Einsamkeitsgefühle tatsächlich überhaupt nicht. Und ich glaube, genau deshalb würde ich nicht davon ausgehen, dass jeder Mensch sie kennt.
Einsamkeit ist sicherlich für viele Menschen eine belastende Erfahrung, aber „für viele“ bedeutet eben nicht „für alle“. Menschen erleben Nähe, Alleinsein und soziale Bedürfnisse ziemlich unterschiedlich.
 
Was wäre das Maximale?

Ich überlege schon die ganze Zeit, was das sein könnte.
Das beste aus seinen Talenten und Fähigkeiten machen. Die Leute finden oft gar nicht heraus wozu sie wirklich fähig wären, was ihnen liegt, weil sie nie auf die Idee kommen es auszuprobieren. Oder weil irgendwer es ihnen von vornherein ausredet oder sie durch irgendwelche Notwendigkeiten blockiert werden, noch bevor sie richtig auf den Dreh kommen. Die Schule ist dazu leider auch nicht fähig, den Kindern alle Möglichkeiten die es gibt aufzuzeigen. Ich meine, wer mit künstlerischer Neigung hat jemals vom Kunst- oder Musikunterricht in der Schule profitiert, das war kaum jemand, der nicht schon vorher selber herumexperimentiert hat oder anderweitig Zugang hatte.
 
Oder weil irgendwer es ihnen von vornherein ausredet oder sie durch irgendwelche Notwendigkeiten blockiert werden, noch bevor sie richtig auf den Dreh kommen.
Tatsächlich war das bei mir der Fall gewesen (in meiner Kindheit). Meine Eltern hatten mir fast systematisch alles ausgeredet, was mich interessiert oder mir Spaß gemacht hätte. Meistens mit den Begründungen "Kannst du sowieso nicht", "Bringt nichts", "Das ist nichts Vernünftiges", "Das ist nichts für dich/uns", "Du hast doch sowieso zwei linke Hände".

Als dann am Ende fast nichts mehr übrig geblieben war, wofür ich mich hätte motivieren können, bekam ich den Vorwurf zu hören "Naja, du weißt ja überhaupt nicht, was du willst" oder "Du musst dir doch mal klar machen, was du später mal werden willst. Andere wissen das längst, aber du...."
 
Tja, kannst du dir vorstellen, dass es Menschen gibt, die sich aus verschiedenen Gründen keine Katzen oder Hunde anschaffen können.
Sei es aus Gründen der finanziellen Situstion, sei es aus Gründen der Wohnsotuation oder aus was für Grünfen auch immer.
Reicht schon Vollzeit berufstätig zu sein, jeden Tag den größten Teil der Zeit abwesend oder bei Leuten die für ihre Firma weiter reisen, auch mal tagelang oder monatelang abwesend, schon hat sich das erledigt mit einem Haustier, nicht machbar. Z. B. bei einem meiner Halbbrüder, der auf Montage durch die ganze Republik gereist ist mit einem ganzen Trupp Kollegen. Kann er machen da Single und ungebunden und es lohnt sich finanziell auch, die Geschwister hüten unterdessen das Haus wenn sie gerade selber anwesend sind, da gleichfalls berufstätig. Irgendwer schlägt immer mindestens einmal am Tag dort auf.
 
Das ist ja das Kernproblem- egal, ob man klein ist, oder erwachsen, es ist erwiesen und belegt, dass Einsamkeit mitspielt, wenn man sich krank fühlt, unwohl, gestresst, unruhig, überfordert, unterfordert uvm.
Meine Freundin war zum Beispiel nach der Trennung von ihrem Partner auf einmal total ängstlich, sie konnte nicht mehr schlafen, es gab Panikanfälle, Herzrasen, sie fühlte sich richtig krank. Dann fing sie damit an Schlaftabletten einzunehmen, Beruhigungsmittel, nachher kam Bluthochdruck dazu- ich sehe da schon einen Zusammenhang, angefangen hat es mit dem Ausziehen ihres langjährigen Partners.
Nicht explizit Einsamkeit, sondern typische Reaktionen auf einen unerwarteten, traumatisierenden Verlust, hätte z. B. auch durch plötzlichen Todesfall eintreten können. Die Betroffenen (Überlebenden!) fallen dann erst mal in ein tiefes schwarzes Loch. Die Einsamkeit die dann eintritt, oft weil sich zusätzlich die Umgebung rar macht (weil sie nicht weiß wie sie damit umgehen soll, jede Bewegung könnte eine falsche sein, oder im Fall einer Trennung, weil sie in Wahrheit nur wegen des gegangenen Partners überhaupt da war) ist nur ein Teil des Pakets. Sprich wenn man am dringendsten jemanden bräuchte, ist niemand da.
 

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