Allerdings hätte ich schon gerne einen Anreiz auf Wohneigentum, weil das für mich zur Grundsicherung gehört und auch billiger ist.
Und wer das nicht will und weil das in einer Stadt nur erschwert möglich ist, für den muss es einen Anreiz geben, dass man zu seinem eigenen Vorteil Mieten sparen kann.
Jetzt ist es so, dass das egal ist, weil der Staat ja Miettreibern, die eine Not ausnutzen, alles bezahlt.
Und so treibt sich der Staat selbst in den Ruin.
Kommunen sind klamm und nehmen über die einzig möglichen und von ihnen zu beeinflussenden Steuern, über Grundsteurer A, B und Gewerbesteuern so viel den Bürgern ab, dass der Vermieter und der Gewerbetreibende das auf die Preise umlegt.
Das ist seit über 20 Jahren Fakt.
Das wiederum treibt Preise und Mieten hoch, die ja zu einem immer größer werdenden Teil vom Staat bezuschusst werden....
Das kann doch nicht weise und vernünftig sein!
Wo zudem kleine Wohnungen dadurch sehr überteuert sind...
Das sind doch alles Fehlentwicklungen, die maßgeblich auf die Agenda 2010 zurückgehen, bzw. verstärkt werden.
Du hast Pech, was die Grundsteuern für Wohnungen angeht. Die haben nix mit Agenda 2010 zu tun und sind auch nicht erst seit 20 Jahren so, wie sie sind, sondern schon seit der Hauptfeststellung des Jahres 1964, als nach dem Krieg alle Grundstücke in Deutschland neu bewertet wurden, weil man mit den Vorkriegswerten, die auf Feuerversicherungen der 20er Jahre (!) basierten, nichts mehr anfangen konnte. (Die Feuerversicherungen gehen meines Wissens übrigens bis heute von den alten Grundwerten aus, nur per Zuschläge auf aktuelle Wertmaßstäbe hochgerechnet.) Damals hat man die realen Mietwerte anno 1964 als Grundlage für die Bewertung genommen, Realmieten für Altbauten wo man welche hatte, und wenn man - bei Eigennutzern - keine Mieten hatte, hat man in dem betreffenden Ort oder Stadtteil einfach einen Durchschnitt aus allen Realmieten gezogen und den angesetzt, höhere Werte in (damals!) "angesagten" Gegenden, niedrigere in (damals!) "Glasscherbenvierteln". Ursprünglich war geplant, diese Hauptfeststellung alle 7 oder 10 Jahre neu zu machen und damit die Grundsteuern jeweils auf die aktuellen Werte zu bringen (die natürlich sehr ungünstig ausfallen täten in Zeiten von Wohnungsnot und wachsenden Immobilien-Blasen...), aber schon während der ersten Feststellung (alles per Hand und Ermittlungen der fleißigen Bearbeiter, elektronisch war 1964 noch nicht viel los!) stellte man fest, daß das eine so gigantische Arbeit ist, daß sich bis heute keine Regierung mehr daran getraut hat, eine neue Hauptfeststellung loszutreten. Und deshalb gelten als Grundlage für Einheitswerte + die daraus resultierenden Grundsteuern bis heute Mietwerte und auch Bodenwerte des Jahres 1964. (Wohlgemerkt, für Bodenwerte oder Mieten anno 1964 - in DM - bekommt man heute nirgendwo mehr eine Wohnung oder Bauland!) Die Gemeinden gleichen die zwischenzeitlichen Wertsteigerungen in der Berechnung durch den Hebesatz aus, der je nach Gemeinde unterschiedlich hoch ist, in Städten höher als auf dem Land, logisch, weil auch die Bodenwerte und Mieten in der Stadt meist deutlich höher liegen/seit 1964 gewachsen sind als irgendwo in der Pampa.
Kleinere Wohnungen bis 50 Quadratmeter, also Appartments, sind in der Grundsteuer relativ gesehen teurer, aus dem einfachen Grund, weil die 1964 gerade besonders gesucht waren und deshalb im damaligen Mietwert im Schnitt höher lagen als Wohnungen mit größerer Wohnfläche. Und da die Werte, siehe oben, nie angepaßt wurden, ist das bis heute so, denn auch für Neubauten (alles nach 1964) gelten in der Bewertung die Werte des Hauptfeststellungszeitpunkts, und der war 1964. Und mit dem Ansatz von 1964er Werten kann man imho nicht streiten, weil jeder reale aktuelle Wert
bedeutend darüber läge.
Übrigens, der Staat zahlt keineswegs "Miettreibern jede Summe", weil z. B. für Flüchtlingsheime oder sozialen Wohnungsbau zuerst einmal die Gemeinden selber aufkommen müssen, bevor sie - später und nur vielleicht - Erstattungen vom Staat bekommen, und da die Gemeinden chronisch klamm sind, achten sie schon aus reinem Eigennutz darauf, daß keine Mietwucherei entsteht, damit würden sie sich ins eigene Fleisch/sprich den eigenen Geldbeutel schneiden. Ebenso werden Mieten in der Regel nicht vom Staat bezuschußt (da würden sich Mieter und Vermieter gleichermaßen freuen), außer es geht explizit um Sozialwohnungen oder den "sozialen Wohnungsbau", wo die Mieten gedeckelt sind, um auch sozial Schwächeren, also Geringverdienern erschwingliche Mieten zu ermöglichen. Die laufen aber über Wohnungsbaudarlehen, die vom Eigentümer der Wohnung irgendwann zurückzuzahlen sind, sind also kein staatliches Geschenk.
Wenn die Mieten explodieren, sind das keine Machenschaft des Staats, sondern einfach die Gesetze des Marktes (Wohnungsknappheit) und das erneute Wachstum von Immobilienblasen, bei denen in Zeiten geringer Verzinsung jeder sein Geld in "Betongold" anzulegen versucht und auf diese Weise unzählige Wohnungskäufer die Preise für Wohnungen (und damit die Mieten) gemeinsam in die Höhe treiben. Hatten wir bekanntlich schon mal, damals mit Gewerbeimmobilien, samt Platzen der Blase, als irgendwann die Kaufpreise pro Quadratmeter Höhen erreichten, die weder durch Vermietung noch durch Weiterverkauf jemals wieder hätten hereingeholt werden können. Aber für Wohnungsmieten gibt es Obergrenzen, die können nicht unbegrenzt heraufgesetzt werden, die Preistreiber sind dann nur noch diejenigen der Erwerber, die höherwertige Wohnungen für die Eigennutzung kaufen, die also nicht zu vermieten beabsichtigen. Für Eigennutzung gibt man gern ein kleines bißchen Extra mehr aus.