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Betreff: Einsamkeit...

Wenn man sich selbst nicht genug ist, befindet man sich gewissermaßen in ständiger Bedürftigkeit oder einem Defizitzustand - ganz unabhängig davon, ob man mit sich alleine oder in Gesellschaft ist.

Wie kann man sich selbst genug sein?

Wozu haben wir das alles mitgekriegt, zb unsere Sexualität, unsere Stimme, unsere Talente alle, einschließlich das Talent für ein Kind zu sorgen können- ich bin angelegt für noch wen und erst durch alle Teilnehmer rundherum bin ich mir genug. Buch, Fernsehen, Handtuch, Stuhl, Geschirr, Malfarben, Zwirn, Nähnadel, Rechnen können, Kochen können- egal was alles- es ist da, vom wem, von mir? Für mich nur?
 
Ja, vermutlich ein blöder Gedanke, aber vielleicht liegt das mit der Einsamkeit irgendwie auch an mangelnder "Attraktivität" oder so?

Im Sinne von: keine Attraktion...ich bin nicht, was erwartet ist...keiner braucht mich, keiner will mich, keiner fragt mich, ich bin nicht gefragt...

Mir kommt schon vor, dass Rückzug und die daraus folgende Einsamkeit einen Grund sucht- zb ich bin nicht, was man will, oder ich will nicht, was ich bin- so irgendwie.
 
Aber seiner Natur als Mensch entspricht es nicht, keine anderen Menschen um sich zu haben, mit denen er sich verbunden fühlt.

Das glaube ich auch, deshalb gibts Einsamkeitsgefühle für all jene, die von Natur aus für Verbundenheit gebaut sind und wo diese fehlt.
Bei uns in Österreich darf kein Bauer nur eine Kuh halten, das ist nicht Artgerecht, das ist verboten.

Mir ist eine Doku in Erinnerung von den angeblich glücklichsten Menschen auf der Welt- das ist ein Grüppchen irgendwo in einem Dschungel, vom ersten Tag an bis zum Letzten lebt man im Verband, verbunden mit allen Zugehörigen.

Ich selber komme aus einem dörflichen Verband, lebte dann in einer Großstadt, wo ich mich irrsinnig einsam fühlte und "ungeborgen"- das änderte sich mit dem Rückzug in die dörfliche Heimatgemeinde. Da gabs Familie, eine soziale Integration, jeder kannte jeden, miteinander, füreinander- für mich war das sehr stimmig.
 
Ich sage nichts gegen gegen Gemeinschaft oder den Menschen als Gemeinschaftswesen. Das kann richtig gut sein.
Der Mensch als Gemeinschaftswesen ist aber keine Option sondern eine Tatsache, so von seiner Prägung her.

Natürlich muss man immer schauen, wie die eigene individuelle Situation ist und wie man möglichst gut damit umgehen kann und alle Optionen, die man findet, möglichst ausschöpfen.

Ich sagte, dass Gemeinschaft, Partnerschaft, etc., richtig gut sein kann, was natürlich auch beinhaltet, dass es richtig schlecht sein kann. Das beschreibt im Grundsatz die Möglichkeiten, was passieren kann, wenn man sich auf Gemeinschaft, Partnerschaft, etc., einlässt. Für beides gibt es genügend Beispiele.

Dass der Mensch ein inhärentes Bedürfnis nach Gemeinschaft hat, dem widerspreche ich nach wie vor nicht.

~~~

Aber Tatsachen bleiben halt trotzdem Tatsachen; und keine Pathologien (wie du das vorher genannt hast).

Was es die Pathologie betrifft, ich sagte 'leicht pathologisch', und ich denke, dass der Mensch in verschiedener Hinsicht leicht pathologisch handelt, wobei ich mich da selbst auch nicht ausnehme.
 
Ich bin ehrlich gesagt fassungslos und tief erschüttert darüber, welche Richtung dieser Thread genommen hat.
Der Thread ist nie richtig in Gang gekommen, weil sich hier Leute breit machen, die den Betroffenen erzählen wie schön es doch ist, sich nicht einsam zu fühlen. Leute, die Schwäche verabscheuen und der Meinung sind, Einsamkeit sei selbst verursacht und deshalb ein Ausbund an Schwäche. Leute, die nur herum philosophieren und mit sich selber reden.

Ich frage mich gerade, ob nicht vielleicht genau diese Leute sehr einsam sind, aber sich lieber die Zunge abbeissen würden als dies einzugestehen. Es muss ja einen Grund geben warum sie sich angezogen fühlen wie die Fliegen.
 
Ich finde es ehrlich gesagt befremdlich, wie einige hier über das Thema Einsamkeit schreiben.
Ich betone nochmal hier, im Hilferuf Forum.
Ein Forum, dass viele Leute zusammen bringt, viele die irgendeine Art von Hilfe suchen und Menschen, die anderen helfen wollen.
Ich hätte tatsächlich gedacht, dass viele hier einsam sind oder zumindest ihnen nicht völlig unbekannt ist, was das bedeutet.
Zu sagen " Man muss bloß den A*sch vom Sofa bekommen und sich Gesellschaft suchen!" Ist doch genauso kurz gedacht und falsch, wie einen depressiven Menschen zu sagen " Du musst nur positiv denken."
Ich frage mich gerade ob in diesem neuen Forum " Einsamkeit" die Diskussion ähnlich verlaufen würde.
Ich freu mich über jeden Menschen, der keine Einsamkeit fühlt .
Wie das jeder so hinbekommt, wäre interessant zu lesen.
Einfach zu sagen, die meisten Menschen wären selber Schuld , dass sie einsam sind , ist weder hilfreich, sondern schon unverschämt.
Was nicht heißt, dass es für viele nicht auch einen Weg aus der Einsamkeit geben kann.
Wäre besser, sich darüber Gedanken zu machen, wie man diesen Weg finden könnte.
 
Es ist für mich kaum nachvollziehbar, dass das Thema von der Erstellerseite im sensiblen „Ich“-Bereich platziert wird, obwohl von Anfang an klar war, dass keine eigene Betroffenheit vorliegt und kaum echte persönliche Teilnahme eingebracht werden soll.
Ich glaube, das war ein Irrtum der TE ..den Bereich "Ich" hier als Möglichkeit für einen Sammlungsthread vieler persönlicher Ich-Geschichten zu sehen und nicht als - Ich als TE erzähle jetzt etwas über mein Problem, das Ich mit mit mir habe.

Vielleicht hätte der Thread gut in den Bereich "Leben" gepasst.
 
Kletten verstehen nicht, dass sie aufdringlich sind, weil sie (wie schon weiter oben gesagt) Menschen nicht lesen können. Und sie tun ja eigentlich auch nichts schlimmes, aber sie haben das Gespür nicht wann normales Miteinander für den anderen anfängt unangenehm und aufdringlich zu sein. Was soll man denn sagen?
Aber ich denke, gerade wenn Menschen andere nicht gut lesen können, wie du das zuvor gesagt hast, wäre es doch wichtig, sich mit einer respektvollen und klaren Ansage abzugrenzen, damit der Kletten-Mensch weiß, woran er ist..
Mir hat die Antwort gut gefallen, die mir @Ausnahmsweise im 'Freundschaftsthread' gegeben hat:
"Du, sorry, ich habe so ausgefüllte Tage, ich habe für meinen engsten Kreis schon wenig Energie und möchte daher keine anderen Verabredungen treffen."
Ist zwar nur 'halbehrlich', aber erfüllt sehr gut den Zweck, finde ich - es ist nicht verletzend-persönlich und zeigt deutlich die Grenze auf.
 
Ich sagte, dass Gemeinschaft, Partnerschaft, etc., richtig gut sein kann, was natürlich auch beinhaltet, dass es richtig schlecht sein kann. Das beschreibt im Grundsatz die Möglichkeiten, was passieren kann, wenn man sich auf Gemeinschaft, Partnerschaft, etc., einlässt. Für beides gibt es genügend Beispiele.
Ja, ich finde es schon wichtig, dass man herausfindet, welche Art der Gemeinschaft oder Nähe zum eigenen Bedürfnis passt.
(Zum Beispiel würde sich wahrscheinlich nicht jeder in einer dörflichen Gemeinschaft wohlfühlen,..)
Dass man es weiß, heißt noch nicht, dass man auch die Möglichkeiten es zu leben dafür findet.
Aber man kann dann besser danach suchen und weiß auch eher, was man besser meiden sollte.
 

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