Liebe "janis",
zum Brief Deines Sohnes:
Super. Er scheint auch der Typ zu sein, der nicht so gerne redet. Dass
er schreibt, ist ein wichtiger Schritt. Du kennst Deinen Sohn am Besten -
wenn er nicht gerne redet, dann schreib ihm vielleicht zurueck. Bedanke
Dich auf jeden Fall fuer seinen Brief und seinen Mut und staerke ihn darin,
dass das gut so war und dass er ja von nun an schreiben kann, wenn
etwas nicht in Ordnung ist. Schreibe ihm, dass Du ihm gerne helfen
moechtest und was genau ihn dort ungluecklich macht. Was wuerde
ihm momentan helfen? Frag ihn das.
Bei meinem Bruder ging es so weiter, dass er erst Mal ambulante Therapie
hatte - das brachte allerdings erst Mal nicht so viel. Er ging weiterhin
nicht zur Schule. Man sagte ihm von vorn herein, dass er dann in die
Psychiatrie muesste, wenn er weiterhin nicht in die Schule ginge -
er waehlte wohl diesen Weg. Also ging er fuer etwa 6 oder 8 Wochen
(vielleicht auch 10?!) in die Uniklinik in die psychiatrische Abteilung
fuer Kinder. Er bekam dort auch einen Serotoninwiederaufnahmehemmer
(Wirkstoff Citalopram). Diese Kombination hatte dann geholfen.
Er geht jetzt wieder zur Schule, hat neue Freunde und scheint, sich
gefangen zu haben. Als sie das Medikament mal abgesetzt hatten,
hatte er noch mal einen Rueckfall - jetzt nimmt er es wieder und
es klappt wieder. Er hat noch regelmaessig Therapie.
Viele meinen, Medikamente sind nicht gut - schon gar nicht in dem
Alter. Ich kann aber versichern (zumindest sagen es Aerzte), dass
Citalopram nicht suechtig macht. Der Serotoninhaushalt im Koerper
wieder einfach wieder ausgeglichen, denn das ist meist die Ursache
fuer Depressionen. Man sagt, dass der Koerper nach einer Weile
lernt, diesen Serotoninhaushalt selber wieder aufrecht zu erhalten.
So ist der Plan. 😉
Der SChulwechsel koennte Depressionen ausgeloest haben.
Sag Bescheid, wie's weiter geht.
Alles Gute.