Das dumme an dieser Sache ist nur, dass es auch viele arbeitslose gibt die sich eine faire Behandlung redlich verdient hätten, die älteren Semesters sind, immer gearbeitet hatten und aus betrieblichen Gründen aufs Abstellgleis geschoben wurden. Diese Leute dürfen sich dummerweise das gleiche anhören wie die restlichen. Keine adäquate Stelle in Aussicht, dafür winken 1 Euro Jobs, absolut Branchenfremde Stellen in welche man sich auch nicht mehr wirklich eingewöhnen kann, und Zeitarbeitsfirmen.
Da hast Du absolut Recht.
Ich fand es aus dem Grund auch immer gut, dass es losgelöst von ALG II die Grundsicherung gibt, um bedürftige Renter/Erwerbsunfähige nicht in einen Topf mit allen anderen zu werfen.
Dass man z.B. mit 50 Jahren ohne außergewöhnliche Qualifikation nur noch schwer einen Job findet, stimmt sicherlich. Hier sind die Jobcenter aber auch nicht blind und wissen um den Umstand. Eine Bekannte von mir (57) muss auch immer mal wieder bein Jobcenter vorstellig werden, Bewerbungen nachweisen etc., aber letztlich wurden ihr nie Leistungen gekürzt und das Jobcenter selber sagt ihr, dass es verständlich sei, dass sie kaum noch was findet.
Insofern hast Du meiner Meinung nach Recht, wenn (so verstehe ich Dich) man solche Leute nicht unter massiven Druck setzen sollte. Umgekehrt sage ich ganz egoistisch aber auch, dass die diesbezügliche Schieflage des Arbeitsmarktes nicht darin resultieren sollte, dass alle Arbeitenden dies durch Sozialabgaben/Steuern finanzieren sollte, egal ob wir am Ende Hartz 4 oder ein BGE damit finanzieren.
Ich denke es ist nicht menschenunwürdig branchenfremde Arbeiten oder 1€ Jobs anzunehmen, soweit dies in einem angemessenem Verhältnis zur Arbeitsfähigkeit des Betroffenen steht. Allerdings gibt es viele Arbeitslose, die genau solche Arbeiten aus Bequemlichkeit nicht annehmen wollen.
Ich möchte dabei die Situation garnicht schön reden. Es ist persönlich eine Katastrophe im Alter arbeitslos zu werden, um Hartz 4 "betteln" zu müssen und dann etwas arbeiten zu müssen, das man nie im Leben wollte. Die Belastung des Mittelstandes durch Sozialabgaben ist aber ebenfalls katastrophal. Wenn man nur bedenkt, was uns vor der Bundestagswahl versprochen wurde und was wir heute bzw. künftig an Mehrbelastung tragen müssen.
Derzeit wird an alle mehr gedacht als an den "arbeitenden Mittelstand".