In keinster Weise habe ich gesagt, dass ich darauf bestehe, dass mein Kind aufs Gymnasium geht...Mein Gefühl sagt mir halt das es ihm noch weniger gut tut, wenn er innerhalb eines halben Jahres wieder die Schule wechselt..
Hmmm... da lese ich hier aber etwas ganz anderes aus deinen Zeilen:
Da mit dem Brief war wirklich eine tolle Geschichte...vorallem das erste Lebenszeichen seit Monaten...
er hat eben in seinem Brief auch geschrieben, dass er nur einen Wunsch hätte, in die Hauptschule zu wechseln...das ist halt kein Thema,denn damit würde ich ihm keinen Gefallen tun...weil es wieder ein Wegrennen wäre. Es ist so wichtig dass er sich ein wenig behaupten lernt im Leben.
Heute hat mein Mann ihn zur Schule gebracht, morgen werde ich ihn hinbringen und am Nachmittag haben wir ein gemeinsames Gespräch mit seinem Klassenlehrer. Der scheint ein wirklich netter verständnisvoller älterer Herr zu sein. Er hat den Schulkameraden meines Sohnes aufgetragen, keine Bemerkungen über sein Fehlen zu machen, ansonsten gibts Probleme....um ihm den Weg zu ebnen...
Fakt ist, dein Sohn hat Probleme. Und zwar so immense Probleme, dass er nach eigenem Bekunden keine Lust mehr zu leben hat. Das hat er dir schriftlich mitgeteilt. Einen läuteren Hilfeschrei kann es m. E. gar nicht geben. Da lese ich Verzweiflung durch und durch. Und das von einem Kind, dass laut dir sonst nie mit der Sprache rausrückt. Wenn das nicht ein verweifelter Versuch ist, dich zu erreichen, dann weiss ich nicht, was es sonst ist.
Du solltest jetzt nicht versuchen, an seinem Durchhaltevermögen rumzubasteln, sondern dringendst kompetente Hilfe in Anspruch nehmen, und damit meine ich nicht den Lehrer deines Sohnes, der den Mitschülern Verhaltenstips mitgibt, was sie deinem Sohn gegenüber nicht äußern sollen (wobei das eine ist, was der Lehrer sagt und etwas anderes, was die Mitschüler tatsächlich machen!).
Die zweifelsohne psychisch begründeten Probleme deines Sohnes bedürfen fachärztlicher Untersuchung, wenn das alles geklärt ist, dann kannst du daran gehen, ihn auf den "rechten" Weg zu bringen. Sein "Weglaufen" wird ja nicht von irgendwoher kommen, das liegt in etwas begründet und eben das muss herausgefunden werden, damit der Druck von ihm genommen wird und er sich seinen Aufgaben wieder gewachsen fühlt.
Weisst du, ich schreibe das hier nicht, um dich zu kritisieren, oder dir Vorwürfe zu machen. Ich wollte nur mal aufzeigen, was mir so aufgefallen ist, da ich da einen Zusammenhang sehe. Als Unbeteiligtem fallen einem oft Dinge auf, die man als Beteiligter aus "Betriebsblindheit" nicht so sieht, vor allem, wenn man meint, nach bestem Wissen und Gewissen zu handeln.
Aber ich sehe hier unbedingten Handlungsbedarf im Sinne deines Sohnes, bevor etwas Schlimmes passiert.
Also, was wirst du hinsichtlich deines Jungen nun unternehmen?